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Türkei-Stichwahl: Özdemir fordert „Zeitenwende“ - Scholz lädt Erdogan mit „frischem Elan“ ein

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  • Yağmur Ekim Çay
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  • Bedrettin Bölükbasi
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Die Stichwahl in der Türkei scheint entschieden. Der Herausforderer Kilicdaroglu gesteht seine Niederlage ein. Auf einer AKP-Feier wurde ein CHP-Anhänger ermordet.

Update vom 29. Mai, 19.20 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Wiederwahl gratuliert - und ihn nach Berlin eingeladen. Die beiden Politiker hätten bei einem Telefonat am Montag vereinbart, „die Zusammenarbeit zwischen beiden Regierungen mit frischem Elan anzugehen und sich früh zu gemeinsamen Schwerpunkten abzustimmen“, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin.

Scholz habe in dem Telefonat „die enge Verbundenheit Deutschlands und der Türkei, nicht zuletzt als gemeinsame Verbündete in der Nato“ betont. Gemeinsam wollten die beiden Politiker „unter anderem an einer guten Entwicklung im östlichen Mittelmeer, bei den aktuell in der Nato anstehenden Entscheidungen sowie im Verhältnis der Türkei zur Europäischen Union arbeiten“, erklärte Hebestreit.

Update vom 29. Mai, 17.10 Uhr: Der Ausgang der Türkei-Stichwahl dürfte auch außenpolitische Folgen haben: Womöglich gibt Recep Tayyip Erdogan in Bälde das Veto gegen Schwedens Nato-Beitritt auf.

Türkei-Stichwahl endet mit Erdogan-Sieg: Özdemir zieht Parallele zu Putin

Update vom 29. Mai, 15.26 Uhr: Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) fordert eine Zeitenwende in der deutschen Türkei-Politik. „Wir haben im Umgang mit Putin gesehen, wozu das führt, wenn man sich eine Situation schönredet“, sagte Özdemir am Montag mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

„Die Zeitenwende, die wir Gott sei Dank endlich haben im Umgang mit Putin, die braucht es jetzt auch im Umgang mit türkischem Ultranationalismus, die braucht es jetzt auch im Umgang mit Fundamentalismus“, forderte er. Auch für die deutsche Gesellschaft habe die Wiederwahl Erdogans konkrete Folgen. Unter anderem würden viele in Deutschland tätige Imame von der türkischen Religionsbehörde entsandt. „Wir müssen darüber sprechen, welche Konsequenzen es hat, wenn die nächste Generation von Imamen aus der Türkei noch nationalistischer, noch religiös fundamentalistischer sein wird. Das werden ja welche sein, die Kinder beeinflussen in Deutschland“, sagte Özdemir.

Update vom 29. Mai, 15.22 Uhr: Wie verschiedene türkische Medien, darunter die Zeitung Yeni Safak, melden, wird der wiedergewählte Präsident Recep Tayyip Erdogan noch am Abend mit US-Präsident Joe Biden telefonieren. Aus den USA gibt es dazu noch keine Bestätigung.

Update vom 29. Mai, 12.35 Uhr: Auch in Deutschland gab es Feierlichkeiten nach dem Sieg von Recep Tayyip Erdogan in der Türkei. Die Autokorsos von Deutsch-Türken sorgten für Empörung.

Update vom 29. Mai, 10.20 Uhr: Auch in der zweiten Runde der Wahl erreichte der wiedergewählte türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan große Zustimmung im Erdbebengebiet in der Türkei. In allen elf Städten habe er mehr Stimmen erhalten als in der ersten Runde, berichtete der staatliche Sender TRT. Sein Herausforderer Kemal Kilicdaroglu hingegen habe lediglich in 8 Städten mehr Stimmen bekommen. In der Stadt Hatay überholte Erdogan in der zweiten Runde Kilicdaroglu. Die meiste Unterstützung erhielt der türkische Staatschef aus Kahramanmaras.

Update vom 29. Mai, 8.03 Uhr: Die Wiederwahl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan könnte für die Türkei noch Folgen haben. So forderte der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, jetzt einen Abbruch des EU-Beitrittsprozesses. „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass eine enge Partnerschaft wichtig ist, eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU allerdings niemand mehr will - weder die Türkei noch die EU“, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diesen Prozess müsse man „zu den Akten legen, weil er bessere Beziehungen mehr blockiert als unterstützt“.

