VonPaula Völknerschließen
Nach Söder sagt auch Hessens Regierung der Gendersprache den Kampf an. Gendern mit Sonderzeichen ist künftig nicht nur im Abitur, sondern auch in der Verwaltung verboten.
Wiesbaden – Rund eine Woche nach dem bayrischen Genderverbot zieht die hessische Landesregierung nach. Schon am Mittwoch (27. März) wurde über den Beschluss von Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), das Gendern auf Landesebene in den Ministerien zu verbieten, berichtet. Nun hat die hessische Staatskanzlei die Anordnung offiziell gemacht. Nicht mehr erlaubt sind demnach künftig „verkürzte Formen mit Sonderzeichen wie beispielsweise dem Genderstern, dem Doppelpunkt und dem Binnen-I“, gab die Staatskanzlei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bekannt.
Mit einer neuen Dienstanweisung des Ministerpräsidenten werde für alle Stellen der Landesverwaltung einheitlich festgelegt, wie eine geschlechtergerechte und verständliche Sprache aussehe. Laut Dienstanweisung des hessischen Ministerpräsidenten kann einer geschlechtergerechten Sprache künftig Rechnung getragen werden, indem sowohl die weibliche als auch die männliche Form genannt werden. Auch Umschreibungen, die die Geschlechter nicht ausdrücklich benennen, sind möglich, erläuterte die Staatskanzlei.
Genderverbot in Hessen: CDU kündigte Maßnahme bereits während des Wahlkampfs an
Am Mittwoch (20. März) gab ein Sprecher des hessischen Kultusministers bereits bekannt, dass in Hessen Abiturient:innen in der Abiturprüfung nicht mehr mit Sonderzeichen gendern dürfen. Dies würde künftig als Fehler gewertet.
Die CDU in Hessen hatte ein Verbot von genderneutraler Schreibweise mit Sonderzeichen bereits während des Wahlkampfes angekündigt. CDU und SPD haben sich schließlich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, dass in Schulen, Unis, Rundfunk und Verwaltung nicht mit Sonderzeichen gegendert werden solle.
Bei der neuen Regelung für die Verwaltung habe sich die hessische Landesregierung an den Regeln des Rates für deutsche Rechtschreibung orientiert. Der Rat hat sich im Dezember 2023 dagegen ausgesprochen, Sonderzeichen zum Zweck von genderneutraler Sprache, in das amtliche Regelwerk aufzunehmen.
Kritik von den Grünen: „Ausgerechnet die Partei, die mit ‚Verbote verbieten‘ Wahlkampf gemacht hat“
Kritik an dem Verbot und der Landesregierung kam von den Grünen in Hessen. „Boris Rhein, der den Kulturkampf vergangene Woche auf dem Rücken der Abiturient:innen vorangetrieben hat, weitet das ‚Genderverbot‘ nun auf alle Ministerien aus“, schrieb die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Landtagsfraktion in Hessen, Miriam Dahlke.
Dahlke kritisiert, dass mit der CDU „ausgerechnet die Partei, die mit ‚Verbote verbieten‘ Wahlkampf gemacht hat, die macht das Gendern jetzt zu einem großen Thema und die will nun vorschreiben, wie gesprochen werden darf“. (pav/dpa)
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