Ukrainische Offensive

Ukraine gelingt wohl wieder ein Grenzübertritt nach Russland

+
Verfrühte Feierlaune: Am 24. August 2021 paradierten die BTR-3DA der 95. Luftangriffsbrigade über die Khreschatyk Straße in Kiew zur Feier des 30. Jahrestages der Unabhängigkeit der Ukraine. Fast auf den Tag genau sechs Monate später brach der Krieg aus (Archivfoto).
  • schließen

Kiew setzt auf Sieg: Ein Video soll belegen, dass Luftlande-Truppen ein weiterer Erfolg gelungen ist – der genaue Ort bleibt jedoch ein Geheimnis.

Kiew – „Wir dürfen die nächsten Monate nicht durch Krieg verlieren, um die nächsten Jahrzehnte nicht zu verlieren“, hat Präsident Wolodymyr Selenskyj gesagt; er ist gerade in den USA, um mit Präsident Joe Biden seinen „Siegesplan“ gegen Wladimir Putins Invasionsarmee zu diskutieren. Gleichzeitig scheinen die Truppen der Ukraine weiteres Territorium Russlands unter ihre Kontrolle bringen zu wollen. Der Ort des Grenzübertritts ist geheim.

Einheiten der 95. separaten Polissia-Luftangriffsbrigade der ukrainischen Luftangriffsstreitkräfte hätten einen Abschnitt der russischen Grenze durchbrochen, schreibt die Ukrainska Prawda. Dies sei die zweite erfolgreiche Operation zum Übertritt in die Russische Föderation seit Beginn der Operation im Bezirk Kursk. Die Quelle der Information ist ein Video, das vom Kommunikationsbüro des ukrainischen Luftangriffskommandos veröffentlicht worden sein soll und auch auf youtube zu sehen ist.

Propaganda-Video: Drohnen-Aufnahme soll Coup gegen Putin beweisen

94 Sekunden zählt das Drohnen-Video, das als Beweis der Behauptungen für einen Schlag gegen Putin allerdings wenig taugt. Die Prawda schreibt, die Bilder zeigen „den Durchbruch technischer Barrieren, das Vordringen von Luftlandeeinheiten auf russisches Territorium und erste Zusammenstöße im Grenzgebiet, bei denen ukrainische Panzer einen russischen Stützpunkt angreifen“. Für geübte militärische Auswerter mag das zutreffen, für die Öffentlichkeit scheint das Video eher propagandistische Zwecke zu verfolgen. Der Einmarsch auf russisches Territorium verleihe dem Krieg eine neue Dynamik, hatte Nigel Gould-Davies Mitte August über das Einrücken der Ukraine in Kursk geschrieben.

„Russland sieht sich selbst als Großmacht. Aber Großmächte verlieren kein Territorium. Wenn man Territorium verliert, ist man keine Großmacht.“ 

Mykola Bielieskow gegenüber der Times

„Beide Seiten treffen Entscheidungen, die mit hohen Risiken verbunden sind. Die Ukraine ist der Ansicht, sie könne einige ihrer besten Kräfte für diese Besetzung einsetzen, ohne russischen Truppen einen Durchbruch im Donbass zu erlauben. Russland ist der Ansicht, es könne den Einmarsch eindämmen, ohne bedeutende Kräfte von seiner Offensive abzuziehen“, hatte der Analyst des Thinkank International Institute for Strategic Studies (IISS) zusammengefasst.

Beides in Kombination müsse falsch sein, behauptet er. Und dennoch: Laut dem Video setzt die Ukraine die Taktik der Nadelstiche fort; offenbar sogar mit den fast besten Einheiten, die ihnen zur Verfügung stehen. Seit der ersten Woche der Invasion im Bezirk Kursk stehen dort Teile zweier starker und kampferprobter Luftangriffsbrigaden an der Front zur Unterstützung der zuerst eingesetzten 80. Brigade: die 82. und die 95. Luftangriffsbrigade. Letztere soll jetzt auch den aktuellen Grenzübertritt nach Russland geführt haben.

