Update, 9. Dezember, 5.37 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Spitzen der EU und Nato über den Stand der Gespräche mit den USA zu einer möglichen Friedenslösung im Krieg mit Russland informiert. „Unsere Positionen sind in allen Fragen aufeinander abgestimmt. Wir handeln koordiniert und konstruktiv“, teilte er nach den Gesprächen auf der Online-Plattform X mit. Neben Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte er sich auch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa getroffen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Zuvor hatte Selenskyj in London Gespräche mit den Staats- und Regierungschefs der E3-Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) geführt. Nach diesem Treffen teilte er mit, Gebietsabtretungen an Russland - ein zentraler Punkt aus dem US-Plan für ein Ende des Ukraine-Kriegs - kämen für ihn nach wie vor nicht infrage. Eine überarbeitete Fassung des Plans soll Selenskyj zufolge bis zum heutigen Dienstag (9. Dezember) an Washington übermittelt werden.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 21:56 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bekannt gegeben, dass die Rückführung entführter ukrainischer Kinder und der Austausch aller Kriegsgefangenen im überarbeiteten 20-Punkte-Friedensplan für den Ukraine-Krieg enthalten sind. Der ukrainische Staatschef reagierte damit auf Fragen zu US-Senatsanhörungen, bei denen Senatoren betont hatten, dass Abkommen mit Russland ohne Garantien für die Kinderrückführung inakzeptabel seien.
Update, 20:13 Uhr: Die europäischen Partner haben sich Wolodymyr Selenskyj zufolge auf ein Paket von Sicherheitsgarantien für die Ukraine geeinigt, allerdings nicht auf die exakten Maßnahmen. Diese müssten noch geklärt werden. Entsprechende Sicherheitsgarantien sollen demnach greifen, falls Russland nach einem Waffenstillstand das Nachbarland erneut angreift. Das sagte der ukrainische Präsident auf einer Pressekonferenz, berichtet die Ukrainska Pravda.
Weiter erklärte Selenskyj: „Die stärksten Sicherheitsgarantien, die wir bekommen können, kommen von den USA.“ Es dürfe sich aber nicht „um leere Versprechungen, sondern um rechtlich bindende, vom US-Kongress genehmigte Garantien“ handeln.
Russische Gelder für die Ukraine: Starmer will Belgien überzeugen
Update, 19:08 Uhr: Der britische Premierminister Keir Starmer betonte, ein Waffenstillstand im Ukraine-Krieg müsse fair und dauerhaft sein. Daher will er am Freitag den belgischen Regierungschef Bart De Wever in London empfangen. Belgien hat eine Schlüsselposition bei der Frage, ob in Europa eingefrorene russische Vermögenswerte an die Ukraine weitergereicht werden können, weil dort ein Großteil des russischen Geldes liegt. Bisher stellt sich die Regierung in Brüssel jedoch quer. Jetzt könnte London versuchen, Bewegung in die Sache zu bringen.
Nach Ukraine-Gesprächen in London: Neue Treffen bereits in Planung
Update, 18:02 Uhr: Nach dem Treffen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Macron und dem britischen Premier Starmer in London hat die französische Präsidentschaft weitere Beratungen in den nächsten Tagen in Aussicht gestellt. Die Begegnung habe es ermöglicht, „die gemeinsame Arbeit an dem US-Plan fortzusetzen“, hieß es aus dem Elysée-Palast.
Der US-Plan solle „mit den europäischen Beiträgen in enger Abstimmung“ mit Kiew „vervollständigt“ werden, hieß es weiter. Die Arbeit werde derzeit „im Austausch zwischen Europäern, den USA und den Ukrainern“ von den nationalen Sicherheitsberatern vollendet, um „die Übereinstimmung in den nächsten Tagen zu stärken“.
Nach London-Treffen: Selenskyj bedankt sich bei Partnern für Ukraine-Unterstützung
Update, 17:11 Uhr: Der ukrainische Präsident hat sich nach dem Treffen mit der E3-Gruppe für deren Unterstützung im Ukraine-Krieg bedankt. „Die Gewährleistung echter Sicherheit ist immer eine gemeinsame Herausforderung und erfordert gemeinsame Anstrengungen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!“, schrieb Selenskyj in einem Beitrag auf X. Dazu teilt der ukrainische Staatschef ein Bild von ihm mit Emmanuel Macron, Keir Starmer und Friedrich Merz.
Update, 16:32 Uhr: Die USA drängen bei den Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg offenbar weiter auf eine Aufgabe des Donbass durch Kiew. Ein hochrangiger europäischer Beamter berichtet gegenüber Politico, dass Washington darauf besteht, die Ukraine müsse die Region „so oder so“ verlassen, obwohl sich noch 30 Prozent in ukrainischer Hand befinden. „In der Territorialfrage sind die Amerikaner ganz einfach: Russland fordert von der Ukraine, Gebiete abzutreten, und die Amerikaner überlegen ständig, wie sie das erreichen können“, zitiert das Portal den Beamten.
Ukraine-News: Merz blickt vor Selenskyj-Treffen skeptisch auf US-Vorschläge
Update, 15:35 Uhr: Bei einem Treffen in London hat Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel an den amerikanischen Friedensvorschlägen für den Ukraine-Krieg geäußert. Der CDU-Politiker traf sich mit den Regierungschefs der E3-Staaten und Präsident Wolodymyr Selenskyj, um über die Details zu sprechen. „Darum sind wir hier“, sagte Merz. Der Kanzler zeigte sich gespannt auf Selenskyjs Bericht über die von den USA vermittelten Gespräche. Zusammen mit Großbritanniens Premier Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versicherte er die uneingeschränkte deutsche Unterstützung für die Ukraine. „Das Schicksal dieses Landes ist das Schicksal Europas“, betonte Merz.
Update, 14:56 Uhr: Außenminister Johann Wadephul fordert von China mehr Druck auf Russland, um zu erreichen, dass Moskau in ernsthafte Verhandlungen über ein Ende des Angriffskriegs gegen die Ukraine eintritt. „Wenn es ein Land auf der Welt gibt, welches starken Einfluss auf Russland hat, dann ist das China“, sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi in der Hauptstadt Peking. „Wir wünschen uns, wir erwarten, dass China diesen Einfluss auch nutzt“, verlangte der Bundesaußenminister.
Update, 13:47 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist nach den in London geplanten Gesprächen mit führenden europäischen Staats- und Regierungschefs weiter nach Brüssel. Wie Nato-Generalsekretär Mark Rutte mitteilte, will er Selenskyj am Abend in seiner Residenz empfangen. Eingeladen sind zudem EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa. Am Dienstag wird Selenskyj nach offiziellen Angaben aus Rom dann bei Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erwartet.
Reaktion auf Trumps Friedensplan: Selenskyj äußert sich
Update, 13:32 Uhr: Präsident Selenskyj sich zu dem „Friedensplan“ geäußert, nachdem US-Präsident Trump gesagt hatte, er sei etwas enttäuscht, dass der ukrainische Präsident den Vorschlag nicht gelesen habe. Gegenüber Bloomberg sagte der Ukrainer nun, dass einige Elemente des US-Plans weiterer Diskussionen über mehrere „sensible Themen“ bedürfen, darunter Sicherheitsgarantien für ein vom Krieg verwüstetes Land und die Kontrolle über die östlichen Regionen. „Es gibt unterschiedliche Sichtweisen der USA, Russlands und der Ukraine – und wir haben keine einheitliche Meinung zum Donbass“, sagte Selenskyj.
Update, 12:16 Uhr: Wie Sky News berichtet, baut Großbritannien sein Programm „Atlantic Bastion“ aus, das den Schutz der Unterwasserinfrastruktur des Landes angesichts wachsender Bedrohungen durch Russland stärken soll. „Die Menschen sollten keinen Zweifel an den neuen Bedrohungen haben, denen Großbritannien und unsere Verbündeten unter Wasser ausgesetzt sind, wo Gegner Infrastrukturen ins Visier nehmen, die für unsere Lebensweise so entscheidend sind“, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey angesichts der Gefahr.
