Stabilität durch Aufrüstung

Pistorius greift zum Kriegsbeil: Trump prüft Tomahawk-Anfrage

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Kriegsbeil begraben: Seit Deutschland eifrig in US-Rüstungstechnik investieren möchte, wird das Verhältnis beider Nato-Partner wieder deutlich herzlicher. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), links, und sein US-Amtskollege Pete Hegseth während Pistorius‘ jüngstem Einkaufsbummel in Washington D.C.
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Abschuss bei Berlin, Einschlag in Kaliningrad: Die Bundeswehr erweitert ihre Reichweite und hält Putin auf Distanz – dank Trumps Tomahawk-Raketen.

Berlin – „Deutschland kann damit seine eigene Verteidigungsfähigkeit steigern und seine Abschreckungsfähigkeit deutlich verbessern“, sagte Boris Pistorius (SPD). Während seines Einkaufsbummels in Washington hat der deutsche Verteidigungsminister nicht nur an Patriot-Raketensysteme als Mitbringsel für die Ukraine gedacht, sondern dafür gesorgt, dass Deutschland und damit Europa demnächst den Arm lang ausstrecken und Wladimir Putins Invasionstruppen auf Abstand halten können. Mit dem Kauf von Tomahawk-Raketen und dem dazu gehörenden Abschusssystem gräbt die Bundesregierung das Kriegsbeil aus.

„Ich darf Ihnen mitteilen, dass heute nach Washington ein Letter of Request zur Beschaffung von weitreichenden Waffensystemen des Typs Typhon abgegangen ist“, sagte Pistorius gegenüber den Medien eingangs seines Besuchs der US-Regierung. Dieser Letter of Request bedeutet eine ernsthafte Kaufanfrage. Mehr aber noch nicht. Tomahawks sind aber auch lediglich ein möglicher Raketentyp für das Abschuss-System Typhon. Die Menge der geplanten Einheiten für Deutschland ist unbekannt, die Kosten werden ebenfalls geheim gehalten.

Pistorius‘ neue Reichweite: Kaliningrad, St. Petersburg, Moskau, ganz Belarus und die ganze Ukraine

Organisiert ist ein Typhon-System als Batterie aus vier „Startrampen“ – diese „Rampen“ sind nichts anderes als Standard-Zwölf-Meter-Containers, aus denen die Raketen vor dem Abschuss in die Vertikale gestellt werden. Die Container wiederum werden von Tiefladern gezogen. Dazu gehören wie bei einer Patriot-Batterie ein Feuerleitstand sowie mehrere Versorgungsfahrzeuge verschiedener Größen – beispielsweise die Transporter für die Raketen. Die US-Armee soll das Typhon-System schon mit SM-6-Raketen und Tomahawk-Marschflugkörpern getestet haben, schreibt das Nachrichtenmagazin Spiegel.

LOR, LOA, Abstimmung – so läuft ein Tomahawk-Deal

Den Letter of Request (LOR) stellt ein Interessent als Voranfrage an das US-Verteidigungsministerium; der dieser im Idealfall zustimmt und dann mit einem Letter of Offer and Acceptance (LOA) beantwortet. Der LOA gilt dem deutschen Verteidigungsministerium dann als die Grundlage für eine Beschaffungsentscheidung für das anschließende parlamentarische Bewilligungsverfahren. Mit der Voranfrage geht keine Entscheidung über die Beschaffung einher, noch präjudiziert sie diese – Pistorius‘ Anfrage nach der Typhon ist insofern zunächst Ausweise des gesteigerten Interesses. „Das Parlament bleibt Kontrollinstanz. Beschaffungen mit einem solchen Investitionsvolumen und mit dieser strategischen Tragweite werden immer der Billigung des Bundestags unterliegen.“

Quelle: Ole Henckel, Bundeswehr

Ohne dass sich Boris Pistorius entsprechen geäußert hätte, setzt Deutschland damit auf Angriff. Deutsche Soldaten scheinen darin einen Gewinn zu sehen, wie aktuell der User „Nachhaltig“ auf dem Militär-Blog Augen geradeaus! schreibt: „Welche Fähigkeit sich die Bundeswehr damit grundsätzlich einkauft, wird dadurch deutlich, dass vom Berliner Raum aus nicht nur Kaliningrad, sondern auch St. Petersburg, Moskau, ganz Belarus und die ganze Ukraine in Reichweite liegen. Damit können in Deutschland stationierte Systeme sogar in einen Angriff auf die Litauenbrigade als unmittelbar wirksame Komponente einbezogen werden.“

