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Stoßen Trump und Vance die EU in den Abgrund? Experte schlägt Alarm – „verachten die Europäer“

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Europa und Deutschland rüsten sich für das potenzielle Ende der Partnerschaft mit den USA. Ein Fachmann befürchtet, dass sich die EU spalten könnte.

Chicago – Beim Eklat im Weißen Haus sprang Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj um wie mit einem ungebetenen Gast, dem der US-Präsident am liebsten direkt die Tür gewiesen hätte. Emmanuel Macron war da wenige Tage davor deutlich besser weggekommen als der ukrainische Präsident. An der Seite von Frankreichs Staatsoberhaupt hatte sich Trump teils bestens gelaunt präsentiert.

Doch auch Macron verfügt offenbar über kein hohes Ansehen beim 78-jährigen Trump. Ein Schicksal, dass er mit vielen Verbündeten teilt – ob nun Deutschen, Briten, Italienern, Spaniern, Polen oder Ukrainern. Davon ist zumindest John Mearsheimer überzeugt. Der US-Politikwissenschaftler der University of Chicago nimmt im Spiegel-Interview Vize-Präsident J.D. Vance gleich mit ins Boot und betont: „Trump und Vance verachten die Europäer.“

Haben beide offensichtlich keine hohe Meinung von Europa: US-Präsident Donald Trump (r.) und sein Vize J.D. Vance scheinen sich von den langjährigen Partnern abzuwenden.

Trump als Europa-Schreck: „Er und Vance verachten die Europäer“

Für den mächtigsten Mann der Welt würden nur zwei außenpolitische Ziele gelten: die Zusammenarbeit mit China einzudämmen und die Beziehungen zu Russland und insbesondere zu Kreml-Chef Wladimir Putin zu verbessern. Letzteres sei ihm in seiner ersten Amtszeit nicht geglückt. Umso mehr dürfte er den Ukraine-Krieg nun als Hürde auf dem Weg zu seinem Ziel wahrnehmen.

Trump und die Nato: „Will Vereinigte Staaten aus der Nato herausziehen“

Dazu passen Aussagen von Trump aus der Vergangenheit, die USA würden ihre Nato-Partner nicht gegen Putin verteidigen, sollten sie ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen. Trump schwebt bekanntlich vor, dass jedes Mitglied des transatlantischen Bündnisses fünf Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Verteidigung steckt. Das erscheint trotz der derzeit anlaufenden Aufrüstung in Europa utopisch – zumal manche Länder nicht einmal das bisherige Nato-Ziel von zwei Prozent erreichen.

Trump dürfte klar sein, dass seine Forderungen kaum erfüllbar sind. Vielleicht geht es ihm nur darum, einen Vorwand zu kreieren, um den lange Zeit wichtigsten Verbündeten langsam „Goodbye“ zu sagen. „Die Trump-Regierung will die Beziehungen zu ihren europäischen Verbündeten grundlegend verändern und die Vereinigten Staaten aus der Nato herausziehen“, ist sich Mearsheimer sicher.

Trump und der Ukraine-Krieg: Europa bekommt Abneigung von J.D. Vance zu spüren

Und Vance? Der sei eben ganz auf Linie seines Chefs im Weißen Haus. Laut dem 77-jährigen Experten sei der Vize-Präsident „seit Langem entschlossen, den Krieg in der Ukraine zu beenden und die Präsenz der USA in Europa massiv zu reduzieren“. Bereits bei seiner aufsehenerregenden Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz hatte der 40-jährige Vance den Europäern deutlich gezeigt, wie wenig er von ihnen hält, wollte ihnen im Grunde Nachhilfe in Demokratie und Meinungsfreiheit geben.

Der alte Kontinent bekommt die Abneigung aus Washington also immer deutlicher zu spüren. Nicht umsonst brachte Macron in seiner Rede an die Nation einmal mehr ins Gespräch, Frankreich könne als atomare Schutzmacht einspringen und seinen Schirm auch über Deutschland und weitere Partner spannen, sollte Trump den Schutz durch die USA beenden.

Sieht das Ende der EU nahen: Der Politikwissenschaftler John Mearsheimer macht sich Gedanken über die Folgen von Donald Trumps Wirken.

