Kreml ignoriert wohl Westen

Terror in Russland: Fachleute legen Putins Fehler offen – „Nichts Gutes für künftige Sicherheit“

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Welche Schlüsse zieht er aus dem Terroranschlag? Wladimir Putin hat die Sicherheit der russischen Bürger offensichtlich vernachlässigt.
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Vor dem Anschlag in Moskau gehen US-Warnungen ein. Vergebens. Ist Wladimir Putin das Bild des bösen Westens wichtiger als die Sicherheit der Russen?

Moskau – Wladimir Putin hat Russland in ein Dilemma getrieben. Zumindest die Bevölkerung. Denn mit dem Ukraine-Krieg verbindet er auch das Narrativ, der Westen sei der natürliche Feind seines Landes und habe ihn als Kreml-Chef in die selbsternannte militärische Spezial-Operation regelrecht hineingezwungen. Das alles ist keineswegs neu, aber die indirekten Folgen von Putins Abscheu gegen Nato, EU und vor allem die USA bekamen jüngst unzählige seiner Landsleute zu spüren.

Terroranschlag von Moskau: Experte sieht Beziehungen zum Westen am Tiefpunkt

Bei dem Anschlag auf die Crocus City Hall nahe Moskau starben am 22. März. Mindestens 144 Menschen, als sich offenbar vier Bewaffnete Zugang zur Veranstaltungshalle verschafften und wahllos auf Männer, Frauen und Kinder schossen. Hunderte erlitten Verletzungen. Das Blutbad, das ein afghanischer Ableger des Islamischen Staates mit dem Namen ISIS-K für sich reklamierte, wäre wohl zu verhindern gewesen.

Das betont auch Kevin Riehle. „Der Terroranschlag in der Crocus City Hall zeigt, wie tief die Beziehungen Moskaus zum Westen gesunken sind“, schreibt der Dozent für Nachrichtendienste und internationale Sicherheit an der Brunel University London auf LinkedIn: „Das Vertrauen ist bei Null angekommen. Die Botschaft an die russische Bevölkerung lautet, dass der Westen für den Krieg in der Ukraine verantwortlich sei und daher nichts, was der Westen sagen könnte, für Russland von Wert sein könnte.“

In den Wochen zuvor sollen US-Geheimdienste ihre russischen Kollegen vor einer erhöhten Gefahr gewarnt haben. Am 7. März warnte die US-Botschaft in Moskau, es gebe Berichte über unmittelbar bevorstehende Pläne von Extremisten, die große Versammlungen in der Hauptstadt ins Visier nehmen könnten. Konzerte werden explizit als Beispiel aufgeführt. Die Schüsse gut zwei Wochen später fielen kurz vor dem Auftritt einer Rockband.

Video: Wer ist der IS-Ableger „Provinz Khorasan“?

Putin und die US-Warnungen: „Offene Erpressung, um unsere Gesellschaft einzuschüchtern“

Möglich wurden sie auch, weil Russland offenbar nicht wirklich auf die Warnungen ansprang. Bei einem Treffen mit den Chefs des Sicherheitsapparates wenige Tage vor dem Anschlag sprach Putin in diesem Zusammenhang von „provokativen Äußerungen einiger offizieller westlicher Strukturen“. Diese ähnelten nach Meinung des 71-Jährigen „offener Erpressung und der Absicht, unsere Gesellschaft einzuschüchtern und zu destabilisieren“.

Zwar forderte der frisch im Amt bestätigte russische Präsident die zuständigen Behörden zu erhöhter Wachsamkeit auf, doch richteten die ihre Augen offenbar in die falsche Richtung. Gen Westen? „Der FSB hat seine Prioritäten offensichtlich falsch gesetzt“, moniert Mark Galeotti, ein Experte für Sicherheitsfragen und das historische wie moderne Russland, im Guardian: „Sie haben ihre Ressourcen vor allem auf die Ukraine und die einheimische Opposition ausgerichtet.“ So sei es ihnen von oben vorgegeben worden.