„Aktuell prüfen wir die Einrüstung von Tomahawks auf Einheiten unserer Marine. Und das sieht gar nicht schlecht aus“

Jan Christian Kaack, hartpunkt

Das Waffensystem wird auch als „Strategic Mid-range Fires System“ (SMRF) bezeichnet – mindestens 2.000 bis 2.500 Kilometer soll die Waffe tragen, jedenfalls die Tomahawk-Raketen, beziehungsweise genauer: Tomahawk-Marschflugkörper. Die werden permanent angetrieben und fliegen knapp über dem Boden auf ihr Ziel zu; der alternativ zu verschießenden SM-6-Rakete wird eine Entfernung bis zu 500 Kilometer zugeschrieben; anders als eine Tomahawk zündet sie einmalig und fliegt dann in einer Kurve vom Boden aus wieder auf die Erdoberfläche zu. Beide Waffenarten kann die Typhon abfeuern.

Wie der US-Kongress nahe legt, wurde diese moderne Waffe aus der Angst heraus konstruiert. Angst vor der russischen und chinesischen Kreativität: „Verbesserte chinesische und russische Langstreckenartilleriesysteme, neue Einsatztechniken für unbemannte Luftfahrzeuge (UAVS) und die Verbreitung von Spezialmunition (wie Präzisions-, thermobarische, Loitering- und Top-Attack-Munition) habe die Besorgnis über die möglichen Auswirkungen russischen und chinesischen Beschusses auf US-Kampfoperationen erneut geweckt“, heißt es aus dem Kongress. Allerdings liegen kaum Informationen vor, wie anfällig ein Tomahawk-Marschflugkörper gegen eine ausgefeilte Luftabwehr wäre.

Hält Trump Wort? USA wollen 2026 mit der Stationierung der Langstreckenfeuerfähigkeiten beginnen

Unter dem 46. US-Präsidenten Joe Biden hatten die USA ohnehin vorgehabt, vom kommenden Jahr an zunächst „eines“ von ihren Typhon-Systemen in Deutschland zu stationieren und – wahrscheinlich – mit Tomahawks zu bestücken. Die Empörung in Deutschland ist vielleicht weniger deutlich, als 1979 im Rahmen des Nato-Doppelbeschlusses unter der Regierung Helmut Schmidts (SPD) und Hans-Dietrich Genschers (FDP), als Deutschland sich dazu bekannte, dass die damalige Sowjetunion von deutschem Boden aus mittels Raketen auch wieder angegriffen werden könnte.

Auch das ist jetzt möglich; auch das ist essenzieller Teil einer Abschreckung: Wladimir Putin zu verdeutlichen, dass er nicht erst gestoppt würde, wenn er über die Nato-Grenze rollt, sondern dass seine Panzer gestoppt werden könnten, wenn sie in ihren Kasernen losrasselten. Im Dialog zwischen dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem Demokraten Joe Biden sollen zur Stationierung SM-6-Raketen vorgesehen worden sein, Tomahawk-Marschflugkörper und daneben „in Entwicklung befindliche Hyperschall-Waffen“ – zu letztgenannten zählt wohl ein Hyperschallgleiter namens Dark Eagle, wie die Spiegel-Autoren Marc Hasse und Paul-Anton Krüger schreiben.

Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office

Friedrich Merz trifft Donald Trump
529408025.jpg © Evan Vucci/dpa
Friedrich Merz beim Besteigen der „Konrad Adenauer“, dem deuschen Pendant der Air Force One.
Friedrich Merz beim Besteigen der „Konrad Adenauer“, dem deutschen Pendant der Air Force One. Das Flugzeug bringt den Bundeskanzler am Mittwoch nach Washington DC. In der US-Hauptstadt wird Merz zum Antrittbesuch bei Donald Trump erwartet. Es ist das erste persönliche Treffen der beiden und das erste Mal, dass Merz zu Gast im Weißen Haus ist. © Michael Kappeler/dpa
Für Friedrich Merz ist es der erste offizielle Besuch im Weißen Haus.
Für Friedrich Merz ist es der erste offizielle Besuch im Weißen Haus. In den USA kennt sich der neue Bundeskanzler aber aus. Von 2009 bis 2019 war er Vorsitzender der „Atlantik-Brücke“, ein Verein, dem etwa 800 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angehören. Die „Atlantik-Brücke“ dient ihren Mitgliedern als Netzwerk und Austauschforum und hat zum Ziel, die transatlantische Zusammenarbeit zwischen den USA auf der einen und Deutschland sowie Europa auf der anderen Seite zu fördern. © Bernd Von Jutrczenka/dpa
 Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um
Kaum angekommen im Oval Office sorgte Donald Trump für den nächsten Eklat. Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um. Weil die Nachrichtenagentur AP diese Umbenennung nicht mitmachen wollte, verbannte die Trump-Administration ihre Vertreterinnen und Vertreter von den Pressekonferenzen des Weißen Hauses. © imago
Statuette, die an das Attentatsversuch auf Trump im Wahlkampf erinnert.
Das Oval Office hat Donald Trump längst nach seinen Vorstellungen umgestaltet. Der neue Präsident scheute dabei keine Kosten. Der Teppichboden wurde ausgetauscht, deutlich mehr Flaggen aufgestellt und zahlreiche neue Bilder aufgehängt. Daneben finden sich im Oval Office etliche Memorabilias wie eine Statuette, die an das Attentatsversuch auf Trump im Wahlkampf erinnert.  © Alex Brandon/dpa
Donald Trump, hier in Begleitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth
Einen besonders prominenten Platz vergab Donald Trump, hier in Begleitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth bei der Präsentation eines neuen Kampfjets, an ein Bild Ronald Reagans. Der 40. Präsident der USA gilt Trump seit jeher als Vorbild. Seinen Wahlspruch, „Make America Great Again“, der zum Namen einer ganzen Bewegung geworden ist, hat sich Trump ebenfalls bei Reagan abgeschaut. © IMAGO/Pool/ABACA
X Æ A-Xii, der jüngste Sohn von Elon Musk
Ein außergewöhnlicher Moment im Oval Office war der Auftritt von X Æ A-Xii, der jüngste Sohn von Elon Musk. Donald Trump hatte den reichsten Mann der Welt damit beauftragt, die Regierungsausgaben der USA radikal zu kürzen. Musk stellte sich daraufhin derart auffällig ins Rampenlicht, das viele Beobachterinnen und Beobachter in dem gebürtigen Südafrikaner den eigentlichen US-Präsidenten sahen. © JIM WATSON/AFP
Kid Rock und Donald Trump im Oval Office
Elon Musk und Sohnemann X Æ A-Xii waren aber nicht die Einzigen, die seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ihre Momente im Oval Office hatten. Einen solchen feierte auch Kid Rock. Der in die Jahre gekommene Rockstar ist seit langem Anhänger Trumps und besuchte diesen kurz nach seiner Wahl in Washington DC. Für seine Audienz im Oval Office wählte Kid Rock ein Outfit, das an menschliche Kanonenkugeln und furchtlose Motorrad-Stuntfahrer erinnerte. © SAUL LOEB/AFP
Donald Trump beim Interview im Oval Office
Ebenfalls im Oval Office kam es zu einem weiteren Eklat, an dem Donald Trump maßgeblich beteiligt war. Während eines Fernsehinterviews behauptete der US-Präsident, man habe die Tätowierung „MS13“ auf den Knöcheln eines abgeschobenen Südamerikaners gefunden, was wiederum dessen Mitgliedschaft in der gleichnamigen Kriminellen-Gang beweisen würde. Mehrfach wies der Reporter Trump daraufhin, dass es sich bei seinem angeblichen Beweisfoto um eine mit Photoshop bearbeitete Aufnahme handle. Trump wiederum ließ sich davon aber nicht stören. © IMAGO/White House
Wolodymyr Selenskyj mit seinem Outfit in Washington DC
