Drohnen-Krieg

Ukraine-Drohnenteams effektiv – Putin rekrutiert jetzt in Schulen

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Der neue Typ Soldat: Die Ukraine hat mit ihren FPV-Drohnen offenbar so großen Erfolg, dass jetzt auch Russland ihre Drohnen-Kräfte strukturell neu formieren und aufrüsten will, damit mehr Spezialisten die First-Person-View-Drohnen steuern können (Archivfoto).
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Eine ukrainische Freiwilligen-Einheit postet ein Rekrutierungs-Video; Putin zeigt Ehrgeiz: Er benötigt jetzt offenbar mehr als eine Million neuer Piloten.

Kiew – „Wir werfen Granaten direkt hinein“, schreibt Demian Shevko. Der Autor der New Voice of Ukraine publiziert Kommentare und Filmmaterial der 3. Internationalen Legion der Ukraine – die Freiwilligen erläutern, wie deren Drohnen-Piloten die Invasionstruppen Wladimir Putins auf dem Schlachtfeld verfolgen und angreifen – möglicherweise eine erneute Propaganda-Offensive der Ukraine in Zeiten knappen Personals. Parallel ist die Website der Internationalen Legion geschaltet; Mitmachen funktioniert per Online-Bewerbung.

Das Video ist auf YouTube zu sehen. Ein unbekannter, vermummter Soldat erklärt die offensichtliche Leichtigkeit der Drohnenangriffe. Genutzt würden offenbar Drohnen aus dem Baumarkt oder dem Technik-Handel, die chinesischen Mavic-Drohnen, die zwischen einigen Hundert Euro in ihrer kleinsten Variante bis zu mehreren Tausend für ausgewachsene Modelle kosten. Sie sind wohl mehr oder weniger handelsüblich, und damit führt die Ukraine ihren Krieg.

Ukraine-Krieg-Taktik: Aufklärungsteam lokalisiert die Ziele mithilfe von Zoom und Wärmebildkameras

„Unser Aufklärungsteam lokalisiert die Ziele mithilfe von Zoom und Wärmebildkameras“, erklärt der Drohnen-Pilot im Video. „Dann schicken wir Bomber – mit Sprengstoff beladene Drohnen – los, die das Gebiet filmen und Granaten abwerfen.“ Die Bilder zeigen Sprengkörper über bewaldeten Flecken, aus denen dann Explosionen hochschießen. Der Soldat erzählt, dass die Russen auch keinen Schutz in Gebäuden oder Unterständen fänden, wenn die ukrainischen Drohnen-Piloten nur gut genug seien.

„Jetzt sind wir alle Soldaten, aber unsere Wurzeln sind sehr unterschiedlich. „Einige von uns haben einen Doktortitel. Einige haben einen Masterabschluss. Manche kommen aus der IT-Branche und vielen anderen Branchen. Was uns vor allem eint, ist der Wunsch, diesen Krieg zu gewinnen.“

Mykhailo, Business Insider

Offensichtlich macht die Ukraine nicht nur riesige Fortschritte als Drohnen-Herstellerland, sondern bildet auch einen ganz neuen Typus von Soldaten aus: den Drohnen-Piloten, der nicht nur mit „seiner“ Waffe vertraut sei, wie der Panzerfahrer, der auf seinem eigenen Typ ausgebildet worden ist, sondern ein Soldat, der sich von jetzt auf gleich an neue Situationen und neue Waffentypen einstellen muss – die Ukraine macht offensichtlich aus der Not eine Tugend, was auch das Magazin Business Insider (BI) nahe gelegt hat: „In der Ukraine gibt es Hunderte von Drohnenherstellern, die überall Drohnen aller Art bauen, was dem Land ein chaotisches Arsenal beschert, das an einen umgekippten Werkzeugkasten erinnert“, schreibt BI-Autorin Sinéad Baker.