Sorgt Trump für das Ende der EU? „Europa als ein Nationalstaat ist eine Illusion“

Geht es nach Mearsheimer, könnte das nur ein Vorgeschmack gewesen sein. Er skizziert ein Szenario, das eine Zeitenwende in den für die EU wäre, wenn Trump sich tatsächlich entschließen sollte, Europa sich selbst zu überlassen.

Der Traum von den Vereinigten Staaten von Europa sei nie Realität geworden, gibt Mearsheimer zu bedenken: „Nun, da sich Amerika zurückzuziehen scheint, werden die zentrifugalen Kräfte in Europa wieder wirksam. Nur die Präsenz der USA, die in Gestalt der Nato für Sicherheit sorgte, hat es ermöglicht, dass Europa aufblüht.“

Experte sieht düstere Zukunft für Europa, wenn USA unter Trump sich zurückzieht

Ohne den großen Bruder aus Übersee, der quasi alles zusammenhält, werde wieder deutlicher, dass die EU-Staaten „neben gemeinsamen viele divergierende Interessen“ hätten. Mearsheimer fasst zusammen: „Nur solange die Europäer mit Amerika zusammenarbeiten und im Grunde tun, was die Amerikaner wollen, kann man überhaupt von Europa wie von einem Nationalstaat sprechen. Aber das ist eine Illusion.“

Steht also auch die EU vor ihrem Ende? Oder sind die verschiedenen Nationen quer über den Kontinent – auch dank der Unterstützung der USA – in diesen Jahrzehnten so eng zusammengewachsen, dass das Bündnis auch künftige Meinungsverschiedenheiten überstehen wird? Sind die Bande mittlerweile fest genug verflochten, um auf dem gemeinsamen Weg auch Schlaglöcher zu überstehen, ohne dass das Rumpeln zum Riss führt?

Trump und Erstarken der Populisten: Politik-Experte sieht Ende der EU als realistisches Szenario

Auch Josef Janning macht sich Gedanken über die Zukunft der EU. In einem Beitrag für das Magazin Internationale Politik schreibt der Senior Associate Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), ein Ende der EU sei erstmals ein realistisches Szenario. Neben der fehlenden Integrationsidee und den erstarkenden populistischen Kräften in Europa nennt er auch die Trump-USA als Grund. Dessen Lager habe einst schon den Brexit gefeiert und EU-kritische Parteien und Regierungen in Europa unterstützt.

