Sicherheitsbehörden verweigern Einreise

Moldau stoppt offenbar Ex-Wagner-Söldner am Flughafen – auf dem Weg nach Transnistrien

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Am Dienstag versuchte ein ehemaliger Wagner-Söldner wohl nach Moldau einzureisen. Sicherheitsbehörden stoppten den Russen mit dem verdächtigen Reiseziel Transnistrien.

Chișinău – Auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt der Republik Moldau wurde am Dienstag (12. März) „im Zuge von Sicherheitsmaßnahmen“ ein russischer Staatsbürger als ehemaliger Söldner der Wagner-Gruppe identifiziert. Die Behörden verweigerten dem Mann die Einreise und schickten ihn auf dem Luftweg in das Land zurück, aus dem er kam.

Moldaus Regierung dürfte von dem Vorfall alarmiert sein. Geschah er doch vor dem Hintergrund des im vergangenen Jahr versuchten Staatsstreichs der russischen Söldner-Truppen sowie der Resolution der abtrünnigen Region Transnistrien, die Russland jüngst um „Schutz“ gebeten hat.

Am Dienstag versuchte ein ehemaliger Wagner-Söldner in Moldau einzureisen. Sicherheitsbehörden stoppten den Russen mit Reiseziel Transnistrien.

Ehemaliger Wagner-Söldner wird in Moldawien unter ankommenden Reisenden identifiziert

Wie die Grenzpolizei der Republik Moldau am Dienstag meldete, wurde „aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen, die auf der Grundlage der Risikoanalyse und der durch den Informationsaustausch mit dem Geheimdienst SIS, aber auch mit internationalen Partnern erhaltenen Informationen“ ein 36-jähriger Mann als ehemaliger Wagner-Söldner aus Russland am Flughafen Chișinău identifiziert.

Moldau-Einreise: Ehemaliger Wagner-Söldner gibt vor, Freund in Transnistrien besuchen zu wollen

Bei der Sicherheitskontrolle habe der 36-jährige Ausländer erzählt, dass er sich auf einem Kurzbesuch in der Republik Moldau befände und sein Ziel ein in der Region Transnistrien ansässiger Freund sei, so die Behörden. Bei den anschließenden Ermittlungen stellte sich jedoch heraus, „dass der ‚Freund‘ außerhalb des Flughafens wartete und ein ausweichendes Verhalten an den Tag legte, um die Sicherheitsbehörden in die Irre zu führen und die Beziehung zwischen den beiden zu verschleiern“, teilte die moldawische Grenzpolizei mit.

„Nach Bewertung des Risikos und des aktuellen Sicherheitsprotokolls wurde dem Bürger der Russischen Föderation die Erlaubnis zum Überschreiten der Staatsgrenze verweigert“, so die Sicherheitsbehörde. Der Mann wurde auf dem Luftweg in den Staat zurückgeschickt, aus dem er kam. Moldau ist seit dem 23. Juni 2022 EU-Beitrittskandidat, schon seit längerem jedoch fürchtet das Land, Putins nächstes Opfer zu werden.