Dieses aufgezwungene Sammelsurium erfordere, dass die Piloten „eine Art Alleskönner sein müssen, wenn es darum geht, die verschiedenen Drohnentypen und ihre Funktionsweise zu beherrschen, um sie auf dem Schlachtfeld effektiv einsetzen zu können“, erläutert gegenüber dem BI James Patton Rogers. Dem Drohnenexperten der US-Universität Cornell Brooks Tech Policy Institute zufolge sei das ein immenser Vorteil der Verteidiger gegenüber den russischen Aggressoren: Die müssten sich ständig auf neue Typen einstellen und wären in ihren Defensiv-Bemühungen dadurch enorm behindert.

Russlands neue Offensive: Aufbau einer Drohnen-Teilstreitkraft dauert mindestens sechs Monate

Offensichtlich erkennt Russland in den Bemühungen der Ukraine um den Ausbau ihrer Drohnen-Streitkräfte den Handlungsbedarf für eigene Truppen. Laut dem Thinktank Institute for the Study of War (ISW) soll Russlands Präsident Wladimir Putin bereits im November bestätigt haben, innerhalb der russischen Streitkräfte würden die „unbemannten Systeme“ – also Drohnen – in einer separaten Abteilung gebündelt werden – „ein wichtiger Wendepunkt in Russlands Kampagne zur Zentralisierung der Kontrolle über die russischen Streitkräfte, die sich seit 2022 auf inoffizielle und unregelmäßige Ad-hoc-Weise entwickelt haben“, schreibt das ISW.

Dessen Analysten rechnen damit, dass der Aufbau einer Drohnen-Teilstreitkraft mitsamt der entsprechenden Struktur der Streitkräfte sowie einer funktionierenden Logistik so komplex sei um mindestens sechs Monate bis zu einem Jahr zu dauern – das hieße, deren Einsatz können schon innerhalb des Ukraine-Krieges erfolgen. Bisher würden Infanteristen oft gezwungen sein, ihr Sturmgewehr gegen die Drohnen-Steuerung zu tauschen, ohne dass eine Struktur dahinterstecke.

ISW-Autorin Kateryna Stepanenko zitiert Telegram-Beiträge russischer Militärblogger, denen zufolge die ungeplante Formierung von Drohnen- und Spezialeinheiten dazu geführt habe, dass „russische Kompanien nur noch aus 20 Sturminfanteristen und 70 informellen Drohnenbedienern, Signalmännern und Evakuierungsspezialisten“ bestünden. „Ein russischer Militärblogger behauptete, das russische Verteidigungsministerium habe möglicherweise berechnet, dass in einem russischen Angriffsbataillon nur 100 der 300 Soldaten Angriffe durchführen können, und der Militärblogger bemerkte, diese Truppenstruktur sei nicht mit der Fokussierung des russischen Militärkommandos auf ,Fleischwolf‘-Angriffstaktiken vereinbar“, schreibt Stepanenko. Damit hätte sich Russland selbst seiner hauptsächlichen Taktik für Offensiven beraubt.

Der neue Plan: Auch in den besetzten Gebieten rekrutiert Putin offenbar – vermutlich sogar in Schulen

Wladimir Putin hat jetzt auch offiziell die Neuausrichtung propagiert, wie die Tass jüngst veröffentlicht hat: Die russische Regierung müsse die beschleunigte Entwicklung der unbemannten Luftfahrtindustrie sicherstellen, um darin bis 2030 die technologische Führung zu erreichen, schreibt die russische Nachrichtenagentur. Und die Kyiv Post wartet auf mit dem Ergebnis einer „Studie mehrerer technischer Analysezentren und Menschenrechtsorganisationen“, nach dem Russland in den kommenden fünf Jahren rund 1,5 Millionen Drohnenpiloten ausbilden wolle. Dem Bericht zufolge werden das möglicherweise keine bestehenden und lediglich neu trainierten Soldaten sein.

Demnach sollen vom vergangenen Jahr an bis zum Ende der Dekade 1.194.000 Spezialisten ausgebildet und die Zahl der Drohnenausbilder im gleichen Zeitraum von 450 auf 42.800 erhöht worden sein, schreibt Sergii Kostezh. „Diese Zahl ist erschütternd, da sie die Gesamtzahl der russischen Infanterietruppen übersteigt, die derzeit sowohl an der Front als auch in Russland selbst stationiert sind“, so der Post-Autor. Auch in den besetzten Gebieten rekrutiert Putin offenbar seine neuen Drohnen-Piloten, vermutlich sogar in Schulen.

Das jedenfalls legt Kostezh nahe. Dem Bericht entsprechend umfassten die Schulungen von Bedienern von First-Person-View-Drohnen jeweils bis zu 256 Stunden. Darüber hinaus hätten russische Schulen bereits ein Lehrbuch erhalten für die achte und neunte Klasse, das die Grundlagen der Drohnenmontage und -bedienung vermittle, schreibt er. Den ukrainischen Menschenrechtsaktivisten Pawlo Lysjanskyj zitiert er dahingehend, dass Russland für den Schulunterricht 167.000 Drohnen angeschafft und 290 Start- und Landebahnen als Übungsfläche für deren Nutzung habe anlegen lassen.

Selenskyjs Rekrutierung: „Was uns vor allem eint, ist der Wunsch, diesen Krieg zu gewinnen“

Die ukrainische Armee unter dem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj setzt auf weniger manipulativen Methoden, wie der Kiew Independent aktuell über die Drohnenschulen der Ukraine berichtet – dort beginne die Ausbildung an der Waffe erst nach Eintritt ins Militär. „Ich habe mich als Freiwilliger gemeldet und sofort gesagt, dass ich Drohnen fliegen möchte und dass ich das kann“, wie Nazar Zholinsky dem Kyiv Independent gegenüber geäußert hat „Sie stimmten zu, aber dann kam alles anders. Und dann ergab sich diese Gelegenheit, und ich sagte: ‚Hey Leute, ich komme mit, wir fliegen, wir greifen an.‘“ Nazar Zholinsky ist um die 20 Jahre alt, hat vorher Friseur gelernt und mit den Mavics als Hobby zu fliegen begonnen. Die Ausbildungen werden häufig von den privaten Drohnen-Herstellern übernommen, weil die Armee diese Aufgabe kaum leisten kann.

