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Wo ist Prigoschin? Wagner-Chef verstummt, Kontakt abgebrochen

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Niemand in Moskau wollte den Prigoschin-Aufstand aufhalten. Putin ist angezählt. Aber wo ist der Wagner-Chef? Der News-Ticker.

  • Nach Prigoschin-Aufstand: Russlands Präsident Wladimir Putin wird Ukraine-Krieg „noch brutaler machen“
  • Angriff aus Belarus: Wagner-Gruppe könnte neuen Angriff auf Ukraine planen
  • Prigoschin stoppt Marsch auf Moskau: Wagner-Söldner sollen sich zurückziehen
  • Die verarbeiteten Informationen, insbesondere zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg, stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland oder der Ukraine. Auch ist die Lage in der russischen Stadt Rostow am Don aktuell noch recht unübersichtlich. Die Informationen lassen sich deshalb nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 26. Juni, 9.12 Uhr: Nach dem Start des Aufstands der Wagner Gruppe um Boss Jewgeni Prigoschin in der Nacht zum Samstag hatte von Sergej Schoigu am Wochenende jede Spur gefehlt. Doch jetzt sind vom russischen Verteidigungsminister wieder Aufnahmen im Staatssender Rossia 24 aufgetaucht.

Der 45-sekündige Clip zeigt Schoigu beim Besuch eines Kommandopostens der russischen Streitkräfte in der Ukraine. Dort traf er sich Angaben aus Moskau zufolge mit einem Befehlshaber einer der Einheiten. Auf den Aufnahmen war zu sehen, wie Schoigu einen Bericht über die militärische Lage verfolgt, Karten studiert und mit einem Hubschrauber die russischen Stellungen inspiziert.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu (l.) spricht mit einem Militär.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Schoigu habe den Einsatz der russischen Truppen gegen die Ukraine gelobt. Er hob die „große Effizienz bei der Erkennung und Zerstörung“ ukrainischer Waffensysteme und Soldaten hervor.

Ob die Aufnahmen aktuell sind, ist nicht klar. Angaben zum Zeitpunkt fehlen. Zweifel sind berechtigt. Denn das Video ist komplett ohne Ton. Was Schoigu spricht, weiß man nicht. Womöglich wurden Clips vergangener Tage zusammengeschnitten, um den Eindruck zu erwecken: Nichts ist passiert, alles läuft nach Plan.

Kurz nach der Veröffentlichung meldeten sich russische Militärblogger zu Wort, denen zufolge die Aufnahmen vor der Wagner-Revolte aufgenommen.  In dem bekannten Telegram-Kanal Rybar hieß es etwa, der Clip sei eine „Konserve“.

Ist Prigoschin in Belarus? Strack-Zimmermann spricht über Schicksal des Wagner-Chefs

Update vom 26. Juni, 7.49 Uhr: Wo ist Jewgeni Prigoschin? Der Chef der Wagner-Gruppe gilt als verschollen, seit er am Samstag nach dem Abbruch der Revolte und dem Zurückrufen seiner Kämpfer Rostow am Don verlassen hatte. Auf einem Foto, das ihn in einem Fahrzeug zeigt, wirkte er gelassen, lachte.

Doch ob Prigoschin tatsächlich in Belarus ist, wie ein Deal zwischen ihm, Wladimir Putin und Belarus-Machthaber Alexander Lukaschenko es vorsieht, ist nicht klar. Seit Samstag meldet sich Prigoschin nicht mehr in den sozialen Medien, wo er sonst sehr aktiv ist. Laut Berichten unabhängiger russischer Medien erklärte auch die Wagner-Pressestelle, derzeit keinen Kontakt zu Priogoschin zu haben.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin verlässt Rostow am Don nach der Revolte.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann jedenfalls erwartet den Wagner-Chef im Exil. „Prigoschin ist jetzt in Belarus. Ob er da alt und glücklich wird, werden wir sehen - oder ob er wie einige andere plötzlich vom Balkon fällt. Das werden wir sehen“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag am Sonntag im ARD-“Bericht aus Berlin“ über dessen weiteres Schicksal.

