Sozialdemokratie

SPD am Limit: Zwischen Sinnsuche und schmerzhafter Parteirache

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Die Aufbruchsstimmung auf dem SPD-Parteitag bleibt aus. Stattdessen sorgt ein Racheakt gegen den Chef und ein knapp verhindertes Fiasko für Unruhe.

Berlin – Endlich eine Debatte, die die Herzen der Partei erwärmt und bei der man sich auch mal einig ist: Am dritten Tag ihres Bundesparteitages nimmt die SPD einen Antrag zur Vorbereitung eines AfD-Verbotsverfahrens einstimmig an. Viele Rednerinnen und Redner melden sich zu Wort, und sie alle eint der Wunsch, dass den Rechtsextremen die Stirn geboten werden muss.

SPD zwischen Sinnsuche und schmerzhafter Parteirache

Georg Maier, Thüringens SPD-Innenminister, macht mit starken Worten den Anfang. Er sagt, es sei mittlerweile das größere Risiko, nichts zu tun, als vor Gericht bei einem Verbotsantrag zu scheitern. „Es ist unsere verfassungsrechtliche Verantwortung“, so Maier unter großem Applaus. Die Frage, warum auch viele SPD-Wähler:innen bei der Bundestagswahl zur AfD abgewandert sind, bleibt in der Debatte ausgeklammert.

Die Parteivorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil sitzen in der ersten Reihe und hören aufmerksam zu. Es ist Tag zwei nach Klingbeils niederschmetterndem Wahlergebnis. 64,9 Prozent der Delegierten haben am Freitagnachmittag für Klingbeils Wiederwahl als Parteichef gestimmt. Schlechter als er hat nur Oskar Lafontaine 1995 bei seiner Wahl zum SPD-Vorsitzenden abgeschnitten, allerdings unter völlig anderen Voraussetzungen. Lafontaine hatte seinerzeit den amtierenden Vorsitzenden Rudolf Scharping in einer Kampfkandidatur entmachtet.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Klingbeils Stil mit unliebsamen Personalien stößt bei SPD-Anhängern auf Kritik

Klingbeil aber ist der Architekt der aktuellen Regierungsbeteiligung der SPD. Dass er dabei ziemlich rigoros gegen die eigenen Genossinnen und Genossen vorgegangen ist, haben ihm viele nicht verziehen. Noch am Wahlabend hatte Klingbeil nach dem Fraktionsvorsitz gegriffen und dabei erst einmal den beliebten Rolf Mützenich beiseitegeschoben.

Ebenso erging es Saskia Esken, der mal eben die komplette Verantwortung für das schlechte Bundestagswahlergebnis angelastet wurde. Klingbeil stellte sich eher halbherzig vor seine Co-Vorsitzende. Vielen in der SPD tat die Ungerechtigkeit später leid. In der Zwischenzeit hatte Klingbeil aber auch schon weitere gestandene Minister:innen verdrängt: Hubertus Heil, Svenja Schulz, Klara Geywitz und Karl Lauterbach mussten zugunsten jüngerer und unbekannterer Kandidat:innen weichen. Sie dürfen den Delegierten am Samstagvormittag nach ihrer offiziellen Verabschiedung von der Bühne aus zuwinken.

Wer stimmte mit Nein? Der geschwächte SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil betrachtet die Delegierten beim Parteitag in Berlin.

Schuld und Selbstkritik: Klingbeil erklärt das SPD-Wahldebakel – und sich selbst

Doch zuvor wollte Klingbeil sich die Wiederwahl sichern. Dafür hat er seine Rede am Freitagabend durchaus demütig angelegt. „Natürlich trage ich eine Verantwortung für dieses Wahlergebnis“, sagt er gleich zu Beginn, schlägt dann aber einen größeren Bogen bei der Beschreibung des Niedergangs der SPD: „Selbstkritisch muss man sagen: Wir hätten viel früher und konsequenter die Signale sehen sollen. Spätestens ab Ende 2023 ging es wirtschaftlich bergab.“

Man habe gemerkt, „dass die Krise da ist, dass gerade in der Industrie viele um ihren Job gezittert und Tausende ihn verloren haben“, so Klingbeil. „Aber die Sozialdemokratie war nicht voll da. Wir haben dann irgendwann reagiert, aber mitten im Wahlkampf war es dann viel zu spät.“ Das sei auch seine ganz persönliche Verantwortung.

Bas bleibt auf Kurs – mit leiser Kritik und sicherem Applaus

Die SPD-Spitze hat dem Parteitag deshalb einen Leitantrag vorgelegt, der die Erneuerung der Partei durch ein neues Grundsatzprogramm vorsieht. „Wir müssen uns trauen, die Dinge grundsätzlich neu zu denken“, sagt Klingbeil und nennt als ein Beispiel den Vorschlag von Bärbel Bas, künftig auch Beamte in die Rentenversicherung einzahlen zu lassen.

Die allerdings geht an diesem Freitagabend auf Nummer sicher. Sie ist vor Klingbeil an der Reihe, und sie weiß um ihre Beliebtheit an der Basis. Sie könnte es sich also leisten, den Genossinnen und Genossen ins Gewissen zu reden. Doch mit ihrer Rede bleibt sie auf sicherem sozialdemokratischen Terrain. „Der Sozialstaat ist historische Errungenschaft, wir als SPD haben ihn geprägt, und darauf können wir stolz sein“, sagt sie. „Aber gerade in den letzten Wochen haben wir eine Kampagne erlebt, die den Sozialstaat als Schimpfwort benutzt, die Menschen gegeneinander ausspielt.“

Sie spricht dabei vom aktuellen Koalitionspartner, der Union. Gegen die wird sie in den nächsten Monaten harte Abwehrkämpfe führen müssen und womöglich auch den Kürzeren ziehen. Stichwort Bürgergeld. Auch für den Rentenvorschlag, den Klingbeil später loben wird, hat sie schon heftige Kritik bekommen. Die Delegierten im City Cubix aber feiern sie.

