VonJana Stäbenerschließen
In Bayern planen die Klima-Aktivist:innen eine groß angelegte Protestaktion. Den stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten lässt das kalt.
Die Klimaaktivist:innen der Letzten Generation planen nach eigenen Angaben eine Kampagne in Bayern. Man suche 100 Freiwillige, die bereit seien, sich an Protestaktionen im Freistaat zu beteiligen, teilte die Letzte Generation auf ihrer Internetseite mit. Am 1. August hatten sich den Angaben zufolge bereits 72 Freiwillige gemeldet, 28 weitere würden noch gesucht. In Bayern seien „der Gegenwind und die Ausblendung der Katastrophe am größten“, kritisierten die Klimaschutzaktivist:innen.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende in Bayern, Katharina Schulze kann das Anliegen nach wirksamem Klimaschutz „total nachvollziehen“, sagt sie BuzzFeed News Deutschland. „Diese Sorge gilt vor allem Bayern. Markus Söders CSU hat beim Klimaschutz bisher völlig versagt: Windkraftausbau blockiert, die Menschen in die Abhängigkeit von Öl und Gas getrieben und den Ausbau von Bus und Bahn vernachlässigt.“
| Name | Letzte Generation |
| Gründung | 2021 |
| Anzahl Mitglieder | 500 - 600 (Stand: Mai 23) |
| Ziel | Ziviler Ungehorsam für mehr Klimaschutz |
| Forderungen | Tempolimit, 9-Euro-Ticket, Gesellschaftsrat |
| Protestaktionen | Straßenblockaden, Störungen von Veranstaltungen, Beschmierungen von Gebäuden, Verkehrsmitteln oder Kulturdenkmälern |
| Bekannte Personen | Carla Hinrichs, Klima-Shakira, Aimée van Baalen |
| Beteiligte Länder | Deutschland, Österreich und Italien |
| Dachorganisation | A22 Network |
| Finanzierung | Spenden |
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„Wer was Konkretes für Umwelt und Klima tun will, kann hier beim Pflanzen von Bäumen helfen“
Sie persönlich halte die Art der Aktionen der Letzten Generation jedoch für „ungeeignet, gesellschaftliche Mehrheiten für mehr Klimaschutz zu erreichen.“ Ähnlich äußert sich auch der Staatsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Als BuzzFeed News ihn fragt, was er von der Kritik und der Ankündigung der Protestaktion hält, antwortet er: „Wegen Borkenkäferbefall und Waldschäden sind viele Wälder in Bayern abgestorben und müssen dringend wieder aufgeforstet werden. Wer was Konkretes für Umwelt und Klima tun will, kann hier beim Pflanzen von Bäumen helfen.“
Wie die Protestaktion der Letzten Generation, die es Sylt nicht leicht machte, in Bayern konkret aussehen soll, ließen die Aktivist:innen bisher offen. Sie antworten auch nicht auf unsere Anfrage. In den vergangenen Monaten hatten die Klima-Schützer:innen nicht nur den Autoverkehr blockiert, indem sie sich auf Straßen festklebten: In einigen Städten, darunter Bayreuth und Bamberg, führte die Letzte Generation zuletzt unangemeldete Protestmärsche durch.
(Mit Material der dpa)
Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa, Letzte Generation

