VonPaul Luka Schneiderschließen
Wahlkampf-Schlussspurt vor den Landtagswahlen 2024: Eine neue Umfrage zeigt, wer in Thüringen und Sachsen vorne liegt.
Erfurt/Dresden – Die Landtagswahlen 2024 in Thüringen und Sachsen rücken immer näher. In weniger als vierzehn Tagen geht es an die Wahlurne. Vorher ist vor allem in Sachsen zuletzt eine aufgeheizte, gefährliche Stimmung zu verzeichnen. Die politischen Parteien mobilisieren ihre Reserven für den Wahlkampf. Ein Wahlkampf, der in den ostdeutschen Bundesländern stark von Bundespolitik und ideologischen Fragen, anstatt von Landespolitik geprägt ist.
Dieser Umstand begünstigt vor allem die Umfrage-Werte der Parteien an den politischen Rändern. Eine aktuelle Forsa-Umfrage, durchgeführt im Auftrag von Stern und RTL, bestätigt dies. Zumindest teilweise. Während das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) Grund zur Freude hat, verzeichnet die AfD hingegen deutliche Verluste.
Sachsens CDU profitiert vor Landtagswahl 2024 in Umfrage von AfD-Absturz
Laut der Umfrage würde das BSW in Sachsen 13 Prozent der Stimmen der Wählerinnen und Wähler erhalten. Dies würde den dritten Platz im Parteien-Ranking bedeuten. Die CDU unter der Führung des amtierenden Ministerpräsidenten Michael Kretschmer würde mit 33 Prozent die Spitzenposition einnehmen. Und damit die AfD vom Platz an der Sonne verdrängen. Diese sieht das Umfrage-Ergebnis mit einem Verlust von vier Prozentpunkten im Vergleich zur Januar-Umfrage auf nun 30 Prozent.
Die aktuellen Koalitionspartner der CDU in der sogenannten Kenia-Koalition, SPD und Grüne, erreichen nur jeweils sechs Prozent. Noch schlechter sieht es für die Linke und FDP aus. Beide Parteien finden sich mit drei beziehungsweise weniger als drei Prozent unter dem Begriff „Sonstige“ wieder und sind damit laut der Umfrage politisch bedeutungslos.
Vor Landtagswahl 2024 in Sachsen: Die Umfrage-Ergebnisse auf einen Blick
| Partei | % |
| CDU | 33 |
| AfD | 30 |
| BSW | 13 |
| SPD | 6 |
| Grüne | 6 |
| Linke | 3 |
| FDP | < 3 |
| Erhoben durch Forsa |
Anmerkung: Das Wahlforschungsinstitut Forsa hat zwischen dem 7. und 14. August eine repräsentative Online-Umfrage unter Wahlberechtigten durchgeführt; Datenbasis: 1.041 Befragte; Fehlertoleranz: +/- drei Prozent
Momentum gegen Höcke? Umfrage-Vorsprung der AfD vor Landtagswahl 2024 in Thüringen schmilzt
In Thüringen führt die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten, dem Faschisten Björn Höcke, die Umfragewerte mit 30 Prozent an, muss jedoch im Vergleich zur Januar-Umfrage sechs Prozentpunkte einbüßen. Der Vorsprung auf die CDU, die mit ihrem Spitzenkandidaten Mario Voigt 21 Prozent erreicht, ist dennoch beträchtlich. Das BSW liegt auch in Thüringen gut im Rennen um den dritten Platz mit 18 Prozent.
Die Linke schneidet in Thüringen besser ab als in Sachsen, was vermutlich am sogenannten Amtsinhaber-Bonus liegt. Ministerpräsident Bodo Ramelow und seine Partei erreichen 13 Prozent. Die Koalitionspartner in der rot-rot-grünen Minderheitsregierung hingegen stagnieren im einstelligen Bereich.
Die SPD würde mit sieben Prozent noch in den Landtag einziehen, während die Grünen mit vier Prozent nicht nur Gefahr laufen aus der Regierung, sondern direkt und aus dem Landtag zu fallen. Die FDP ist auch in Thüringen nur unter „Sonstige“ aufgeführt und erreicht weniger als drei Prozent.
Vor Landtagswahl 2024 in Thüringen: Die Umfrage-Ergebnisse auf einen Blick
| Partei | % |
| AfD | 30 |
| CDU | 21 |
| BSW | 18 |
| Linke | 13 |
| SPD | 7 |
| Grüne | 4 |
| FDP | < 3 |
| Erhoben durch Forsa |
Anmerkung: Das Wahlforschungsinstitut Forsa hat zwischen dem 7. und 14. August eine repräsentative Online-Umfrage unter Wahlberechtigten durchgeführt; Datenbasis: 1.011 Befragte; Fehlertoleranz: +/- drei Prozent
Die Landtagswahlen und der Wahlkampf in beiden Bundesländern werden voraussichtlich stark von der Unzufriedenheit der Wählerinnen und Wähler mit der Ampel-Regierung in Berlin, der Haltung zum Ukraine-Krieg, insbesondere nach dem Kursk-Vorstoß, Inflations-Ängsten und dem „Pulverfass“ Migration und Kriminalität beeinflusst. Landespolitische Themen sind in den Wahlkampf-Debatten, insbesondere beim BSW und der AfD zu bemerken, kaum zu finden. (afp/pls)
Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa


