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Die Nato hält eine Militärübung im Nordosten Polens ab. Frankreich und China befürworten Verhandlungen. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
- Machtwort aus dem Kreml: Russland schließt China als Vermittler aus
- Beim Nachbarland Polen: Ukraine erhöht Radschützenpanzerbestellung
- Verhandlungen mit Moskau: Ukraine unter Umständen bereit für Gespräche mit Russland
- Hier lesen Sie aktuelle Entwicklungen aus dem Ukraine-Konflikt. Die verarbeiteten Informationen zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland oder der Ukraine. Sie lassen sich deshalb in Teilen nicht unabhängig überprüfen.
HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg entnehmen Sie unserem neuen News-Ticker.
Update vom 6. April, 17.00 Uhr: Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko stimmt Emmanuel Macron darin zu, dass keine Nuklearwaffen im Ukraine-Krieg eingesetzt werden sollten, wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet. Diese sollten dem Putin-Vertrauten zufolge allesamt zerstört werden. Gleichzeitig macht Lukaschenko jedoch auch klar: Der ideologische Konflikt zwischen „dem Westen“ und „dem Osten“ werde auch „wenn Waffen niedergelegt werden“ weiter Bestand haben. Genauso forderte er von den USA, Atomwaffen aus europäischen Ländern zu entfernen.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Ukraine-Kreig: Xi und Macron machen sich für „Wiederaufnahme“ von Gesprächen stark
Update vom 6. April, 16.30 Uhr: Chinas Staatschef Xi Jinping und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben zu baldigen Friedensgesprächen für die Ukraine aufgerufen. Ziel sei eine „Wiederaufnahme der Gespräche, so schnell wie möglich, für einen dauerhaften Frieden“, sagte Macron nach einem bilateralen Treffen am Donnerstag in Peking. Xi betonte bei einem gemeinsamen Pressetermin seinerseits, dass Atomwaffen „nicht eingesetzt werden können“. Er verurteilte „Angriffe auf Zivilisten“.
Die beiden Präsidenten hätten ein „offenes und konstruktives Gespräch“ miteinander geführt, das etwa eineinhalb Stunden gedauert habe, teilte der Elysée mit. Xi habe sich dabei auch bereit gezeigt, mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu telefonieren, hieß es in Diplomatenkreisen. Fragen von Journalisten waren bei dem Pressetermin nicht vorgesehen.
Ukraine-Krieg: Kreml schließt China als Vermittler zurzeit aus
Update vom 6. April, 14.23 Uhr: Der Kreml hat eine Vermittlung im Ukraine-Konflikt durch China derzeit ausgeschlossen. China verfüge zwar „zweifellos über ein sehr effektives und überragendes Vermittlungspotenzial“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag (6. April). Doch die Situation mit der Ukraine sei „komplex“, sagte Peskow. „Bislang gibt es keine Aussichten auf eine politische Lösung.“ Derzeit sieht Moskau dem Kreml-Sprecher zufolge „keine anderen Möglichkeiten als die Fortsetzung der „militärischen Spezialoperation“.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte bei seinem Besuch in Peking eine Vermittlerrolle Chinas ins Spiel gebracht. Nach einem bilateralen Treffen riefen Macron und Chinas Staatschef Xi Jinping zu baldigen Friedensgesprächen für die Ukraine auf. Zuvor hatte Macron gesagt, er rechne damit, dass Xi als enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin „Russland zur Vernunft bringen“ werde.
Ukraine-Krieg: Kiew bestellt Radschützenpanzer bei Polen
Update vom 6. April, 13.50 Uhr: Die Ukraine hat eine Bestellung von Radschützenpanzern im Nachbarland Polen von 100 auf 150 Exemplare aufgestockt. Dies kündigte der polnische Regierungssprecher Piotr Müller nach Angaben der Agentur PAP einen Tag nach dem Besuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag in Warschau an. Die Panzer vom Typ KTO Rosomak sollen mit Finanzhilfen der USA und der EU finanziert werden. Dabei handelt es sich um eine Lizenzversion auf Basis des finnischen Militärfahrzeugs Patria AMV.
Zudem gab die Ukraine den Bau von mehr als 50 selbstfahrenden Mörsern des Typs M120 Rak („Krebs“) in Auftrag. Geplant sei zudem die Lieferung von 100 Raketen für Kurzstrecken-Flugabwehrraketensystem. Der Gesamtwert der bisher aus Polen an die Ukraine gelieferten Rüstungsgüter beläuft sich nach Regierungsangaben aus Warschau auf 2,1 Milliarden Euro.
Ukraine-Krieg: Russland rechtfertigt Atomwaffenstationierung in Belarus
Update vom 6. April, 13.14 Uhr: Russland hat die vom Westen kritisierte Stationierung von Atomraketen im Nachbarland Belarus als Reaktion auf die Erweiterung der Nato verteidigt. „Weil wir um unsere Sicherheit fürchten, unternehmen wir natürlich Schritte, um sie zu gewährleisten“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Jedes Mal, wenn sich die westliche Militärallianz auf Russlands Grenzen zubewege, müsse Moskau etwas unternehmen, um die Sicherheitsarchitektur auf dem Kontinent auszubalancieren.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Ende März angekündigt, taktische Atomraketen in der verbündeten Ex-Sowjetrepublik Belarus (ehemals. Weißrussland) aufzustellen. Peskow sagte dazu: „Nicht Russland nähert sich mit seiner militärischen Infrastruktur den Nato-Grenzen. Die Bewegung läuft in die andere Richtung.“
Ukraine-Krieg: Kiew unter Umständen wohl bereit, über die Krim zu verhandeln
Update vom 6. April, 12.00 Uhr: Die ukrainische Führung ist eigenen Angaben zufolge nach einer geplanten Frühjahrsoffensive zu Gesprächen mit Russland über die Krim bereit. „Wenn wir auf dem Schlachtfeld unsere strategischen Ziele erreichen und an die Verwaltungsgrenzen der Krim gelangen, so sind wir bereit, die diplomatische Seite zu öffnen und die Sache zu bereden“. Dies sagte der stellvertretende Chef des Präsidentenbüros in Kiew, Andrij Sybiha, der Financial Times am Donnerstag.
Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj Verhandlungen mit Moskau abgelehnt, solange sich noch russische Soldaten auf ukrainischem Gebiet befinden – inklusive der bereits 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim.
Ukraine-Krieg: Nato übt mit scharfer Munition
Update vom 6. April, 11.00 Uhr: Mehrere hundert Soldaten aus sechs Nato-Staaten haben im Nordosten Polens an einer gemeinsamen Übung der Landstreitkräfte teilgenommen. Im Zuge von „Amber Lynx 23“ (etwa: „Bernsteinluchs 23“) auf einem Truppenübungsplatz bei Orzysz in der Woiwodschaft Ermland-Masuren sollten am Donnerstag (6. April) auch Schussübungen mit scharfer Munition stattfinden.
Dies sei eine Demonstration der Bereitschaft des Bündnisses, die Nato-Ostflanke zu verteidigen, schrieb Polens Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak beim Kurznachrichtendienst Twitter. Organisiert wird das Training für den Ernstfall vom Multinationalen Korps Nord-Ost, das derzeit unter der Führung des deutschen Generalleutnants Jürgen-Joachim von Sandrart steht. Polen grenzt im Osten unter anderem an den Kreml-Verbündeten Belarus und an die Ukraine, die sich seit mehr als einem Jahr gegen eine russische Invasion wehrt. Polen ist seit März 1999 Mitglied des Nato-Verteidigungsbündnisses.
