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Tausende Trauernde nehmen an Beerdigung von Alexej Nawalny teil. Anwesende protestieren gegen den Ukraine-Krieg. Der Kreml droht. Der News-Ticker.
- Abschied von Nawalny: Witwe teilt emotionalen Beitrag auf Social Media
- Diplomaten auf Beerdigung von Nawalny: Deutscher Botschafter in Moskau nimmt an Trauerfeier für Alexej Nawalnys teil
- Nawalny-Beerdigung: Sprecherin des Putin-Kritikers spricht von 400.000 Besuchern
- Dieser News-Ticker zur Beerdigung von Nawalny am Freitag in Moskau wird laufend aktualisiert.
Update vom 1. März, 9.50 Uhr: Schon vor der Beerdigung des in Haft verstorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat der russische Machthaber Wladimir Putin offenbar eine Gefahr für sein Regime gewittert. Daher habe er sich im Vorfeld der Beerdigung von Nawalny mehrmals mit Agenten des Geheimdienstes FSB und des Innenministeriums getroffen, wie die russische Zeitung Moscow Times unter Berufung auf zwei Kreml-Insider berichtete. Demnach hatte Putin Angst vor Menschenmassen, die sich offen gegen ein Ende des Regimes von Putin aussprechen und Unterstützung für Nawalnys Kurs verkünden. Daher wurden die Sicherheitskräfte des Landes laut dem Bericht mit der Durchführung einer „Operation“ zum „Schutz der verfassungsmäßigen Ordnung vor Bedrohungen“ beauftragt.
So wollte Putin eine Wiederholung der Vorfälle aus dem Jahr 1989 verhindern, als Sowjet-Dissident Andrei Sacharow beerdigt wurde. Bei Putins Plan nahm auch Staatspropaganda eine zentrale Rolle ein. Statt Nawalnys Beerdigung sollte es in den Medien um eine Rede Putins gehen, wo Milliarden-Investitionen verspricht. Die Kreml-Insider bezeichneten Nawalnys Beerdigung als „Stresstest“ für Putins Regime und gaben an, der Kreml-Chef brauche keine Wiederholung des Sacharow-Vorfalls, als die Menge „Verzeih uns“ rief.
Nach Nawalny-Beerdigung: Zahl der Festnahmen in Russland wächst
Update vom 1. März, 21.38 Uhr: Greift der Kreml doch nach der Beerdigung von Alexej Nawalny härter durch? Wenige Stunden nach der Trauerfeier wächst die Zahl der Festnahmen. Mittlerweile sollen mehr als 100 Menschen in Russland nach Angaben von Bürgerrechtlern bei den Trauerveranstaltungen für den in Haft ums Leben gekommenen Kremlkritiker inhaftiert worden sein. Die Bürgerrechtsplattform OWD-Info schrieb am Freitagabend von 128 Festnahmen in 19 Städten. „In jedem Polizeirevier können mehr Festgenommene sein als in den veröffentlichten Listen“, heißt es zudem. In den meisten Fällen wurden die Betroffenen nach kurzer Zeit aber wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die meisten Festnahmen gab es demnach in der sibirischen Millionenstadt Nowosibirsk. Dort seien mindestens 31 Personen in Gewahrsam genommen worden, berichtet OWD-Info. In der Ural-Metropole Jekaterinburg hat die Polizei weitere 19 Menschen festgenommen. In Moskau sollen es 17 Personen sein, davon müssten drei die Nacht auf dem Revier verbringen, heißt es. In den ersten Medienberichten war zunächst nur von insgesamt 45 Festnahmen im Anschluss an die Trauerfeier die Rede gewesen. Dennoch bleibt die Anteilnahme im Land unerwartet hoch. Trotz der Gefahr der Inhaftierung gingen Tausende am Freitag auf die Straße, um sich von dem toten Oppositionellen zu verabschieden.
Update vom 1. März, 20.01 Uhr: Auch Stunden nach der Beisetzung von Alexej Nawalny reißt der Trauerzug nicht ab. Wie das Nachrichtenportal Meduza berichtet, ist der Friedhof im Süden von Moskau weiterhin geöffnet. Eigentlich sollte er um 17.00 geschlossen werden. Doch er blieb auf. Dem Bericht zufolge sollen einige Anhänger sogar Blumen am Grab des Kremlkritikers niederlegen dürfen. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht. Jedoch bleibt die Anteilnahme gefährlich. So nahm die Polizei am Rande der Beerdigung rund 70 Personen fest. In ersten Berichten war noch von 45 inhaftierten Personen die Rede.
