Offensive bei Awdijiwka

Russland bildet neues 18.000 Mann-Korps aus Wagner-Söldnern für Fronteinsatz im Ukraine-Krieg

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Die Wagner-Söldner kämpfen wieder an der Front, diesmal unter russischer Flagge. Die erfahrene Unterstützung könnte die Kriegsdynamik verändern.

Awdijiwka – Wagner-Söldner sind wieder an die Front im Ukraine-Krieg zurückgekehrt, diesmal jedoch als Teil der russischen Garde. Erste Vertreter seien in der Region von Awdijiwka, als Teil eines ersten Söldner-Freiwilligenkorps, berichtet der ukrainische Verteidigungsgeheimdienst. „In Russland wird derzeit ein Freiwilligenkorps von 18.000 Menschen gebildet. Diese, darunter alle ehemaligen Wagnerianer, werden vom Verteidigungsministerium angeführt“, so der ukrainische General und Vize-Vorsitzende des Hauptgeheimdienstes, Vadim Skibitsky, in einem Interview mit Interfax-Ukraine.

„Sie werden also aktiv eingesetzt, da sie über Kampferfahrung verfügen. Das heißt, sie sind jetzt auf dem Schlachtfeld zu sehen“, erklärte der General weiter. Seiner Meinung nach ist der Ansatz des Freiwilligenkorps derselbe wie der von der Wagner-Gruppe in Bachmut genutzte. Skibitsky erklärte ihre Strategie und die Unterschiede: „Das sind ständige Angriffseinsätze und das Erzielen von Ergebnissen um jeden Preis. Was das Gehalt angeht, ist es fast das gleiche wie bei den russischen Streitkräften. Aber Wagners Gehalt war höher und Wagner schätzte seine Ausbilder und Kommandeure wirklich.“

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Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern.
Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern. © IMAGO/Erik Romanenko
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen.
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen. © Sergey Pivovarov/IMAGO
Nahaufnahme der Ausrüstung. Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet.
Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet und schwer bewaffnet. © Erik Romanenko/IMAGO
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator)
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator) © Erik Romanenko/IMAGO
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt.
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt. © Erik Romanenko/IMAGO
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen.
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen. © IMAGO/Erik Romanenko
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen.
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen. © IMAGO/Erik Romanenko
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht.
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht. © Kirill Zykov/IMAGO
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls. Zusätzlich zu den üblichen Wachen in prunkvoller Uniform sind hier Polizisten postiert.
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls wird zusätzlich zu den üblichen Wachen von der Polizei bewacht. © Ilya Pitalev/IMAGO
Eine Polizistin in Moskau steht hinter der Absperrung des Roten Platzes neben einem Einsatzwagen. Im Hintergrund sind die farbigen Kuppeln der Basilius Kathedrale zu sehen.
Der Rote Platz in Moskau ist weiträumig abgesperrt und wird von der Polizei bewacht. © IMAGO/Ilya Pitalev
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht.
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht. © IMAGO/Alexander Galperin
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten.
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten. © IMAGO/Kirill Kallinikov
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert.
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert. © IMAGO/Vitaliy Belousov
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt.
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt. © IMAGO
In der russischen Stadt Rostow am Don stehen Soldaten in den Straßen Wache und beobachten die Lage.
Die Soldaten stehen in den Straßen Wache und beobachten die Lage. © IMAGO/Erik Romanenko

Freiwilligenkorps für Wagner-Söldner: Rekrutierung erfolgt für Ukraine und Afrika

Die Eingliederung der Wagner-Söldner in das russische Militär war schon länger in der Diskussion, zuletzt im Rahmen von Veteranenurkunden für die Söldner. Zuletzt fanden sich einige Wagner-Soldaten auch in dem russischen Afrikakorps, der von dem Verteidigungsministerium Russlands als Ersatz für die Wagner-Truppen ins Leben gerufen wurde.

Laut Topwar.ru sind Rekrutierungsmaßnahmen für Wagner-Söldner für einen sechsmonatigen Vertrag für die Ukraine sowie für einen neunmonatigen Vertrag für afrikanische Staaten im Gange. Die Vorbereitungszeit erfolgten in einem Trainingscenter. Es sei möglich, den Veteranenstatus sowie Versicherungszahlungen im Verletzungs- oder Todesfall zu erhalten. „Das 1. Freiwilligenkorps lädt Männer zur Arbeit ein, für die die Verteidigung des Mutterlandes die einzig richtige Wahl ist“, hieß es laut Topwar.ru in einer offiziellen Erklärung.

Söldner der Wagner-Gruppen agieren nun zunehmend im Militär des russischen Verteidigungsministeriums.

Russische Fortschritte trotz hoher Verluste durch Awdijiwka-Offensive

Der Geheimdienst-Vizepräsident ist sich jedoch gegenüber Inferfax.Ukraine sicher, dass Streitkräfte aus afrikanischen Staaten nicht lange kämpfen werden: „Aber niemand will in den Krieg ziehen. Sie kommen einfach hierher, um später zu fliehen und nach Europa zu gelangen.“

Zuletzt hatte die russische Armee durch eine neue Offensive bei Awdijiwka Fortschritte gemacht, nachdem das Gefecht sich dort lange Zeit nur hin und her bewegt hatte. Je nachdem, wie lange die Wagner-Soldaten schon in der Region stationiert sind, könnten auch sie zu den kürzlichen Erfolgen der russischen Armee beigetragen haben.

Auch wenn die tatsächlichen Kriegsverluste schwer einzuschätzen sind, pendeln sich die meisten Schätzungen auf 66.000 bis 88.000 Gefallene ein. Der Freiwilligenkorps könnte so nicht zuletzt eine Aufstockung für die russische Armee sein, um eine weitere umstrittene Rekrutierungswelle in Russland vor der Russland-Wahl zu umgehen. (lismah)

Rubriklistenbild: © STRINGER / AFP

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