Ukraine-Krieg: Kreml feuert Generaloberst
Update vom 6. April, 10.20 Uhr: Laut britischen Geheimdienstberichten wurde der Kommandeur der Heeresgruppe Ost der russischen Streitkräfte, Generaloberst Rustam Muradow, höchstwahrscheinlich aufgrund der schweren Niederlagen der russischen Truppen in der Ostukraine abgesetzt. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte dies am Donnerstag (6. April) und erklärte, dass dies die bisher höchstrangige Entlassung eines russischen Militärangehörigen im Jahr 2023 sei.
Es sei jedoch wahrscheinlich, dass weitere Entlassungen folgen werden, da Russland seine Ziele im Donbass nicht erreicht hat. Obwohl es in Moskau offiziell keine Informationen zur Entlassung Muradows gibt, hatten russische Militärblogger, einschließlich des kürzlich getöteten kremlnahen Wladlen Tatarski, bereits Ende März über seine Ablösung berichtet.
Ukraine-Krieg: Putin gibt Westen Schuld an Anschlägen
Update vom 6. April, 9.50 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat westlichen Geheimdiensten eine Mitverantwortung für „Terroranschläge“ auf russischem Boden und von Russland besetztem ukrainischen Gebiet gegeben. Es gebe „allen Grund zu der Annahme“, dass Drittstaaten und westliche Geheimdienste „in die Vorbereitung von Sabotage- und Terrorakten“ verwickelt seien, sagte Putin am Mittwoch während einer im Fernsehen übertragenen Sitzung seines Sicherheitsrats.
An der Sitzung des Sicherheitsrats nahmen auch die von Moskau eingesetzten Leiter der ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson teil, deren Annexion Russland im September verkündet hatte. Der Ukraine warf Putin vor, in diesen Gebieten „terroristische Angriffe“ gegen pro-russische Amtsträger und „schwere Verbrechen gegen die dort lebenden Zivilisten“ zu begehen.
Am vergangenen Sonntag war Maxim Fomin, ein bekannter Militärblogger und Unterstützer der russischen Offensive in der Ukraine, bei einem Bombenanschlag in einem Café in St. Petersburg getötet worden. Moskau beschuldigte Kiew und „Agenten“ des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny, an dem Mord beteiligt gewesen zu sein.
Ukraine-Krieg: Erbitterte Straßenkämpfe in Bachmut
Update vom 6. April, 5.40 Uhr: In der ostukrainischen Stadt Bachmut haben sich russische Angreifer und ukrainische Verteidiger in erbitterten Häuserkämpfen bekämpft. Obwohl die russischen Soldaten mit Artillerie und Granatwerfern unterstützt wurden, konnte eine Reihe von Angriffen auf die Industriezone der Stadt von den ukrainischen Einheiten abgewehrt werden, wie die Militärführung in Kiew am Mittwoch mitteilte. Trotz einer personellen Überlegenheit konnte kein Durchbruch der russischen Truppen erzielt werden.
Bereits seit dem Spätsommer versuchen russische Truppen, Bachmut im Gebiet Donezk zu erobern. Der Großteil der Stadt und Teile des Zentrums stehen bereits unter russischer Kontrolle. Allerdings setzen die ukrainischen Einheiten im Westteil der Stadt, in dem ehemals 70.000 Einwohner lebten, ihren hartnäckigen Widerstand fort.
Russland beschießt wahllos Kostjantyniwka – Totalzerstörung droht
Update vom 5. April, 20.40 Uhr: Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB ist in Russland ein ukrainisches Kleinflugzeug abgestürzt. Der Absturz habe sich demnach in der russischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine ereignet. Der ukrainische Pilot habe versucht, auf heimisches Gebiet zu fliehen, aber Grenzschützer hätten ihn gefasst. Die Ursache des Flugzeugabsturzes nahe der Ortschaft Butowsk war zunächst unklar. Das berichtete Russlands staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf den FSB.