Update vom 28. Mai, 23.20 Uhr: Der laut inoffiziellen Ergebnissen wiedergewählte türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält in diesen Minuten seine traditionelle Ansprache vom Balkon seines Palastes in Ankara. „Ihr habt uns erneut die Aufgabe erteilt, das Land zu führen“, sagte er vor tausenden Anhängern und ergänzte: „Wir werden das ‚Türkische Jahrhundert‘ gemeinsam aufbauen.“

Erdogan bedankte sich bei allen Wählern, „egal für welche Partei und welchen Kandidaten sie gestimmt haben.“ Die Wähler hätten die „Stärke der türkischen Demokratie“ bewiesen, so der Präsident. „Nicht nur wir haben gewonnen, sondern die Türkei und unser Volk.“ Ferner unterstrich Erdogan, die Türkei müsse nun die Diskussionen zur Wahl hinter sich lassen und sich auf „nationale Ziele“ konzentrieren.

Update vom 28. Mai, 22.58 Uhr: Nun hat auch Bundeskanzler Olaf Scholz dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu seinem Wahlsieg gratuliert. „Deutschland und die Türkei sind enge Partner und Alliierte - auch gesellschaftlich und wirtschaftlich sind wir stark miteinander verbunden. Gratulation an Präsident Erdoğan zur Wiederwahl. Nun wollen wir unsere gemeinsamen Themen mit frischem Elan vorantreiben“, schrieb Scholz auf Twitter.

Recep Tayyip Erdogan in einer ersten Ansprache vor seinen Anhängern nach der Schließung der Wahllokale.

Kilicdaroglu-Verbündete gratuliert Erdogan

Update vom 28. Mai, 22.54 Uhr: Meral Aksener, die Vorsitzende der mit Kilicdaroglus CHP verbündeten Iyi-Partei, akzeptiert ebenfalls die Niederlage. Sie bedankt sich bei den Wahlbeobachtern und gratuliert Erdogan. Dieser solle aus den Wahlergebnissen lernen. „Trotz aller Provokationen hat unser Volk sein demokratisches Recht mit großer Reife ausgeübt. Der Wahlkampf hat das Land erschöpft. Wir haben viele Probleme im Land. Die Wirtschaft ist eines davon. Es ist an der Zeit, diese Probleme anzugehen und Lösungen zu finden. Wir werden die Aufgabe der Opposition erfüllen, die uns von unserem Volk übertragen wurde.“

Update vom 28. Mai, 22.05 Uhr: Die Wahlbehörde in Ankara hat neue Zahlen zum Ausgang der Stichwahl veröffentlicht. Demnach führt Erdogan mit 52,14 Prozent der Stimmen vor seinem Herausforderer Kilicdaroglu, der auf 47,86 Prozent kommt. Es sollen mittlerweile 99,8 Prozent der Stimmen ausgezählt sein. Unterdessen wird jeden Moment eine offizielle Siegesrede von Präsident Erdogan in Ankara erwartet.

Offizielle Zahlen der Wahlbehörde in Ankara

  • Recep Tayyip Erdogan: 52,14 Prozent
  • Kemal Kilicdaroglu: 47,86 Prozent

CHP-Mitglied auf Feier der AKP ermordet

Update vom 28. Mai, 21.55 Uhr: Offenbar wurde ein Mitglied von Kilicdaroglus CHP auf einer Feier von AKP-Anhängern in Ordu ermordet, wie der Twitter-Account Solcu Gazete berichtet. Der stellvertretende Vorsitzende der CHP Cemil Enginyurt bestätigte dies.Der erstochene Erhan Kurt war während der Stichwahl als Wahlbeobachter tätig.

Türkei-Wahl: Putin und Trump gratulieren Erdogan zum Sieg

Update vom 28. Mai, 21.45 Uhr: Die Glückwünsche für den Wahlsieger Erdogan mehren sich. Inzwischen haben auch der russische Staatschef Waldimir Putin und der ehemalige Präsident der USA Donald Trump dem türkischen Wahlsieger gratuliert. Über seine alternative Social-Media-Plattform Truth gratulierte Trump seinem „Freund“ Erdogan zu dessen „großen und verdienten Sieg“.

Update vom 28. Mai, 21.35 Uhr: Ähnlich wie Kilicdaroglu äußerte sich auch der ehemalige Vorsitzende der prokurdischen HDP Selahattin Demirtas, der inzwischen inhaftiert ist. „Ich möchte allen danken, die zur Wahl gegangen sind, die sich gewehrt haben und aufgestanden sind, um ihre Stimmen zu schützen“, schreibt er aus dem Gefängnis.

