Türkei-Wahl

Schlechtes Krisenmanagement wird Erdogan zum Verhängnis – Kilicdaroglu liegt in Umfragen vorne

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Die aktuellen Umfragen für die Türkei-Wahl sehen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu vor Amtsinhaber Erdogan. Das miese Krisenmanagement beim Erdbeben wird zum Problem.

Ankara - Am 14. Mai wählt die Türkei einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament. Das Koalitionsbündnis „Sechser Tisch“ hat sich mit dem Vorsitzenden Kemal Kilicdaroglu auf einen Präsidentschaftskandidaten geeinigt. Die pro-kurdische HDP hat ihre Unterstützung für Kilicdaroglu angekündigt. Die Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan bekommt auch immer mehr Rückendeckung. Zuletzt hat die „Hüda Par“, eine der Terrororganisation „Hisbollah“ nahestehende Partei, Erdogan die Treue bei der Türkei-Wahl versprochen.

Türkei-Wahl: Umfragen sehen Herausforderer Kilicdaroglu vorne

Bei den Umfragen sehen viele Kilicardoglu vor Erdogan. Das Meinungsforschungsinstitut „Aksoy“ sieht den ehemaligen Vorsitzenden der CHP bei 55,6 Prozent und Erdogan bei 44,4 Prozent. Auch die Meinungsforscher von „PIAR“ sehen Kilicdaroglu (57,1 Prozent) vor Erdogan(42,9 Pozent). Beim Meinungsforscher „ALF“ kommt Kilicdaroglu auf 55,1 Prozent und Erdogan auf 44,9 Prozent.

Kemal KilicdarogluRecep Tayyip Erdogan
Aksoy55,6 Prozent44,4 Prozent
PIAR57,1 Prozent42,9 Prozent
ALF55,1 Prozent44,9 Prozent

Türkei-Wahl: Mieses Krisenmanagement nach Erdbeben

Erdogan werden vor allem die Fehler nach dem verheerenden Erdbeben vom 6. Februar zur Last gelegt. Tagelang kamen an vielen Orten keine Rettungskräfte zur Hilfe. Wochen nach der Katastrophe hatten die Menschen immer noch keine Zelte bekommen. Der Rote Halbmond hatte diese an Bedürftige verkauft. Auch die Katastrophenschutzbehörde AFAD viel mit ihren Pannen auf. Zwar gab es vielerorts Baumaschinen, die der AFAD unterstellt waren, aber für die Bergung ihrer Familien mussten die Familien rund 500 Euro pro Stunde zahlen.

Kemal Kilicdaroglu ist Präsidentschaftskandidat der Opposition.

Auch die Wirtschaftszahlen bescheinigen der Erdogan-Regierung Missmanagement. Offiziell liegt die Inflation bei 55, 18 Prozent. Das unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitut berechnet die Inflation dagegen mit 126,91 Prozent. Auch der seit Jahren anhaltende Währungsverfall setzt den Menschen in der Türkei immer mehr zu. Kostete der US-Dollar vor fünf Jahren noch weniger als 5 TL, so kostet er heute knapp 19 TL. Ein Ende des Abwärtstrends ist weiterhin nicht in Sicht.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Depo Photos

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