Update vom 5. April, 19.37 Uhr: Neben den schon schwer zerstörten Bachmut und Tschassiw Jar könnte auch Kostjantyniwka bald vollständig zur Trümmerlandschaft werden. Einwohner berichten, dass die russischen Streitkräfte scheinbar wahllos öffentliche Gebäude und Wohnhäuser beschießen.
Update vom 5. April, 18.23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki haben einen Vorvertrag über den Kauf neuer polnischer Radschützenpanzer unterzeichnet. „Wir wissen, wie wichtig die Freiheit ist, und deshalb unterstützen wir die kämpfenden ukrainischen Soldaten“, sagte Morawiecki.
Morawiecki hatte vor ein paar Tagen angekündigt, dass die Ukraine hundert Radschützenpanzer bestellen wolle. Der Auftrag wird demnach mit EU-Geldern für Polen und US-amerikanischen Hilfen für die Ukraine finanziert. Der Preis für die Bestellung und der geplante Zeitplan für die Auslieferung der Radschützenpanzer wurden nicht genannt.
Ukraine-Krieg: Situation in schwer umkämpften Stadt Bachmut laut Selenskyj „sehr schwer“
Update vom 5. April, 16.30 Uhr: In der umkämpften ostukrainischen Stadt Bachmut ist die Situation nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj weiter „sehr, sehr schwer“. „Dort wird die größte Zahl verschiedener Waffen wie Artillerie eingesetzt“, sagte der 45-Jährige am Mittwoch in Warschau bei einer Pressekonferenz mit seinem polnischen Kollegen Andrzej Duda. Die Situation hinsichtlich verfügbarer Munition ändere sich täglich und die ukrainischen Truppen kämpften mit unterschiedlichem Erfolg, sagte er. „Doch wir befinden uns in Bachmut und der Feind kontrolliert Bachmut nicht“, unterstrich Selenskyj.
Selenskyj widersprach damit auch jüngsten Äußerungen aus Moskau. Der Chef der in Bachmut kämpfenden Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hatte behauptet, seine Einheiten hätten Bachmut „rechtlich“ eingenommen, weil sie das Gebäude der Stadtverwaltung kontrollierten. „Um so mehr Munition in die Ukraine gelangt, um so schneller werden wir die Lage nicht nur in Bachmut, sondern auf dem ganzen Territorium unseres Staates klären“, sagte Selenskyj.
Ukraine-Krieg: Lukaschenko in Erklärungsnot
Update vom 5. April, 15.00 Uhr: Gemeinsam mit Wladimir Putin will der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko am Mittwoch über seinen „Friedensvorschlag“ diskutieren, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gegenüber der russischen Presse erklärte. Vergangenen Freitag forderte Lukaschenko ein Stopp der „Feindseligkeiten“ sowie eine Beschränkung des Transports von Ausrüstung und Waffen beider Seiten – sowohl Russland als auch die Ukraine lehnten dies ab.
Lukaschenko werde „es wahrscheinlich für notwendig erachten, Klarheit in dieser Angelegenheit zu schaffen. Dann werden sie natürlich ihre Ansichten austauschen“, sagte Peskow.
Ukraine-Krieg: Aufatmen im AKW Saporischschja? Russland stimmt plötzlich Schutzzone zu
Update vom 5. April, 13.20 Uhr: Russland will nach eigenen Angaben die Forderung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach einer Schutzzone um das Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine unterstützen. Moskau sei bereit, an der Umsetzung der Initiative von IAEA-Chef Rafael Grossi mitzuarbeiten, teilte die staatliche russische Atombehörde Rosatom am Dienstag nach einem Treffen ihrer Vertreter mit Grossi in der Ostseeregion Kaliningrad mit. Der Argentinier bemüht sich, mittels einer Pendeldiplomatie zwischen Russland und der Ukraine eine Lösung für das von Moskau besetzte Atomkraftwerk zu erreichen.