Nach Beerdigung von Nawalny: Bruder Oleg nimmt bei Instagram emotional Abschied
Update vom 1. März, 18.37 Uhr: Erst die Ehefrau, dann der Bruder: Mit einem emotionalen Post haben sich die engsten Familienangehörigen von Alexej Nawalny am Tag seiner Beerdigung verabschiedet. Bei Instagram veröffentlichte Oleg Nawalny die Zeilen: „Schlaf gut, Bruder, und mach dir um nichts Sorgen.“ Dazu postete er auch mehrere Fotos von sich und dem toten Kremlkritiker. Zuvor hatte sich bereits Ehefrau Julia Nawalnaja mit einem Beitrag an die Trauergäste gewandt.
Update vom 1. März, 17.20 Uhr: In Russland kam es am Tag der Beerdigung von Alexej Nawalny laut der NGO OWD-Info zu dutzenden Festnahmen. Mehr als 45 Menschen seien demnach im Zusammenhang mit der Trauerfeier von russischen Polizisten verhaftet worden, berichtet die AFP. Die meisten Festnahmen sollen in Nowosibirsk, einer Stadt im Süden Russlands, stattgefunden haben. In Moskau, wo der Kreml-Kritiker beerdigt wurde, seien insgesamt sechs Menschen verhaftet worden. Tausende Menschen hatten aber trotz der Gefahr einer Verhaftung den Einschüchterungsversuchen des Kreml getrotzt und waren zur Trauerfeier gekommen. Dabei kam es auch zu Anti-Putin-Protesten.
Scholz lobt Teilnehmer der Beerdigung Nawalnys für ihren Mut
Update vom 1. März, 16.20 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Mut der Russinnen und Russen gelobt, die an der Beerdigung von Alexej Nawalny teilgenommen haben. Die Teilnehmer seien damit „ein großes Risiko eingegangen – für die Freiheit“, so Scholz auf X (ehemals Twitter). Nawalny habe für seinen Kampf für die Demokratie mit dem Leben bezahlt. „Nach seinem Tod tragen mutige Russinnen und Russen sein Vermächtnis weiter“, schrieb der Bundeskanzler.
Trauernde protestieren gegen den Ukraine-Krieg bei Nawalnys Beerdigung
Update vom 1. März, 15.45 Uhr: Unweit des Friedhofs, auf dem der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny heute beigesetzt wurde, haben Anwesende „Nein zum Krieg“ gerufen, berichtet die AFP. Damit sollen sie ihren Unmut zu dem vor zwei Jahren begonnenen Ukraine-Krieg gezeigt haben. Außerdem sei „Nieder mit der Macht der Mörder“ und „Wir werden nicht verzeihen“ gerufen worden.
Festnahmen bei Trauerfeier für Alexej Nawalny
Update vom 1. März, 15.00 Uhr: Sieben Personen sollen im Rahmen einer Gedenkkundgebung für Alexej Nawalny festgenommen worden sein, berichtete Meduza. Ein Beobachter vor Ort habe angegeben, dass die Inhaftierten nach der Kontrolle ihrer Dokumente wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Seit dem Start der Gedenkveranstaltung sind Polizeikräfte in Moskau im Einsatz.
Witwe von Nawalny verabschiedet sich mit Social Media Beitrag von ihrem Ehemann
Update vom 1. März, 14.30 Uhr: Julia Nawalnaja, die Witwe von Alexej Nawalny hat sich auf X (ehemals Twitter) von ihrem verstorbenen Ehemann verabschiedet. An der Trauerfeier nahmen Nawalnaja und die beiden Kinder Nawalnys aus Sicherheitsgründen nicht teil, berichtet die dpa. In ihrem Beitrag auf X schreibt die Witwe: „Ich weiß nicht, wie ich ohne dich leben soll, aber ich werde versuchen, dass du dich für mich freust und stolz auf mich bist.“
Deutscher Top-Diplomat Lambsdorff nimmt an Beerdigung von Nawalny teil
Alexej Nawalny ist tot: Protest, Anschläge, Gefängnis – sein Leben in Bildern




Update vom 1. März, 14.05 Uhr: An der Trauerfeier zu Alexej Nawalny wollten Top-Diplomaten aus Europa teilnehmen. Doch sowohl Deutschlands Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, als auch seiner französischen Kollegin Sylvie Bermann soll der Zugang zur Kirche verweigert worden sein. Das berichten sowohl die Welt als auch die Bild-Zeitung. Ob die beiden Diplomaten an der Beerdigung Nawalnys teilnehmen dürfen, ist bislang nicht bekannt.