Auch Demirtas kritisiert die unfairen Bedingungen, denen die Opposition in der Türkei ausgesetzt war, und ruft seinen Anhängern Mut zu. „Es ist ein Wunder, dass wir diese Wahlergebnisse mit prinzipientreuer, ethischer Wahlarbeit gegen eine riesige operative Kraft, die den Staat übernommen hat, erreicht haben. In Wirklichkeit gab es keine Wahl, sondern eine große Operation. Der Wahlkampf war von großen Ungleichheiten, Unterdrückung und unglaublichen Lügen geprägt. Wir sind nicht besiegt. Und weil wir nicht besiegt sind, sollte niemand verzweifeln. Gebt niemals auf. Kämpft weiter, weiter, weiter.“

Kilicdaroglu und sein Lager gestehen Niederlage ein

Update vom 28. Mai, 21.20 Uhr: Die Stichwahl in der Türkei scheint entschieden. Kemal Kilicdaroglu hat in einer Pressekonferenz den Sieg von Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan anerkannt. Er akzeptiert seine Niederlage, kritisiert aber das Wahlverfahren insgesamt. „Wir haben das unfairste Wahlverfahren der letzten Jahre erlebt. Alle staatlichen Einrichtungen wurden für eine politische Partei mobilisiert. Bei dieser Wahl hat sich der Wille des Volkes, die autoritäre Herrschaft abzuwählen, dennoch trotz allen Drucks offenbart“, so Kilicdaroglu.

Er warnt vor den vielen Problemen, die nun auf die Türkei zukommen würden. „Ich bin vor allem traurig wegen der Probleme, die das Land jetzt erwarten. Wir werden die Ersten sein, die sich diesen Problemen entgegenstellen“, sagte Kilicdaroglu und ergänzte: „Ich werde weiterhin dafür kämpfen, dass ihr im Wohlstand leben könnt, und dass euch niemand unterdrückt.“ Er beschwört seine Anhänger, den politischen Kampf nicht aufzugeben. „Wir werden weiter kämpfen, bis in unserem Land echte Demokratie herrscht. Ich möchte, dass unsere 25 Millionen Bürger, die für mich gestimmt haben, aufstehen. Unser Kampf geht weiter und wir bleiben hier.“

Update vom 28. Mai, 20.50 Uhr: Der Vorsitzende der türkischen Arbeiterpartei (TIP) Erkan Bas kommentierte ebenfalls die mutmaßliche Niederlage von Kilicdaroglu, den seine linke Partei unterstützt hat. „Der Kampf wird weitergehen. Wir werden unser Volk, unser Land nicht dem Vergnügen von Sultanliebhabern und Geldmachern überlassen. Wir werden unsere organisierte Macht stärken, die Arbeiter vereinen und dieses System der Ausbeutung und Korruption zerstören. Wir werden mit Sicherheit gewinnen.“

Rechte Parteien feiern Erdogan als Sieger

Update vom 28. Mai, 20:40: Ähnlich wie Ogan äußert sich auch Devlet Bahceli von der rechtsradikalen MHP, dem Bündnispartner von Erdogans AKP. „Die türkische Nation hat heute Geschichte geschrieben und mit ihrem Willen ihre ehrenvolle Zukunft geschützt“, sagte er. Bahceli spielt auf vermeintliche internationale Kampagnen an, die auch Erdogan erst jüngst behauptete. „Die Welt hat sich uns vereint entgegengestellt, aber konnten die türkische Nation nicht in die Knie zwingen. Globale Lobbys, Lobbyisten, Manipulatoren, Provokateure, schmutzige Organisationen, Kapitalkreise, Kredithaie, Banker, alle Länder von den USA bis zur EU konnten unser Volk nicht überwinden“, so Bahceli.

Recep Tayyip Erdogan hat die Türkei-Wahl wohl für sich entschieden.

Update vom 28. Mai, 20.20 Uhr: Sinan Ogan, der Kandidat des nationalistischen Lagers, der im ersten Wahlgang den dritten Platz belegt hatte, hat sich ebenfalls zum Ausgang der Wahl geäußert und das Parteienbündnis um Kilicdaroglu scharf angegriffen. „Die Verlierer sind den Terroristen nahestehende Parteien und diejenigen, die ihnen vertrauten. Nun beginnt eine neue Ära, deren Gewinner die türkischen Nationalisten, die Kemalisten, die türkische Nation und die türkische Welt ist“, sagte er. Ogan hatte im Vorfeld der Stichwahl eine Wahlempfehlung für Erdogan abgegeben.

Türkei-Wahl: Erste Siegesrede von Erdogan

Update vom 28. Mai, 19.55 Uhr: Erdogan hat unterdessen in einer Rede in Istanbul seinen Wahlsieg verkündet. „Wir haben die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen mit der Gunst unseres Volkes abgeschlossen. Ich bedanke mich bei meinem Volk“, kommentierte er die vorläufigen Wahlergebnisse. „Heute hat nur die Türkei gewonnen. Wir werden keine Zugeständnisse bezüglich unserer Ziele machen. Wir haben gemeinsam die Tür zum ‚Türkischen Jahrhunderts‘ geöffnet“, sagte er zu seinen Anhängern. „Wir werden dem Vertrauen unseres Volkes würdig sein, so wie wir es in den letzten 21 Jahren waren.“

Update vom 28. Mai, 19.50 Uhr: Erdogan-Herausforderer Kemal Kilicdaroglu hat eine Pressekonferenz um 20.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit angekündigt. Sollte sich der Trend nicht ändern, ist es möglich, dass er bereits dort den Sieg von Recep Tayyip Erdogan anerkennen wird. Laut der neuesten Zahlen der Nachrichtenagenturen Anadolu und Anka führt Amtsinhaber Erdogan in der Stichwahl mit 52,09 beziehungsweise 52,02 Prozent. Über 98 Prozent der Stimmen sind demnach bereits ausgezählt worden.