Die IAEA versucht seit Monaten, um das Gelände der Nuklearanlage eine Schutzzone einzurichten, um die Gefahr einer atomaren Katastrophe zu bannen. Grossi selbst war bereits zweimal im Kernkraftwerk – zuerst im September letzten Jahres, nun noch einmal Ende März. In der Ukraine sprach er dabei in der vergangenen Woche auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, in Kaliningrad traf er eigenen Angaben nach „hochrangige Vertreter verschiedener Behörden“. Er habe dabei noch einmal auf die Dringlichkeit einer Lösung für das Kraftwerk hingewiesen.
Ukraine-Krieg: Moskau gesteht weitere „Entführung“ eines Jugendlichen
Update vom 5. April, 11.00 Uhr: Bei ihrer jüngsten Pressekonferenz hat die russische Kinderbeauftragte Maria Lwowa-Belowa nach Darstellung Kiews eine weitere „Entführung“ eines ukrainischen Jugendlichen eingestanden (siehe Meldung vom 4. April, 20.40 Uhr). „Diese Geschichte ist das nächste öffentliche Geständnis von Kriegsverbrechen – der Entführung von ukrainischen Kindern!“, schrieb der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinez, in der Nacht zum Mittwoch bei Telegram.
Dabei gehe es um einen 17-Jährigen, der aus dem russisch besetzten Mariupol im Gebiet Donezk in eine Pflegefamilie in Russland gebracht wurde. „Dabei hat das Kind in der Ukraine eine Schwester!“, betonte Lubinez. Zudem sei der Junge an der selbstständigen Heimkehr in die Ukraine gehindert worden. „Faktisch“ in Belarus angekommen, sei der Teenager festgenommen und zurück nach Russland gebracht worden.
Erstmeldung: Kiew – Kremlchef Wladimir Putin hat dem bei einem Sprengstoffanschlag in St. Petersburg getöteten russischen Militärblogger posthum einen Orden verliehen. Die Behörden werten das Attentat inzwischen als Terrorakt und richteten Schuldvorwürfe in Richtung Kiew, aber auch gegen die Opposition im eigenen Land. Im russischen Parlament gibt es schon Pläne, die Gesetzgebung deswegen weiter zu verschärfen.
Ukraine-Krieg: Orden für nationalistischen Blogger
„Für Mut und Kühnheit, die er bei der Erfüllung seiner beruflichen Pflichten demonstriert hat“, werde der - unter dem Pseudonym Wladlen Tatarski bekannte - Blogger Maxim Fomin mit dem Tapferkeitsorden ausgezeichnet, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Dekret von Präsident Putin.
Der ultrarechte Blogger kam am Sonntag bei der Explosion eines Sprengsatzes in einem Café im Stadtzentrum von St. Petersburg ums Leben, zudem wurden mehr als 30 Menschen verletzt. In dem Café wollte Fomin, der selbst die „totale Vernichtung der Ukraine“ gefordert hatte, über seine Erfahrungen als Kriegsreporter im Kampfgebiet im Osten der Ukraine sprechen. Die Behörden haben den ursprünglichen Vorwurf eines Mordanschlags inzwischen auf Terrorismus hochgestuft und eine Tatverdächtige festgenommen. Medienberichten zufolge wurde die junge Frau nach Moskau überstellt.
Nach Darstellung der russischen Führung sind ukrainische Kräfte und die liberale Opposition in Russland um den inhaftierten Kremlkritiker Alexej Nawalny für den Anschlag verantwortlich. Diese bestreiten ihre Teilhaberschaft aber - und sehen vielmehr innerrussische Machtkämpfe hinter der dem Attentat.
