Auch Deutschland in Gefahr

„Aufrüstung aller Dinge“: Weit mehr Cyberangriffe auf die NATO – Putin geht „all in“

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Russland verfolgt eine Strategie für einen permanenten hybriden Kriegszustand – das fürchten Analysten. Neue Zahlen schockieren; auch in Deutschland.

Brüssel – „Die meisten von uns werden wahrscheinlich nicht erkennen, dass wir uns in einem globalen Konflikt befinden – zunächst“, schreibt das Magazin The Week. Diese Einschätzung wird von zahlreichen Beobachtern und auch von Militärexperten geteilt: Der Ukraine-Krieg ist aufgrund von Wladimir Putins Großmannssucht längst auf die NATO übergeschwappt: Dan Milmo schockiert mit der Meldung, der Kreml ließe seinen „Hybridkrieg“ gegen das westliche Militärbündnis auch schon eskalieren.

„V“ für Victory? Der russische Präsident Wladimir Putin gestikuliert während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump im August in Anchorage, Alaska. Mit seiner Strategie eines hybriden Krieges gegen den Westen wähnt er sich als kommender Sieger (Archivfoto)

Einer Analyse zufolge habe Russland seine Cyberangriffe auf die NATO-Staaten im vergangenen Jahr um ein Viertel gesteigert, berichtet der Autor des britischen Guardian. Fiona Hill beschreibt in einer anderen Ausgabe des Blattes das Szenario eines „nächsten Krieges“ als „systemverändernde Konflikte mit einer Vielzahl beteiligter Länder“. Oder vielmehr des „laufenden Krieges“, wie der Guardian die Politikexpertin und Beraterin der britischen Regierung zitiert: Hill ist davon überzeugt, „dass der Dritte Weltkrieg bereits begonnen habe, wenn wir es nur erkennen würden“, schreibt Autor Patrick Wintour. Dan Milmo bezieht sich aktuell im Guardian auf eine Studie des Software-Unternehmens Microsoft; der zufolge seien „neun der zehn Länder, die am stärksten von der Cyber-Aktivität des russischen Staates betroffen seien, Mitglieder der NATO“.

Putins mögliches Einfallstor in Deutschland: die Verhinderung der Auszahlung von Bürgergeld

Ohne nähere Angaben zu den exakten Zielen umfasse das attraktivste Ziel staatliche Aufgaben mit 25 Prozent. Wie sähe ein möglicher Angriff auf „staatliche Aufgaben“ aus, von wo aus könnte ein Hacker – in wessen Diensten auch immer – Unruhen in einem Land und Missstimmung gegen die Regierung provozieren? Eine denkbare weiche Flanke für Terror gegen den Staat bildete in Deutschland beispielsweise das Sozialsystem: etwa die Verhinderung der Auszahlung von Bürgergeld – ein Umstand, der den sozialen Frieden in Deutschland sofort zum Kippen brächte; durchaus eine realistische Gefährdungslage, wie jüngst der Digitalverband Bitkom in einer Studie festgehalten hat: Angriffe auf Unternehmen in Deutschland hätten in den vergangenen zwölf Monaten Schäden in Höhe von etwa 289 Milliarden Euro verursacht, berichtet über die Studie das Handelsblatt. Demzufolge sei das neuer Höchstwert – acht Prozent über der Schadenssumme des vergangenen Jahres. Allerdings verfolge Russland andere Prioritäten, so der Guardian.

„Die USA waren mit 20 Prozent aller Angriffe die am häufigsten betroffene Region, gefolgt von Großbritannien mit zwölf Prozent und der Ukraine – dem einzigen Nicht-NATO-Mitglied unter den Top 10 – mit elf Prozent“, schreibt Dan Milmo. „Hybride Kriegsführung durch fremde Staaten ist keine theoretische Gefahr, sie findet heute jeden Tag hundertfach in Deutschland statt“, zitiert das Handelsblatt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Julia Dickson und Emily Harding vergleichen Russlands Offensiven im Datenraum mit Matrjoschka-Puppen. Wie die aus Holz gefertigte und bunt bemalte, ineinander schachtelbare russische Figuren sei Putins Cybercrime lediglich ein Teil einer übergeordneten kriegerischen Strategie. Neben Panzern, Kampfjets, Infanterie, Mord an Dissidenten und Diplomatie auf großem Parkett, wie die beiden Autorinnen des US-Thinktanks „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS) nahelegen.