Die jetzigen Maßnahmen seien „eine direkte Reaktion auf das Wiederaufleben russischer U-Boot- und Unterwasseraktivitäten“, erklärte das Verteidigungsmisterium.
Update, 10:45 Uhr: Die Auswirkungen der aktuellen Phase im Ukraine-Krieg treffen nun auch die Ausbildung der ukrainischen Soldaten. Wie Oleksandr Syrskyi, Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, mitteilt, soll die Sicherheit der Soldaten in den Ausbildungszentren während der militärischen Grundausbildung verstärkt werden. „Wir verlagern die Ausbildung immer weiter weg von der Frontlinie und weisen Armeekorps Übungsplätzen in der Zentral- und Westukraine zu.“ Gleichzeitig betonte Syrskyi, dass der Bau und die Ausstattung von Schutzräumen in den Ausbildungszentren beschleunigt und unverzüglich in Angriff genommen werden müssen.
Update, 9:47 Uhr: Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Rustem Umierov, hat laut eigenen Angaben in den Vereinigten Staaten Informationen über das Treffen der amerikanischen Delegation mit russischen Beamten in Moskau erhalten. In den Sozialen Medien schrieb Umierov, er plane, Präsident Wolodymyr Selenskyj am 8. Dezember umfassend über alle Aspekte des Dialogs mit der US-Seite sowie über alle Dokumente zu informieren. „Wir haben mehrere Tage lang in den Vereinigten Staaten mit General Andrii Hnatov und dem Team von Präsident Trump zusammengearbeitet. Ich bin dankbar für die konstruktive Arbeit.“
Lage im Ukraine-Krieg: Russland attackiert mit Drohnen
Update, 9:08 Uhr: Wie die ukrainische Luftwaffe mitteilt, hat Russland im Ukraine-Krieg seit dem Abend des 7. Dezember mit 149 Drohnen der Typen Shahed, Gerbera und anderer Typen angegriffen. Die ukrainische Luftverteidigung hat 131 Drohnen abgeschossen, einige trafen jedoch ihre Ziele. Insgesamt wurden im Laufe des vergangenen Tages 164 Kampfhandlungen auf dem Schlachtfeld registriert, wobei die Pokrowsk-Front am aktivsten war. Insgesamt haben ukrainische Streitkräfte 53 russische Angriffe abgewehrten.
Gespräche über Ende des Ukraine-Kriegs: Treffen in London
Kiew/Moskau – Das Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs könnte heute vor einer entscheidenden Phase stehen: Präsident Wolodymyr Selenskyj wird zu Gesprächen mit westlichen Partnern erwartet – unter ihnen ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). An den Beratungen über den aktuellen Stand des US-Friedensplans zur Beendigung des russischen Angriffskrieges in der Ukraine werden auch der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilnehmen. Zuvor berieten die USA und die Ukraine über Eckdaten eines Friedensplans. Dessen genauer Inhalt: unbekannt.
Unterhändler aus beiden Ländern hatten bis Samstag im US-Bundesstaat Florida drei Tage lang über eine neue Fassung des Friedensplans verhandelt, der zu einem Ende des Ukraine-Kriegs führen soll. Dessen ursprüngliche Version war zuvor vielfach als „russische Wunschliste“ kritisiert worden.
Nun sollen die Gespräche beim London-Treffen neue Impulse für ein Ende des Ukraine-Kriegs geben. „Die Europäer werden notwendigerweise eine tragende Säule der gerechten und dauerhaften Lösung sein, die wir gemeinsam aufbauen“, schrieb Macron vorab auf der Plattform X. Beim Ringen um einen Friedensplan für den Ukraine-Krieg hatte US-Präsident Donald Trump zuletzt Zweifel geäußert, ob Selenskyj mit dem neuen Vorschlag einverstanden ist.