Russland und der Sicherheitsapparat: Mehr Augen für LGBTQ-Gesellschaft als für Terroristen?

Dem Bericht zufolge wurden Tausende Sicherheitsbeamte in die neu eroberten Gebiete in der Ukraine entsendet. Riehle verweist in seinem LinkedIn-Beitrag auf die starke Präsenz von Sicherheitskräften rund um die Beerdigung von Putins Erzfeind Alexej Nawalny. Auch Kritiker von Putins Invasion und Mitglieder oder Unterstützer der LGBTQ+-Gesellschaft müssen sich im ganzen Land in Acht nehmen. Terroristen vor ihrem Anschlag offensichtlich weniger.

Das trügerische Gefühl, von Islamisten ginge keine Gefahr mehr aus, setzte sich anscheinend in den Köpfen der Mächtigen fest. „Alle entspannten sich und es herrschte allgemein das Gefühl, dass es keine ernsthafte Bedrohung mehr gab“, wird ein nicht näher benannter Analyst zitiert, der sich mit diesem Phänomen in Russland befasst.

Plötzlicher Hochsicherheitsbereich: Nachdem die Verdächtigen verhaftet waren (r.), waren rundherum viele bewaffnete Einsatzkräfte zu sehen.

Terroristen in Russland: „Langsame Reaktion für ein solches Land ist schockierend“

So hatten die vier Angreifer nicht nur scheinbar alle Zeit der Welt, um ihre Tat auszuüben und neben den vielen Toten, Sterbenden und Verwundeten auch eine in Feuer aufgehende Veranstaltungshalle zu hinterlassen. Obendrein gelang es ihnen zunächst auch, den Tatort unbehelligt zu verlassen. „Für ein Land mit einem riesigen, weitläufigen Sicherheitsapparat ist diese langsame Reaktion schockierend“, halten die Guardian-Analysten fest.

Die Schützen wurden wenig später ebenso wie einige Hinterleute verhaftet, doch auch dabei offenbarte sich wieder Putins augenscheinlich durch nichts zu brechende Abneigung gegen den Westen. Statt das Bekennerschreiben von ISIS-K ernst zu nehmen, will er eine Spur in die Ukraine erkannt haben. Weil es einfach seine eigene Geschichtsschreibung runder erscheinen lässt?

Womöglich verschließt Putin also vor einer Realität die Augen, weil sie ihm nicht passt, anstatt einen eigenen Fehler einzugestehen, der Hunderte Familien in Russland ins Leid gestürzt hat. Um seine in mehr als zwei Jahrzehnten zementierte Position müsste er sowieso nicht fürchten. Nur über seinen Schatten springen.

Geheimdienst vor Terroranschlag: Laut FSB-Direktor „geeignete Maßnahmen ergriffen“

Sergej Naryschkin, Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, sprach nach dem Anschlag immerhin offen über die US-Warnung. Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet, gab er zu, dass der Föderale Sicherheitsdienst die besagten Informationen erhalten habe. Allerdings seien diese demnach „zu allgemein“ gewesen und hätten es nicht erlaubt, „die Beteiligten vollständig zu identifizieren“.

FSB-Direktor Alexander Bortnikow erklärte zudem, es seien „geeignete Maßnahmen ergriffen“ worden. „Leider wurden unsere Maßnahmen, die wir in Bezug auf bestimmte Gruppen und Einzelpersonen durchgeführt haben, zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt“, bedauerte der General.

Nawalny verlängert die Liste der Opfer Putins – ein Überblick

Alexej Nawalny
Alexej Nawalny war über Jahre der markanteste Kopf der russischen Opposition. Schon früh prangerte der Rechtsanwalt das Machtlager von Präsident Wladimir Putin offen als „Partei der Gauner und Diebe“ an.  © Andrei Zhilin/afp
Wahlen 2012 in Russland: Nawalny protestiert gemeinsam mit Schach-Großmeister Garry Kasparow (l.) für faire Wahlen in Russland – am Ende gewann Wladimir Putin.
Wahlen 2012 in Russland: Nawalny protestiert gemeinsam mit Schach-Großmeister Garry Kasparow (l.) für faire Wahlen in Russland – am Ende gewann Wladimir Putin. © Anatoly Maltsev / dpa
Alexej Nawalny
2013 trat er als Bürgermeisterkandidat in Moskau an und erreichte mit 27 Prozent der Stimmen den zweiten Platz. Später organisierte er Massenproteste im ganzen Land, besonders aber in Moskau. 2018 wollte Nawalny selbst Präsident werden, doch die Justiz schob ihm einen Riegel vor. Wiederholt wurde er wegen Betrugs- und Diebstahlsvorwürfen vor Gericht gestellt und verurteilt. © Kirill Kudryavtsev/afp
Nawalny – damals bereits sozusagen der Superstar der Protestbewegung in Russland – mit seiner Ehefrau Julija, vor Gericht. Nach seinen Protesten kam er damals vorerst frei.
Nawalny – damals bereits sozusagen der Superstar der Protestbewegung in Russland – mit seiner Ehefrau Julija, vor Gericht. Nach seinen Protesten kam er damals vorerst frei. © Valentina Svistunova / dpa
Kreml-Kritiker Nawalny 2017 nach einer Farbattacke vor seinem Büro.
Kreml-Kritiker Nawalny 2017 nach einer Farbattacke vor seinem Büro. © Evgeny Feldman / dpa
Nawalny vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Jahr 2018. Dort war Russland zuvor wegen Festnahmen des Kreml-Kritikers verurteilt worden.
Nawalny vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Jahr 2018. Dort war Russland zuvor wegen Festnahmen des Kreml-Kritikers verurteilt worden. © Jean-Francois Badias / dpa
Ein großes Portrait von Alexej Nawalny mitten in St. Petersburg. Nach nur wenigen Minuten ließ man es wieder überstreichen.
Ein großes Portrait von Alexej Nawalny mitten in St. Petersburg. Nach nur wenigen Minuten ließ man es wieder überstreichen. © Alexander Demianchuk / Imago
Alexej Nawalny
Im August 2020 brach Nawalny bei einer Reise zusammen und fiel ins Koma. Grund war eine Vergiftung mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok, wie Untersuchungen an der Charité in Berlin bewiesen. © Instagram account @navalny/afp
Alexej Nawalny
Im Januar 2021 kehrte Nawalny nach Russland zurück, wo er erneut vor Gericht gestellt und unter anderem wegen angeblichem „Extremismus“ zu 19 Jahren Lagerhaft verurteilt wurde. Im Dezember 2023 folgte die Verlegung in ein Lager hinter dem Polarkreis. Am 16. Februar 2024 starb Nawalny nach Justizangaben in dem Straflager. Er sei nach einem Hofgang zusammengebrochen, teilte die Gefängnisverwaltung mit.  © Vera Savina/afp
Am 16. Februar 2024 kommt überraschend dann die Info aus Russland, Nawalny sei im Strafgefangenenlager gestorben
Am 16. Februar 2024 kommt überraschend dann die Info aus Russland, Nawalny sei im Strafgefangenenlager gestorben. Weltweit wird um den Kreml-Kritiker getrauert. © IMAGO/Vuk Valcic / ZUMA Wire
Jewgeni Prigoschin
Jewgeni Prigoschin war in Russland als skrupelloser Unternehmer mit krimineller Vergangenheit bekannt. Er und Putin kannten sich lange. Als der heutige Präsident noch in der St. Petersburger Stadtverwaltung arbeitete, soll er in Prigoschins Restaurant eingekehrt sein. Deshalb war Prigoschin, der mehrere Jahre wegen Raubs in Haft saß, auch als „Putins Koch“ bekannt. Niemand sonst in Russland traute sich solche Kritik wie Prigoschin © ITAR-TASS/Imago
Jewgeni Prigoschin
Über Monate hinweg legte sich Jewgeni Prigoschin mit der Militärführung in Moskau an. Immer wieder warf der Chef der russischen Privatarmee Wagner dem Verteidigungsministerium und dem Generalstab der Armee vor, Präsident Wladimir Putin zu belügen. Mit einem bewaffneten Aufstand seiner Privatarmee forderte Prigoschin aber auch Putin selbst heraus. © Sergey Pivovarov/Imago
Jewgeni Prigoschin
Nach seinem gescheiterten Aufstand sahen Fachleute den Söldnerchef aber dem Tode geweiht. Kremlchef Putin hatte die Kämpfer um seinen Ex-Vertrauten als Verräter bezeichnet. Tatsächlich starb Prigoschin zwei Monate nach seiner Meuterei gegen die russische Staatsmacht im August 2023 bei einem Flugzeugabsturz in Russland. © Imago
