Sommer-Pressekonferenz

Kanzler-Kreuzverhör: Merz-Klartext zu Trumps Zöllen – Ansage zu Bürgergeld und Krankenkassen folgt

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Bundeskanzler Friedrich Merz stellt sich vor der Sommerpause den Hauptstadtjournalisten. Es geht um das Ansehen der Koalition. Der Live-Ticker zur Sommer-Pressekonferenz.

Update, 12.16 Uhr: Friedrich Merz will keine Debatte über die Abschaffung von Feiertagen zur Steigerung der Arbeitsleistung in Deutschland führen. Ohnehin könne der Bund nur über sehr wenige Feiertage verfügen. Die Debatte tauche „wie das Monster von Loch Ness“ immer wieder auf. „Ich führe sie nicht“, so Merz.

Update, 11.59 Uhr: Der Bundeskanzler sprach sich gegen eine grundlegende Wende in der Krankenversicherung aus. Es sei nicht sinnvoll, wenn alle Bürger in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen würden. „Wenn man den Mercedes verbietet, wird der Golf teurer“, so Merz. Eine reine Erhöhung der Beitragszahler oder der Bemessungsgrenzen sei nicht der richtige Weg.

Sommer-Pressekonferenz: Merz will Kosten für Bürgergeld „signifikant“ kürzen

Update, 11.49 Uhr: Friedrich Merz will die Kosten für das Bürgergeld um einen „signifikanten Teil“ senken. Auf eine genaue Zahl wollte er sich nicht festlegen. Die Regierung sei gewillt, mit Kürzungen gegen „Fehlanreize“ vorzugehen.

Update, 11.37 Uhr: Den drohenden Rechtsruck bei den anstehenden Wahlen in Frankreich und Polen bezeichnete Merz als eine der größten Herausforderungen für die EU. Es drohten EU-kritische Regierungen. Dennoch müsse man anerkennen, dass es berechtigte Kritik an der Europäischen Union gebe - vor allem bezüglich Bürokratie und einer gemeinsamen Migrationspolitik. Die EU müsse Handlungsfähigkeit beweisen, um Angriffe von Rechts abwehren zu können.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Update, 11.30 Uhr: Zu den Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump stehe der Kanzler im Gespräch mit der US-Regierung. Die angedrohten Strafzölle aus Washington würden allen schaden, so Merz. „Je niedriger die Zölle ausfallen, desto besser ist es für alle Seiten“, sagte er bei der Sommer-Pressekonferenz. Die Verhandlungen mit Trump müssten bis „Mitte nächste Woche“ abgeschlossen werden. Es sei jedoch „unrealistisch“ zu glauben, dass eine vollständige Aussetzung der US- und EU-Zölle erreicht werden kann.

Update, 11.17 Uhr: Ein Vergleich zwischen dem Nahost-Krieg Israels gegen die Hamas und dem Ukraine-Krieg verbiete sich, so Merz. Israel verteidige sich als demokratischer Staat gegen Angriffe. Bei Russland sei dies nicht der Fall. Russland führe einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen ein Land, „von dem keine Bedrohung ausging“.

Update, 11.10 Uhr: Friedrich Merz hält an seiner Kritik an Israels Vorgehen im Gazastreifen fest. Er und seine Regierung drängen weiter auf eine Feuerpause und humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung. Dazu stehe man mit Frankreich und Großbritannien in engem Austausch. Trotzdem stehe Deutschland weiter an der Seite Israels. Diese Unterstützung sei aber nicht „bedingungslos“ und werde mit Forderungen verbunden, beispielsweise bezüglich der israelischen Siedlungspolitik.

Verpatzte Verfassungsrichter-Wahl – Merz will es „beim nächsten Mal besser machen“

Update, 11.03 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz will bei der Verfassungsrichter-Wahl früher über Konfliktpunkte in der Koalition sprechen. „Das war beim letzten Mal nicht gut genug. Das werden wir beim nächsten Mal besser machen.“ Die Kampagne und Kritik an Frauke Brosius-Gersdorf kritisierte er scharf. Dies sei „polemisch“ und „zum Teil beleidigend“ gewesen.