Update vom 1. März, 13.35 Uhr: Auf Aufnahmen der Trauerfeier von Alexej Nawalny war zu sehen, wie die Eltern des Kreml-Kritikers sich am offenen Sarg von ihrem Sohn verabschiedet haben. Gerätselt wurde vorab um die Anwesenheit von Witwe Julia Nawalnaja sowie der Kinder des Paares.
Die Witwe, Tochter Darja und der Sohn Sachar nahmen nicht an der Trauerfeier teil, hieß es schlussendlich, weil sie für ihre eigene Sicherheit im Ausland sind. Neben Verwandten sollen auch russische Sicherheitskräfte in der Kirche gewesen sein, berichtet die Welt. Diese hätten die Zeremonie überwacht.
Beerdigung von Nawalny beginnt nach Trauerfeier
Update vom 1. März, 13.15 Uhr: Die Gedenkzeremonie für Alexej Nawalny ist nun vorüber. In einer Moskauer Kirche nahm die Familie Abschied vom Kritiker des Kremls an seinem offenen Sarg. Laut Berichten der Welt werden Nawalnys sterbliche Überreste nun in einem Leichenwagen zum nahegelegenen Friedhof transportiert. Die russischen Behörden sollen die Beisetzung streng überwachen.
Update vom 1. März, 12.45 Uhr: Vor der Beerdigung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny sollen Besucher der Trauerfeier „Wir vergessen nicht“, „Wir vergeben nicht“ und „Helden sterben nie“ gerufen haben. Das berichtete Novaya Gazeta Europe auf X (ehemals Twitter). Die Schlange vor der Trauerfeier sei mittlerweile zwei Kilometer lang.
Leichnam von Alexej Nawalny zu Beerdigung eingetroffen
Update vom 1. März, 12.10 Uhr: Der Leichnam von Alexej Nawalny ist in der Kirche zu Ehren der Gottesmutterikone „Lindere meine Trauer“ angekommen. Im Live-Stream auf YouTube von Nawalnys Team ist zu sehen, wie der Sarg der Kreml-Kritikers unter Applaus und Sprechchören der Anwesenden aus einem schwarzen Leichenwagen geladen wird.
400.000 Menschen sollen bereits zur Trauerfeier von Nawalny erschienen sein
Update vom 1. März, 12.00 Uhr: Die Sprecherin des Kreml-Kritikers Nawalny, Kira Jarmysch, hat auf der Plattform X (vormals Twitter) von 400.000 Trauergästen berichtet. Darüber hinaus veröffentlichte sie ein Video der wartenden Menschenmenge. Jarmysch schrieb in ihrem Beitrag: „Es sind jetzt 400.000 Menschen, aber es müssen natürlich mehr werden“.
Спасибо всем, кто пришел и продолжает подходить pic.twitter.com/Zc6dh3qiXG
— Кира Ярмыш (@Kira_Yarmysh) March 1, 2024
Kreml droht Trauernden vor Nawalny-Beerdigung in Moskau
Update vom 1. März, 11.20 Uhr: Der Pressesprecher von Wladimir Putin, Dmitri Peskow, hat mitgeteilt, dass der Kreml den Angehörigen Alexej Nawalnys nichts zu sagen habe, berichtete das Nachrichtenportal Meduza. Nawalny werde von der russischen Regierung außerdem nicht als politische Persönlichkeit eingeschätzt. Nawalnys Sprecherin, Kira Jarmysch, teilte die Nachricht auf X (ehemals Twitter) und schrieb dazu: „Aber wir haben dem Kreml etwas zu sagen – den Mördern von Alexej“.
Peskow drohe den Besuchern der Trauerfeier außerdem mit Verhaftungen. „Jede nicht genehmigte Versammlung verstößt gegen das Gesetz und dementsprechend werden diejenigen, die daran teilnehmen, zur Rechenschaft gezogen“, so Peskow.
