Nach Skandal um Brosius-Gersdorf

Richterwahl gelingt im zweiten Anlauf: Drei neue Verfassungsrichter gewählt 

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  • Nils Thomas Hinsberger
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Wahl dreier Verfassungsrichter: Der Bundestag hat über die Kandidaten von CDU und SPD abgestimmt. Das Ergebnis steht fest. Die Koalition kann aufatmen.

Update, 18.57 Uhr: Nach der gescheiterten Wahl im Juli kann die schwarz-rote Koalition nun aufatmen: Bei der Wahl im Bundestag haben alle drei Kandidaten fürs Verfassungsgericht die nötige Zweidrittelmehrheit erhalten. Unions-Fraktionschef Jens Spahn erklärte nach der Wahl, dass jetzt eine „Phase der Unsicherheit“ ende und gratulierte den neuen Verfassungsrichtern. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sprach von einem wichtigen Tag für die Demokratie sowie einem guten Tag für den Parlamentarismus – mit einem Signal über den Tag hinaus.

Nach der Richterwahl: Unionsfraktionschef Jens Spahn neben Mathias Miersch, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, und Alexander Hoffmann, CSU-Landesgruppenvorsitzender im Bundestag.

Richterwahl gelingt im zweiten Anlauf: Drei neue Verfassungsrichter gewählt 

Update, 18.35 Uhr: Das Ergebnis der Richterwahl steht fest: Der Unions-Kandidat Günther Spinner hat im Bundestag die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht und wurde zum Verfassungsrichter gewählt. Auch die Kandidatinnen der SPD wurden im Bundestag bestätigt: Ann-Katrin Kaufhold und Sigrid Emmenegger wurden fürs Verfassungsgericht gewählt.

Update, 18.05 Uhr: Die Richterwahl im Bundestag ist beendet: Nach zwei Stunden ist die Abstimmung vorbei – nun werden die Stimmen ausgezählt.

Richterwahl die Zweite: Zitterpartie droht – Abstimmung beginnt

Update, 16:01 Uhr: Die Wahl dreier Verfassungsrichter im Bundestag hat begonnen. Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) erläutert den Ablauf der geheimen Abstimmung. Die Wahl ist für zwei Stunden angesetzt.

Update, 15:49 Uhr: Die Abstimmung über drei mögliche Verfassungsrichterinnen und Verfassungsrichter verspätet sich allem Anschein nach. Im Bundestag halten Abgeordnete derzeit Reden zum Thema Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Abstimmung war eigentlich für 15:45 Uhr angedacht.

Abstimmung über Verfassungsrichter im Bundestag – Neue Uhrzeit steht wohl

Update, 14:36 Uhr: Die Wahl der Richterinnen und Richter für das Bundesverfassungsgericht findet laut aktueller Tagesordnung des Bundestags um 15:45 Uhr statt. Damit wurde die Abstimmung offenbar vorgezogen. Zuvor wurde berichtet, dass die Wahl um 16:20 Uhr stattfinden soll.

Update, 25. September, 09:05 Uhr: Die Union verteidigt ihre Verweigerung von Gesprächen mit der Linkspartei zur heute anstehenden Richterwahl. Steffen Bilger (CDU), erster parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, erklärte im ARD-Morgenmagazin, er halte es für „unangemessen, wenn wir zu einer Richterwahl in Verhandlungen eintreten würden, Deals machen würden.“ Er berief sich auf den Unvereinbarkeitsbeschluss der Union, der Kooperationen mit der Linkspartei verbietet. Für die heutige Wahl der Verfassungsrichter im Bundestag zeigte er sich optimistisch.

Erstmeldung: Berlin – Eine entscheidende Abstimmung steht dem Bundestag bevor: Am Donnerstag werden zwei Richterinnen und ein Richter für das Bundesverfassungsgericht bestimmt. Die Regierungsparteien Union und SPD setzen auf einen erfolgreichen zweiten Versuch, nachdem der erste Wahlgang im Juli gescheitert war. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird für die Abstimmung extra von einer Ministerpräsidentenkonferenz in Thüringen anreisen.

