Folgen für die Passagiere

Drohnensichtungen am Flughafen München: Was wir wissen und was nicht

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Am Flughafen München sind Drohnen gesichtet worden, Flüge wurden annulliert, Passagiere strandeten. Was wir über den Vorfall wissen und was nicht.

München – Aufregung am Münchner Flughafen in der Nacht zum Freitag: Mehrere Menschen berichteten über Drohnen am Himmel über dem Münchner Flughafen. Was genau passiert war, was über die Drohnen bekannt ist und wie es jetzt weitergeht, erfahren Sie hier.

Der Münchner Flughafen. (Archivfoto)

Drohnen am Münchner Flughafen gesichtet: Was wir wissen und was nicht

Laut Bundespolizei hatten mehrere Personen am Abend des Donnerstag (2. Oktober) eine Drohne in der Nähe des Flughafens München gemeldet. Später seien die Drohnen auch direkt über dem Gelände des Münchner Flughafens gesichtet worden. Laut Bild waren es wahrscheinlich fünf oder sechs mehrflügelige Drohnen mit circa einem Meter im Durchmesser. Quelle sei ein mit dem internen Bericht vertrauter, hoher Mitarbeiter einer deutschen Behörde.

Wie am Freitagnachmittag bekannt wurde, sind offenbar auch gegen 19.30 Uhr Drohnen über einem Bundeswehrzentrum bei Erding gsichtet worden. Darüber berichtete die Bild. In dem Innovationszentrum würden neuartige Drohnen der Bundeswehr entwickelt.

Was wir über die Drohnen am Flughafen München wissenWas wir über die Drohnen am Flughafen München nicht wissen
Gesichtet wurden wohl fünf oder sechs Drohnen mit rund einem Meter DurchmesserÜber den Täter oder Verdächtige ist bisher nichts bekannt
Mehrere Personen sichteten Drohne über dem Flughafen MünchenDurchsuchungen auf dem Flughafengelände brachten keine Erkenntnisse
Erste Sichtungen wurden am Donnerstagabend gemeldetHerkunft der Drohnen ist noch unklar
32 Flüge wurden gestrichen, ab 22.15 Uhr durften keine Flugzeuge mehr in München landenDie Art der Drohne ist nicht bekannt
Am frühen Freitagmorgen wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommenNoch ist nicht bestätigt, ob eine konkrete Gefahr für den Flugverkehr bestand
3000 Passagiere waren betroffen, übernachteten auf Feldbetten oder in Hotels
Bayerns Ministerpräsident Söder kündigte nach der Drohnensichtung ein Schnellgesetz zum Abschuss von Drohnen an

Drohnen am Flughafen München gesichtet: Das ist zur aktuellen Lage bekannt

In den frühen Morgenstunden des Freitag (3. Oktober) konnte der Luftverkehr wieder seinen normalen Ablauf aufnehmen, teilte die Bundespolizei mit. Zu den Ausfällen am Flughafen München sollte es am Dienstagmorgen eine Besprechung am Flughafen geben. Gegen 10 Uhr soll es neue Informationen geben. Der Betrieb laufe normal, teilte ein Sprecher des Flughafens am Freitag gegen 11 Uhr mit. Die Flüge, die für den 3. Oktober geplant waren, sollen stattfinden, so der Sprecher weiter.

Drei gestrichene Langstreckenflüge der Lufthansa nach Asien würden voraussichtlich am Freitagnachmittag nachgeholt, erklärte ein Lufthansa-Sprecher.

Drohnen am Flughafen München: Das ist zu Verdächtigen bekannt

Wer hinter den gesichteten Flugobjekten über dem Münchner Flughafen steckt, ist derzeit völlig offen. Durchsuchungen der Polizei ergaben bisher nichts. Die Bundespolizei in der Nacht zu Freitag weder die Flugobjekte noch Verantwortliche ausfindig machen – trotz eines großangelegten Einsatzes mit Beamten der Landes- und Bundespolizei sowie einem Polizeihubschrauber.

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte der Nachrichtenagentur AFP, trotz „umfangreicher Fahndungsmaßnahmen“ habe kein Verursacher identifiziert werden können. Das Gelände sei aus der Luft abgesucht worden, es habe jedoch nichts festgestellt werden können. Die Drohnenart sei nicht bekannt. Auch, ob es wirklich eine konkrete Gefahr für den Flugverkehr am Flughafen München gab, ist unklar.

