News-Ticker

Verwirrung um Bachmut: Wagner meldet Eroberung, Ukraine dementiert – Kreml poltert gen Finnland

Alle Autoren
    schließen
  • Jens Kiffmeier
    Jens Kiffmeier
  • Christoph Gschoßmann
    Christoph Gschoßmann
  • Sandra Kathe
    Sandra Kathe

Russland setzt seine Angriffe auf ukrainische Städte fort. In Bachmut könnte eine Entscheidung gefallen sein. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg informiert unser neuer Newsticker.

Update vom 3. April, 18.30 Uhr: Wie der Sprecher der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte, will der Chef der IAEA, Rafael Grossi, am Mittwoch das russische Kaliningrad besuchen. Bei der Reise nach Russland solle es um den Schutz des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja gehen. Dieses wird derzeit von russischen Streitkräften besetzt. Von russischer Seite wurde der Besuch bereits bestätigt. Demnach werde Grossi eine ressortübergreifende russische Delegation treffen. Letzte Woche war Grossi schon in Saporischschja und hat vor einer „Katastrophe“ gewarnt.

Verwirrung um Bachmut: Wagner meldet Eroberung, Ukraine dementiert – Kreml poltert gen Finnland

Update vom 3. April, 17.50 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat auf seiner Reise nach Rumänien auch die Staatschefin von Moldau, Maia Sandu, getroffen. Dabei sicherte er dem Nachbarland der Ukraine weitere Unterstützung zur Abwehr russischer Versuche der Destabilisierung zu. Scholz sagte, man lese Berichte über russische Versuche, Moldau zu destabilisieren, mit großer Sorge. „Die Souveränität und territoriale Integrität eines jeden Staates ist unantastbar“, erklärte er. „Deshalb unterstützen wir Moldau nach Kräften dabei, sich gegen Versuche der Destabilisierung durch Russland zu wappnen.“

Update vom 3. April, 17.20 Uhr: Laut russischen Angaben wird es keinen Abzug aus Bachmut geben. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. Am Montag behauptete Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin in einem Video, dass die russische Flagge auf dem Gebäude der Stadtverwaltung gehisst worden sei. Damit sei die Stadt im juristischen Sinne erobert worden, sagte er. Kiew dementierte. Auch das russische Verteidigungsministerium hat keine Einnahme der strategisch wichtigsten Stadt im Gebiet Donezk bestätigt. Die Soldaten hätten auch keinen Befehl zum Abzug erhalten, hieß es bei Tass.

Update vom 3. April, 14.45 Uhr: Finnland wird am Dienstag offiziell Mitglied der Nato werden. Das hat Bündnis-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittag offiziell verkündet. Eine Antwort aus Russland ließ nicht lange auf sich warten: Der stellvertretende Außenminister Alexander Gruschko kündigte eine Verstärkung des Militärs in den westlichen und nordwestlichen Teilen Russlands an – als Reaktion auf den Schritt Finnlands. Das meldet Reuters unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur RIA.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte unterdessen, Russland habe das Recht, seine Armee „präventiv“ einzusetzen. Der „kollektive Westen“ tue das bereits. „Die aktuellen Entwicklungen, aggressiven Entwicklungen um uns herum, machen es nötig, uns dieses Recht auch vorzubehalten“, erklärte er laut einem Bericht der Staatsagentur Tass.

Update vom 3. April, 13.15 Uhr: Kiew hat russische Behauptungen über eine angebliche Eroberung des Zentrums der seit Monaten umkämpften ostukrainischen Stadt Bachmut als „Falschinformation“ zurückgewiesen. „Reagiert besonnen auf die Falschinformationen derjenigen, die sich ‚Siege‘ ausdenken, die es in Wirklichkeit nicht gibt“, schrieb der Chef des Präsidentenbüros in Kiew, Andrij Jermak, beim Nachrichtenkanal Telegram.

Zuvor hatte der Chef der russischen Privatarmee Wagner, Jewgeni Prigoschin, in einem Video behauptet, dass die russische Flagge auf dem Gebäude der Stadtverwaltung gehisst worden sei. Damit sei die Stadt mit ehemals über 70.000 Einwohnern im juristischen Sinne erobert worden, sagte er. Auch das russische Verteidigungsministerium hat keine Einnahme der strategisch wichtigsten Stadt im Gebiet Donezk bestätigt. 