Während die Garderobe von Elon Musk und Kid Rock bei ihren Besuchen im Oval Office die MAGA-Welt um Donald Trump unbeeindruckt hinterließ, sorgte Wolodymyr Selenskyj mit seinem Outfit in Washington DC für einen handfesten Eklat. Der ukrainische Präsident erschien zum Antrittbesuch im schwarzen Pullover – für den ebenfalls anwesenden Brian Glenn offenbar zu viel des Guten. „Haben Sie keinen Anzug“, fragte der rechtsradikale Kommentator Selenskyj, der sich im Oval Office auch von Vizepräsident JD Vance so einiges anhören durfte. © imago
das Treffen zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Weißen Haus
Harmonischer lief dagegen das Treffen zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Weißen Haus. Frankreichs Präsident ließ bei dem Besuch seinen Charme spielen, was Trump offensichtlich gefiel. Selbst als Macron ihn bei der Frage, welches Land wie viel Hilfe an die Ukraine geleistet habe, korrigierte, quittierte Trump das nur mit einem Lächeln. © LUDOVIC MARIN/AFP
Keir Starmer folgte bei seinem Besuch im Oval Office
Keir Starmer folgte bei seinem Besuch im Oval Office dem Vorbild Emmanuel Macrons. Wie schon Frankreichs Präsident bemühte sich auch der britische Premierminister um ein harmonisches Verhältnis zu Donald Trump. Starmer brachte sogar eine schriftliche Einladung Trumps an den Hof von König Charles III. mit – wohl wissend, dass Trump schon immer ein Faible für die britischen Royals hatte. Der britische Premierminister war der sechste Regierungschef, der Trump im Oval Office einen Besuch abstattete. © Carl Court/dpa
Beste Laune herrschte im Oval Office bei dem Staatsbesuch von Giorgia Meloni
Beste Laune herrschte im Oval Office bei dem Staatsbesuch von Giorgia Meloni. Donald Trump nannte Italiens Regierungschefin „eine großartige Premierministerin.“ Sie mache „einen fantastischen Job in Italien“ und sei „eine der wirklichen Führungspersönlichkeiten der Welt.“ Die Post-Faschistin Meloni habe laut Trumps Laudatio im Weißen Haus seit ihrem Amtsantritt „Europa im Sturm erobert“. © imago
Nato-Generalsekretär Marc Rutte in Washington DC.
Was zu anderen Zeiten ein dröger Standard-Termin gewesen wäre, wird unter Donald Trump zum Treffen mit Zündstoff: Der Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington DC. Der amtierende US-Präsident gilt als Kritiker des Verteidigungsbündnisses und will, dass sein Land weniger Verantwortung für die anderen Mitglieder übernimmt. Rutte bemühte sich bei seinem Besuch, die so entstandenen Wogen zu glätten. © imago
Mark Carney und Donald Trump im Weißen Haus
Ähnlich gestaltete sich die Situation beim Antrittsbesuch von Mark Carney, dem neuen Premierminister Kanadas, in Washington DC. Trump hatte im Vorfeld zur Wahl in Kanada die Idee in Umlauf gebracht, die USA könnten sich den nordischen Nachbarstaat einfach einverleiben. Kanada würde so der 51. Bundesstaat werden. Doch im Oval Office stellte Carney klar: „Kanada steht nicht zum Verkauf.“ © imago
Donald Trump beim Besuch von Cyril Ramaphosa
Einen weiteren Eklat verursachte Donald Trump beim Besuch von Cyril Ramaphosa. Der Präsident Südafrikas sah sich im Oval Office mit Videoaufnahmen konfrontiert, die einen angeblichen Genozid an der weißen Bevölkerung seines Landes dokumentieren sollen. Ramaphosa war eigentlich nach Washington DC gereist, um mit Trump über Zollabkommen zu verhandeln. Dessen plötzlichen Themenwechsel nahm Südafrikas Präsident gelassen hin. © imago
Donald Trump Trikot im weißen haus
Nicht nur Staats- und Regierungschefs gehen ein und aus im Weißen Haus. Donald Trump empfängt dort auch regelmäßig Vertreter aus Kultur und Sport. Im Mai 2025 verkündete der US-Präsident aus dem Oval Office, dass der Draft der American Football Liga (NFL) im Jahr 2027 in Washington DC stattfinden werde. Dafür bekam Trump ein persönliches Trikot des städtischen Football-Teams, der Washington Commanders, überreicht. Die Nummer 47 steht dabei für sein Amt: Trump ist der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der dazugehörige Football erinnert zudem an seine erste Amtszeit, als Trump der 45. US-Präsident war. © imago
Eine Sportart, für die Donald Trump viel Begeisterung aufbringt, ist die Ultimate Fighting Championship (UFC)
Eine Sportart, für die Donald Trump viel Begeisterung aufbringt, ist die Ultimate Fighting Championship (UFC). Deren im Ruhestand befindlicher Superstar ist der Ire Conor McGregor. Zum St. Patricks Day lud der US-Präsident den ehemaligen UFC-Weltmeister mitsamt Familie ins Weiße Haus ein. Im Oval Office gefiel es McGregor offenbar so gut, dass er im Anschluss an das Familienfoto mit Trump und Elon Musk beschloss, eine eigene politische Karriere zu beginnen und bei der nächsten Wahl in seiner Heimat Irland für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. © imago