Boris Nemzow
Der Oppositionspolitiker Boris Nemzow galt als einer der schillerndsten und mutigsten Politiker Russlands. Feinde machte er sich vor allem mit seiner Kritik an der Ukraine-Politik von Kremlchef Wladimir Putin. Er wurde zur Galionsfigur der zersplitterten Opposition und galt als Unterstützer der Richtung Westen strebenden Ukraine. © Oxana Onipko/afp
Boris Nemzow
Nemzow wurde im Februar 2015 durch mehrere Schüsse in den Rücken aus einem Auto heraus erschossen. Der Mord wirft noch immer viele Fragen auf. Die EU drängte Russland wiederholt dazu, den Fall weiter aufzuklären. Ein Gericht in Moskau verurteilte 2017 den mutmaßlichen Mörder und vier Komplizen aus dem Nordkaukasus zu langen Haftstrafen. Nemzows Familie beklagte, dass nach den Drahtziehern nie wirklich gesucht worden sei. © afp
Boris Nemzow
In den 1990er Jahren hatte sich Nemzow als liberaler Reformer in Russland einen Namen gemacht. Präsident Boris Jelzin (rechts im Bild) holte ihn einst in die Regierung nach Moskau. Nemzow war zeitweilig auch als Präsidentenanwärter gehandelt worden. „Ich bin liberal, was Wirtschaftsfragen angeht, aber für eine starke Staatsmacht in der Politik“, sagte er einmal. © TASS/afp
Alexander Litwinenko
Der Putin-Kritiker Alexander Litwinenko starb im November 2006 in London nach einem Anschlag mit dem radioaktiven Gift Polonium 210. Einem Untersuchungsbericht zufolge soll ihm das Strahlengift in einem Londoner Hotel in den Tee gemischt worden sein. Unter den Augen der Weltöffentlichkeit siechte Litwinenko tagelang dahin. Vom Krankenhausbett beschuldigte er Putin, hinter dem Anschlag zu stecken. Die britische Justiz sieht es ebenfalls als bewiesen an, dass die Spur in hohe politische Kreise in Moskau führt. Russland weist dies zurück. © Sergei Kaptilkin/dpa
Anna Politkowskaja
Die Journalistin Anna Politkowskaja machte sich als Kritikerin der Kriege in Tschetschenien einen Namen. Die Mitarbeiterin Oppositionszeitung Nowaja Gaseta berichtete über Kriegsverbrechen der russischen Armee und der verbündeten tschetschenischen Gruppen und sprach von einem „schmutzigen Krieg“. Häufig musste sie sich gegen Drohungen wehren. Am 7. Oktober 2006 wurde sie vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen. Politkowskajas Familie vermutet ein politisches Motiv für die Tat.  © Imago
Boris Beresowski
Die Serie von mitunter rätselhaften Todesfällen, hinter denen russische staatliche Stellen vermutet werden, ist noch sehr viel länger. Der Oligarch Boris Beresowski (Mitte) fiel nach dem Machtantritt Putins in Ungnade und floh nach Großbritannien. Am 23. März 2013 wurde Beresowski tot im Bad seines Hauses in Ascot gefunden.  © Shaun Curry/afp
Pawel Scheremet
Im Juli 2016 kam der russische Exil-Journalist Pawel Scheremet in Kiew durch eine Autobombe ums Leben. Scheremet engagierte sich während der Maidan-Proteste 2013/2014 in Kiew aufseiten der prowestlichen Kräfte und wurde später Redakteur beim renommierten Internetportal Ukrainskaja Prawda. © Dmytro Larin/afp
Denis Woronenkow
2017 wurde der abtrünnige russische Abgeordnete Denis Woronenkow auf offener Straße in Kiew erschossen. Auch sein Fall wurde nie aufgeklärt. © ITAR-TASS/Imago
Sergej Magnizki
Sergej Magnizki starb 2009 unter ungeklärten Umständen in einem Moskauer Gefängnis. Angeblich wurde der Anwalt, der nach eigenen Angaben einen Steuerbetrug aufgedeckt hatte, zu Tode geprügelt. Medizinische Hilfe wurde im verweigert.  © HO/Hermitage Capital Management/afp
Baburowa/Markelow
Die Journalistin Anastassija Baburowa und der Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow wurden 2009 auf der Straße in Moskau erschossen. Für die Tat wurden ein Rechtsextremist und eine Komplizin zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten ihre Schuld bestritten. © ITAR-TASS/Imago
Natalia Estemirowa
Die Menschenrechtlerin Natalia Estemirowa wurde 2009 in der Konfliktregion Nordkaukasus erschossen aufgefunden. Mit Berichten über das Verschwinden von Zivilpersonen in dem Gebiet hatte sie sich wiederholt den Zorn der Machthaber zugezogen. © Memorial/afp
Sergej Juschenkow
Eines der ersten Todesopfer war Sergej Juschenkow. Der Duma-Abgeordnete wurde im April 2003 in Moskau erschossen. Juschenkow war der Staatsführung ein Dorn im Auge, wenngleich der Politiker über wenig Macht und Einfluss verfügte.  © Roman Mukhamedzanov/Vremya Novos/afp