Update, 10.52 Uhr: Zur verpatzten Richter-Wahl für das Bundesverfassungsgericht hielt sich Merz zunächst zurück. Bei einer Wiederholung der Wahl gehe er davon aus, mit der SPD zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Er betonte, dass man Abgeordneten in dieser „Gewissensfrage“ keine Vorschriften oder Vorwürfe machen könne.

Eine Kandidatin müsse „fachliche Kompetenz und alle Eigenschaften haben, die wir seit über 70 Jahren von den Richtern am Bundesverfassungsgericht erwarten“, so Merz. Zu den Kompetenzen von Frauke Brosius-Gersdorf wollte er sich nicht äußern.

Update, 10.45 Uhr: Bundeskanzler Merz will Deutschland zur Führungsmacht in Europa entwickeln - sowohl wirtschaftlich als auch verteidigungspolitisch. Mit der vergangenen Woche zeigte er sich zufrieden. Nach der Sommerpause wolle er weiter dafür sorgen, dass man in Deutschland „in Freiheit, Frieden und Wohlstand“ leben kann.

Update, 10.42 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz befürwortete die Förderung der Fachkräfteeinwanderung bei gleichzeitiger Begrenzung der „irregulären Migration“. Erste Regierungsmaßnahmen zeigten bereits Wirkung. Eine endgültige Zuwanderungsregelung müsse jedoch gemeinsam mit europäischen Partnern erfolgen.

Den prekären Wohnungsmarkt bezeichnete Merz als eines der größten Probleme des Landes. Durch Investitionen seien bereits Maßnahmen getroffen worden.

Bundeskanzler Friedrich Merz steht bei der traditionellen Sommer-Pressekonferenz Hauptstadtjournalisten Rede und Antwort.

Zentral seien auch Verteidigungsinvestitionen. „Denn ohne Frieden und ohne Freiheit nutzt uns das schönste Wirtschaftswachstum nichts.“ Merz bekräftigte sein Ziel, die Bundeswehr zur „konventionell stärksten Armee Europas“ umzubauen.

Update, 10.37 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Sommer-Pressekonferenz begonnen. Der CDU-Politiker verwies auf große innen- und außenpolitische Herausforderungen, für die Deutschland aber gut vorbereitet sei. „Der Anfang ist gemacht“, erklärte Merz. Die Union-SPD-Regierung habe alle Vorhaben in den ersten beiden Monaten umgesetzt. „Wir haben eine ganze Reihe von Entscheidungen vor uns“, sagte der Kanzler.

Merz will die Wirtschaft aus der Rezession führen und sieht erste Weichen gestellt. Dazu gehöre das beschlossene Sondervermögen, das ihm nicht leicht gefallen sei. Entlastungen für Unternehmen und Haushalte sowie Bürokratieabbau sollen zusätzlich unterstützen.

Merz hält Sommer-Pressekonferenz – Regierung geht mit vielen Aufgaben in die Sommerpause

Update, 9.38 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hält heute um 10.30 Uhr seine Sommer-Pressekonferenz im Bundeskanzleramt ab. Der CDU-Chef leitet damit die parlamentarische Sommerpause ein. Die schwarz-rote Koalition aus Union und SPD zieht nach zwei Monaten Regierungszeit Bilanz über mehrere offene Baustellen. Nach der Sommerpause warten umfangreiche Aufgaben auf die Regierung.

Erstmeldung: Berlin – Die schwarz-rote Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist auf den letzten Metern vor der Sommerpause noch einmal ordentlich ins Schlingern geraten. So musste Merz sich im Rahme des Stromsteuer-Streits Wortbruch-Vorwürfe gefallen lassen und wurde von der AfD als Lügenkanzler proklamiert. Die verpatzte Richterwahl in der letzten Sitzung des Bundestags vor der Sommerpause setzte dem ganzen noch die Krone auf. Bei der traditionellen Sommer-Pressekonferenz am Freitag dürfte Bundeskanzler Merz also vor allem darauf bedacht sein, das Bild einer intakten Koalition zu wahren.