So fand Skandal-Rapper Kanye West seinen Weg ins Weiße Haus
Bereits während seiner ersten Amtszeit im Oval Office lud Donald Trump jeden ein, der ihm mit seinem Besuch Schlagzeilen versprechen konnte. So fand Skandal-Rapper Kanye West seinen Weg ins Weiße Haus, um dort mit dem US-Präsidenten über Schusswaffengewalt, Sozialpolitik und Trumps Strategie zu sprechen. West trug während seines Besuchs die Trumps berühmte rote MAGA-Mütze. Sie sorge dafür, dass er sich „wie Superman“ fühle, so West. © SAUL LOEB/AFP
First Lady Melania Trump ganz alleine auf dem Sofa,
Im Jahr 2017 machte ein weiteres Bild aus dem Oval Office die Runde. Dort zu sehen: First Lady Melania Trump ganz alleine auf dem Sofa, umringt von Fotografen und Journalisten, die ihr aber keine Beachtung zu schenken scheinen. Das Weiße Haus verbreitete das Foto auf seinen Social-Media-Kanälen ausgerechnet als Geburtstagsgruß an die Ehefrau Donald Trumps. © BRENDAN SMIALOWSKI
Bundeskanzlerin Merkel trifft US-Präsident Trump
Merz-Vorgängerin Angela Merkel hatte gleich mehrere Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus. Die Ex-Kanzlerin regierte von 2017 bis 2021 zeitgleich mit Trump. Wie der US-Präsident dabei auf Merkel wirkte, beschrieb sie ausführlich in ihren Memoiren. „Je mehr Menschen im Raum waren, desto größer war sein Drang, der Sieger zu sein. Man kann mit ihm nicht plaudern, jede Begegnung ist ein Wettkampf: Du oder ich“, so die ehemalige Kanzlerin über Trumps Verhalten im Oval Office.  © Evan Vucci/dpa
Angela Merkel und Barack Obama
Ganz anders gestaltete sich dagegen die Beziehung zwischen Angela Merkel und Barack Obama, Donald Trumps Vorgänger im Amt des US-Präsidenten. Merkel besuchte Obama mehrfach im Weißen Haus. Der US-Präsident beschrieb die damalige Bundeskanzlerin nach ihrer Amtszeit als „nett und freundlich.“ © imago
Obama und Merkel im Weißen Haus
Dabei stand die Beziehung der deutschen Bundeskanzlerin und des neuen US-Präsidenten zu Beginn unter einem ungünstigen Stern. Präsidentschaftskandidat Barack Obama wollte im Wahlkampf der US-Wahl 2008 vor dem Brandenburger Tor auftreten. Merkel aber verhinderte den Auftritt des Demokraten, damit nicht der Eindruck entstünde, sie würde sich gegen den Kandidaten der Republikaner, John McCain, stellen. Nach Obamas Wahlsieg soll Merkel befürchtet haben, der neue US-Präsident trage ihr die Entscheidung noch nach. „Sie war immer besorgt, dass ich deshalb noch wütend bin“, sagte Obama bei der Vorstellung von Merkels Memoiren in Washington DC. „Das bin ich aber wirklich nicht“, versicherte er der ehemaligen Kanzlerin. © imago
Obama und Trump im Oval Office
Ein deutlich unangenehmer Termin für Barack Obama dürfte dagegen das Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus gewesen sein. Der alte US-Präsident empfing seinen Nachfolger nach dessen Sieg bei der US-Wahl 2016 zur Übergabe der Amtsgeschäfte im Oval Office. © Michael Reynolds/dpa
Merkel und Barroso bei Bush in Washington
Für Friedrich Merz wird der Besuch bei Donald Trump eine Premiere sein. Noch nie war der Bundeskanzler zu Gast im Weißen Haus. Seine Vorgängerin im Amt, Angela Merkel, traf dagegen gleich vier US-Präsidenten in deren Amtssitz. Neben Barack Obama und Donald Trump luden auch Joe Biden und George W. Bush die deutsche Bundeskanzlerin nach Washington DC ein. © dpa
Kanzler Scholz in den USA
Vor Friedrich Merz regierte Olaf Scholz Deutschland als Bundeskanzler. In seiner weniger als vier Jahre dauernden Amtszeit besuchte Scholz gleich mehrfach das Weiße Haus. Donald Trumps Vorgänger Joe Biden empfing den deutschen Bundeskanzler jedes Mal freundlich zum Gespräch im Oval Office. © Michael Kappeler/dpa
Schröder zu Treffen mit Bush im Weißen Haus
Bundeskanzler Gerhard Schröder war ebenfalls Gast im Weißen Haus. Im Jahr 2005 empfing der damalige US-Präsident George W. Bush den Sozialdemokraten im Oval Office.  © dpa
Bush und Kohl im Weißen Haus
Vor Gerhard Schröder reiste Bundeskanzler Helmut Kohl ebenfalls nach Washington DC. Der Altkanzler traf dort George Bush, Vorgänger und Vater des späteren US-Präsideten George W. Bush, zum Gespräch im Oval Office des Weißen Hauses. © imago