Ich habe versucht, ohne Smartphone zu leben und fast gegen das Gesetz verstoßen

Dumbphone Schlagzeilen
Im Sommer 2024 berichten Medien darüber, dass die Gen Z (zu der ich als Jahrgang 1997 ebenfalls gehöre), angeblich auf Dumbphones, also „dumme Telefone“ ohne Social Media oder Touch-Screen umsteigt. Fast ein Jahr später hält sich das Gerücht über eine Trendwende hartnäckig. Ich kenne niemanden mit einem Dumbphone und will herausfinden: Ist der Hype echt oder nur ein Marketing-Gag? © .
Barbie Flip Phone Box
Im August 2024 spreche ich mit Lars Silberbauer, dem CMO von HMD, einem der größten Hersteller von Dumbphones. Er zeigt mir im Video-Call eines der Klapphandys, die HMD produziert und spricht davon, immer mehr solcher Handys an junge Menschen wie mich zu verkaufen. Im Oktober, wenn das neue Barbie-Flip-Phone erscheine, werde er mir dieses zum Testen zuschicken, verspricht er und hält sein Wort: Ende Oktober halte ich eine pinke Barbie-Box in den Händen. © .
Spiegel Selfie mit Dumbphone
Bis ich es übers Herz bringe, mein iPhone in seine Schachtel zu verbannen, vergehen einige Monate. Am 12. Januar 2025 nehme ich das pinke Barbie-Klapphandy in Betrieb. Ich muss gestehen: Stylisch ist es. Es hat einen Spiegel, macht ein lustiges Klappgeräusch und natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, eine bunte Handykette anzubringen. Am Montag, 13. Januar, wird es dann ernst: Mein Dumbphone-Experiment beginnt. © .
Dumbphone Bild von Straße
Mein iPhone liegt zu Hause und ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Mit dabei nur das Dumbphone, in das ich meine SIM-Karte gesteckt habe. Ich bin gestresst. Die Whatsapp-Broadcast-Nachricht, dass ich eine Woche lang nur per SMS erreichbar bin, hat anscheinend versagt. Am Morgen bekomme ich eine iMessage von einer Freundin auf meinem iPad. Verdammt! Ich antworte ihr, dass sie mir doch eine SMS schreiben soll. Es braucht mehrere Anläufe, bis ich endlich ein lautes „Swooosh“ auf meinem pinken Tastenhandy höre und mir ihre Nummer als Kontakt einspeichern kann. © .
Dumbphone Bild in Tram
Ich habe meine Kontakte anscheinend jahrelang auf meinem Smartphone beziehungsweise in meiner iCloud gespeichert statt auf der SIM-Karte. Klasse. Ich kann eine Woche lang niemanden aktiv anschreiben. Wütend sitze ich in der Straßenbahn. Dann müssen dir halt die anderen schreiben, das werden sie schon hinbekommen, denke ich mir und versuche ruhig zu bleiben. Es werden ja nicht alle iMessage und SMS verwechseln, oder?! © .
Kolleginnen auf der Arbeit
Meine Kolleginnen auf der Arbeit sind jedenfalls begeistert vom Barbie-Klapphandy. „Es sieht so stylisch aus“, sagt meine Kollegin Ines (rechts).  © .
Vanessa ist entzückt vom Geräusch, dass das sogenannte „Featurephone“ beim Zuklappen macht: „Da kann man so richtig dramatisch auflegen!” sagt sie
Vanessa liebt das Geräusch, das das sogenannte „Featurephone“ beim Zuklappen macht: „Da kann man so richtig dramatisch auflegen!” sagt sie und ihre Augen leuchten.  © .
Mittagessen mit Dumbphone fotografiert
Das neue Handy sorgt eindeutig für Gesprächsstoff (und für Fotos). Besonders beim Mittagessen. © .
Dumbphone beim Mittagessen
Weil ich das Gerät aus Versehen noch auf laut habe, tönt bei meiner ersten echten SMS (nicht iMessage, zum Glück) ein lautes „Swooosh” durch den Raum. Ups. © .
Dumbphone im Büro
Nachdem ich mich mit der Technik (die Benutzeroberfläche ist nicht zwar nicht kompliziert, aber ungewohnt) vertraut gemacht habe, regele ich die Lautstärke herunter. © .