Kursk als Affront: Selenskyj will Putin mit den Grenzübertritten unter Druck setzen

Offenbar ist Wolodymyr Selenskyj daran gelegen, den russischen Präsidenten persönlich unter Druck zu setzen. Die Ironie an dem ersten Einmarsch beziehungsweise jetzt auch an dem vermeintlich zweiten Grenzübertritt sei, dass Putin an die Macht gekommen war, nachdem er einen Krieg in Tschetschenien begonnen hatte, um die Souveränität über russisches Territorium wiederherzustellen, wie Gould-Davies behauptet: „Nachdem er die Wiederherstellung eines starken Staates zum Schlagwort seiner Präsidentschaft gemacht hat, regiert er nun ein Land, das erneut die Kontrolle über sein Territorium verloren hat.“

Möglicherweise könnte das sogar schon der dritte Versuch der Ukraine sein, Russlands Grenze zu perforieren. Ende August hatte die britische Times berichtet, dass die Ukraine nahe Belgorod einen Grenzdurchbruch gewagt hatte. Der Telegram-Kanal Mash hätte demnach berichtet, etwa 200 ukrainische Soldaten und Schützenpanzer hätten den Grenzübergang bei Nekhoteevka angegriffen. Das Video über den jetzt offensichtlich erfolgten Durchbruch sah dagegen eher nach einem Kommando-Unternehmen aus.

Bilder für die Welt: Selenskyj demonstriert mit seinen Offensiven Entschlossenheit

Immerhin signalisiert das Video eines: Entschlossenheit. Die hatte der ukrainische Präsident Wolodoymyr Selenskyj bereits Anfang August nochmals demonstriert, als seine Einheiten über die Grenze zu Russland gerollt waren: „Jetzt müssen wir alle mit der gleichen Einheit und Effektivität handeln, die wir in den ersten Wochen und Monaten dieses Krieges gezeigt haben – als die Ukraine die Initiative ergriff und begann, das Blatt zu unseren Gunsten zu wenden. Wir haben es wieder getan und bewiesen, dass die Ukrainer in jeder Situation ihre Ziele erreichen, ihre Interessen verteidigen und ihre Unabhängigkeit schützen können“, sagte er auf X (vormals Twitter), wie ihn der britische Telegraph zitiert hat.

Wie der britische Guardian Anfang September nochmals aufgrund von Stimmen aus Sudscha betont hatte, sei den ukrainischen Soldaten keinesfalls daran gelegen, fremdes Territorium zu annektieren. Demnach sei auch die Informationslage unter den zurückgebliebenen Einheimischen dünn, und die ukrainischen Soldaten müssten ihnen die Situation erklären. Möglicherweise ist auch im jetzt angegriffenen Zipfel Russlands kein Bewohner darauf gefasst, dass der Krieg zurückkommen könnte, geschweige denn, dass ein solcher überhaupt schon begonnen habe. Öffentliche Kenntnisnahme oder gar Kritik ist das, was der Kreml vermeiden wollte und vermeiden will.

Zeugnis für Russlands Schwäche: Ukraine will Putins Verlust an Glaubwürdigkeit forcieren

Das Video wäre die Gegenstrategie. Wahrscheinlich sind die Drohnen-Aufnahmen von umfangreicherem Bildmaterial auch nur der „zivile Teil“, mit dem die Ukraine Stimmung machen will. Auch Analyst Gould-Davies ist überzeugt, spätestens seit dem Überfall bei Kursk müsse Putin gegen seinen Verlust an Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung angehen: „Während er glaubt, dass die Ukraine ,die Einheit, den Zusammenhalt der russischen Gesellschaft zerstören‘ will, deutet sein Versagen, die öffentliche Meinung als Reaktion darauf zu mobilisieren, darauf hin, dass ihm möglicherweise das Vertrauen in diesen Zusammenhalt fehlt“, schreibt Gould-Davies.

Sollte der aktuelle Grenzdurchbruch den Tatsachen entsprechen und über ein kleineres Scharmützel hinausgegangen sein, dann allerdings müsste Wladimir Putin unterstellt werden, er hätte die Kontrolle über seine Grenzen verloren. Was wiederum ernste Konsequenzen für seine Regime darstellen könnte. Vor vier Wochen hatte die Nachrichtenagentur Reuters über den versuchten Grenzdurchbruch bei Belgorod und über beunruhigte russische Offizielle berichtet.