Ukraine-Krieg: Ukrainischer Militärsprecher dementiert russische Eroberung von Bachmut

Update vom 3. April, 11.05 Uhr: Die Ukraine erklärte am Montag (3. April), dass die russischen Streitkräfte „sehr weit“ von der Einnahme der östlichen Stadt Bachmut entfernt seien und dass Kämpfe um das Gebäude der Stadtverwaltung tobten, in dem die Söldnergruppe Wagner angeblich die russische Flagge gehisst habe. „Bachmut ist ukrainisch, und sie haben nichts erobert und sind weit davon entfernt, dies zu tun, um es milde auszudrücken“, sagte Serhiy Cherevatiy, Sprecher des östlichen Militärkommandos, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon.

Ein ukrainischer T-72-Panzer feuert auf russische Stellungen an der Frontlinie bei Bachmut feuert.

Ukraine-Krieg: „Mehr als 20 Angriffe zurückgeschlagen“

Update vom 3. April, 10.05 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben mehr als 20 Angriffe auf Bachmut im Osten des Landes abgewehrt. Die Stadt sei weiter heftig umkämpft, erklärte der ukrainische Generalstab am Montag. Er reagierte damit offenbar auf Angaben der russischen Söldnertruppe Wagner, die zuvor die „rechtliche“ Einnahme von Bachmut im Ukraine-Krieg verkündet hatte.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

„Der Feind hört nicht auf mit seinen Angriffen auf Bachmut und will dort die komplette Kontrolle übernehmen“, erklärte der ukrainische Generalstab am Montag. „Unsere Soldaten haben mehr als 20 feindliche Angriffe zurückgeschlagen.“ Am Sonntagabend hatte der Generalstab betont, dass die ukrainische Armee Bachmut weiter hält. „Der Feind hat seinen Angriff auf Bachmut nicht eingestellt. Die ukrainischen Verteidiger halten die Stadt jedoch tapfer, indem sie zahlreiche feindliche Angriffe abwehren“, erklärte der Generalstab wenige Stunden vor der Erklärung Prigoschins.

Ukrainische Soldaten fahren an der Frontlinie in Bachmut, Region Donezk.

Ukraine-Krieg: Söldnertruppe Wagner erklärt Einnahme von Bachmut

Update vom 3. April, 4.40 Uhr: Die Söldnertruppe Wagner hat nach eigenen Angaben im Ukraine-Krieg die heftig umkämpfte ostukrainische Stadt Bachmut „im rechtlichen Sinne“ erobert. „Im rechtlichen Sinne ist Bachmut eingenommen worden“, teilte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin am Montag im Onlinedienst Telegram mit. Zuvor hatte die ukrainische Armee angegeben, Bachmut weiterhin zu „halten“. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj räumte jedoch eine „schwierige“ Lage ein.

Ukraine-Krieg: Wagner-Truppe spricht von Eroberung Bachmuts – Kiew widerspricht

Wagner-Chef Prigoschin zufolge konzentrierte sich die ukrainische Armee aktuell im Ukraine-Krieg „auf die westlichen Gebiete“. Nach seinen Angaben war das Verwaltungsgebäude der Stadt unter russischer Kontrolle. In einem Video zu dem Telegram-Beitrag ist der Wagner-Chef zu sehen, wie er eine russische Flagge mit der Aufschrift zu Ehren des russischen Militärbloggers Wladlen Tatarski hält, der am Sonntag bei einem Bombenanschlag in einem Café in St. Petersburg getötet worden war.

Ukrainische Soldaten sitzen in einem Graben an der Frontlinie in der Nähe von Bachmut in der Region Donezk.

„Die Kommandeure der Einheiten, die das Rathaus und das gesamte Zentrum eingenommen haben, werden diese Flagge aufstellen“, sagte der Wagner-Chef. „Das ist die private Militärfirma Wagner, das sind die Jungs, die Bachmut eingenommen haben. Rechtlich gesehen gehört es uns.“ Bereits am 20. März hatte Prigoschin erklärt, seine Söldner kontrollierten „etwa 70 Prozent“ von Bachmut. Ziel der Wagner-Einheiten im Ukraine-Krieg sei die „komplette Befreiung der Stadt“.