Kritik an Umgang mit Esken, heimliche SPD-Rache an Klingbeil

Auch als sie klare Worte für den Umgang mit ihrer Vorgängerin Saskia Esken findet und dabei auch die frühere Vorsitzende Andrea Nahles mit einbezieht: „Ganz ehrlich: Der Umgang mit ihnen war kein Glanzstück.“ Sie habe sich daher gefragt, ob sie sich das wirklich antun will. Die Antwort darauf sei, dass sie nun hier stehe, so Bas, „aber für Alibi-Parität bin ich nicht zu haben.“

Die Diskussion, die auf beide Reden folgt, ist viel weniger kontrovers als erwartet. Das kann auch an der Parteitagsregie liegen, die die SPD-Ministerpräsidenten und ihre zum Teil überlangen Stellungnahmen für die beiden Vorsitzenden an den Anfang platziert hat. Auf der Redeliste stehen mehr als 70 Delegierte. Doch die Wahl soll noch zur Sendezeit der Tagesschau über die Bühne gehen. Also wird das Ende der Debatte beschlossen. Gut möglich, dass viele Kritiker:innen deshalb nicht mehr zu Wort kamen. Es ist aber ebenso gut möglich, dass die meisten, die Klingbeil ihre Stimme versagen, ihre Rache heimlich genießen wollen. Bitter, aber nicht unüblich.

SPD-Betriebsunfall um Klingbeil? Die meisten Delegierten wollen über Abstimmung nicht reden

Den Parteichef trifft die Demütigung deshalb unerwartet und hart. 95 Prozent für Bas, nicht mal ganz 65 Prozent für ihn. Klingbeil ist bedient und lässt sich das auch anmerken. Er hätte sich gewünscht, dass ihm diejenigen, die mit Nein gestimmt haben, das auch öffentlich erklärt hätten, sagt er und erklärt: „Trotzdem war es richtig, dass wir uns neu aufgestellt haben.“ Zudem stellt er sein schlechtes Ergebnis in den Zusammenhang mit seinem entschiedenen Eintreten für die Unterstützung der Ukraine.

Kompletter Blödsinn, sagen viele Delegierte später dazu. Die Diskussion um das Manifest, in dem Ralf Stegner und Rolf Mützenich um eine Annäherung an Russland werben, hatte zuvor in der Tat nur wenig Raum eingenommen. Bemerkenswert ist, mit welchem Schulterzucken das schlechte Ergebnis vor allem bei der Parteilinken aufgenommen wird. „Er trägt eben auch die Verantwortung dafür, wie es gelaufen ist“, sagt eine junge SPDlerin. Andere, wie die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sonja Eichwalde, finden den Umgang mit Klingbeil unfair. Die meisten wollen aber gar nicht darüber reden. Betriebsunfall, wird schon wieder, wird alles besser – so die Reaktion der meisten.

Hubertus Heil liest seiner SPD die Leviten

Es ist eine gewisse Wurstigkeit, die die Delegierten auch im Hinblick auf das historische Desaster bei der Bundestagswahl an den Tag legen. 16,4 Prozent – so tief war man in der gesamten Parteigeschichte nicht gesunken. Es müsste das Thema an jedem der Stehtische und in den Gängen des City Cubix sein, doch wird die entsprechende Frage mit Schulterzucken beantwortet. Womöglich soll das bei vielen auch Ratlosigkeit überspielen, nach dem Motto: Solange wir keinen Weg aus der Krise wissen, negieren wir sie lieber.

Hubertus Heil tritt anders auf. Er traut sich, seiner Partei die Leviten zu lesen. „Wir sind alle viel zu langweilig geworden!“, ruft er den Delegierten zu und erntet jubelnden Applaus. Heil gehörte zu denen, die Klingbeil abserviert hat. „Ich lebe noch“, sagt er jedem, der nach seinen Befinden fragt.

Und dass es ihm besser gehe als der SPD. Der empfiehlt er im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, mehr Gewicht auf Nachwuchsförderung zu legen. „Wir müssen uns um die 30- und 40-Jährigen bemühen, die die Verantwortung in zehn Jahren übernehmen sollen“, sagt er. Die Frage, was er selbst vorhat, wehrt er strikt ab. Heil ist 52 Jahre alt, jung genug, um einen wankenden Parteichef herauszufordern.

Zweites Fiasko am SPD-Parteitag verhindert

Immerhin gelingt es der Parteispitze, ein zweites Fiasko zu vermeiden. Während der Parteitag in minderwichtigen Debatten vor sich hin dümpelt, wird hinter den Kulissen stundenlang mit den Jusos diskutiert. Sie mildern schließlich ihr striktes Nein zur Wehrpflicht ab.

„Wir wollen keine aktivierbare gesetzliche Möglichkeit zur Heranziehung Wehrpflichtiger, bevor nicht alle Maßnahmen zur freiwilligen Steigerung ausgeschöpft sind“, heißt es im nun beschlossenen Kompromiss. „Maßnahmen zur Musterung, Erfassung und Wehrüberwachung wehrpflichtiger junger Männer wollen wir ermöglichen.“ (Christine Dankbar)

Rubriklistenbild: © Tobias Schwarz/AFP

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