Selfie im Büro mit Barbie Flip Phone
Klar, für Spiegelselfies in mieser Qualität ist das Handy auf jeden Fall cool, denke ich mir diese Woche noch öfter und knipse mein Spiegelbild in allen möglichen Situationen. Aber für den Rest? Am ersten Tag stresst mich mein Dumbphone enorm. Bei der Arbeit fällt mir auf, dass ich mich nicht einloggen kann. Der Grund: ich brauche die 2-Faktor-Authentifizierungsapp auf meinem iPhone. „Sch****“, denke ich und rufe mit meinem pinken Klapphandy meinen Partner an. Er arbeitet im Home-Office und muss mein iPhone aus seiner Schachtel holen, um mir den Authentifizierungscode zu schicken. © .
Ist mein Dumbphone-Experiment also schon an Tag eins gescheitert???
Ist mein Dumbphone-Experiment schon an Tag eins gescheitert, frage ich mich auf dem Heimweg.. Ich habe es nicht einmal zwölf Stunden geschafft, mein Handy ausgeschaltet liegen zu lassen. Zum fünften Mal an diesem Tag bin ich genervt. Was für ein Fail.  © .
Zugfahrt mit Dumbphone
Während ich nachdenklich mit der Tram nach Hause fahre, höre ich YouFM. Podcasts oder Playlists – Fehlanzeige. Spotify gibt es auf einem Dumbphone natürlich nicht. Nur mit der Radio-App kann ich etwas hören, um mich zu entspannen. Ich muss jedoch meine alten Kabel-Kopfhörer mit Klinkenstecker benutzen. Meine Bluetooth-Kopfhörer lassen sich mit dem Barbie-Phone zwar verbinden, aber nicht, während das Radio läuft.  © .
Skyline Frankfurt mit Featurephone fotografiert
In den kommenden Tagen gewöhne ich mich ein wenig an meine Radio-Beschallung mit Kabel-Kopfhörern. Ich fotografiere schöne Skylines und Sonnenuntergänge und schreibe mit einer Handvoll Menschen SMS. Eigentlich nur mit denen, die ich diese Woche treffe, zum Beispiel zum Sport oder zum Abendessen. Für andere Konversationen habe ich keine Energie. Ich habe völlig vergessen, wie anstrengend das Tippen mit einem Tastenhandy ist. Ich brauche ewig für ein einfaches „Hey, wie gehts?“, weswegen ich nette Grußworte ab Tag eins weglasse . Da ich keine Emojis schicken kann, muss ich für meine Freunde wie die griesgrämigste Person klingen.  © .
Sonnenuntergang mit Featurephone fotografiert
Da ich mich auf der Arbeit nicht ohne meine 2-Faktor-Authentifizierungsapp einloggen kann, habe ich mein „smartes“ Handy ab dem zweiten Tag meines Experiments zusätzlich dabei. Wie blöd ist das eigentlich: Mit zwei Handys herumlaufen und keines davon funktioniert richtig, denke ich mir zwischenzeitlich. © .
S-Bahn in Frankfurt mit Dumbphone fotografiert
Als ich mich nach der Arbeit am Dienstag auf den Weg zum Yoga mache, steige ich mit beiden Handys in die S-Bahn. Gedankenverloren sitze ich im leeren Zug, als zwei Mitarbeitende der RMV zwei Türen weiter vorne auftauchen. Mein Herz setzt einen Moment aus. Ich bekomme schwitzige Hände.  © .
Ausversehen fast Schwarz gefahren in S-Bahn beim Dumbphone-Experiment
„Sch****”, denke ich. Mein Deutschlandticket ist in meiner RMV App. Und die funktioniert normalerweise nur mit Internet. Was ich nicht habe, da meine SIM-Karte ja in meinem Featurephone steckt. Wenn ich deswegen jetzt gegen das Gesetz verstoße und 60 Euro Strafe zahle, wer übernimmt dann die Kosten? © .
Dumbphone-Experiment Ticketkontrolle
Meine Gedanken rasen. Wurde ich im Januar schon mal kontrolliert und musste mein Ticket vorzeigen? Wenn ja, dann würde mich das retten. Mit zittrigen Händen öffne ich die App und hoffe, dass ich das Online-Ticket für diesen Monat schon einmal geladen habe.  © .