Für Washington sei es eben einfacher, gegenüber einzelnen europäischen Staaten aufzutreten, als gegenüber einer geeinten EU. Eine eminent wichtige Rolle in der Zukunft des Staatenbundes sieht Janning in Berlin. „Vieles, wenn nicht alles hängt dabei von Deutschland ab“, schreibt er. Es komme darauf an, wie die deutsche Politik die Lage Europas lese und welche Schlussfolgerungen sie ziehe.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
Donald Trump ist am 20. Januar 2025 als neuer Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. Die Posten in seinem Kabinett sind alle verteilt. Wir stellen vor, wer Trump in die Regierung folgt. © Evan Vucci/dpa
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
J.D. Vance ist Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus gefolgt. Der 40 Jahre alte ehemalige Senator aus Ohio ist einer der jüngsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten. Nach Washington DC hat Vance seine Ehefrau Usha Vance begleitet. Die 38 Jahre alte Anwältin ist die erste „Second Lady“ der USA mit indischen Wurzeln. Das Paar hat die für den Vizepräsidenten vorgesehenen Räumlichkeiten im „United States Naval Observatory“ nahe dem Weißen Haus bezogen. © Alex Brandon/dpa
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
Marco Rubio hat in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernommen. Der 53 Jahre alte Senator aus Florida ist der erste US-Außenminister mit lateinamerikanischen Wurzeln. Rubio trat 2016 gegen Trump bei den Vorwahlen der Republikaner an und musste sich von dem späteren US-Präsidenten als „totaler Witz“ mit einem Schweißproblem beschimpfen lassen. Doch statt sich zu wehren, schluckte der langjährige Senator die Beleidigungen und präsentierte sich als loyaler Anhänger Trumps. In der US-Außenpolitik stellte sich Rubio in der Vergangenheit an die Seite der Ukraine. © IMAGO/Michael Brochstein / SOPA Images
Scott Bessent soll unter Donald Trump den Job des Finanzministers übernehmen
Donald Trumps Nominierung für den Posten des Finanzministers wirkte geradezu langweilig. Scott Bessent übernahm den Job – gegen den Wunsch Elon Musks. Der hatte sich mehrfach gegen die Ernennung des Wall-Street-Experten ausgesprochen. Bessent gilt als international erfahrener Finanzexperte und soll Donald Trump bereits 2016 mehrere Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet haben. In seiner neuen Funktion wird Bessent zahlreiche Wahlversprechen Trumps umsetzen müssen, darunter unter anderem Steuersenkungen, neue Zölle gegen China und die Finanzierung von Projekten wie den geplanten Massenabschiebungen. © DREW ANGERER/AFP
Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden
Eine überraschende Wahl Donald Trumps war die Personalie des Verteidigungsministers. Pete Hegseth war acht Jahre lang als Moderator für Fox News tätig. Als Soldat diente Hegseth im Irak und in Afghanistan. Erfahrung in Regierungsarbeit bringt er aber nicht mit. Doch Hegseth dürfte sich die Nominierung durch Trump mit seiner langjährigen Loyalität verdient haben: Der zweifache Familienvater hält schon seit 2016 zu Trump, als viele den Milliardär noch als politische Witzfigur belächelten. © TERRY WYATT(AFP
Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen
Statt dem ursprünglich von Trump nominierten Matt Gaetz hat Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen. Die 59 Jahre alte Juristin war in ähnlicher Funktion auf bundesstaatlicher Ebene bereits in Florida tätig. 2013 stellte sie dort in dieser Funktion einen Betrugsprozess gegen die Trump University ein. 2016 unterstützte sie Trump im Vorwahlkampf der Republikaner. Er holte die Juristin drei Jahre später in sein Anwaltsteam, das ihn im ersten Amtsenthebungsverfahren vertrat.  © MANDEL NGAN/AFP
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner und hat im Kabinett von Donald Trump den Posten des Innenministers übernommen. Von 2016 an war der ehemalige Unternehmer Gouverneur des Bundesstaates North Dakota.  © IMAGO/Ricky Fitchett
Brooke Rollins soll im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernehmen
Brooke Rollins hat im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen. Die Anwältin stammt aus Texas und war bereits in der ersten Regierung Trumps tätig. Sie gilt als loyale Anhängerin des künftigen Präsidenten und als politische Vordenkerin konservativer Strategien. © MANDEL NGAN/AFP
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala, ist Donald Trump als Handelsminister ins Weiße Haus gefolgt. Der Milliardär war stellvertretender Vorsitzender im Übergangsteam Trumps und regelmäßiger Gast in dessen Luxus-Resort Mar-a-Lago. Laut der New York Times war Lutnick lange Zeit als Mitglied der Demokraten registriert, lief nach der Machtübernahme Trumps im Jahr 2016 zu den Republikanern über. © IMAGO
