VonJana Stäbenerschließen
Mit Sänger Axel Bosse spricht der Komiker über die Kirche und den Tod. „Hab das Gefühl, wir fallen vom Baum, verrotten, und dann kommt da ein Pilz herausgewachsen.“
In der 41. Folge seines Podcasts „Feelings“ der mit dem Deutschen Podcast Preis ausgezeichnet wurde, spricht Kurt Krömer mit Sänger Axel Bosse über Gott und darüber, wie man mit dem Tod umgehen kann. „Bist du gläubig?“, fragt der Komiker den 43-jährigen Musiker. Bosse verneint. In der Kirche klar, da war er schon, aber eher als Unbeteiligter. Krömer stimmt ihm zu: „Ja dann setzt man sich dahin und faltet die Hände so, und schaut nach links und rechts und denkt, dass einen alle für super gläubig halten.“
Er finde die Kirche als „offenen Raum“ schon ganz in Ordnung, weil sich Leute da treffen, sagt Bosse. Nur „manche Sachen“ dahinter eben nicht (so wie den Umgang der Kirche mit LGBTQIA+-Personen). „Diese ganze Kirchengeschichte, wenn da irgendwas in einem heiligen Buch steht, und man denkt: ‚Ja, da hat Gott doch keinen Buchstaben geschrieben...“, gibt hingegen Krömer zu Bedenken. „Da ist das ja noch effektiver, was die Bild-Zeitung schreibt. Das hat dann noch mehr Verstand.“
| Künstlername | Kurt Krömer |
|---|---|
| Bürgerlicher Name | Alexander Bojcan |
| Geburtsdatum | 20. November 1974 |
| Geburts-/ Wohnort | Berlin |
| Beruf | Komiker, Schauspieler und Autor |
| Größe | 1,94 Meter |
| Bücher | Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will: Zu Besuch in Afghanistan (2013), Du darfst nicht alles glauben, was du denkst (2022) |
| Podcast | Feelings (Spotify) |
| TV-Formate (Auswahl) | Die Kurt Krömer Show, Chez Krömer, LOL: Last One Laughing |
Kurt Krömer: „In Berlin, da gibt es keinen Glauben“
„Ich habe da halt keinen Glauben. Ich verstehe, wenn man an die katholische, evangelische Kirche, Allah, Buddha oder sonst was glaubt, weil es einem Halt gibt. Aber die Leute, die da was zu sagen haben, die übertreiben halt ein bisschen“, sagt der 48-Jährige. „In Berlin, da gibt es keinen Glauben“, sagt Krömer. Eine Theorie, die man wegen der rekordverdächtigen Kirchenaustritte 2023 zumindest nachvollziehen kann.
Wenn es um das Thema Tod geht, dann glaube er an die Wiedergeburt, so der Komiker mit ein wenig Spott in der Stimme. „Warum sollten Menschen produziert werden, die dann weg sind? Ich hab das Gefühl, wir fallen vom Baum, verrotten, und dann kommt da ein Pilz herausgewachsen“, sagt er. Bosse erzählt, dass seine Frau Trauerbegleiterin für Kinder sei. „Deswegen finde ich alles, was einem Halt gibt, grundsätzlich erstmal in Ordnung“, sagt der Sänger von sentimentalen Songs wie „Der letzte Tanz“.
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Bosse und Krömer wollen „offene Kommunikation“ bei Tod und Trauer
Krömer, der ein Buch über seine Depression und Suchtkrankheit geschrieben hat, und darin auch offen über seine „Jefühle“ spricht, so wie im Feelings-Podcast, ist interessiert: „Aber wie erklärt man einem Kind, dass es jemanden verloren hat?“, fragt er Bosse. „Na ja, ich glaube, dass eine offene Kommunikation wichtig ist. Wie man den Schmerz bearbeitet.“
Für einen alltäglichen Umgang mit Trauer setzen sich auch zwei Bestatterinnen aus Düsseldorf ein, die lieber das Leben statt den Tod feiern und bei Bestattungen auch mal Konfetti am Grab verstreuen. Bei ein paar Beerdigungen sei er schon dabei gewesen, erzählt Krömer. Da sei ja immer die Frage, was man sagt. „Ich hab mir angewöhnt, einfach zu sagen, ‚Ich bin für dich da.‘“ Bosse findet das super. Sie sind sich einig: Das ist das Beste, was man tun kann, wenn eine Person einen geliebten Menschen verloren hat.
Kurt Krömer spricht über Tabuthemen
Es ist nicht das erste Mal, dass der Komiker Tabuthemen anspricht. In seinem Buch, das auf Platz eins der Bestseller-Charts landete, redet Krömer nicht nur über seine Alkoholsucht (die auch andere Promis öffentlich machen), sondern auch über Impotenz, die Kurt Krömer zum Zeitpunkt seiner Depressionen erlebte. Da habe „untenrum tote Hose“ geherrscht, schreibt er.
Auch über „toxische Maskulinität“ spricht Krömer in seinem Podcast. Der Berliner trägt gerne rosa, hat keine Lust auf Prügeleien und steht öffentlich dazu, dass seine Kunstfigur Kurt Krömer weint, wenn etwas traurig ist. Sein offener Umgang mit Sucht, den Depressionen und der eigenen Männlichkeit begeistert vor allem seine weiblichen Fans. Sie teilen auf Instagram, dass sie Krömer von „innen und außen“ heiß finden.
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Rubriklistenbild: © Screenshot Instagram @kurt_kromer_berlin