Putins Krieg: Drohnen-Attacke auf Länder wie Polen oder Dänemark die Spitze eines Eisbergs

Seth Jones präsentiert in deren Analyse dazu deprimierende Untersuchungsergebnisse: Der Analyst kommt zu dem Schluss, dass sich „russische [hybride] Angriffe in Europa zwischen 2023 und 2024 fast verdreifacht haben, nachdem sie sich zwischen 2022 und 2023 vervierfacht hatten“. Historiker Richard Overy schreibt im Telegraph, dass Gegner verdeckt und über einen längeren Zeitraum hinweg Nadelstiche gegen das jeweils andere System setzen könnten, ohne dass der Verdacht einer kriegerischen Handlung oder einer militärischen Intervention entstünde; dass sich Konflikte also verschärften, selbst wenn die Gegner einen offenen Krieg vermieden: Hierbei beispielsweise „besteht die Möglichkeit, dass die Zerstörung der Satellitenkommunikation die militärische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der anderen Seite untergräbt“.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Guardian-Autor Dan Milmo legt nahe, dass die Drohnen-Attacke auf Länder wie Polen oder Dänemark die Spitze eines Eisbergs war  – ein sichtbares Zeichen von militärischen Aktivitäten; vermutlich initiiert von Wladimir Putin. Die Dänen sind zumindest in der Kommunikation dahingehend klar: „Dänemark war in den letzten Tagen hybriden Angriffen ausgesetzt und auf dänischem Boden findet derzeit ein hybrider Krieg statt“, sagte Mette Frederiksen in einer Videoansprache gegenüber ihrem Volk, nachdem Drohnen über Flughäfen und einem Luftwaffen-Standort im Süden des Landes aufgetaucht waren. Die dänische Zeitung Berlingske fasste die Ausführungen der dänischen Ministerpräsidentin deutlich zusammen: „Es gibt einen hybriden Krieg auf dänischem Boden.“

Fortsetzung des Ukraine-Krieges: „Äußerst beunruhigende und sehr reale ,Aufrüstung aller Dinge‘“

Das unterstreicht das Magazin The Conversation in einer aktuellen Analyse: Russland verfüge nun über eine Strategie für einen permanenten hybriden Kriegszustand, behauptet Stefan Wolff. Der Professor für Internationale Sicherheit an der Universität Birmingham unterstellt Putin, unter den Bezeichnungen „Gerassimow-Doktrin“, „nichtlinearer Krieg“ oder „Kriegsführung der neuen Generation“ einen ausgeklügelten Plan gegenüber allen Feinden seines Herrschaftsbereiches zu verfolgen – möglicherweise reicht der von Einzelpersonen über Organisationen, bis hin zu einzelnen Staaten oder Staatenverbänden. „Hinter diesen Begriffen verbirgt sich die äußerst beunruhigende und sehr reale ‚Aufrüstung aller Dinge‘ – Moskaus Strategie zur Umgestaltung der internationalen Ordnung.“

Ihm zufolge gelte immer noch das russische Zarenreich als Ziel von Putins Restititionsbemühungen; die aktuelle Strategie verfährt zweigleisig: die Ukraine in den Staub zu treten und die Unterstützungsbereitschaft des Westens zu brechen; daneben einen Keil zu treiben zwischen EU und NATO, damit Russland seinen Einfluss in Mittel- und Osteuropa zurückgewinnen könne. Der Ausbau der hybriden Kriegsführung signalisiert für Stefan Wolff eines ganz deutlich, wie er in The Conversation schreibt: „Dass Russland die Fähigkeit und den Willen besitzt, die Kosten für die Unterstützung der Ukraine für Europa inakzeptabel zu gestalten.“ (Quellen: Center for Strategic and International Studies, The Week, Guardian, Handelsblatt, Telegraph, Berlingske, The Conversation) (hz)

Rubriklistenbild: © Andrew Caballero-Reynolds/AFP)

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