News zum Ukraine-Krieg aktuell: Kiew kämpft weiter um Bachmut

Die ukrainische Armee gab derweil an, die Stadt in der Ostukraine weiterhin zu „halten“. „Der Feind hat seinen Angriff auf Bachmut nicht eingestellt. Die ukrainischen Verteidiger halten die Stadt jedoch tapfer, indem sie zahlreiche feindliche Angriffe abwehren“, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntagabend auf seiner Facebook-Seite mit - wenige Stunden vor der Erklärung Prigoschins.

Die Lage in der Region „ist immer noch sehr angespannt“, erklärte ihrerseits die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Ganna Maliar am Sonntagabend. Moskau versuche im Ukraine-Krieg, „nicht nur die Wagner-Kämpfer, sondern auch professionelle Fallschirmjägereinheiten“ einzusetzen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj fordert „Sieg“ – aktuelle Entwicklungen live im Ticker

Update vom 2. April, 21.00 Uhr: Nach einer Serie russischer Angriffe auf ukrainische Städte im Ukraine-Krieg mit neuen zivilen Opfern sieht Wolodymyr Selenskyj einen militärischen Sieg der Ukraine als „einzigen Weg“ zur Sicherheit. „Es gibt nur einen Weg, den russischen Terror zu stoppen und die Sicherheit in all unseren Städten und Gemeinden wiederherzustellen - von Sumy bis zum Donbass, von Charkiw bis Cherson, von Kiew bis Jalta, und dieser Weg ist der militärische Sieg der Ukraine“, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner allabendlichen Videoansprache. „Es gibt keinen anderen Weg, und es kann keinen anderen Weg geben.“

Für den „bösen Staat“ Russland sei es im Ukraine-Krieg aktuell zur Normalität geworden, Wohnhäuser mit Raketenwerfern zu beschießen, Raketen auf Städte abzufeuern, normale Dörfer und Menschen zu bombardieren. Dieser Staat müsse vollständig besiegt werden - militärisch, wirtschaftlich, politisch und rechtlich. „Der erste Punkt ist der militärische“, sagte Selenskyj. Und der werde auch umgesetzt.

Explosion in Russland: Kriegsblogger stirbt bei Detonation - Bombe in Geschenk versteckt?

Update vom 2. April, 19.20 Uhr: Ein russischer Kriegsberichterstatter ist am Sonntag bei einer Explosion in einem Café im Zentrum der russischen Ostseemetropole Sankt Petersburg ums Leben gekommen. Weitere 16 Menschen wurden bei der Detonation des Sprengsatzes verletzt, wie die Staatsagentur Tass berichtete. Der 40-jährige Journalist und Blogger mit dem Pseudonym Wladlen Tatarskij, der aus dem Donbass in der Ostukraine stammt, sei auf der Stelle tot gewesen.

Über die Hintergründe der Explosion gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler war der Sprengsatz in einer Statuette eingebaut, die Tatarskij bei dem Treffen als Geschenk überreicht wurde, wie auch FR.de unter Berufung auf lokale Quellen berichtet.

Weitere schwere Gefechte im Ukraine-Krieg – Aktuell: Lage in Bachmut „sehr angespannt“

Update vom 2. April, 19.15 Uhr: Russische Angreifer und ukrainische Verteidiger haben sich am Sonntag erneut schwere Kämpfe im Osten der Ukraine geliefert. Im Mittelpunkt der Gefechte lagen einmal mehr die Ortschaften Liman, Bachmut, Awdijiwka und Marjinka, wie der Generalstab in Kiew in seinem täglichen Lagebericht mitteilte. Insgesamt seien im Laufe des Tages rund 50 russische Angriffe abgewehrt worden.