Nach Prigoschin-Aufstand: Putin wird den Ukraine-Krieg „noch brutaler machen“

Update vom 26. Juni, 3.00 Uhr: Deutsche Außenpolitiker rechnen nach dem gescheiterten Aufstand von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin in Russland mit einem noch härteren Vorgehen des Präsidenten Wladimir Putin. „Putin muss jetzt bei seinen Widersachern den Eindruck vermeiden, er sei angeschlagen. Er muss innenpolitische Stärke zeigen“, sagte Roderich Kiesewetter, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, dem Tagesspiegel. Putin werde „den Krieg gegen die Ukraine intensivieren, noch brutaler machen als bislang schon“.

Ex-Botschafter: „Putin ist schwer angeschlagen“

Update vom 25. Juni, 22.30 Uhr: Sind nach dem abgebrochenen sogenannten „Marsch auf Moskau“ der Wagner-Söldner weitere Aufstände in Russland möglich?

„Wladimir Putin ist schwer angeschlagen, er ist angezählt. Nicht nur vor der Weltöffentlichkeit, sondern auch vor seinem eigenen Volk. Jeder in Russland weiß, was los ist: Dass er nicht jener starke unumstrittene Führer ist, der er immer vorgegeben hat zu sein“, meinte Rüdiger von Fritsch, ehemals deutscher Botschafter in Russland, am Sonntagabend im „heute journal“ des ZDF: „Und wenn man in der russischen Politik eines nicht zeigen darf, dann ist es Schwäche.“

Wagner-Gruppe marschiert in Richtung Moskau: Bilder zum Putschversuch in Russland

Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern.
Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern. © IMAGO/Erik Romanenko
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen.
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen. © Sergey Pivovarov/IMAGO
Nahaufnahme der Ausrüstung. Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet.
Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet und schwer bewaffnet. © Erik Romanenko/IMAGO
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator)
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator) © Erik Romanenko/IMAGO
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt.
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt. © Erik Romanenko/IMAGO
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen.
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen. © IMAGO/Erik Romanenko
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen.
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen. © IMAGO/Erik Romanenko
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht.
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht. © Kirill Zykov/IMAGO
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls. Zusätzlich zu den üblichen Wachen in prunkvoller Uniform sind hier Polizisten postiert.
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls wird zusätzlich zu den üblichen Wachen von der Polizei bewacht. © Ilya Pitalev/IMAGO
Eine Polizistin in Moskau steht hinter der Absperrung des Roten Platzes neben einem Einsatzwagen. Im Hintergrund sind die farbigen Kuppeln der Basilius Kathedrale zu sehen.
Der Rote Platz in Moskau ist weiträumig abgesperrt und wird von der Polizei bewacht. © IMAGO/Ilya Pitalev
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht.
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht. © IMAGO/Alexander Galperin
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten.
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten. © IMAGO/Kirill Kallinikov
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert.
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert. © IMAGO/Vitaliy Belousov
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt.
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt. © IMAGO
In der russischen Stadt Rostow am Don stehen Soldaten in den Straßen Wache und beobachten die Lage.
Die Soldaten stehen in den Straßen Wache und beobachten die Lage. © IMAGO/Erik Romanenko

Der Diplomat erklärte weiter: „Natürlich ist nicht auszuschließen, vor allem wenn es zu wachsendem Unmut in der Bevölkerung kommt, dass es doch zu massivem Widerspruch und zu inneren Verwerfungen kommt. Bis hin zu einer Situation wie am Ende der Sowjetunion, dass Teile des Landes beschließen, sich von Russland zu lösen.“ In den vergangenen drei Jahrzehnten hatte es vor allem auf dem Kaukasus Unabhängigkeitsbestrebungen in der Republik Tschetschenien, in Inguschetien und in Dagestan gegeben.

Update vom 25. Juni, 20.45 Uhr: Wackelt Wladimir Putins Macht durch den Wagner-Aufstand nachhaltig? „Sie sind durch Russland gefahren, mit bewaffneten Kräften, mit Schützenpanzern. Sie sind nicht aufgehalten worden von russischen Sicherheitskräften, die offenbar keine Lust hatten, sich mit ihnen anzulegen für Putin“, sagte Sicherheitsexperte Nico Lange im „heute journal“ des ZDF: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nach den Aussagen von Wladimir Putin und nach den Aussagen von Prigoschin und den Ereignissen des heutigen Tages eine Rückkehr zur Situation davor geben kann. Und auch Putin ist sehr stark beschädigt.“

Es sei auffällig gewesen, „dass viele sich nicht aus der Deckung wagen, dass viele sich lange nicht positioniert haben. Wir haben keine Unterstützung für Prigoschin gesehen“, meinte Lange weiter: „Aber wir haben auch niemanden gesehen, der bereit war, sich für Putin leidenschaftlich in die Bresche zu werfen - nicht einmal seine eifrigsten Propagandisten.“

Wir haben niemanden gesehen, der bereit war, sich für Putin leidenschaftlich in die Bresche zu werfen - nicht einmal seine eifrigsten Propagandisten.