Klar ist, dass die Weltuntergangs-Uhr wieder gen Zwölf dreht – mit der Tomahawk ist der Kalte Krieg in seinen Anfängen zurückgekehrt und der überwunden geglaubte Dreisprung ins Verderben wiederbelebt: Rüstung, Nachrüstung, Überrüstung. Die Tomahawk gilt als Antwort auf Russlands Verhalten: „Die Vereinigten Staaten werden 2026 mit der periodischen Stationierung der Langstreckenfeuerfähigkeiten ihrer Multi-Domain Task Force in Deutschland beginnen, um eine dauerhafte Stationierung dieser Fähigkeiten in der Zukunft zu planen“, haben die USA und Deutschland im Juli 2024 vereinbart. Tatsächlich ist die Tomahawk auch dazu gedacht, russische – oder chinesische – Hyperschallwaffen zu neutralisieren. Stationiert werden die Raketen wohl bei der 2. Multi-Domain Task Force (MDTF) in Wiesbaden, so das Magazin Army Recognition.

Wen priorisiert Pistorius? „Aktuell prüfen wir die Einrüstung von Tomahawks auf Einheiten unserer Marine“

Pistorius spekuliert jetzt vermutlich auf eine Verstärkung der deutschen Landstreitkräfte, nachdem auch der Kauf von Tomahawk-Raketen für die deutsche Marine bereits thematisiert worden ist. „Aktuell prüfen wir die Einrüstung von Tomahawks auf Einheiten unserer Marine. Und das sieht gar nicht schlecht aus“, sagte Jan Christian Kaack während des „Navy Talks mit dem Inspekteur der Marine“ Mitte Mai, während dem der Vizeadmiral über die Weiterentwicklung des „Kurs Marine“ sinniert hat – worüber das Militär-Journal hartpunkt berichtet. Kaack zufolge hätte die Marine in einem künftigen Verteidigungsfall gegen Russland die Aufgabe, von See aus weitreichende gegnerische Waffenstellungen auch an Land zu eliminieren, wie hartpunkt schreibt.

Tomahawk-Raketen wären eine Möglichkeit dazu; die Marine verfügt auch bereits über Schiffe, die diese Raketen verschießen könnten und wird neue um dieses Waffensystem herum bauen. Die Nachrichtenagentur Reuters hat sich jüngst bezogen auf eine anonyme Quelle, wonach Pistorius mehr als zehn Milliarden Euro mehr ansetzen wolle für Verteidigung als die 53 Milliarden, die im Haushaltsentwurf der rot-grünen Vorgänger-Regierung für 2025 vorgesehen waren. „Wobei die Problematik bestehen wird, wie das Geld abfließen soll“, wie die Quelle gesagt habe. Für Tomahawks beispielsweise.

Aus wissenschaftlicher Sicht ein absolutes Muss, wie Ben Schreer und Fabian Hinz im September 2024 die deutsch-amerikanische „Waffenbrüderschaft“ für den Thinktank International Institute for Strategic Studies (IISS) kommentiert haben: „Die mögliche Investition in solche Systeme könnte daher ein überlegenswerter Schritt sein, um diese konventionelle Stufe der Eskalationsleiter mit Russland adäquat zu besetzen – eine zentrale Bedingung für Abschreckungsstabilität.“

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