Höhere Wachsamkeit in Crocus City Hall: „Wurden vor terroristischen Angriffen gewarnt“

Eine höhere Wachsamkeit wurde auch am späteren Anschlagsort eingefordert. So verweist die Washington Post auf ein YouTube-Interview des russischen Sportjournalisten Dmitry Yegorov mit dem 15-jährigen Islam Khalilov.

Der Teenager, der am Abend des Angriffs in der Garderobe des Konzertsaals arbeitete und zum gefeierten Helden wurde, weil er Dutzenden zur Flucht verhalf, verriet: „Wir wurden gewarnt, dass es terroristische Angriffe geben könnte und wir wurden instruiert, was wir tun sollten und wohin wir die Menschen bringen sollten.“ Außerdem seien die Sicherheitskontrollen verschärft und ausgebildete Hunde zur Unterstützung herangezogen worden.

Dennoch bleiben am Ende nur die immensen Zahlen an Toten und Verletzten. Ebenso die Aufnahmen und Fotos aus dem Inneren, die das Massaker für alle Welt sichtbar machten.

Terrorgefahr in Russland: Experte sorgt sich wegen Abneigung des Westens um Sicherheit des Landes

Ob Putin daraus seine Lehren gezogen hat, wird sich zeigen müssen. Riehle hat da wenig Hoffnung. Der Geheimdienst-Experte listet diverse Terrorattacken oder Gefahrensituationen angefangen mit dem 11. September 2001 auf, bei denen die USA und Russland ihre Informationen austauschten und so noch mehr Blutvergießen verhinderten.

Nun aber sei die Situation eine andere: „Die Regierungen der USA und von Großbritannien haben versucht, ihre Informationen zur Terrorismusbekämpfung weiterzugeben, nur damit der FSB das ignoriert. Das verheißt nichts Gutes für die zukünftige Sicherheit Russlands.“

Genau die scheint Putin aufs Spiel zu setzen. Um seine Geschichte vom guten Russland und dem bösen Westen fortschreiben zu können. (mg)

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