  • Anadolu: 52,09 Prozent für Erdogan, 47,91 Prozent für Kilicdaroglu
  • Anka: 52,02 Prozent für Erdogan, 47,98 Prozent für Kilicdaroglu

Frustration im Kilicdaroglu-Lager, Glückwünsche an Erdogan

Update vom 28. Mai, 19.27 Uhr: Im Lager von Oppositionskandidat Kilicdaroglu scheint sich Frustration auszubreiten. „Der Trainer, der zwei Fußballspieler wie Ronaldo und Messi auf der Bank warten ließ, ist schuld. Herzlichen Glückwunsch, Recep Tayyip Erdogan“, sagte İbrahim Özkan von der Iyi-Partei in Istanbul. Damit spielt er vermutlich auf Ekrem İmamoğlu und Mansur Yavas an, beide von der CHP, die zugunsten ihres Parteigenossen Kemal Kilicdaroglu auf eine Kandidatur verzichtet hatten. Diese Personaldebatte war im Vorfeld der Wahlen ein Streitpunkt zwischen CHP und Iyi-Partei, die zusammen mit anderen Parteien in einem gemeinsamen Bündnis unter der Führung von Kilicdaroglu gegen Erdogan angetreten sind.

Update vom 28. Mai, 19.01 Uhr: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat seinem türkischen Amtskollegen Erdogan via Twitter zu seinem „unzweifelhaften“ Wahlsieg gratuliert. Auch der katarische Emir Tamim bin Hamad al Thani gratuliert seinem „lieben Bruder“ Recep Tayyip Erdogan zu seinem „Sieg“.

Erdogans AKP wirft der CHP von Herausforderer Kilicdaroglu derweil Wahlmanipulation vor. „Wir sehen, dass sie versuchen, ihre eigenen Daten als die Daten der gesamten Türkei darzustellen. Wir haben alle unsere Stimme abgegeben und werden warten, bis die letzte Stimme ausgezählt ist“, sagte AKP-Sprecher Ömer Çelik.

Präsidentschaftswahl in der Türkei: Erdogan in Hochrechnungen vorne

Update vom 28. Mai, 18.44 Uhr: Die Stimmenauszählung verläuft zugunsten des Amtsinhabers. Auch Anka sieht Erdogan nun vorne. Er führt demnach mit 51,48 Prozent der Stimmen, während sein Herausforderer Kilicdaroglu nur noch auf 48,52 Prozent kommt. Anadolu sieht ebenfalls weiterhin Erdogan vorne mit 52,43 Prozent gegenüber 47,57 Prozent für Kilicdaroglu. Laut beiden Nachrichtenagenturen sind über 94 Prozent der Stimmen ausgezählt.

Erdogan mit leichtem Vorsprung

Update vom 28. Mai, 18.11 Uhr: Noch immer steht kein Sieger in dieser historischen Stichwahl fest. Anadolu sieht Erdogan deutlich vorne mit 53,15 Prozent gegenüber 46,85 Prozent für Kilicdaroglu. Laut Anka führt hingegen Kilicdaroglu mit 50,02 Prozent gegenüber 49,98 Prozent für Kilicdaroglu. Der Abstand zwischen beiden Kandidaten beträgt nur noch 18.000 Stimmen, wie Anka berichtet. Mittlerweile sind über 80 Prozent der Stimmen ausgezählt.

In dieser Stichwahl entscheidend könnten die Stimmen der Auslandstürken sein. Diese werden gegenwärtig in der Handelskammer von Ankara ausgezählt. Berichten zufolge sind dort bereits AKP-Mitglieder und Vertreter der Opposition aneinandergeraten.

Noch kein klarer Sieger der Stichwahl in der Türkei erkennbar

Update vom 28. Mai, 17.50 Uhr: Laut neuester Hochrechnungen sind bereits über 70 Prozent der Stimmen ausgezählt. Die Nachrichtenagentur Anadolu sieht Erdogan mit 54,37 Prozent der Stimmen vorne, währen Kilicdaroglu nur auf 45,63 Prozent kommt. Die Nachrichtenagentur Anka bescheinigt Kilicdaroglu hingegen einen leichten Vorsprung: Er führt demnach mit 50,88 Prozent der ausgezählten Stimmen, Amtsinhaber Erdogan liegt mit 49,12 Prozent knapp dahinter.