Der Wahltermin ist für Donnerstag, 16:20 Uhr angesetzt, so der offizielle Sitzungsplan des Bundestags. Allerdings können sich Bundestagssitzungen häufig verzögern. Außergewöhnlich ist diesmal die Abstimmungsdauer: Die Wahlurnen bleiben 120 Minuten geöffnet. Steffen Bilger (CDU), Parlamentarischer Geschäftsführer der Union, erklärt dies damit, dass allen Abgeordneten die Teilnahme ermöglicht werden soll.

Merz zwischen Richterwahl im Bundestag und Ministerpräsidentenkonferenz in Ettersburg

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besucht am Donnerstag die Konferenz der ostdeutschen Ministerpräsidenten auf Schloss Ettersburg bei Weimar. Um pünktlich zur Verfassungsrichterwahl in Berlin zu sein, wurde seine ursprünglich für 15:30 Uhr geplante Pressekonferenz auf 14:15 Uhr vorverlegt. Außenminister Johann Wadephul wird bei der Unionsfraktion entschuldigt sein, da er Deutschland bei der UN-Vollversammlung in New York repräsentiert. Er kehrt lediglich für seine Haushaltsrede am Mittwoch kurzzeitig nach Berlin zurück.

Nachdem sich SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf im August zurückgezogen hatte, bewirbt sich nun Verwaltungsrichterin Sigrid Emmenegger für die SPD. Am Montagabend bekam Emmenegger die erforderliche Zustimmung des Wahlausschusses. Die neue Bewerberin arbeitet derzeit als Richterin am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und wird als politisch neutral eingeschätzt. Insgesamt drei Personen stehen zur Auswahl: Neben Emmenegger bewerben sich Rechtsprofessorin Ann-Katrin Kaufhold für die SPD und Günter Spinner, Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht, für die Union.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Richterwahl im Bundestag: Union und SPD brauchen Zwei-Drittel-Mehrheit – sonst droht Debakel

Das Hauptproblem besteht in der Stimmenbeschaffung. Union, SPD und Grüne verfügen gemeinsam über 413 Stimmen, brauchen jedoch 420 Stimmen für die notwendige Zweidrittelmehrheit, falls alle Abgeordneten anwesend sind. Daher müssen Union und SPD zusätzlich zu den Grünen auch Stimmen von der Linken oder der AfD gewinnen, um die Zweidrittelmehrheit zu schaffen. Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch wandte sich laut RTL und ntv an Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU): „Ich hoffe, dass Jens Spahn seiner Verantwortung gerecht wird und dafür sorgt, dass es eine Mehrheit im Bundestag gibt.“ Audretsch bemängelte, dass Spahn auch Verhandlungen mit der Linken hätte aufnehmen sollen.

Die Grünen haben ihre Zustimmung zu allen drei Bewerbern bereits zugesagt, während die Linke ihren Abgeordneten freie Hand lässt. Die AfD nannte die verlängerte Abstimmungszeit eine „Farce“, so der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Bernd Baumann, während einer Geschäftsordnungsdebatte.

Die Richterwahl im Bundestag: Alle Details im Überblick

  • Ereignis: Richterwahl im Bundestag
  • Datum: Donnerstag, 25. September 2025
  • Uhrzeit: 16:20 Uhr (Wahlurnen 120 Minuten geöffnet)
  • Personen: Sigrid Emmenegger, Ann-Katrin Kaufhold (beide SPD), Günter Spinner (Union)
  • Live im TV und Stream: Phoenix
  • Sonstiges: Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich

Die Verfassungsrichterwahl stellt einen entscheidenden Test für die schwarz-rote Koalition dar. Nach dem misslungenen ersten Anlauf im Juli, der das Vertrauen zwischen den Koalitionspartnern erschütterte, wird nun die Regierungsfähigkeit geprüft. Falls die Abstimmung wieder fehlschlägt, könnte nach drei Monaten der Bundesrat die Verantwortung übernehmen – ein politisches Fiasko für die Koalition. (Quellen: AFP, dpa, Zeit, RTL/ntv, eigene Recherche) (sischr)

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