Nawalnys Leiche an Angehörige übergeben
Update vom 1. März, 10.55 Uhr: Die Leiche des verstorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny wurden seiner Familie übergeben, wie Kira Jarmysch, seine Sprecherin, auf X (vormals Twitter) bekannt gab. Sie sei nun auf dem Weg zur Trauerfeier. Die Angehörigen hätten seit 10 Uhr auf die sterblichen Überreste des Putin-Gegners gewartet. Jarmysch hatte eine Verzögerung der Trauerfeier erwartet.
Trauernde warten in riesiger Schlange vor Trauerfeier Nawalnys in Moskau
Update vom 1. März, 10.35 Uhr: Schon zwei Stunden vor der Beisetzung von Alexander Nawalny bildete sich eine hundert Meter lange Schlange vor dem Ort der bevorstehenden Trauerfeier. Dies teilte Ina Ruck, ARD-Korrespondentin in Moskau, auf ihrem X-Account (ehemals Twitter) mit. Die Warteschlange durch Moskau erstrecke sich „Mindestens“ über einen halben Kilometer.
Russland baut Drohkulisse vor Beerdigung von Nawalny in Moskau auf
Update vom 1. März, 09.39 Uhr: Russlands Machtapparat hat vor der an diesem Freitag geplanten Beerdigung des Kremlgegners Alexej Nawalny an der Kirche und am Friedhof eine für die Trauernden beispiellose Drohkulisse aufgebaut.
Metallgitter wurden weiträumig aufgestellt, Dutzende Einsatzfahrzeuge mit Uniformierten bezogen schon am frühen Morgen Stellung, Uniformierte überprüften Dokumente und persönliche Gegenstände von Passanten, wie russische Medien meldeten. Auch das mobile Internet sei runtergeregelt worden. An der Kirche hing den Berichten zufolge eine Aufforderung, nicht zu filmen oder zu fotografieren.
Nawalny-Beerdigung: Polizei besetzt Dächer rund um die Kirche
Update vom 1. März, 8.45 Uhr: Polizisten der Bereitschaftspolizei bewachen bereits seit Freitagmorgen das Gelände in der Nähe der Kirche zu Ehren der Gottesmutterikone „Lindere meine Trauer“. Hier, im südöstlichen Bezirk Marjino, soll der Kremlgegner Alexej Nawalny beigesetzt werden. Um die Kirche herum haben sich zudem einige Sicherheitskräfte auf Dächern von Wohnhäusern positioniert, um sich einen besseren Blick zu verschaffen. Der Gottesdienst ist für 12 Uhr Ortszeit (10 Uhr MEZ) angesetzt. Während Beobachterinnen und Beobachter Repressalien gegen Teilnehmende befürchten, ruft das Team des Oppositionellen zur Teilnahme auf.
Nawalny-Team ruft zur Teilnahme an Gedenkfeiern auf: Mehr als 30 Veranstaltungen in Deutschland
Update vom 1. März, 7.40 Uhr: Das Team rund um Alexej Nawalny hat auf der Plattform X (früher Twitter) einen weltweiten Aufruf gestartet, um dem verstorbenen Nawalny zu gedenken und ein Statement gegen die unterdrückende Politik von Wladimir Putin zu setzen. „Wir verstehen, dass nicht jeder die Gelegenheit haben wird, am 1. März nach Moskau zu kommen, um sich von Alexej Nawalny zu verabschieden“, heißt es in dem Post.
Trotzdem werden Gedenkveranstaltungen in vielen anderen Städten stattfinden – allein in Deutschland sind nach derzeitigen Informationen 37 solcher Veranstaltungen geplant. Eine Liste der Orte wurde vom Team des Oppositionsführers auf X geteilt.
„Um sein Andenken zu ehren, kommen Sie um 19.00 Uhr Ortszeit zur Gedenkfeier in Ihrer Stadt“, forderte das Team auf und ermutigte dazu, Bilder und Aufnahmen von den Gedenkfeiern zu verbreiten.