Ukraine-Krieg: Russisches Parlament will Gesetzgebung weiter verschärfen
Das russische Parlament, die Staatsduma, plant vor dem Hintergrund des Anschlags nach offiziellen Angaben weitere Gesetzesverschärfungen. „In der nächsten Zeit schlagen wir Änderungen vor, die die Strafen für Terrorismus verschärfen“, schrieb der Chef des Sicherheitsausschusses im Parlament, Wassili Piskarjow, am Montag auf seinem Telegram-Kanal. Die Änderungen beträfen nicht nur Terroranschläge selbst, sondern auch Beihilfe und Terror-Propaganda, kündigte der einflussreiche Abgeordnete der Kremlpartei Geeintes Russland an. Dies sei nötig, um Russland vor der wachsenden Gefahr aus der Ukraine zu schützen, behauptete Piskarjow. Keiner, der einen Anschlag ausführe, plane oder auch nur rechtfertige, dürfe „um die schärfsten Strafen“ herumkommen.
Sowohl die ukrainische Führung als auch das ebenfalls beschuldigte Lager des inhaftierten Kremlkritikers Nawalny weisen die Vorwürfe zurück und sprach von einer False-Flag-Aktion, bei der die Täter absichtlich falsche Spuren gelegt hätten. Als mögliches Motiv wurde neben Machtkämpfen die Schaffung eines Alibis zum Rechtfertigen weiterer Repressionen gegen Regierungskritiker genannt. Der Kreml hat nach dem Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine schon zahlreiche Gesetze verschärft, um Widerstand gegen seine Politik zu unterdrücken.
Selenskyj spricht von schwieriger Reise und Wiederaufbau der Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kommentierte die Vorwürfe aus Moskau nicht. Stattdessen versprach er nach einer Reise in den Norden der Ukraine den Wiederaufbau des durch den russischen Angriff zerstörten Landes. „Die Ukraine wird niemals ein Land der Ruinen sein, egal wie sehr der Kreml davon träumt“, sagte Selenskyj am Montagabend in seiner täglichen Videoansprache. Bei seiner Visite in der Region Tschernihiw wurde der ukrainische Präsident von Deutschlands Vizekanzler Robert Habeck begleitet. Die Altstadt von Tschernihiw soll nach Angaben Selenskyjs den Status des Unesco-Weltkulturerbes erhalten.
Selenskyj berichtete auch über einen Besuch in der Ortschaft Jahidne, wo russische Besatzer vor einem Jahr 300 Bewohner im Keller einer zum Kommandopunkt umfunktionierten Schule als „lebenden Schutzschild“ zusammengepfercht hätten. Wochenlang hätten die Menschen, darunter Alte und Kinder, in der Enge ausharren müssen. Für ihn sei es „eine der emotional schwierigsten Reisen“ gewesen, sagte Selenskyj. Die Verantwortlichen würden mit Sicherheit für Kriegsverbrechen bestraft. „Der Kreml wird sich weder mit seinem Sitz im UN-Sicherheitsrat noch mit seinen Gasleitungen oder sonst etwas decken können“, sagte er.
Ukraine-Krieg: Ukraine verfügt über Abfangjäger für fünf Luft-Brigaden
Militärisch sollen derweil Flugzeuge aus dem Westen zum Sieg der Ukraine beitragen. Das Militär bezeichnete die Übergabe von Kampfflugzeugen des sowjetischen Typs MiG-29 aus Polen als historischen Schritt. „Wir haben jetzt fünf Abfangjägerbrigaden: zwei Brigaden Su-27 und drei MiG-29“, sagte der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ihnat, am Montag im ukrainischen Fernsehen. Dennoch benötige Kiew Flugzeuge westlichen Typs, da die MiG-Jets veraltet seien. Ihnat zufolge könne Russland rund um die Ukraine mindestens das Fünffache der ukrainischen Zahl an Flugzeugen einsetzen.
Vor Polen hatte auch die Slowakei mehrere MiG an den Nachbarstaat geliefert. Die Regierungen in Bratislava und Warschau hatten der Ukraine mehr als ein Dutzend MiG-29 in Aussicht gestellt. (Mit Agenturmaterial)
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