In Bachmut sei die Lage weiterhin „sehr angespannt“, schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar auf Facebook. Der Gegner setze dort neben den Angehörigen der berüchtigten Söldnertruppe Wagner inzwischen auch Fallschirmjägereinheiten ein. „Der Feind lässt sich durch die exorbitanten Verluste an Personal nicht abschrecken, die Entscheidungen werden emotional getroffen.“

Ukraine-Plan für Krim-Rückeroberung: Kiew will Gebiet während Ukraine-Krieg „entgiften“

Update vom 2. April, 14.18 Uhr: Die Ukraine hält an ihrem Rückeroberungsziel im Ukraine-Krieg fest: Zur „Befreiung“ der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Olexij Danilow, nun in Kiew einen 12-Punkte-Plan vorgelegt. Er sieht die Zerstörung der Krim-Brücke mit der Auto- und Eisenbahnverbindung zum russischen Kernland ebenso vor wie Einleitung von Strafverfahren gegen Kollaborateure und Verräter. Die Staatsdiener auf der Krim, die sich 2014 bei der Annexion mit den russischen Besatzern eingelassen hätten, würden einer „Säuberung“ unterzogen nach dem Vorbild der Entnazifizierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg, teilte Danilow laut der Nachrichtenagentur dpa mit. 

Die Kollaborateure und Verräter des ukrainischen Staates sollen in Strafverfahren zur Rechenschaft gezogen werden, heißt es etwa in Schritt 2 des Plans. Besonders erwähnte Danilow auch Richter, Staatsanwälte, Angehörige der Sicherheitsorgane, die sich 2014 auf die Seite Russlands geschlagen hätten. Russen, die sich nach Februar 2014, auf der Krim niedergelassen haben, sollen vertrieben werden. Grundstückskäufe und andere Verträge würden annulliert.

„Es wird ein umfassendes Programm der ‚Entgiftung‘ umgesetzt, das die Folgen des langjährigen Einflusses der russischen Propaganda auf das öffentliche Bewusstsein eines Teils der Bevölkerung der Halbinsel neutralisiert“, schreibt Danilow in Punkt 9. Außerdem sollten auch alle politischen Gefangenen, darunter viele Krim-Tataren umgehend freigelassen werden.
Die Vertreter des Machtapparates in Moskau bezeichnete er als „Müll“. Der russische Gouverneur der Krim-Metropole Sewastopol, Michail Raswoschajew, die Menschen dazu auf, sich von den Äußerungen der „kranken Leute“ in Kiew nicht beeindrucken zu lassen. „Man muss sie heilen, und darum kümmert sich gerade auch unser Militär“, sagte er mit Blick auf Russlands Krieg gegen die Ukraine.

Die Ukraine will die Krim zurückerobern. (Foto von Sewastopol vom 30. März 2023)

News zum Ukraine-Krieg: Sechs Menschen in Ostukraine getötet

Update vom 2. April, 13:02 Uhr: Die ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka liegt weiter unter russischem Beschuss. Bei einem Angriff sollen mindestens sechs Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. Das teilte das Präsidentenamt in Kiew mit. Veröffentlichte Fotos dokumentierten die Zerstörungen von Wohnhäusern. Insgesamt sollen 16 Wohnblöcke und 8 Privathäuser, das Gebäude der Steuerbehörde, Gasleitungen und mehrere Autos getroffen worden sein, hieß es. Nach UN-Angaben sind seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar vergangenen Jahres in der Ukraine mehr als 8000 Todesfälle durch die Angriffe und mehr als 13.000 Verletzte unter Zivilisten registriert worden. Die Zahl der Toten dürfte deutlich höher sein, weil nicht alle Fälle erfasst sind.

Ukraine-Krieg: Selenskyj kritisiert Russlands Vorsitz im UN-Sicherheitsrat

Update vom 2. April, 06:32 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Reform des UN-Sicherheitsrats gefordert. Zuvor hatte Russland den Vorsitz des Gremiums übernommen. Erst am Vortag habe die russische Artillerie ein fünf Monate altes Kind getötet und nun übernehme es bei den Vereinten Nationen eine führende Rolle, kritisierte Selenskyj am Samstagabend in seiner täglichen Videoansprache. „Es ist kaum etwas vorstellbar, was den vollständigen Bankrott solcher Institutionen besser demonstriert“, so der 45-Jährige.