Sicherheitsexperte Nico Lange im „heute journal“ des ZDF

Macht von Wladimir Putin in Gefahr? FDP-Politikerin wähnt Kontakt Prigoschins im Kreml

Update vom 25. Juni, 19.30 Uhr: Die deutsche Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) glaubt, dass das Ansehen Wladimir Putins innerhalb der politischen Elite Russlands durch den kurzzeitigen Wagner-Aufstand erheblich angekratzt und ein Umsturz weiterhin nicht ausgeschlossen ist.

Offensichtlich habe Jewgeni Prigoschin „einen Kontakt in den Kreml. Das muss ihn beunruhigen“, sagte die FDP-Politikerin mit Blick auf Putin in der Sendung „Berlin direkt“ des ZDF. „Das ist ja kein Knabenchor, das sind alles brutale Verbrecher“, meinte sie zur Söldnergruppe Wagner. Die Frage sei nun, ob derjenige im Kreml die Chance ergreife, Putin zu stürzen. Strack-Zimmermann nannte keine Namen.

Schwächte Wagner-Aufstand russische Truppen? Soldaten angeblich nach Moskau verlegt

Update vom 25. Juni, 19.10 Uhr: Hatte der Aufstand von Jewgeni Prigoschin negative Auswirkungen auf die Mannstärke der russischen Armee in der Ukraine? Wie das ukrainische Medienprojekt The Kyiv Independent berichtet, hat Russland Luftlandetruppen aus der Ukraine verlegt, um Moskau während der Meuterei der Privatarmee Wagner zu schützen. Es habe sich demnach um zwei separate Luftlandeeinheiten gehandelt. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Wo ist Jewgeni Prigoschin? Wagner-Chef wurde zuletzt in Rostow am Don gesehen

Update vom 25. Juni, 16.28 Uhr: Nach dem gescheiterten Aufstand gibt es keine Informationen über den Verbleib von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin. Laut Berichten unabhängiger russischer Medien erklärte die Wagner-Pressestelle, derzeit keinen Kontakt zu Priogoschin zu haben.

Putin äußert sich im Staats-TV zuversichtlich über „Militäroperation“

Update von 25. Juni, 15.35 Uhr: Das russische Staatsfernsehen hat ein Interview mit Präsident Wladimir Putin ausgestrahlt. Er stehe in ständigem Kontakt mit dem Verteidigungsministerium, sagte Putin darin. Er sei zuversichtlich, alle Pläne und Aufgaben im Zusammenhang mit der „Speziellen Militäroperation“ in der Ukraine umzusetzen. So wird der Krieg in der Ukraine in Russland noch immer offiziell bezeichnet.

Es war der erste öffentliche Auftritt Putins nach dem Wagner-Aufstand. Kreml-Korrespondent Pawel Sarubin zufolge wurde das Interview allerdings nach einem Treffen mit Militärabsolventen geführt - womit er sich offenbar auf eine Veranstaltung am vergangenen Mittwoch (21. Juni) bezog. Der am Samstag abgebrochene Aufstand der Wagner-Gruppe wurde in dem Beitrag nicht erwähnt.

Prigoschins Wagner-Söldner könnten aus Belarus angreifen

Update vom 25. Juni, 12.20 Uhr: Für die Ukraine scheint die Wagner-Gefahr noch nicht gebannt, zumindest wenn es nach dem britischen Ex-General Richard Dannatt geht. Er hat nun vor einem Angriff von Kämpfern der Privatarmee Wagner auf die Ukraine aus Belarus gewarnt, falls viele Söldner ihrem Chef Jewgeni Prigoschin ins Exil folgen.

Es gebe Anlass zur Sorge, dass Prigoschin nach dem Ende des Aufstands gegen den Kreml nun nach Belarus ziehe, so der frühere Generalstabschef im Sender Sky News. Falls er dort eine „effektive Streitmacht“ um sich sammle, wäre dies eine Bedrohung für das ukrainische Militär.