Prigoschin stirbt bei Flugzeug-Katastrophe – Bilder vom Unglücksort

Söldnerführer Prigoschin offenbar bei Flugzeugabsturz getötet
Flüge unternahm Jewgeni Prigoschin mit seinem Privatjet. Jetzt ist er bei einem Absturz seiner Embraer Legacy 600 getötet worden. Der russische Präsident Wladimir Putin bestätigte dessen Tod. © picture alliance/dpa/Luba Ostrovskaya/AP
Das Bild stammt vom Telegram-Kanal Grey Zone, der Prigoschin nahe steht, und soll Prigoschins Privatjet zeigen, der vom Himmel fällt.
Am Mittwochabend (23. August) fiel die Maschine auf dem Weg von Moskau nach Sankt Petersburg vom Himmel. Das Bild stammt vom Telegram-Kanal Grey Zone, der Prigoschin nahesteht. © IMAGO/Gray_Zone
„Ostoroschno Nowosti“ veröffentlichte ein Bild aus einem Video, das die Absturzstelle in der Nähe des Dorfes Kuschenkino in der Region Twer zeigt.
„Ostoroschno Nowosti“ veröffentlichte ein Bild aus einem Video, das die Absturzstelle in der Nähe des Dorfes Kuschenkino in der Region Twer zeigt. © picture alliance/dpa/Ostorozhno Novosti/AP
Offenbar ist der Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Es wird über einen Doppelgänger spekuliert.
Noch am Abend meldete die russische Luftfahrtbehörde, dass Prigoschin im Unglücksflieger saß. Sein Tod wurde einen Tag später bestätigt.  © Lev Borodin/IMAGO
Das Wrack, in dem zehn Menschen starben, brannte völlig aus. Die Identifizierung der Leichen ist schwierig.
Das Wrack, in dem zehn Menschen starben, brannte völlig aus. © picture alliance/dpa/Investigative Committee of Russia/XinHua | Uncredited
Die Absturzstelle gut 200 Kilometer nordwestlich von Moskau gleicht einem Trümmerfeld.
Die Absturzstelle gut 200 Kilometer nordwestlich von Moskau gleicht einem Trümmerfeld. © picture alliance/dpa/AP | Uncredited
Teile liegen verstreut nahe einem Waldgebiet.
Teile liegen verstreut nahe einem Waldgebiet. © IMAGO/SNA
Ein Trümmerteil liegt auf dem Boden.
Dass es sich einmal um ein Flugzeug handelte, ist kaum zu erkennen. © IMAGO/Vitaliy Shustrov
Russische Ermittler beginnen vor Ort mit der Untersuchung des Unglücks.
Russische Ermittler beginnen vor Ort mit der Untersuchung des Unglücks.  © picture alliance/dpa/AP | Alexander Zemlianichenko
Die Toten werden zur Untersuchung in eine Halle nach Twer gebracht.
Die Toten werden abtransportiert. © picture alliance/dpa/AP | Uncredited
In dieses Gebäude der Gerichtsmedizin wurden die Körper offenbar zur Untersuchung gebracht.
In dieses Gebäude der Gerichtsmedizin der Region Twer wurden die Körper offenbar zur Untersuchung gebracht.  © IMAGO/Petrov Sergey
Ein Mann legt Blumen in Prigoschins Geburtsstadt Sankt Petersburg nieder.
Noch am Abend des Absturzes werden in einigen Städten Russlands Gedenkstätten eingerichtet. Hier legt ein Mann Blumen in Prigoschins Geburtsstadt Sankt Petersburg nieder. © IMAGO/Alexander Galperin
Prigoschin und Kreml-Chef Putin
Prigoschin galt lange als Vertrauter Putins (r.). Bevor er den Kremlchef kennenlernte, war er ein Krimineller und verbüßte eine langjährige Haftstrafe. © Alexei Druzhinin/dpa
Prigoschin und Putin
Nach seiner Entlassung eröffnete er Restaurants in Sankt Petersburg und lernte Putin kennen, der ebenfalls aus der Stadt kommt. © Alexey Druzhinin/AFP
In der Folge erhielt Prigoschins Cateringfirma „Konkord“ viele öffentliche Aufträge, was ihm letztlich zu Reichtum verhalf.
In der Folge erhielt Prigoschins Cateringfirma „Konkord“ viele öffentliche Aufträge, was ihm letztlich zu Reichtum verhalf. © IMAGO / ITAR-TASS
Die berüchtigten Wagner-Söldnertruppen haben, im Kommando von Jewgeni Prigoschin und im Namen Russlands, sich am Ukraine-Krieg beteiligt. Den sehr wahrscheinlichen Tod von Putins Wagner-Chef nehmen in der Ukraine viele Menschen mit Freude wahr.
Ab 2013 begann Prigoschin, das private Sicherheits- und Militärunternehmen Gruppe Wagner zu formen. Die Söldnertruppe war im Auftrag der Regierung weltweit tätig und setzte russische Interessen durch. © Uncredited/Prigozhin Press Service/AP/dpa/Archiv
Kämpfer der Wagner-Gruppe, die berüchtigt für ihre brutalen Methoden sind, unterstützen russische Truppen auch im Ukraine-Krieg.
Kämpfer der Wagner-Gruppe, die berüchtigt für ihre brutalen Methoden sind, unterstützten russische Truppen auch im Ukraine-Krieg. Doch spätestens am 23. Juni 2023 war das Tischtuch zwischen Putin und Prigoschin zerschnitten.  © IMAGO/RIA Novosti
Wagner-Söldner in Rostow am Don.
Nachdem er zuvor im Ukraine-Krieg die russische Militärführung bereits mehrfach scharf kritisiert hatte, befahl Prigoschin an jenem Tag einen Aufstand gegen die russische Regierung. Wagner-Söldner marschierten Richtung Moskau. © IMAGO/Vladimir Konstantinov
Kämpfer der Wagner-Gruppe verlassen Rostow am Don.
Nur einen Tag später brach Prigoschin nach Vermittlung des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko den Aufstand wenige Hundert Kilometer vor Moskau ab. © IMAGO/Sergey Pivovarov
Prigoschin
Der Wagner-Boss ging ins Exil nach Weißrussland. Jetzt starb er im Alter von 62 Jahren. Nicht wenige vermuten, dass sich Putin für Prigoschins Illoyalität rächte. © -/AP/dpa

Spannungen um Transnistrien wachsen – Moldau protestiert gegen russische Wahllokale

Erst am Vortag hat die Republik Moldau beim russischen Botschafter in Chișinău offiziell gegen die Bekanntmachung der Regierung um Präsident Putin protestiert, in der abtrünnigen moldauischen Region Transnistrien Wahllokale für die russischen Präsidentschaftswahlen zu eröffnen, meldete die European Pravda.

Ähnlich wie im ukrainischen Donbass hat sich Russland auch in Moldau ein pro-russisches Separatisten-Gebiet gesichert. Der kleine Streifen, der an die Ukraine grenzt, hat eine eigene Währung, eigene Pässe, eigene Sicherheitskräfte – und eine eigene Verwaltung. Gesprochen wird russisch.

Russland unterstützt die Region, in der rund 465.000 Menschen leben, wirtschaftlich und politisch – unter anderem mit kostenlosen Gaslieferungen. In den letzten Wochen hatte es immer wieder Anzeichen wachsender Spannung im Konflikt um Transnistrien gegeben.

Rubriklistenbild: © Facebook/Grenzpolizei der Republik Moldawien (Screenshot)

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