Update vom 28. Mai, 17.33 Uhr: Erste Hochrechnungen sind veröffentlicht worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu sind 49,39 Prozent der Stimmen ausgezählt. Sie sieht Amtsinhaber Erdogan mit 56,36 Prozent der Stimmen vorne. Herausforderer Kilicdaroglu kommt demnach nur auf 43,64 Prozent. Laut der Nachrichtenagentur Anka, die von 48,4 Prozent ausgezählten Stimmen spricht, kommt Erdogan auf 51,04 Prozent. Kilicdaroglu sieht sie knapp dahinter bei 50,86 Prozent.

Türkei-Wahl: Stimmenauszählung geht zügig voran

Update vom 28. Mai, 17.12 Uhr: CHP-Sprecher Faik Öztrak hat bei einer Pressekonferenz betont, dass die Ergebnisse der Türkei-Stichwahl schnell feststehen werden. „Wir warnen ganz ausdrücklich davor, vollendete Tatsachen zu schaffen oder mit Balkon-Ansprachen Verwirrung zu stiften”, so Öztrak. nach der ersten Wahlrunde hatte Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan noch vor Bekanntgabe der offiziellen Ergebnisse eine Balkon-Rede vor seinen Anhängern gehalten.

Update vom 28. Mai, 17.08 Uhr: Die Stimmenauszählung zur Stichwahl in der Türkei geht offenbar zügig voran. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden bereits 16,2 Prozent der Stimmen ausgezählt. Die oppositionsnahe Agentur Anka spricht sogar von 17,4 Prozent der Stimmen. Bereits rund eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale waren bereits 3,1 Prozent der Wahlzettel ausgezählt, wie der Nachrichtensender Halk TV berichtete.

Widersprüchliche Angaben zu Zwischenfällen während Stichwahl

Update vom 28. Mai, 16.50 Uhr: Die Parteichefin der Istanbuler CHP kommt denn auch zu einer anderen Einschätzung als der Chef des Hohen Wahlrats. Laut Canan Kaftancioglu habe es „Provokationen in Wahllokalen“ der Metropole gegeben. Das sagte sie auf einer Pressekonferenz kurz nach Schließung der Wahllokale.

Update vom 28. Mai, 16.45 Uhr: Der Chef des Hohen Wahlrats in der Türkei, Ahmet Yener, hat sich zufrieden mit dem Ablauf der Stichwahl gezeigt. „Es gibt keine Unregelmäßigkeit. Alles lief ohne Zwischenfälle“, sagte er in einer Pressekonferenz. Allerdings gab es während der heutigen Stichwahl durchaus Zwischenfälle. So hatte eine Gruppe von rund 30 Männern ein Wahllokal im Istanbuler Stadtteil Kadiköy gestürmt und die Wähler dort angegriffen. Die Polizei musste mit Tränengas und Schlagstöcken eingreifen. Eine Augenzeugin sagte weinend: „Ich will die Türkei solchen Menschen nicht überlassen“.

Staatsanwaltschaft Istanbul geht gegen Erdogan-Kritiker vor

Update vom 28. Mai, 16.28 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Istanbul hat Haftbefehle gegen die Betreiber von Erdogan-kritischen Twitter-Accounts erlassen. Darunter befinden sich reichweitenstarke Accounts wie Haber Report (687.000 Follower), DarkWeb Haber und Solcu Gazet (beide rund eine Million Follower). Grund dafür seien „Falschmeldungen“, die die öffentliche Ordnung störten. Die Türkei ist in diesem Jahr im internationalen Index der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Platz 165 abgerutscht.

Stichwahl in der Türkei ist beendet

Update vom 28. Mai, 16.05 Uhr: Die Wahllokale für die Stichwahl in der Türkei zum Präsidentenamt sind seit 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit geschlossen. Nun beginnt das Warten auf die Ergebnisse. Da dieses Mal nur zwei Kandidaten zur Wahl standen, wird mit einem schnelleren Ende der Auszählung gerechnet als beim ersten Wahlgang.

Türkei-Wahl: Erdogan verteilt Geschenke vor Wahllokal

Update vom 28. Mai, 15.55 Uhr: Amtsinhaber Erdogan und seine Frau gaben ihre Stimmen in einer Schule im
Istanbuler Stadtteil Üsküdar ab. Dort verschenkte er jeweils 200 Türkische Lira, umgerechnet ca. 9,30 Euro, und T-Shirts an Kinder. Nach türkischem Recht ist Wahlwerbung am Tag der Wahl verboten. Vor anwesenden Journalisten sagte Erdogan, diese Wahlen seien einmalig. Nirgendwo gebe es eine Wahlbeteiligung von 90 Prozent. Nach Angaben von Halk TV sollen vor dem Schulgebäude Erdogan-Gegner skandiert haben.