Am Freitagvormittag wird Merz mit der Sommer-Pressekonferenz die Sommerpause für die Bundesregierung einläuten. Dafür steht der Regierungschef den Hauptstadtjournalisten ab 9.45 Uhr noch einmal Rede und Antwort. Dort wird sich Merz zu „aktuellen Themen der Innen- und Außenpolitik“ äußern, wie die Bundespressekonferenz auf ihrer Website mitteilt. Dabei könnte der Bundeskanzler zwischen Richterstreit, Stromsteuer und Koalitions-Knatscht um das Ansehen seiner Regierung bemüht sein.

Termin:Sommer-Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
Datum:Freitag, 18. Juli
Zeit:ab 9.45 Uhr
Ort:Haus der Bundespressekonferenz, Berlin
Voraussichtliche ThemenVerfassungsrichterwahl, Stromsteuer, Ukraine-Krieg, Außenpolitik

Koalitionsstreit vor Sommer-Pressekonferenz: Richterstreit macht Merz zu Schaffen

Die verpatzte Richterwahl konterkariert den Anspruch des Kanzlers, durch ruhiges und effizientes Regieren einen Kontrapunkt zum ständigen Streit der vorangegangenen Ampel-Regierung zu setzen. In der Sommerpause muss sich die Koalition nun auf Personalvorschläge fürs Bundesverfassungsgericht verständigen. Es war nicht der erste Misston in der neuen Koalition: Dem koalitionsinternen Streit um die Stromsteuer und der verpatzten Richterwahl war bereits Merz‘ überraschendes Durchfallen in der ersten Runde der Kanzlerwahl im Bundestag vorausgegangen.

Der Eindruck bleibt: Die Koalition hat noch nicht zu einem vertrauensvollen und reibungslosen Miteinander gefunden. Und es bleiben klare interne Zielkonflikte, die sich nicht einfach auflösen lassen: Viele Unionsabgeordnete drängen nun auf einen Spar- und Reformkurs, nachdem sie der hohen Neuverschuldung des Bunds teils nur widerwillig zugestimmt haben. Und die in Umfragen angeschlagene SPD will das soziale Profil schärfen. Auch dieser Diskrepanz dürfte für Merz bei der Sommer-Pressekonferenz zum Thema werden.

Ein Blick in die aktuellen Zustimmungswerte der Regierung zeigt, dass vor Merz in der zweiten Jahreshälfte noch einiges an Arbeit liegt. Nicht einmal jeder fünfte spürt eine Verbesserung im Land, seit die schwarz-rote Koalition das Steuer übernommen hat. Sogar 32 Prozent der Wahlberechtigten sind der Meinung, Deutschland habe sich seit seinem Amtsantritt eher zum Schlechteren verändert.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht den Hauptstadtjournalisten bei der Sommer-Pressekonferenz am Freitag Rede und Antwort.

„Wie lange dauert es noch bis der Erste die Regierung zur schlechtesten aller Zeiten erklärt?“, scherzte der ehemalige Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marcus Faber (FDP), erst vor wenigen Tagen in einem Beitrag auf X. Bei der Sommer-Pressekonferenz in Berlin geht es deswegen auch um das Ansehen des Kanzlers. Für Merz könnte dieses Image zum Problem werden, war der CDU-Chef doch angetreten, um Deutschland nach den aus seiner Sicht gebeutelten Jahren der Ampel-Koalition wieder zurück zur wirtschaftlichen Stärke zu führen.

Sommer-Pressekonferenz heute: Auf Merz warten noch einige Aufgaben

Der Umstand ist auch mit Blick auf die größte Oppositionspartei im Bundestag heikel. Merz selbst hatte seine Regierung nach den Koalitionsverhandlungen als „letzte Chance“ bezeichnet, um den unaufhaltsam wirkenden Aufstieg der AfD noch einzudämmen. Auch hier sorgt die Zwischenbilanz eher für Ernüchterung. Im RTL/ntv-Trendbarometer sieht das Meinungsforschungsinstitut Forsa die Union bei 26 Prozent und gerade einmal zwei Prozent vor der AfD.

Auf den Bundeskanzler wartet trotz Sommerpause also einiges an Arbeit. Den Startschuss dafür könnte die Sommer-Pressekonferenz am Freitag liefern. (fdu mit Material von AFP)

Rubriklistenbild: © Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt zu seiner Sommer-Pressekonferenz in der Bundespressekonferenz.

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