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und ist unter Donald Trump Arbeitsministerin geworden. Die Personalie war innerhalb der Republikanischen Partei umstritten. Chavez-DeRemer unterhält enge Beziehungen zu mehreren Gewerkschaften in den USA und unterstützte während ihrer Amtszeit mehrere Gesetzentwürfe der Demokraten, darunter auch eine Amnestie für illegal Eingewanderte, die auf dem Arbeitsmarkt integriert sind. © IMAGO/Michael Brochstein
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Impf-Leugner und Verschwörungstheoretiker hervorgetan. Bei der US-Wahl 2024 trat RFK zunächst als unabhängiger Kandidat an, zog sich dann aber aus dem Rennen zurück und unterstützte die Kampagne Donald Trumps. Der versprach dem 70 Jahre alten Kennedy dafür eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik – und nominierte ihn schließlich als US-Gesundheitsminister. © IMAGO/Robin Rayne
Scott Turner, ehemaliger NFL-Profi, soll unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden.
Scott Turner ist unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung geworden. Der ehemalige Profi der American Football League gehörte bereits der ersten Administration Trumps an. Scott ist die erste Schwarze Person im Team des künftigen Präsidenten. Zu Scotts Aufgaben werden unter anderem Programme zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum gehören, außerdem zur Unterstützung von Amerikanern mit geringem Einkommen, zur Verhinderung von Diskriminierung auf dem Markt und zur Förderung der Stadtentwicklung. © ANNA MONEYMAKER/AFP
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy, ist der neue Verkehrsminister in der Trump-Regierung. Duffy bringt politische Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter mit. Seine Nominierung durch Trump dürfte er aber vor allem seiner Präsenz bei Fox News verdanken. Neben zahlreichen Gastauftritten moderierte Duffy gut ein Jahr seine eigene Show namens „The Bottom Line“ auf dem Spartensender Fox Business Network. © IMAGO/Robert Deutsch
Chris Wright
Neuer Energieminister ist Chris Wright. Er soll Trump dabei helfen, Regulierungen abzubauen und so die Ausbeutung der Rohstoffe in den USA voranzutreiben. Trump hat es eigenen Aussagen zufolge vor allem auf Ölfelder in Alaska abgesehen. Burgums Aufgabe ist, als Energierminister Öl-Förderungen in dortigen Naturschutzgebieten zu ermöglichen. © Ting Shen/AFP
Linda McMahon. Die 76 Jahre alte Managerin ist die Ehefrau von Vince McMahon
Eine weitere Fernsehpersönlichkeit, die Donald Trump mit nach Washington DC gebracht hat, ist Linda McMahon. Die neue Bildungsministerin ist die Ehefrau von Vince McMahon. Gemeinsam mit ihrem Mann führte McMahon die Wrestling-Show WWE zu internationalem Erfolg. Das Vermögen des Ehepaars wird laut Forbes auf fast drei Milliarden Dollar geschätzt. Die McMahons gelten als spendenfreudige Unterstützer der Republikaner im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen. Was genau ihre Aufgaben sind, ist nicht ganz klar. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder angekündigt, das Bildungsministerium abschaffen zu wollen. © imago stock&people
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins hat unter Donald Trump den Posten des Ministers für Kriegsveteranen übernommen – ein wichtiger Posten in den USA, wo die Rolle der Umgang mit den eigenen Veteranen ein konstanter Streitpunkt ist. Collins gilt als loyaler Unterstützer Trumps und verteidigte auch dessen Behauptungen zum angeblichen Wahlbetrug in Georgia bei der US-Wahl 2020.  © IMAGO/Robin Rayne
Kristi Noem vor der US-Wahl
Kristi Noem berichtete vor der US-Wahl in einer Autobiografie davon, wie sie ihren Hund wegen Ungehorsams erschossen hatte. Damit löste die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaates South Dakota eine Welle der Empörung aus – und hinderte Donald Trump wohl daran, sie zu seiner Vizepräsidentin zu machen. Dafür war die Republikanerin rund ein Jahr lang als Ministerin für innere Sicherheit Teil des Trump-Kabinetts tätig. Im März 2026 musste sie aber ihren Hut nehmen.  © Samantha Laurey/Imago
Senator des Bundesstaates Oklahoma Mullin
Trump bestimmte zugleich den Nachfolger von Noem: Markwayne Mullin führt mit Wirkung zum 31. März 2026 das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort. Der Senator des Bundesstaates Oklahoma und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Mullin wuchs auf einer Ranch auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. Nun verfügt Trumps Kabinett über einen neuen Kämpfer.  © J. Scott Applewhite/dpa
Der 44 Jahre alte Lee Zeldin