Der Vorsitz im Sicherheitsrat rotiert monatlich in alphabetischer Reihenfolge, wobei neben den fünf ständigen auch die zehn nichtständigen Mitglieder an die Reihe kommen. Zuletzt hatte Russland den Vorsitz im Februar 2022 inne - als es die Ukraine überfiel.

Ukraine-Krieg: Geistliches Oberhaupt Pawlo steht unter Hausarrest

Update vom 1. April, 22.50 Uhr: „Ich habe es, ich sage und ich werde es sagen: Ich verurteile alle Angriffe auf unseren Staat, und was Russland und (Präsident Wladimir) Putin getan haben, ist nicht zu rechtfertigen“, sagte der das geistliche Oberhaupt der ukrainisch-orthodoxen Kirche, der Metropolit Pawlo in einem Video, das in ukrainischen Medien veröffentlicht wurde. Dies berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Der Geistliche war wegen Vorwürfen der Aufstachelung zum religiösen Hass zu einer Vernehmung vorgeladen worden. Nach einer Razzia bei Pawlo hatten Dutzende Gläubige am Samstag (1. April) vor dem berühmten Kiewer Höhlenkloster protestiert. Berichten zufolge soll ein Gericht ihn vorerst mit einer Fußfessel unter Hausarrest gestellt haben.

Pawlo werde verdächtigt, die „Aggression der russischen Armee gegen die Ukraine zu rechtfertigen und abzustreiten und ihre Mitglieder zu verherrlichen“, erklärte der ukrainische Inlandsgeheimdienst (SBU) laut AFP. Die Anhörung des Metropoliten soll am Montag (3. April) stattfinden. Die ukrainisch-orthodoxe Kirche hing lange Zeit vom Moskauer Patriarchat ab, bis sie sich im Mai vergangenen Jahres aufgrund des russischen Angriffskriegs offiziell lossagte, schreibt AFP.

Selenskyj präsentiert mehrere schwarze Listen: Ukraine erlässt weitere Sanktionen

Update vom 1. April, 20.10 Uhr: Die Ukraine hat weitere Sanktionen gegen Personen und Unternehmen aus Russland, aber auch gegen eine Firma auf von Russen besetztem ukrainischem Gebiet erlassen. Am Samstag veröffentlichte Präsident Wolodymyr Selenskyj per Dekret gleich mehrere schwarze Listen mit Hunderten Firmen, Organisationen und Einzelpersonen, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützt haben sollen. Die Sanktionen gelten in den meisten Fällen für den Zeitraum von zehn Jahren.

Betroffen sind vor allem Direktoren von Rüstungsbetrieben und militärischen Forschungseinrichtungen. Auch bei den Firmen trifft es vor allem diesen Sektor. Sanktionen werden aber auch gegen das russische Finanzministerium und den Föderationsrat, das Oberhaus des russischen Parlaments, verhängt. Darüber hinaus trifft es auch die iranischen Revolutionsgarden. Der Iran wird verdächtigt, Russland sogenannte Kamikaze-Drohnen für dessen Luftangriffe gegen die Ukraine zu liefern. Die Strafmaßnahmen gelten vor allem als symbolische Maßnahme, da die Betroffenen zumeist keinen Besitz in der Ukraine haben.

Ukraine-Krieg: Ukraine bestellt neue Ausrüstung aus Polen

Update vom 1. April, 18.20 Uhr: Die Ukraine bestellt in Polen 100 neue Radschützenpanzer des Typs KTO Rosomak. Das sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP bei einem Besuch der Herstellerfirma Rosomak im oberschlesischen Siemianowice Slaskie. Die Bestellung habe er vom ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal persönlich erhalten, so der liberalkonservative Politiker.

Der polnische Radschützenpanzer KTO Rosomak. (Archivbild)

Bei dem Modell handelt es sich um eine polnische Lizenzversion auf Basis des finnischen Mehrzweckmilitärfahrzeugs Patria AMV. Der Auftrag werde mit EU-Geldern, die Polen erhält, und US-amerikanischen Geldern, welche die Ukraine bekommt, finanziert, hieß es. „Hier in Schlesien wächst eine mächtige Rüstungsindustrie heran“, sagte Morawiecki. Der Radschützenpanzer verfügt über einen Allradantrieb und wiegt rund 22 Tonnen. Er bietet Platz für Fahrer, Kommandanten und Richtschützen sowie acht Infanteriesoldaten. Zur Bewaffnung zählt eine 30-Millimeter-Maschinenkanone. 