Deutscher Botschaft Graf Lambsdorff wird an Nawalny-Beerdigung teilnehmen
Update vom 1. März, 6.37 Uhr: Am heutigen Freitag soll der bekannte Kremlgegner Alexej Nawalny in der russischen Hauptstadt Moskau um 14 Uhr MEZ auf dem Friedhof Borissowskoje nach einer Trauerfeier beigesetzt werden. Anwesend sein will dabei auch der deutsche Botschafter in Russland, Alexander Graf Lambsdorff, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) auf Anfrage erfuhr. Befürchtet wird, dass der russische Machtapparat hart gegen Nawalnys Unterstützer vorgehen wird.
Das Team von Alexej Nawalny stellt indes einen Live-Stream auf YouTube zur Verfügung. Dieser kann bereits ab 10 Uhr MEZ abgerufen werden.
Alexej Nawalny wird in Moskau beerdigt: Kreml erschwert die Organisation
Erstmeldung: Moskau – Die große Hoffnung von Russlands Opposition wird am Freitag zu Grabe getragen. Knapp zwei Wochen nach dem Tod von Alexej Nawalny im sibirischen Straflager „Polarwolf“ soll der Kreml-Kritiker in Moskau beigesetzt werden. Das Team von Nawalny bestätigte den Termin am Mittwoch in einem Beitrag auf X. Ein früherer Termin sei durch die Regierung von Präsident Wladimir Putin verhindert worden. Doch auch im Vorlauf der Beerdigung setzte sich die Gängelung des Kremls fort.
„Was für eine Schande!“ Nawalny-Team berichtet von Drohanrufen gegen Bestatter
So hatten sich unter anderem mehrere Bestattungsunternehmen geweigert, den Leichnam von Nawalny zur Kirche zu transportieren. „Was für eine Schande! Jetzt weigern sich die Leichenwagenfahrer, Alexej aus dem Leichenschauhaus zu holen“, erklärte am Donnerstag der im Exil lebende Unterstützer Iwan Schdanow. Laut Nawalny-Sprecherin Kira Jarmisch hatten die Bestatter zuvor Drohanrufe von „Unbekannten“ erhalten, in denen sie davor gewarnt wurden, die Leiche „irgendwohin zu bringen“.
Nawalny soll am Freitag in der Kirche zu Ehren der Gottesmutterikone „Lindere meine Trauer“ im Moskauer Bezirk Marjin beigesetzt werden. Gegen 14 Uhr Ortszeit (12 Uhr MEZ) ist eine Trauerfeier für den Kreml-Kritiker geplant. Anschließend soll die Beerdigung auf dem rund eine halbe Stunde zu Fuß entfernten Borissowskoje-Friedhof erfolgen.
Sorge vor Eskalation bei Beerdigung von Nawalny – Putins Staatsapparat zeigt Präsenz
Ursprünglich sei die Beerdigung von Nawalny für Donnerstag (29. Februar) geplant gewesen, teilte Nawalnys Team mit. Dieser Termin soll jedoch von den Moskauer Behörden verhindert worden sein. Für Donnerstag war auch eine Rede von Präsident Putin zur Lage der Nation angesetzt. Ebenfalls am Donnerstag berichtete das Exil-Portal meduza, dass der russische Staatsapparat bereits im Gebiet um die Kirche und den Friedhof aktiv geworden sei. Die Polizei soll unter anderem Störsender und Kameras angebracht und Passanten durchsucht haben.
Nawalnys Team hatte alle Befürworter der Positionen des Kreml-Kritikers dazu aufgerufen, zu der Trauerfeier zu kommen, um dem verstorbenen Oppositionellen die letzte Ehre zu erweisen. Nawalnys Witwe, Julia Nawalnaja, sorgte sich bereits am Mittwoch um die Sicherheit der Teilnehmer. „Die Beerdigung wird übermorgen stattfinden, und ich weiß noch nicht, ob sie friedlich verlaufen oder ob die Polizei diejenigen verhaften wird, die gekommen sind, um sich von meinem Mann zu verabschieden“, sagte Nawalnaja bei einer Rede im Europaparlament.
Umstände von Nawalnys Tod im Straflager weiterhin unklar
Nawalny war am 16. Februar in einer der härtesten russischen Strafkolonien in der Arktis gestorben, wo er eine 19-jährige Haftstrafe absaß. Nach Angaben der Behörden starb er eines „natürlichen Todes“, die genauen Umstände sind allerdings weiter unklar. Die Anhänger Nawalnys und zahlreiche westliche Politiker machen die russische Führung und Kreml-Chef Wladimir Putin für den Tod verantwortlich. (fd mit Material von afp)
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