Dumbphone-Experiment Yoga-Studio
Und tatsächlich. Es lädt. Ich habe nicht gegen das Gesetz verstoßen. Aber es war knapp. Immer noch angespannt komme ich beim Yoga an und muss schon wieder mein iPhone zücken – um mit meiner Fitness-App einen QR-Code zu scannen. Da ich kein mobiles Internet habe, merke ich, wie mein Puls schon wieder schneller wird. Der Yogalehrer gibt mir den WLAN-Code des Studios: „Aber nur ausnahmsweise“, sagt er. „Normalerweise ist bei uns Digital Detox.“ © .
Dumbphone-Experiment Restaurant
Nach dem Yoga gehe ich mit einer Freundin essen und mache – KLAR – ein Spiegelselfie auf der Damentoilette. © .
Dumbphone-Experiment Restaurant
Ach so, auf diesem Bild ist ein ziemlich leckerer Hummus-Teller zu sehen. Eigentlich. Kerzenlicht und Dumb-Kameraqualität sind keine gute Kombi. © .
Spiegelselfies in der Bahn mit Dumbphone
Die restliche Woche dümpelt so vor sich hin. Ich mache noch einige Spiegelselfies in der Bahn… © .
Aufzugselfie mit Klapphandy
…oder im Aufzug nach der Arbeit auf dem Weg zum Sport.  © .
Dumbphone-Experiment Blick aus dem Fenster
Am Mittwoch und Donnerstag genieße ich das Dumbphone-Experiment zum ersten Mal. Vor allem, dass ich auf keine Nachricht im Gruppenchat antworten und keine Podcast-verdächtig lange Sprachnachricht anhören muss. Hach... schön.  © .
Frankfurter Wolkenkratzer
Stattdessen fotografiere ich Frankfurter Wolkenkratzer… © .
Workout mit Featurephone fotografiert
…und mein Workout im Fitnessstudio, bei dem ich auch nur Radio hören konnte. (Nach einer Woche wird das übrigens echt langweilig, denn jeden Tag läuft mindestens zweimal „Beggin” von Madcon oder „I believe” von Kamrad.) © .
Obligatorisches Spiegelselfie in der Fitnessstudio-Umkleide.
Obligatorisches Spiegelselfie in der Fitnessstudio-Umkleide. © .
Digital Detox auf Dachterasse
Nach dem holprigen Wochenstart genieße ich das Digital Detox. Nicht auf Instagram zu scrollen ist befreiend. Zum Beispiel kann man den Kaffee auf der Dachterrasse ohne Ablenkung genießen. © .
Was ich in meinem Dumbphone-Experiment gelernt habe
Was ich in meinem Dumbphone-Experiment gelernt habe: Kein Smartphone zu benutzen, keine offenen Chats zu haben, keine Push-Benachrichtigungen zu bekommen – das ist vor allem eine Entlastung für mein Gehirn.  © .
Aber es ist auch eine ganz schöne Umstellung. Zum Beispiel kann ich nicht mal kurz nachschauen, wann eine bestimmte Bahn kommt und wo ich umsteigen muss. Ich muss mir Abfahrtszeiten merken und das klappt ehrlicherweise nicht sehr gut.
Aber es ist auch eine Umstellung. Zum Beispiel kann ich nicht nachschauen, wann eine bestimmte Bahn kommt und wo ich umsteigen muss. Ich muss mir Abfahrtszeiten merken und das klappt ehrlicherweise nicht sehr gut. © .
Auch auf digitale Einkaufszettel im Supermarkt oder meine Rewe-App, mit der ich normalerweise Punkte sammele, muss ich während meiner Woche ohne Smartphone logischerweise verzichten.
Auch auf digitale Einkaufszettel im Supermarkt oder meine Rewe-App, mit der ich normalerweise Punkte sammele, muss ich während meiner Woche ohne Smartphone verzichten.  © .
Spiegelselfie in Supermarkt
Auf Spiegelselfies zum Glück nicht. © .
Ubahn Fail mit Dumbphone
Am Freitagabend bin ich mit Freunden zum Bouldern verabredet. Ich suche mir die Zugverbindung zur Boulderhalle kurz vor Feierabend auf meinem Arbeitsrechner heraus. Schaue kurz drauf und muss dann los, weil ich zu spät dran bin. In der U-Bahn fällt mir auf einmal auf: Ich habe mir nur die Linien gemerkt, aber nicht die Haltestellen, an denen ich um- und aussteigen muss. © .