Die Vereinigten Staaten hätten mit Wladimir Putin und ukrainischen Vertretern gesprochen, so Trump. Unter ihnen war auch Selenskyj. Am Sonntagabend erklärte der US-Präsident: „Und ich muss sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin, dass Präsident Selenskyj den Vorschlag noch nicht gelesen hat.“ Russland würde wohl lieber das ganze Land haben, sagte Trump über den Friedensplan für ein Ende des Ukraine-Kriegs weiter. Dennoch glaube er, dass Moskau mit dem Vorschlag einverstanden sei. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob Selenskyj damit einverstanden ist“, sagte Trump. „Seine Leute lieben ihn (den Vorschlag).“
Wie der aktuelle Stand beim US-Friedensplan ist, ist gegenwärtig nicht bekannt. Entscheidende ungeklärte Punkte scheinen aber die Territorialfragen und Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine zu sein. Moskau gibt sich in dem Prozess zwar öffentlich gesprächsbereit. Im Kern aber hält Präsident Putin an seinen harten Forderungen fest.
Kein Ende des Ukraine-Kriegs: Russland zerstört wichtigen Staudamm
Während weiter um ein Ende des Ukraine-Kriegs gerungen wird, geht der Konflikt mit seiner ganzen Härte weiter. Nicht nur die Verluste auf beiden Seiten steigen, es kommt auch immer wieder zu verheerenden Angriffen auf wichtige Infrastrukturen des Gegners. Nun sollen russische Angriffe eine wichtige Versorgungsroute der ukrainischen Armee lahmgelegt haben. Die Straße über den Staudamm von Petschenihy sei gesperrt, teilte der Bürgermeister des Ortes, Olexander Gussarow, auf Telegram mit. Zudem gibt es Berichte über eine weitere zerstörte Brücke in der Region.
Laut Aussagen der ukrainischen Armee kann der Verlust kompensiert werden. Man sei auf eine vollständige Zerstörung des Staudamms vorbereitet, teilte das 16. Armeekorps auf Facebook mit. Es gebe Ausweichrouten. Die Truppen an der Front hätten genügende Vorräte an Waffen und Munition. Zudem bemühe man sich, die Straße instand zu setzen. Die Mitteilung verwies darauf, dass Angriffe auf Talsperren, Staudämme oder Atomkraftwerke wegen ihrer möglichen katastrophalen Folgen völkerrechtlich verboten seien.
Die Ukraine setzt hingegen die erfolgreichen Angriffe gegen Russlands Wirtschaft fort. Wie der Generalstab der Armee mitteilte, erzielten mehrere Drohnen Treffer auf eine russische Öl-Raffinerie in Rjasan. „Die Raffinerie in Rjasan mit einer Auslegungskapazität von 17,1 Millionen Tonnen Öl pro Jahr ist eines der größten Ölraffinerieunternehmen in der Russischen Föderation“, teilte der Generalstab in einem Beitrag in den sozialen Medien mit. Wie es weiter heißt, wurden an der Anlage ein Treffer sowie ein Brand festgestellt. „Die Ergebnisse und das Ausmaß des Schadens werden derzeit ermittelt.“
Laut Informationen von Astra wurde die Öl-Raffinerie in Rjasan bereits zum neunten Mal in diesem Jahr angegriffen. Auf einem in sozialen Medien veröffentlichten Video des Angriffs sind Flammen und Rauch zu sehen, die aus der Raffinerie aufsteigen. Im Ukraine-Krieg setzt Kiew bereits seit Monaten verstärkt auf eine Strategie, die auf die Schwächung von Russlands Wirtschaft abzielt. In der Folge soll Putins Handlungsfähigkeit im Konflikt eingeschränkt werden.
Binnen eines Tages soll Russlands Armee 810 Soldaten verloren haben. Das teilte der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook mit. Demnach stiegen Putins Verluste im Ukraine-Krieg auf 1.181.680 Kämpfer. Diese wurden entweder getötet oder verletzt. Russlands Armee hat zudem 11.403 Panzer, 23.689 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 34.917 Artilleriesysteme verloren. (fbu mit Agenturen)