Nach Drohnensichtungen im Flughafen München kündigt Söder Schnellgesetz an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) hat am Freitag nach den Drohnensichtungen am Münchner Flughafen reagiert. Er kündigte ein Schnellgesetz zum „Schutz unserer gesamten Infrastruktur“ an, wie Bild berichtet. Am Dienstag (7. Oktober) will der Ministerrat das Gesetz bereits verhandeln. „Die Drohnenvorfälle zeigen den großen Druck“, wird Söder zitiert. „Ab jetzt muss gelten: Abschießen statt Abwarten! Und zwar konsequent! Unsere Polizei muss Drohnen sofort abschießen können.“

Drohnen am Flughafen München – deutsche Flugsicherung reagierte sofort

Die Deutsche Flugsicherung sperrte nach Sichtung der Drohnen in den späten Abendstunden des Donnerstags die Start- und Landebahnen am Münchner Flughafen, wie es hieß. Polizisten von Landes- und Bundespolizei überwachten das Areal und suchten nach Flugkörpern sowie verdächtigen Personen. Sie fanden jedoch nichts. Zusätzlich kreiste ein Hubschrauber der Polizei über dem Flughafen München.

Drohnen über dem Flughafen München – Folgen für die Passagiere

Für Passagiere, die in der Nacht vom Flughafen München aus starten wollten oder dort landen sollten, wurde es nach den Drohnensichtungen ungemütlich: Etwa 3000 Reisende waren von erheblichen Einschränkungen betroffen. Flüge wurden annulliert, Passagiere strandeten oder ihre Flüge wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet.

Tausende nach Drohnensichtungen betroffen: Fotos vom Münchner Flughafen

Flughafen München
Nächtliche Aufregung am Münchner Flughafen: Mehrere Menschen berichten von einer Drohne am Himmel. Viele Flüge werden gestrichen. Am Morgen wird der Flugbetrieb wieder aufgenommen. © News5/Lars Haubner (Collage: Merkur.de)
Flughafen München
Wegen Drohnensichtungen sind am Flughafen München zahlreiche Flüge ausgefallen - rund 3000 Passagiere waren davon betroffen. © NEWS5 / Lars Haubner
Drohnensichtungen am Flughafen München
Nach Angaben der Bundespolizei hatten mehrere Menschen am Abend von einer Drohne in der Nähe des Flughafens berichtet. Später habe es auch Sichtungen über dem Flughafengelände gegeben. Ob es sich um eine oder mehrere Drohnen handelte, war zunächst unklar. © Jason Tschepljakow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Drohnenverbot
Am Flughafen München sind Drohnen verboten. © NEWS5 / Lars Haubner
Terminal Flughafen
Die Menschen strandeten in den Terminals und verbrachten teils die Nacht dort. © NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen
Ihren Start in den Urlaub haben sich die Passagiere sicher anders vorgestellt. ©  NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen Terminal
Hunderte Menschen mussten die Nacht auf in den Terminals aufgestellten Feldbetten verbringen. Andere sollten in Hotels gebracht werden.  © NEWS5 / Lars Haubner
Feldbetten Flughafen
Nach Angaben des Betreibers wurden Decken, Getränke und Snacks an die gestrandeten Passagiere verteilt. © NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen
Sie seien zunächst gut im Flugzeug angekommen, „und dann war mal lange Zeit nichts, ohne dass irgendwie eine Nachricht kam. Man wusste nichts und das Personal hat ja dann letztendlich auch gesagt, sie wissen nicht genau, was los ist“, berichtete Passagier Max gegenüber News5. Schließlich sei die Information gekommen, dass der Flughafen geschlossen wurde. © NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen Terminal
Insgesamt 32 Flüge waren betroffen: Nach Angaben des Betreibers fielen am Donnerstagabend 17 Flüge aus. Ab etwa 22:15 Uhr waren auch Landungen nicht mehr möglich: 15 Flüge seien stattdessen nach Stuttgart, Nürnberg, Wien und Frankfurt umgeleitet worden, wie der Betreiber auf der Internetseite des Flughafens schrieb. ©  NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen Polizei
Am frühen Morgen wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen, wie die Bundespolizei informierte. Unklar blieb, wer für den Vorfall verantwortlich sein könnte.  © NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen Feuerwehr
Lob gab es derweil für die schnelle Reaktion des Flughafens: „Ich weiß jetzt nicht, Feuerwehr oder was das war, die jetzt sich hier gekümmert haben um Liegen und Decken, Getränke. Also das war top. Und da muss ich sagen, Hut ab, dass das so gut und schnell organisiert wurde“, sagte Urlauberin Dorothee im Gespräch mit News5. © NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen
Die Atmosphäre blieb laut Aussagen von Passagieren ruhig. © NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen München
Am Münchner Flughafen gilt ein Nachtflugverbot für den regulären Passagierverkehr zwischen Mitternacht und 5:00 Uhr morgens. Grundsätzlich sind nach Angaben des Betreibers nur Nachtluftpost- und Vermessungsflüge der Deutschen Flugsicherung in dieser Zeit zugelassen. © NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen München
Bis Sonntag läuft noch das Münchner Oktoberfest. Das größte Volksfest der Welt zieht jährlich mehrere Millionen Besucherinnen und Besucher aus anderen Städten und Ländern an. Auch sie könnten durch die Einschränkungen im Flugverkehr betroffen sein. Das Oktoberfest war am Mittwoch wegen einer Bombendrohung für einen halben Tag geschlossen worden.  © NEWS5 / Lars Haubner
Flughafen München
Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV (Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen), Ralph Beisel, sagte, der Vorfall zeige einmal mehr, wie verletzlich der Luftverkehr gegenüber illegalen Drohnenflügen sei. „Der Luftverkehr braucht klare Zuständigkeiten und eine schlagkräftige Drohnendetektion und Abwehr.“ Die Entscheidung, ob eine Drohne eine Gefahr darstelle und wie sie abgewehrt werde, sei und bleibe eine hoheitliche Aufgabe von Bundes- und Landespolizei. © NEWS5 / Lars Haubner
Drohnensichtungen am Flughafen München
Erst vergangene Woche waren über Schleswig-Holstein Drohnen gesichtet worden. Die Behörden prüfen den Verdacht, wonach Drohnen über kritische Infrastruktur geflogen sind, unter anderem über ein Kraftwerk in Kiel. Die Staatsanwaltschaft Flensburg leitete in der Nacht zum Freitag ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein. Wegen der teilweise im Verbund erfolgten Drohnenüberflüge liege der Anfangsverdacht einer Straftat des „sicherheitsgefährdenden Abbildens“ vor.  © Ehsan Monajati/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Drohnensichtungen am Flughafen München
Störungen mit Drohnen an den Flughäfen hierzulande haben nach Angaben der Deutschen Flugsicherung deutlich zugenommen. Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Bund gehört, mitgeteilt, im laufenden Jahr 2025 seien bis Ende August bereits 144 Behinderungen durch Drohnen registriert worden. Im Vorjahr seien es im selben Zeitraum 113 Vorkommnisse gewesen, im Jahr 2023 nur 99. Allein am Flughafen Frankfurt am Main, dem größten deutschen Drehkreuz, wurden in diesem Jahr bereits 35 Behinderungen gezählt. © Jason Tschepljakow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Reisender berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass die Maschine bereits auf der Startpiste gestanden habe, dann jedoch wieder zum Abfertigungsgebäude zurückgefahren sei. Mehrere hundert Passagiere übernachteten auf Feldbetten in der Abfertigungshalle. Laut Flughafenbetreiber erhielten die gestrandeten Reisenden Decken, Getränke und kleine Mahlzeiten.