Lee Zeldin ist neuer Direktor der Umweltschutzbehörde. Trump selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Zeldins Aufgabe soll also weniger der Schutz der Umwelt sein. Stattdessen soll der Ex-Abgeordnete laut Trump „für faire und rasche Deregulierung sorgen“. Zeldin bedankte sich für den Posten bei seinem neuen Chef via X und kündigte an, „amerikanische Arbeitsplätze zurückzubringen“. © IMAGO/Matt Bishop/imageSPACE
Russel Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“.
Russell Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“. Erfahrungen hat er bereits als Regierungsbeamter in der ersten Administration von Donald Trump sammeln können. Vought war einer der Autoren des „Project 2025“ und gilt als Hardliner in Sachen Grenz- und Einwanderungspolitik. In der neuen Administration von Donald Trump hat er die Leitung des Büros für Management und Haushalt übernommen. © Michael Brochstein/imago
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten und vertrat den Bundesstaat Hawaii von 2013 bis 2022 im Repräsentantenhaus. 2020 kandidierte sie bei den Vorwahlen der Demokrate. 2022 brach sie mit ihrer Partei und erklärte sich für unabhängig. In den Folgejahren näherte sie sich immer mehr den Republikanern an, bis sie sich vor der US-Wahl 2024 öffentlich für Donald Trump aussprach. Der dankte es der 43 Jahre alte Politikerin jetzt mit einem Amt in seinem Kabinett. Gabbard ist neue Direktorin der Geheimdienste. „Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Tulsi Gabbard für unser Land und die Freiheiten aller Amerikaner“, sagte Donald Trump in einem Statement. © Marco Garcia/dpa
John ratcliffe
John Ratcliffe führt seit Ende Januar den Auslandsgeheimdienst der USA. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas gilt als enger Vertrauter von Trump. Ratcliffe war zuvor Co-Vorsitzender einer konservativen Denkfabrik. In der ersten Amtszeit des Republikaners war der neue CIA-Direktor als Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. © Jemal Countess/AFP
Jamieson Greer
Jamieson Greer ist der neue US-Handelsbeauftragte – eine Schlüsselrolle angesichts von Trumps Vorliebe, hohe Zölle auf ausländische Produkte zu verhängen. Historisch habe der US-Handelsbeauftragte nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden, schreibt die „New York Times“. Unter Trump habe die Rolle aber erheblich an Bedeutung gewonnen.  © Imago
Kelly loeffler
Neue Direktorin der Mittelstandsbehörde ist Kelly Loeffler. Die frühere Senatorin verlor im Januar 2021 die Stichwahl um den Sitz im US-Senat – trotz massiver Unterstützung von Donald Trump. Loeffler ist seit 2004 mit Jeffrey Sprecher, dem Vorsitzenden der New York Stock Exchange, verheiratet. © Imago
Susie Wiles, Spitzname „Ice Lady“, wird unter Donald Trump Stabschefin im Weißen Haus
Ebenfalls dabei ist Susie Wiles. Die sogenannte „Ice Lady“ ist Donald Trumps Stabschefin im Weißen Haus und damit die erste Frau auf dieser Position. Die 67 Jahre alte Politikberaterin leitete den Wahlkampf Trumps bei der US-Wahl 2024. In ihrer neuen Funktion wird sie vor allem dafür zuständig sein, zu regeln, wer Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Doch Wiles hat auf einem wahren Schleudersitz Platz genommen. In seinen ersten vier Jahren Regierungszeit benötigte Trump ganze vier Stabschefs. © Alex Brandon/dpa
Elise Stefanik wird die Vereinigten Staaten von Amerika unter der zweiten Regierung von Donald Trump als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten
Elise Stefanik sollte die USA eigentlich als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten. Doch Donald Trump hat seine Nominierung Ende März überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte er, er wolle nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat im Kongress bei einer Nachwahl an die Demokraten falle. Stefanik ist eine loyale Verbündete Trumps. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte sie zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.  © Annabelle Gordon/Imago

Deutschland und Merz müsse jetzt das Zugpferd in der EU sein

Deutschland muss quasi als Zugpferd agieren. Bleibe die Bundesrepublik passiv, würden auch die anderen Akteure im Wartestand verharren. „Ein unentschlossenes Deutschland lähmt Europa“, fasst Janning zusammen. Sollte Europa daran zerfallen, sei Deutschland zugleich Hauptleidtragender und Sündenbock.

Trump und Vance hätten gegen diese deutsche Doppelrolle vermutlich nichts einzuwenden. Sondern würden sich vielmehr in ihrer Ansicht bestätigt fühlen, dass mit diesem Europa kein Staat zu machen ist. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press Wire

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