Kemal Kilicdaroglu: Die Geschichte von Erdogans Herausforderer

Kemal Kilicdaroglu führt seit 2010 die kemalistisch-sozialdemokratische CHP an.
Kemal Kilicdaroglu führt seit 2010 die kemalistisch-sozialdemokratische CHP an. Der heute 74 Jahre alte Finanzexperte sollte die Partei nach zwei herben Niederlagen gegen Recep Tayyip Erdogans AKP zu alter Stärke führen. Nun fordert er Erdogan als Präsidentschaftskandidat eines Bündnisses aus sechs Parteien heraus. Umfragen bescheinigen ihm gute Chancen, Erdogan tatsächlich an der Spitze des Staates abzulösen. © Adem Altan/afp
Seit 1974 ist Kemal Kilicdaroglu mit der Journalistin Selvi Kilicdaroglu verheiratet.
Geboren wurde Kemal Kilicdaroglu am 17. Dezember 1948 in Ballica, einem kleinen Dorf im Norden der Türkei. Seit 1974 ist er mit der Journalistin Selvi Kilicdaroglu verheiratet. Vor ihrer Ehe arbeitete sie an der Fakultät für Politikwissenschaft der Universität Ankara. Das Paar hatte drei Kinder, von denen eines im Alter von drei Monaten verstarb. Selvi Kilicdaroglu stammt wie ihr Mann Kemal aus Ballica. © Republican People‘s Party (CHP) Press Service/afp
Kemal Kilicdaroglu kämpft gegen die Türkei
Nationale Berühmtheit erhielt Kemal Kilicdaroglu in der Türkei aufgrund seines Kampfes gegen Korruption. Dabei machte er auch vor Mitgliedern der Regierung nicht Halt. 2008 beschuldigte er Dengir Mir Mehmet Firat, den Stellvertreter Erdogan während eineer Debatte im türkischen Parlament. Mit dabei hatte Kilicdaroglu Dokumente, die die Verwicklungen beweisen sollten. © Adem Altan/afp
Gemeinsam mit seiner Anhängerschaft feiert Kilicdaroglu den Erfolg der CHP in Ankara.
Im Jahr 2011 trat die CHP erstmals unter ihrem neuen Vorsitzenden Kemal Kilicdaroglu bei den Parlamentswahlen in der Türkei an - und feierte einen ersten Erfolg. Die Partei gewann mehr als fünf Prozent dazu und sicherte sich ihren Platz als größte Oppositionspartei hinter Erdogans regierender AKP. Gemeinsam mit seiner Anhängerschaft feierte Kilicdaroglu den Erfolg in Ankara. © Adem Altan/afp
Erdogan und Kilicdaroglu bei einer Beerdigung
Recep Tayyip Erdogan versuchte seinen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu immer wieder in die Nähe zur Terrororganisation PKK zu rücken. Doch Kilicdaroglu ging immer wieder auf Distanz zu der kurdischen Organisation, die er ebenfalls als „Terroristen“ bezeichnete. 2017 besuchte er an der Seite von Erdogan die Beerdigung eines türkischen Soldaten, der in Kämpfen mit der PKK getötet worden war. © Adem Altan/afp
Putschversuch in der Türkei 2016
Am 16. Juli wurde die Türkei von einem Militärputsch erschüttert. Die aufgebrachten Bürger stellten sich den Soldaten in zahlreichen Städten entgegen. Die Welt blickte auch auf Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu. Der stellte sich trotz aller Differenzen hinter Recep Tayyip Erdogan. Der Präsident entkam den Putschisten und der Umsturzversuch wurde schließlich abgewendet. © Adem Altan/afp
Kemal Kilicdaroglu entkommt Anschlag auf Konvoi
Auch Kemal Kilicdaroglu musste in seiner politischen Karriere bereits um sein Leben fürchten. Im Jahr 2016 wurde sein Fahrzeugkonvoi in der Region Artvin von militanten Kurden attackiert. Ein türkischer Soldat wurde getötet, zwei weitere verletzt. Kilicdaroglu konnte unverletzt entkommen. Der Anschlag wurde später mit der PKK in Verbindung gebracht und sorgte für Schockwellen in der türkischen Politik. © Republican People‘s Party (CHP) Press Service/afp
Kemal Kilicdaroglu beim Marsch für Gerechtigkeit in Istanbul
Nach dem Putschversuch und dem PKK-Anschlag bemühte sich Recep Tayyip Erdogan, die Türkei zu einem autoritären Staat umzubauen. Er führte das Präsidialsystem ein, beschränkte die Pressefreiheit und ging gegen zahlreiche Politiker der Opposition vor. Gemeinsam mit seinen Anhängern demonstrierte Kilicdaroglu 2017 mit einem „Marsch für die Gerechtigkeit“ von Ankara bis Istanbul gegen die Verhaftung eines CHP-Abgeordneten. © Ozan Kose/afp
Kemal Kilicdaroglu wird auf einer Beerdigung attackiert
Im Jahr 2019 kommt es erneut zu einem Angriff auf Kemal Kilicdaroglu. Diesmal wird der Oppositionspolitiker auf einer Beerdigung eines Soldaten in Ankara attackiert. Kilicdaroglu erlitt leichte Verletzungen und musste in einem nahe gelegenen Gebäude in Sicherheit gebracht werden. Der Angreifer entpuppte sich im Nachgang als Mitglied der regierenden AKP. © Harun Ozalp/afp
Wahl in der Türkei
Doch Kemal Kilicdaroglu ließ sich nicht von seinem Kurs abbringen. Im Jahr 2023 stehen seine Chancen, Recep Tayyip Erdogan abzulösen, besser als je zuvor. In Umfragen liegt er vor seinem Amtsinhaber. Die CHP könnte nach mehr als 20 Jahren wieder die Regierung in der Türkei stellen. Doch die Entscheidung darüber könnte auch erst am 28. Mai stehen - sollte keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erhalten, kommt es dann zur Stichwahl. © Ozan Kose/afp