„Situation bleibt kritisch“: Russischer Verwaltungs-Chef gesteht Verlust an Souveränität ein

„Unsere Lage bleibt weiterhin schwierig“, sagte Wjatscheslaw Gladkow. Der Regionalgouverneur und damit höchste Verwaltungsvertreter in der Westregion Belgorod hatte zu der Zeit von nächtlichem Artilleriebeschuss und Drohnenangriffen auf drei Siedlungen in der Umgebung berichtetet. Wichtiger in diesem Zusammenhang: Seit dem vereitelten Überfall auf Belgorod seien die benachbarten russischen Regionen auf die Möglichkeit weiterer Angriffe vorbereitet, wie er Reuters mitteilte und den Verlust an Souveränität in den Bereich des Möglichen rückte.

Insofern dürfte der Ukraine gar kein weiterer Grenzdurchbruch gelingen dürfen. Zumindest nicht ohne massive Feuerunterstützung; von der aber ist im Video keine Spur zu sehen – im Gegenteil wird der Angriff scheinbar lediglich vom Gefechtsfeldunterstützungsfahrzeug BTR-3DA geführt, ein Schützenpanzer mit einer 90-Millimeter-Kanone. Die verschossenen Granaten größeren Kalibers stammen möglicherweise von dem eigentlich als Flugabwehr-Panzer gedachten 9K35 „Strela-10“ –jedenfalls zeigt das Video keinen T-80-Kampfpanzer, mit dem die 95. Luftangriffsbrigade laut dem Magazin Military Land ausgerüstet sein soll.

Wie das Magazin Euromaidan Press Mitte Juli berichtet hatte, hätte die 95. Luftangriffsbrigade zu der Zeit noch als unterstützende Einheit im Raum Pokrowsk gelegen, weil sie „das ukrainische Kommando häufig zur Stabilisierung kritischer Situationen einsetzt“, wie Euromaidan Press betonte. Sie sollten einen Gegenangriff organisieren und die Russen wieder zurückdrängen. Diese Einheit jetzt auf russischem Territorium operieren zu lassen, scheint hoch brisant. Mitte August hatte auch die britische Times darüber spekuliert, was die Ukraine letztendlich in Händen zu halten halten beabsichtige.

Zeichen der Selbstüberschätzung: „Russland sieht sich selbst als Großmacht“ – zu unrecht

Militäranalytiker sollen beobachtet haben, dass die ukrainischen Kräfte die bisher mehr als 600 Kilometer lange Frontlinie in Kursk befestigen – was ihre Lage nach deren Meinung eher noch verschärfen würde, weil deren dezimierte Stärke die Front überdehnen könnte. Ein Vorteil für Russland; allerdings gleichzeitig auch eine Schwächung, sagt gegenüber der Times Mykola Bielieskow, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am Nationalen Institut für Strategische Studien der Ukraine: „Russland sieht sich selbst als Großmacht. Aber Großmächte verlieren kein Territorium. Wenn man Territorium verliert, ist man keine Großmacht.“

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität.
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren.
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden.
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert.
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern.  © Kevin Schrief/dpa
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen.
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen.
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.  © Lcpl. Tyler Forti/Imago
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C.
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa
Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre.
Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe.
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago
Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.
Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.  © Imago
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.  © Michael Mandt/afp
Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert.
Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725
Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto)
Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten.  © IMAGO / ZUMA Wire
Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte.
Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet.
Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Ma­schi­nen­ka­no­ne 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP
Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto)
Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet.
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren.  © PETRAS MALUKAS/afp
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert.
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago
Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden
Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa

Laut dem Times-Verteidigungskorrespondenten George Grylls müsse die Ukraine damit rechnen, dass sie für die Verteidigung dieses Fleckchens vom russischen Reich vielleicht einen hohen Preis würde zahlen müssen, falls Russland doch noch in die Offensive zu gehen gedenke: „Ein Albtraum für Kiew wäre es, wenn ukrainische Elitetruppen in Russland gefangen und vernichtenden Gegenangriffen ausgesetzt wären“, schreibt Grylls.

So sieht das auch John Foreman, der ehemalige britische Militärattaché in Moskau, wie ihn die Times zitiert: „Ich hoffe, sie versuchen nicht, daran festzuhalten. Denn dann würden sie verprügelt und es wäre ein Pyrrhussieg.“

Kommentare