Nach Wagner-Aufstand in Russland: Einige Söldner schließen sich wohl der russischen Armee an

Update vom 25. Juni, 9.40 Uhr: Wie genau es nach dem Einmarsch in Russland mit der Wagner-Gruppe weitergehen wird, ist noch ungewiss. Doch jetzt soll zumindest feststehen, dass sich einige der Söldner offiziell dem russischen Militär anschließen. Das sei so beschlossen worden, berichtet unter anderem Sky News. Dadurch würde der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu zumindest teilweise seinen Erlass durchsetzen, der alle „freiwillige Einheiten“ – wie etwa die Söldnertruppe Wagner – dazu verpflichtet, sich ab dem 1. Juli seinem Ministerium vertraglich unterzuordnen. Wagner-Chef Prigoschin äußerte zuletzt Kritik an Schoigu und dem Vorhaben – und weigerte sich zu unterschreiben.

Details zu Russlands Verlusten nach Wagner-Einmarsch von Prigoschin veröffentlicht

Update vom 25. Juni, 7.05 Uhr: Der Putschversuch in Russland ist gescheitert. Dennoch lässt sich Wagner-Chef Prigoschin zujubeln, als er Rostow verlässt. Indes hat Putin Experten zufolge enorme Image-Einbußen zu verzeichnen. Politikwissenschaftler Carlo Masala erklärte in den Tagesthemen, „Putin musste einen Kompromiss eingehen“, was einer schweren Demütigung gleichkäme. Und auch Verluste hatte Russlands Armee im Kampf gegen Prigoschins Wagner-Söldner zu verzeichnen, wenngleich auch in niedrigerer Zahl, als im Ukraine-Krieg.

Wagner in Russland: Prigoschin verlässt Rostow – unter Applaus

Update vom 25. Juni, 5.45 Uhr: Ihre bis zum frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) gehaltenen Positionen in der südrussischen Millionenstadt Rostow am Don gaben die Wagner-Truppen auf. Unter dem Applaus der Zivilbevölkerung verließen zunächst die ersten Fahrzeuge mit Söldnern das Hauptquartier des russischen Militärkommandos Süd, das sie erst Stunden zuvor eingenommen hatten, ehe später auch Panzer und Gefechtsfahrzeuge die Innenstadt verließen. Auch Prigoschin hat Rostow verlassen, offenbar in Richtung Belarus.

Kreml: Putins Meinung zu Schoigu nach Wagner-Aufstand unverändert

Update vom 25. Juni, 0.10 Uhr: Nach dem bewaffneten Aufstand Prigoschins gegen die russische Militärführung sieht der Kreml keinen Einfluss auf den Fortgang des Kriegs gegen die Ukraine. Die Situation wirke sich nicht auf den Verlauf der „militärischen Spezialoperation“ gegen die Ukraine aus, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Peskow sagte auch, dass ihm nicht bekannt sei, dass sich die Haltung von Präsident Wladimir Putin gegenüber Verteidigungsminister Sergej Schoigu geändert habe. Als Chef der Söldnergruppe Wagner hatte Prigoschin Minister Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow wiederholt Unfähigkeit vorgeworfen und die beiden für die vielen Rückschläge im Krieg verantwortlich gemacht. 

Update vom 24. Juni, 23.55 Uhr: Jewgeni Prigoschin hat die russische Stadt Rostow offenbar verlassen. Ein Video, das das ukrainische Portal Nexta auf Twitter geteilt hat, zeigt den Wagner-Chef auf dem Rücksitz eines schwarzen Autos. Eine versammelte Menge jubelt ihm zu, einige schütteln seine Hand, ehe das Auto davonfährt. Auch ein großes Militärfahrzeug, auf dem sich Wagner-Kämpfer befinden, ist zu sehen. Prigoschin hatte sich demnach im Hauptquartier des Südlichen Militärbezirks Russlands aufgehalten.

Kreml bestätigt Vereinbarung mit Wagner-Chef Prigoschin

Update vom 24. Juni, 22.13 Uhr: Das russische Präsidialamt hat eine Vereinbarung mit Söldnerchef Jewgeni Prigoschin bestätigt. Es sei ein Abkommen getroffen worden, um weitere Verluste zu vermeiden, teilte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow mit. Prigoschin werde nach Belarus ziehen. Die Klage gegen ihn werde fallengelassen. Sein gegenwärtiger Aufenthaltsort sei unbekannt.

