Prunk-Besuch in London: Diese Vermögenden umgarnen Trump im Palast
VonLaura May
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König Charles hat Donald Trump mit einem prunkvollen Empfang geschmeichelt. Die Gästeliste des Banketts gibt Einblick in die Elite westlicher Macht.
London – Wer aktuelle westliche Macht verstehen will, sollte sich den Sitzplan des gestrigen Banketts in Schloss Windsor ansehen. Bei der Gästeliste ging es nicht um Prominenz, sondern um realen Einfluss. Medienbarone, Finanziers und Tech-Mogule wurden vom britischen Königshaus neben Mitgliedern von Trumps Kabinett und hochrangigen Mitarbeitern des Weißen Hauses bewirtet.
Mit dem Abendessen am Mittwoch machte das Vereinigte Königreich einen Kniefall vor den Vereinigten Staaten. Eine Einladung, ganz wie sie US-Präsident Donald Trump gefällt: Prunk, Macht, Elite. Inmitten von polierten Ritterrüstungen und den mehr als 1000 Jahre alten Gemäuern versammelten sich über 150 Personen der Creme de la Creme politischer und wirtschaftlicher Einflussnahme.
Bank of America, Silicon Valley, Fox News – Netzwerktreffen der Eliten in Schloss Windsor
Der britische Premierminister Keir Starmer saß neben dem New Yorker Finanzier und Blackstone-Chef Stephen Schwarzman. Der Vorstandsvorsitzende der Bank of America, Brian Moynihan, saß ebenfalls auf dieser Seite des Tisches. Ebenso der Silicon-Valley-König der künstlichen Intelligenz, Sam Altman, der neben Kemi Badenoch, der Vorsitzenden der britischen Konservativen Partei, saß. Demis Hassabis war anwesend (er leitet DeepMind, das geheime Londoner KI-Labor von Google), ebenso wie Satya Nadella, der Chef von Microsoft, und Marc Benioff, der Mitbegründer von Salesforce. Auch Tim Cook, der Chef von Apple, war Teil der Runde.
Gegenüber von Cook und ein paar Plätze rechts davon saß Medienmogul Rupert Murdoch. Murdochs Platz im Bankettsaal war so weit hinten am Tisch, dass er sich außerhalb des Blickfelds des Präsidenten befand, und dennoch saß er dort und hörte sich eine Rede über Trumps Größe an. (Interessanterweise saß der Zeitungsmagnat neben Morgan McSweeney, dem Stabschef und rechten Mann des Premierministers, der derzeit in den Medien, insbesondere in den Murdoch-Zeitungen, massiv unter Beschuss geraten ist.)
Wirtschaftliche Interessen am Banketttisch des königlichen Empfangs für Donald Trump in Schloss Windsor
Rupert Murdoch - Medienmogul (u.a. Fox News, Wall Street Journal, britische Times)
Stephen Schwarzman - New Yorker Finanzier und Blackstone-Chef
Brian Moynihan - Vorstandsvorsitzender der Bank of America
Sam Altman - Softwareentwickler, CEO von OpenAI
Demis Hassabi - Leiter DeepMind, geheimes Londoner KI-Labor von Google
Satya Nadella - Chef von Microsoft
Marc Benioff - Mitbegründer der Software Salesforce
Tim Cook - Apple-Chef
Das britische Königshaus könnte mit dieser Schmeichelei für Trumps Ego versucht haben, die Position von Großbritanniens Premierministers Keir Starmer bei seinem Treffen mit dem US-Präsidenten am Donnerstag (18. September) zu stärken. Auf Starmers Landsitz Chequers nordwestlich von London wurde ein milliardenschweres Wirtschaftsabkommen zu Technologie und Atomkraft unterzeichnet.
Pharma, Technologie, Künstliche Intelligenz: Beim Trump-Treffen in Schloss Windsor geht es um Geschäfte
Anlässlich des Besuchs von Trump in Großbritannien hatte die US-Investmentgesellschaft Blackstone angekündigt, in den nächsten zehn Jahren 90 Milliarden Pfund (knapp 104 Milliarden Euro) in britische Projekte investieren zu wollen. Zuvor hatten Microsoft und andere US-Technologieriesen Milliardeninvestitionen in die britische KI-Infrastruktur angekündigt. Der britische Pharmakonzern GSK versprach im Gegenzug Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Dollar (25 Milliarden Euro) in den USA.
Starmer verkündete Investitionen im Gesamtumfang von 150 Milliarden Pfund in Großbritannien durch die US-Konzerne. „Arbeitsplätze, Wachstum und Chancen sind das, was ich den Arbeitnehmern versprochen habe, und genau das wird dieser Staatsbesuch liefern“, sagte Starmer. Nach einem bilateralen Gespräch standen ein gemeinsames Mittagessen und im Anschluss eine gemeinsame Pressekonferenz auf dem Programm. Am Abend wollte Trump zurück in die USA reisen.
„Großer König, großer Gentleman“ – Trump schmeichelt Charles
Vor Antritt der Reise hatte der US-Präsident gesagt, er wolle seinen Staatsbesuch im Vereinigten Königreich nutzen, um das beiderseitige Handelsabkommen vom Mai weiter auszuarbeiten. Die USA und Großbritannien hatten Anfang Mai ein Grundsatzabkommen zu Zöllen und zum Handel geschlossen.
Vor seinem Abflug nach Chequers verabschiedeten sich Trump und seine Frau Melania offiziell von König Charles III. Der US-Präsident bezeichnete den Monarchen als „großen König“ und „großen Gentleman“. Am Vorabend hatte Charles III. zu Ehren Trumps ein Staatsbankett auf Schloss Windsor ausgerichtet. (Quellen: New York Times, AFP) (lm)