VonGiorgia Grimaldischließen
Während die deutschen Mitglieder sich ausruhen, geht es im Ausland weiter und eine beliebte Urlaubsroute steht auf dem Aktionsplan.
Anfang Juli gaben die Aktivist:innen der Letzten Generation bekannt, dass sie in die Sommerpause gehen werden. Mitte Juli bis zum 7. August sollen demnach keine Störungen stattfinden. Man wolle die Zeit nutzen, um „die Gemeinschaft zu stärken, neue Menschen in die Bewegung zu integrieren und Kraft für die kommenden Proteste zu sammeln“, sagte Sprecherin Carla Rochel gegenüber der Frankfurter Rundschau.
Flughafen-Aktion sorgte für viel Wirbel
Kurz vor ihrer Pause hatten die Klimaaktivist:innen für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sie sich Zugang zu den Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg verschafften und sich auf die Rollfelder klebten. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), der schon zuvor angekündigt hatte, zu untersuchen, woher die Letzte Generation ihr Geld hat und diese Finanzströme „unterbinden“ zu wollen, war vermutlich genauso erfreut darüber, wie die vielen Urlauber:innen, die festsaßen.
Diese Aktion könnte aber auch finanzielle Folgen haben: 48 Flüge wurden infolge der Störung storniert und zwei umgeleitet. „Insgesamt kann es zu Schadensersatzforderungen in Höhe einiger Millionen Euro kommen“, sagt der Hamburger Luftfahrtexperte Gerald Wissel der Rheinischen Post. Die Airlines Eurowings, Condor und TUI fly prüfen rechtliche Schritte gegen die Letzte Generation. Das ist aber nur eine der vielen Maßnahmen, mit denen die Aktivist:innen als Folge ihrer Proteste leben müssen.
Sommerpause aufgehoben? Letzte Generation blockiert Urlaubsroute
Trotz der angekündigten Sommerpause klebten sich die Aktivist:innen am vergangenen Samstag wieder fest. Und nicht auf irgendeine Straße, sondern am Brenner, auf der Fahrbahn der A13 in Richtung Italien, einer der wichtigsten Urlaubsrouten. Nach Angaben der Tiroler Polizei waren neun Aktivist:innen anwesend, von denen sich sieben festgeklebt hatten.
Allerdings handelte es sich hier nicht um die deutsche Gruppierung der Letzten Generation, die sich wie angekündigt in der Sommerpause befindet, sondern um den österreichischen Ableger. Sowohl in Österreich als auch in Italien sind Aktivist:innen unter dem gleichen Namen aktiv und haben in der Vergangenheit mit spektakulären Aktionen ebenfalls für viel Aufmerksamkeit im Ausland gesorgt.
Laut Polizeiangaben habe sich schnell ein etwa vier Kilometer langer Stau am Brenner gebildet, doch innerhalb von einer knappen Stunde sei die Blockade wieder aufgehoben worden. Vor dem Eingreifen soll es laut Polizeisprecher zu „tumultartigen Szenen“ zwischen aufgebrachten Autofahrer:innen und Aktivist:innen gekommen sein.
Welche Gewalt passiert, wenn Nahrung immer knapper wird, weil die Klimakatastrophe eskaliert und die Politik sich weiter weigert zu handeln?
— Letzte Generation Österreich (@letztegenAT) July 29, 2023
Hört endlich auf den #Klimarat !#brennerautobahn #a22network pic.twitter.com/zTBTKaDuZ5
Auch wenn die deutschen Aktivist:innen aktuell Pause machen, die Ultima Generazione und die Letzte Generation Österreich, die vor allem durch „Klima-Shakira“ über Landesgrenzen hinaus bekannt wurde, scheinen gar nicht daran zu denken. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass uns auf dem Weg in die Ferien doch noch der Kleber-Geruch in die Nase steigt.
Rubriklistenbild: © LETZTE GENERATION ÖSTERREICH/APA/picture alliance. Bearbeitung: BuzzFeed Germany