Amtsinhaber Erdogan warf Kilicdaroglu „Hassrede“ vor

Update vom 28. Mai, 15.50 Uhr: Die Wahlbeteiligung in der südtürkischen Stadt Gaziantep war wegen regnerischen Wetter zunächst niedrig, verbesserte sich aber bis zum Mittag. „Die Wähler hier und in der Südtürkei im Allgemeinen sind sehr besorgt über die Flüchtlingsfrage“, berichtete ein Korrespondent von Al Jazeera. In einer Rede vor rund 100.000 Anhängern hatte Erdogan zuvor die von der Opposition verbreitete „Hassrede“ verurteilt. Er bezog sich dabei auf die harte Haltung, die Kilicdaroglu vor der Stichwahl gegenüber den zahlreichen syrischen Flüchtlingen im Land eingenommen hatte.

Oppositionskandidat Kilicdaroglu ruft Anhänger zur Stimmabgabe auf

Update vom 28. Mai, 15.00 Uhr: Oppositionskandidat Kemal Kilicdaroglu ruft via Twitter seine Anhänger dazu auf, ihre Stimme abzugeben. „Meine Geschwister, die ihr immer noch nicht gewählt habt. Geht zur Wahl, seid nicht faul, gebt eure Stimme ab. Eure Zukunft ist so nah wie ein Spaziergang“, schreibt er. Der Tweet wurde in etwas mehr als einer halben Stunde über 45.000 Mal geteilt.

Türkei-Wahl: Zweifel an Wahlbeteiligung

Update vom 28. Mai, 13.45 Uhr: In der Türkei gibt es Zweifel darüber, ob die Wahlbeteiligung so hoch wie in der ersten Runde sein wird. Beobachter an Wahlstationen melden, dass heute weniger Wähler als am 14. Mai anwesend sind. Sowohl die Regierung als auch die Opposition befürchten, dass dies ihren Chancen auf einen Wahlsieg schaden könnte. Daher rufen sich Anhänger beider Seiten gegenseitig dazu auf, wählen zu gehen.

Türkei-Wahl: Erdogan und Kilicdaroglu geben ihre Stimmen ab

Update vom 28. Mai, 11.45 Uhr: Die Stimmabgabe in der Türkei dauert an. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein Herausforderer, Oppositionskandidat Kemal Kilicdaroglu, haben in Istanbul ihre Stimmen bei der Stichwahl abgegeben. „In der türkischen Demokratie erleben wir zum ersten Mal eine Wahl mit zwei Runden“, sagte Erdogan. Es gebe kein Land, das eine Wahlbeteiligung von rund 90 Prozent aufweise. Die Türkei hingegen zeige einen „demokratischen Kampf“ mit einer hohen Wahlbeteiligung. Er rief alle türkischen Bürger dazu auf, zu den Urnen zu laufen und ihre Stimmen abzugeben. „Ich bin mir sicher, dass diese Abstimmung heute sehr schnell enden wird“, so der Amtsinhaber.

Türkei-Wahl: Oberste Wahlbehörde erwartet schnelles Ergebnis

Update vom 28. Mai, 11.20 Uhr: Die Stimmabgabe bei der Türkei-Stichwahl läuft im Vergleich zur ersten Runde am 14. Mai erheblich schneller ab. An den Wahlstationen gibt es im Gegensatz zur ersten Runde nur vereinzelt lange Schlangen. Grund ist der kleine und somit übersichtliche Wahlzettel, auf dem nur zwei Kandidaten zu finden sind. In der ersten Runde hingegen mussten die Wähler auch noch im Rahmen der Parlamentswahlen abstimmen. Der entsprechende, separate Stimmzettel dazu war rund ein Meter lang, da insgesamt 24 Parteien an der Wahl teilgenommen hatten.

