Bella, ciao?!

Letzte Generation geht in die Sommerpause – oder doch nicht?

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Während die deutschen Mitglieder sich ausruhen, geht es im Ausland weiter und eine beliebte Urlaubsroute steht auf dem Aktionsplan.

Anfang Juli gaben die Aktivist:innen der Letzten Generation bekannt, dass sie in die Sommerpause gehen werden. Mitte Juli bis zum 7. August sollen demnach keine Störungen stattfinden. Man wolle die Zeit nutzen, um „die Gemeinschaft zu stärken, neue Menschen in die Bewegung zu integrieren und Kraft für die kommenden Proteste zu sammeln“, sagte Sprecherin Carla Rochel gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Flughafen-Aktion sorgte für viel Wirbel

Kurz vor ihrer Pause hatten die Klimaaktivist:innen für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sie sich Zugang zu den Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg verschafften und sich auf die Rollfelder klebten. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), der schon zuvor angekündigt hatte, zu untersuchen, woher die Letzte Generation ihr Geld hat und diese Finanzströme „unterbinden“ zu wollen, war vermutlich genauso erfreut darüber, wie die vielen Urlauber:innen, die festsaßen.

Mit den Klebe-Aktionen an Flughäfen hat die Letzte Generation viel Aufmerksam erregt: Aber zu welchem Preis?

Diese Aktion könnte aber auch finanzielle Folgen haben: 48 Flüge wurden infolge der Störung storniert und zwei umgeleitet. „Insgesamt kann es zu Schadensersatzforderungen in Höhe einiger Millionen Euro kommen“, sagt der Hamburger Luftfahrtexperte Gerald Wissel der Rheinischen Post. Die Airlines Eurowings, Condor und TUI fly prüfen rechtliche Schritte gegen die Letzte Generation. Das ist aber nur eine der vielen Maßnahmen, mit denen die Aktivist:innen als Folge ihrer Proteste leben müssen.

Sommerpause aufgehoben? Letzte Generation blockiert Urlaubsroute

Trotz der angekündigten Sommerpause klebten sich die Aktivist:innen am vergangenen Samstag wieder fest. Und nicht auf irgendeine Straße, sondern am Brenner, auf der Fahrbahn der A13 in Richtung Italien, einer der wichtigsten Urlaubsrouten. Nach Angaben der Tiroler Polizei waren neun Aktivist:innen anwesend, von denen sich sieben festgeklebt hatten.

Bella Ciao, bella ciao, bella ciao ciao ciao...

Allerdings handelte es sich hier nicht um die deutsche Gruppierung der Letzten Generation, die sich wie angekündigt in der Sommerpause befindet, sondern um den österreichischen Ableger. Sowohl in Österreich als auch in Italien sind Aktivist:innen unter dem gleichen Namen aktiv und haben in der Vergangenheit mit spektakulären Aktionen ebenfalls für viel Aufmerksamkeit im Ausland gesorgt.

Klimaaktivistinnen der „Ultima Generazione“ (Letzte Generation) werden festgenommen, nachdem sie sich vor dem Parlamentsgebäude in Rom mit Schlamm übergossen und damit auf die Überschwemmungen in Italien als Folge des Klimawandels hingewiesen haben.

Laut Polizeiangaben habe sich schnell ein etwa vier Kilometer langer Stau am Brenner gebildet, doch innerhalb von einer knappen Stunde sei die Blockade wieder aufgehoben worden. Vor dem Eingreifen soll es laut Polizeisprecher zu „tumultartigen Szenen“ zwischen aufgebrachten Autofahrer:innen und Aktivist:innen gekommen sein.

Auch wenn die deutschen Aktivist:innen aktuell Pause machen, die Ultima Generazione und die Letzte Generation Österreich, die vor allem durch „Klima-Shakira“ über Landesgrenzen hinaus bekannt wurde, scheinen gar nicht daran zu denken. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass uns auf dem Weg in die Ferien doch noch der Kleber-Geruch in die Nase steigt.

Rubriklistenbild: © LETZTE GENERATION ÖSTERREICH/APA/picture alliance. Bearbeitung: BuzzFeed Germany

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