Andere gestrandete Fluggäste kamen in Hotels unter. Im München findet noch bis Sonntag das Oktoberfest statt, das größte Volksfest der Welt. Die Stadt ist also voll, Touristen aus aller Welt wollen derzeit in die bayerische Landeshauptstadt reisen.

Flüge annulliert und umgeleitet wegen Drohnensichtungen am Flughafen München

Insgesamt wurden laut Flughafenbetreiber 17 Flugverbindungen am Donnerstagabend gestrichen. 19 Lufthansa-Flüge hätten wegen der Einstellung des Flugbetriebs abgesagt oder umgeleitet werden müssen, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Ab circa 22:15 Uhr konnten auch keine Landungen mehr stattfinden: 15 Maschinen wurden stattdessen nach Stuttgart, Nürnberg, Wien und Frankfurt weitergeleitet, wie der Betreiber auf der Webseite des Airports mitteilte. Insgesamt waren 32 Flüge wegen der Drohnen gestrichen worden.

Drohnen am Flughafen München – Vorfälle häufen sich, auch in Deutschland

Drohnenüberflüge unbekannter Herkunft sorgten zuletzt auch über dänischen Flughäfen und Militäreinrichtungen für Aufsehen. München ist also nicht der erste Flughafen, auf dem Drohnensichtungen für Aufregung und Verunsicherung sorgten. Dänemark vermutet dahinter hybride Angriffen. Schleswig-Holstein wurden vergangene Woche „Drohnenschwärme“ entdeckt, teilte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit. Dobrindt warnte vergangenen Samstag vor einer gestiegenen Sicherheitsgefahr in Deutschland aufgrund der Drohnenvorfälle. Er kündigte den Aufbau eines neuen Drohnenabwehrzentrums an.

Die NATO wertet ähnliche Luftraumverletzungen in Polen, Estland und Rumänien als gezielte Provokation Russlands. Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin weist die Vorwürfe zurück. (Quellen: dpa, Deutschlandfunk, Bild) (smu)

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