Schwarzes Meer

Ukraine zerstört angeblich drei Schiffe an einem Tag – bröckelt die Putin-Blockade?

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Die Ukrainer vermelden einen Schlag gegen Russlands Schwarzmeerflotte. Angeblich gelangen zivile Frachtschiffe durch das blockierte Gewässer.

Sewastopol – Während die Ukraine bald F-16-Kampfjets bekommt und ein politischer Partner von Moskau-Machthaber Wladimir Putin auf dem Balkan um seine Macht bangt, muss Russland auch im Schwarzen Meer offenbar empfindliche Verluste hinnehmen.

Ukraine-Krieg: Schwerer Schlag gegen die russische Schwarzmeerflotte?

„Am vergangenen Tag wurden drei weitere Boote zerstört“, sagte die Sprecherin der ukrainischen Streitkräfte im Süden, Natalija Humenjuk, am Sonntag (20. August) dem Nachrichtensender Channel 24. Die Angabe lässt sich nicht unabhängig überprüfen, wie so viele Informationen im Ukraine-Krieg nicht.

Laut dem amerikanischem Nachrichten-Portal Newsweek deutet sich an, dass zeitgleich immer mehr Frachtschiffe wieder durch das Schwarze Meer gelangen, nachdem der Kreml auf Geheiß Putins Mitte Juli eine angebliche Blockade des riesigen Gewässers zwischen der Ukraine, Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Georgien und der Russischen Föderation angekündigt hatte.

Um welche russischen Schiffe es sich gehandelt haben soll, ließ Humenjuk unerwähnt. Ebenso, wo sich die jeweiligen Angriffe ereignet haben sollen und was dabei zum Einsatz kam, nachdem die Ukrainer die von Russland besetzte Krim eine Woche zuvor mit einer regelrechten Drohnen-Welle überzogen hatten.

Schwarzes Meer: Ukrainer greifen Russen mit Wasserdrohne „Sea Baby“ an

Laut Ukrainska Pravda wurde die russische Schwarzmeerflotte etwa am 13. August auf offener See von mindestens einer ukrainischen Wasserdrohne angegriffen. Dasselbe ukrainische Nachrichtenportal veröffentlichte ein Drohnen-Video zu dem Angriff, das demnach von ukrainischen Sicherheitskreisen stammte (siehe Video oben). Unter anderem ist eine angebliche Explosion an einem Kriegsschiff zu sehen, was sich nicht unabhängig überprüfen lässt.

Es gibt Hinweise darauf, dass es sich auch in diesem Fall um die neuentwickelte Wasserdrohne „Sea Baby“ („Meeresbaby“) gehandelt haben dürfte, deren Existenz der ukrainische Geheimdienst SBU kürzlich bestätigt hatte. Eine einzelne Drohne, die laut Fotos und Videos der Ukrainer einem Jetski gleicht (siehe Tweet unten), soll demnach bis zu 850 Kilogramm Sprengstoff mit sich führen können.

Ein russisches Kriegsschiff nähert sich im Schwarzen Meer dem Hafen von Sewastopol. (Archivfoto)

„Mit diesen Drohnen haben wir kürzlich einen erfolgreichen Angriff auf die Krim-Brücke, das große Angriffsschiff Olenegorski Gornjak und den SIG-Tanker durchgeführt“, zitierte der amerikanische Nachrichtensender CNN auf seiner Website den Chef des ukrainischen Geheimdienstes SBU, Wasyl Maljuk.

Ukraine-Krieg: Russische Marineschiffe werden mit Wasserdrohnen attackiert

Kürzlich wurde die „Olenegorski Gornjak“ (zu Deutsch: Olenegorsker Bergmann), ein 112,5 Meter langes russisches Landungsschiff der Klasse Projekt 775, vor der russischen Schwarzmeerküste von einer Wasserdrohne getroffen und musste Videoaufnahmen zufolge schwer beschädigt in einen Hafen abgeschleppt werden.

Die Kyiv Post zitierte damals eine namentlich nicht genannte Quelle aus den Reihen des ukrainischen Geheimdienstes SBU: „Der SBU führte eine Sonderoperation in der Noworossijsker Bucht durch. Das große amphibische Angriffsschiff ‚Olenegorsky Gornyak‘ wurde dabei beschädigt. Infolge des Angriffs erlitt die Olenegorski Gornjak ein schweres Loch und ist derzeit nicht in der Lage, ihre Kampfaufgaben zu erfüllen. Alle russischen Aussagen über einen abgewehrten Angriff sind falsch.“

Schwarzes Meer: Russische Blockade ukrainischer Häfen offenbart wohl deutliche Lücken

Zu den neuerlichen Angriffen äußerte sich der Kreml bislang nicht. Aber: Wie Newsweek berichtet, schrieb der russische Militärblogger Rybar am Freitag (18. August), dass zum damaligen Zeitpunkt mindestens sechs zivile Frachtschiffe auf dem Weg durch das Schwarze Meer in Richtung Mittelmeer waren, was darauf schließen lasse, dass die russische Marine wohl nicht in der Lage sei, die Blockade des Gewässers aufrechtzuerhalten. (pm)

Rubriklistenbild: © Russian Defence Ministry/Imago

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