Türkei-Wahl: Politiker der Regierung und Opposition geben ihre Stimmen ab

Update vom 28. Mai, 10.45 Uhr: Bei den Stichwahlen haben mehrere Politiker bereits ihre Stimmen abgegeben. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu betonte nach seiner Stimmabgabe, man werde jedes Ergebnis nach Auszählung der Stimmen akzeptieren. “Heute ist ein schöner Morgen, unser Volk wird sich für einen schönen Beginn für die Zukunft und den Frieden unseres Landes entscheiden”, so Soylu. Bislang gebe es bei der Abstimmung keine Probleme. Der Justizminister Bekir Bozdag bestätigte ebenfalls, dass es keine Schwierigkeiten gebe. “Die Wahlen laufen mit einer großen demokratischen Reife ab”, erklärte er.

Türkei-Wahl 2023: Stimmabgabe an Wahlstationen beginnt

Update vom 28. Mai, 7.10 Uhr: Die Stimmabgabe bei der Stichwahl in der Türkei hat angefangen. Wähler werden dabei an ihren Urnen aus der ersten Runde am 14. Mai abstimmen. Wahlberechtigte Türken werden ihre Stimmen bis 16 Uhr (17 Uhr Ortszeit) abgeben können. Die ersten Ergebnisse werden nach der Aufhebung der Wahlverbote durch die oberste Wahlbehörde YSK erwartet. Jegliche Wahlkampfauftritte, Wahlpropaganda und Veröffentlichung von Umfragen, beziehungsweise Prognosen zur Wahl werden bei Wahlen in der Türkei 24 Stunden vor Ende der Stimmabgabe verboten.

Türkei-Wahl 2023: Erste Stichwahl in der Geschichte des Landes

Erstmeldung vom 27. Mai: Ankara - Es ist eine historische Premiere für die Türkei. Nur wenige Monate vor dem 100-jährigen Jubiläum der Republik am 23. Oktober 2023 findet erstmals in deren Geschichte eine Stichwahl um das Präsidentenamt statt. Die Stimmen von rund 60 Millionen Wahlberechtigten werden am 28. Mai darüber entscheiden, wer die zwischen Europa und Asien gelegene Regionalmacht in den nächsten fünf Jahren regieren wird. Die Entscheidung wird zwischen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan von der islamisch-konservativen AKP und dessen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu von der sozialdemokratischen CHP fallen.

Den ersten Wahlgang vom 14. Mai 2023 konnte keiner der beiden Kandidaten für sich entscheiden. Weder Erdogan (49,5 Prozent) noch Kilicdaroglu (44,9) konnten die für einen Sieg notwendige absolute Mehrheit auf sich vereinen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Republik Türkei müssen sich die Kandidaten deshalb einer Stichwahl stellen.

Das sind die Ergebnisse des ersten Wahlganges in der Türkei:

  • Recep Tayyip Erdogan: 49,5 %
  • Kemal Kilicdaroglu: 44,9 %
  • Sinan Ogan: 5,2 %

Erdogan führt in den Umfragen zur Stichwahl in der Türkei

Favorit der aktuellen Umfragen zur Stichwahl in der Türkei ist mit wachsendem Abstand Amtsinhaber Erdogan. Ihm kommt zugute, dass Sinan Ogan von der nationalistischen ATA-Partei, der im ersten Wahlgang 5,2 Prozent der Stimmen erreicht hatte, inzwischen eine Wahlempfehlung zu seinen Gunsten abgegeben hat. Er hat seine Anhänger dazu aufgerufen, in der Stichwahl für Erdogan zu stimmen.

Das Wahlverhalten der Auslandstürken in Deutschland

Außerhalb der Türkei konnten rund 3,4 Millionen türkische Staatsangehörige bis Mittwoch (24. Mai) ebenfalls ihre Stimme für die Stichwahl abgeben. Allein in Deutschland, das die größte Gemeinde von Auslandstürken beherbergt, waren 1,5 Millionen Menschen dazu aufgerufen, an der Stichwahl teilzunehmen. Laut ersten Erhebungen war die Wahlbeteiligung höher als beim ersten Wahlgang: 746.000 türkische Wahlberechtigte in Deutschland nahmen die Gelegenheit wahr, für einen der beiden Kandidaten zu stimmen. Bei der ersten Runde waren es 725.000 Menschen.

Wann ist mit Ergebnissen zur Stichwahl in der Türkei zu rechnen?

Erste Ergebnisse zum Duell um die Präsidentschaft werden am Abend des 23. Mai erwartet. Frühestens dann wissen wir, ob Erdogan, der seit 2003 die Geschicke der Türkei bestimmt und bei der letzten Wahl 2018 bereits im ersten Wahlgang 52,6 Prozent der Stimmen gewonnen hatte, für weitere fünf Jahre regieren kann - oder ob er sich erstmals einem politischen Konkurrenten geschlagen geben muss.

Rubriklistenbild: © afp

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