Typhoon-Jets für Ukraine-Frieden: Briten bieten Hilfe an - doch es gibt Schwierigkeiten
VonHelmi Krappitz
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Großbritannien hat vor, Typhoon-Jets zur Friedensförderung in der Ukraine zu nutzen – doch die Umsetzung und der Zeitpunkt sind derzeit noch Spekulation.
London – Wie es nach dem Ukraine-Krieg weitergehen könnte, ist Thema bei den westlichen Unterstützern der Ukraine. Großbritannien könnte eine Schlüsselrolle bei der Gewährleistung von Sicherheitsgarantien spielen. Im Falle eines Kriegsendes könnte dies sogar die Entsendung von Truppen in das Land einschließen. Das schrieb der britische Premierminister Keir Starmer in einem Gastbeitrag für den Telegraph.
Sein russischer Amtskollege Sergei Lawrow äußerte seine Abneigung gegenüber den Plänen für eine on Europa geführte Friedenstruppe in der Ukraine. Er betonte: „Das Auftauchen von Truppen aus Nato-Ländern unter einer ausländischen Flagge, der Flagge der Europäischen Union oder der nationalen Flagge, ist inakzeptabel.“
Ukraine-Friedenstruppe: Briten wollen mit Typhoon-Jets helfen
Laut Times heißt es in hochrangigen Militärkreisen außerhalb Großbritanniens, dass sich Russlands Position künftig ändern könne. Derzeit diskutieren britische Minister über Wege, Sicherheitsgarantien zu ermöglichen – ohne die Präsenz großer Truppenstärke. Eine hochrangige Regierungsquelle erklärte der britischen Zeitung, dass eine „Luftpolizei“-Mission prinzipiell sinnvoll sei. Allerdings würde sie den Einsatz einer erheblichen Anzahl von Flugzeugen sowie Luftabwehrsystemen erfordern, um die Jets zu schützen.
Theoretisch könnten Dutzende Typhoons in ständiger Alarmbereitschaft stehen, um auf mögliche russische Angriffe zu reagieren, während eine kleinere Friedenstruppe aus Großbritannien und anderen europäischen Staaten vor Ort für Sicherheit sorgt. Eine Times-Quelle deutete darauf hin, dass grenzüberschreitende Angriffe nicht durch Bodentruppen, sondern mithilfe fortschrittlicher Technologie überwacht werden könnten.
Eine von Großbritannien geführte Luftüberwachungsmission könnte sich an den bestehenden Nato-Einsätzen in den baltischen Staaten orientieren. Eine Quelle bei der Royal Air Force News erklärte, dass eine solche Mission realistischer sei als die Einrichtung einer Flugverbotszone. Die Kampfjets könnten in Polen stationiert werden, wobei die Gespräche dazu noch in einem frühen Stadium seien. Die Quelle betonte jedoch: „Wir sind bereit, alles zu tun, was von uns verlangt wird.“
Für eine „Luftpolizei“-Mission wären hochgerüstete und einsatzbereite Kampfflugzeuge erforderlich. Eine vollständige Flugverbotszone hingegen würde bedeuten, dass der Luftraum rund um die Uhr überwacht werden müsste.
Diplomateneinschätzung: Verhandlungen, aber womöglich keine Zugeständnisse Russlands
Ob dies den russischen Präsidenten Wladimir Putin jedoch davon abhalten würde, zu reagieren, bleibt ungewiss. Beim ersten Treffen zwischen dem russischen und US-Außenminister in Saudi-Arabien waren die Ukraine und andere europäische Länder nicht eingeladen. Bei ernstem Verhandlungen über den Ukraine-Krieg seien diese aber miteinbezogen, hieß es von US-Seite.
Europäische Diplomaten vermuten, dass Putin möglicherweise zu Verhandlungen bereit sein könnte, so die Times. Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass er auch zu Zugeständnissen bereit wäre – insbesondere, da er davon ausgehe, die Oberhand zu behalten.
Einige Diplomaten halten die Aufstellung einer UN-Friedenstruppe für eine realistischere Option und vermuten, dass Russland eine solche Initiative eher unterstützen könnte.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Grenzsicherung: Europa hat nicht genügend Bodentruppen
Zudem wächst die Sorge, dass Europa allein kaum in der Lage wäre, genügend Bodentruppen bereitzustellen, um die 1.100 Kilometer lange Grenze zwischen der Ukraine und Russland zu überwachen – selbst falls Moskau zustimmen sollte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, dass Europa ohne die Unterstützung der USA die Sicherheit der Ukraine nicht garantieren könne, um für Putin eine ernsthafte Abschreckung darzustellen. Seiner Einschätzung nach wären mindestens 110.000 ausländische Soldaten nötig, um den Frieden in der Ukraine zu sichern – in der Praxis wäre jedoch eine dreifach größere Truppe erforderlich, um eine kontinuierliche Rotation des Personals zu gewährleisten.
Laut der Washington Post erwägt die EU im Rahmen eines möglichen Waffenstillstandsabkommens den Einsatz einer deutlich kleineren Truppe von etwa 25.000 bis 30.000 Soldaten. Eine ukrainische Militärquelle hielt diese Zahl jedoch für unzureichend, um die Grenze zu Russland effektiv zu sichern. (hk)