Meldung vom 1. April, 7.53 Uhr: Kiew/Washington – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nicht müde zu betonen, dass sein Land noch in diesem Jahr den Krieg gegen Russland gewinnen und Putins Truppen aus den besetzten Gebieten verdrängen kann. Westliche Militärfachleute halten dieses Ziel zwar für recht unwahrscheinlich, bewerten den militärischen Einsatz Russlands dennoch auf vielen Ebenen als „gescheitert“.

So sagte etwa der US-General Mark Milley im Interview mit dem Fachportal Defense One, dass Russland mit seinen Kriegszielen in den vergangenen 13 Monaten nicht zur strategisch und operationell, sondern auch taktisch scheitern würde. Das begründete er etwa mit der aktuellen Erkenntnis, dass gerade wegen der schlechten Ausbildung der russischen Soldaten sowie Russlands Infanteriewellen-Taktik etliche russische Einsatzkräfte in der Ukraine sterben. Diese Entwicklung hatte Milley zuvor auch im Militärausschuss des US-Parlaments zu Protokoll gegeben.

Widerstand gegen Russland im Ukraine-Krieg: Westliche Kampfpanzer in der Ukraine angekommen

Dennoch seien die russischen Kämpfer in den besetzten Teilen der Ukraine noch immer in der Überzahl, betonte Milley gegenüber Defense One. Das mache die Rückeroberung der Territorien in den Separatistengebieten Donezk und Luhansk sowie auf der seit 2014 annektierten Halbinsel Krim zu einer „sehr, sehr schwierigen militärischen Aufgabe“ mache. Zahlenmäßig spricht Milley davon, dass in den besetzten Gebieten der Ukraine inzwischen „ein paar hunderttausend“ russischer Kräfte stationiert seien. Gefragt nach einem Kriegsende noch in diesem Jahr erklärte Milley: „Ich denke nicht, dass es in naher Zukunft für dieses Jahr wahrscheinlich sein wird.“

Auf die Frage, ob die USA auch zeitnah ballistische Kurzstreckenraketen vom Typ ATACMS in die Ukraine liefern würde, erklärte der Militärgeneral, dass dazu die Bestände in den USA nicht ausreichen würden. Darüber hinaus überschätze die Ukraine den Effekt des Waffentyps in ihrer Verteidigungsstrategie. Die Raketenwerfer der Kategorie Guided MLRS, die aktuell vor allem in Form des amerikanischen HIMARS-Systems im Einsatz seien, hätten zwar etwas weniger Reichweite, jedoch auch sechs Schüsse anstatt nur einem. Die größere Reichweite wiederum könne mit Kampfdrohnen erreicht werden, von denen Großbritannien womöglich einige an die Ukraine liefern könne. Auch erste westliche Kampfpanzer sind inzwischen in der Ukraine angekommen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von Realitätsverlust in Russland unter Putin

Gleichzeitig sieht der ukrainische Präsident Selenskyj in der geplanten Stationierung taktischer Atomwaffen in Belarus ein Zeichen, dass der russische Machthaber Wladimir Putin seinen „Sinn für Realität“ verloren habe. Auch das Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping hätte daran für Selenskyj offensichtlich nichts geändert, sagte Kiews Staatschef am Freitag laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur bei einem Besuch in Butscha.

In dem Kiewer Vorort Butscha hatte es vor einem Jahr während der russischen Besetzung ein Massaker unter der Zivilbevölkerung gegeben, bei dem etliche Menschen ums Leben gekommen waren. Russland weist alle Anschuldigungen daran zurück. Zum Jahrestag des mutmaßlichen Kriegsverbrechens erinnerte Selenskyj mit seinem Besuch an die Opfer. „Das russische Übel wird erliegen“, sagte Selenskyj und kündigte an: „Wir werden siegen, das ist sicher“. (saka mit AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © LIBKOS/AP

Kommentare