Mein Gehirn muss sich erst wieder daran gewöhnen, sich Dinge ohne Smartphone zu merken.
Erschreckend, dass mein Gehirn sich wohl erst wieder daran gewöhnen muss, sich solche Dinge zu merken. In der Bahn bleibt mir nichts anderes übrig, als meinen Partner anrufen und ihn zu bitten, die Verbindung für mich nachzuschauen. Im Kopf wiederhole ich nach dem Telefonat die Haltestellen, an denen ich um- und aussteigen muss... © .
Irgendwann habe ich es in die Boulderhalle geschafft. Und das Gute ist: Ich kann das erste Mal Fotos machen, da ich mein normales Handy sonst immer im Schließfach lasse.
...und schaffe es tatsächlich zur Boulderhalle. Belohnt werde ich damit, dass ich zum ersten Mal Fotos von mir und meinen Freunden machen kann, da ich mein normales Handy sonst immer im Schließfach lasse. © .
Bouldern mit Dumbphone
Das einzige, was meine Stimmung trübt: Irgendwann ist der Handyspeicher des Barbie-Flip-Phones voll. Komisch, ich benutze das Handy ja erst seit vier Tagen, denke ich und lösche einige völlig verschwommene Bilder. Meine Freunde fotografieren mich beim Bouldern – als wir zurückfahren, bin ich froh, dass sie die Zugverbindung heraussuchen. © .
Was ein viel besseres Gefühl ist, als mit Dumbphone herumzulaufen.
Am Wochenende hat mein Partner Geburtstag. Wir verbringen den Tag zusammen in der Therme und mein „dummes Handy” beachte ich dabei nicht. An den letzten beiden Tagen meines Selbstexperiments verhalte ich mich so, als hätte ich gar kein Mobiltelefon. Und das ist ehrlicherweise ein noch viel besseres Gefühl, als mit Dumbphone. © .
Fazit Dumbphone-Experiment.
Ich ziehe ein klares Fazit aus meinem einwöchigen Experiment. Hat es mir gezeigt, wie gut es tut, auf Social Media und digitale Kommunikation zu verzichten? JA. Hat es sich cool angefühlt, mit einem pinken 2000er-Klapphandy herumzulaufen? JA. Aber: Niemand braucht ein Dumbphone, um weniger Zeit online zu verbringen. Das ist Geldverschwendung und nervt spätestens dann, wenn zwei Geräte in der Tasche gegeneinander klappern. Viel einfacher ist es, das Handy einfach wegzulegen, auf Flugmodus zu schalten oder gar Social Media-Apps zu löschen. Aus Versehen ohne digitales Deutschlandticket unterwegs zu sein, ist vor allem eines: Stress. Und das kann ja nicht der Sinn von Digital Detox sein, oder? © .

Andere Drohnen-Bauer beziehungsweise Drohnen-Piloten waren im Zivilen Investmentbanker oder IT-Marketingberater, wie beispielsweise die zu den Bodentruppen gehörenden Kämpfer der Einheit Aeroroswidka, die bereits 2014 zur Zeit der Krim-Annexion gegründet worden war. Wie das Drohnen-Portal The Droning Company sei Aeroroswidka eine für das Militär arbeitende Nichtregierungsorganisation, die bis zu 20 Stunden pro Tag Kampf- und Aufklärungseinsätze fliege.

Die Motivation stellte bereits zu Beginn des Ukraine-Krieges deren Vorstandsmitglied und Kommunikationsleiter gegenüber dem Business Insider klar. „Jetzt sind wir alle Soldaten, aber unsere Wurzeln sind sehr unterschiedlich“, sagte „Mykhailo“. „Einige von uns haben einen Doktortitel. Einige haben einen Masterabschluss. Manche kommen aus der IT-Branche und vielen anderen Branchen. Was uns vor allem eint, ist der Wunsch, diesen Krieg zu gewinnen.“

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