Update vom 24. Juni, 20.52 Uhr: Der Söldnerchef Jewgeni Prigoschin hat den Vormarsch seiner Truppen auf die russische Hauptstadt Moskau nach eigenen Angaben offenbar gestoppt. „Unsere Kolonnen drehen um und gehen in die entgegengesetzte Richtung in die Feldlager zurück“, sagte er in einer Sprachnachricht auf Telegram.

Wagner-Chef Prigoschin äußert sich nach Einmarsch in Russland

Update vom 24. Juni, 19.47 Uhr: Nun hat sich Wagner-Chef Prigoschin geäußert. In einer Sprachnachricht, die bei Telegram kursiert, soll er den Rückzug seiner Söldner verkündet haben. Das geht aus übereinstimmenden Berichten hervor. Demnach wolle er verhindern, dass „russisches Blut vergossen“ wird. Die Söldner würden sich in ihre Militärbasen zurückziehen. Zuvor hatte Lukaschenko behauptet, mit Prigoschin über einen Waffenstillstand verhandelt zu haben.

Update vom 24. Juni, 19.36 Uhr: Je näher der Konvoi der Wagner-Truppen in Richtung Moskau vorrückt, desto dringlicher stellt sich die Frage, was vor Ort passieren wird. Die Wagner-Söldner Prigoschins träumen von einem Sturz Wladimir Putins. Strategieexperten der Nato jedoch halten einen gelingenden Putsch für extrem unwahrscheinlich. Das berichtet das Onlineportal des Focus unter Berufung auf eine vertrauliche Nato-Quelle. Demnach habe die Wagner-Truppe ohne Unterstützung aus dem russischen Militär oder Inlandsgeheimdienst „keine Chance“.

Moskau bereitet sich auf Schlacht mit Prigoschin vor: „Zeit, Euch zu bewaffnen!“

Update vom 24. Juni, 18.33 Uhr: Die Situation in Russland scheint weiter zu eskalieren. Auch Kaydrow schickte seine Truppen in die Spannungsgebiete Russlands. In Rostow am Don sind Medienberichten zufolge erste Einheiten der „Kadyrowzy“ eingetroffen, einer Miliz unter dem Kommando von Kadyrow.  

Update vom 24. Juni, 18.14 Uhr: Ein bis zu 20 Kilometer langer Rebellen-Konvoi, der sich von Südrussland kommend anscheinend unaufhaltsam auf die russische Hauptstadt zubewegt. Dementsprechend panisch reagieren Regime-Behörden und bereiten sich auf den Kampf mit den Wagner-Söldnern vor.

Wagner-Gruppe rückt in Russland vor

Update vom 24. Juni, 16.26 Uhr: Aufständische Söldner der Wagner-Truppe sind nach Angaben des Regionalgouverneurs am Samstag bis in die russische Region Lipezk rund 400 Kilometer südlich von Moskau vorgedrungen. Wagner-Söldner seien dabei, „sich auf dem Gebiet der Region Lipezk zu bewegen“, teilte Regionalgouverneur Igor Artamonow im Online-Dienst Telegram mit. Die Erklärung zeigt das Vorrücken der Wagner-Truppen in Richtung der russischen Hauptstadt Moskau.

Prigoschins Wagner-Gruppe in Russland - erste Kampfhandlungen gemeldet

Update vom 24. Juni, 15.25 Uhr: Innerhalb Russlands kommt es nun zu Kampfhandlungen zwischen der russischen Armee und den Söldnern. In der Region Woronesch rund 600 Kilometer südlich von Moskau führten die Streitkräfte Kampfeinsätze gegen Prigoschins Truppen aus. Dies erklärte Regionalgouverneur Alexander Gussew auf Telegram. Aufnahmen zeigen zudem Angriffe in der Region Woronesch sowie brennende Öl-Depots. Sie sollen Berichten zufolge der Söldner-Truppe gehören und von der russischen Luftwaffe attackiert worden sein.

„Bewaffnete Rebellion“ der Wagner-Gruppe in Russland

Update vom 24. Juni, 13.55 Uhr: Die Situation in Russland gerät nach der „bewaffneten Rebellion“ der Wagner-Söldner aus den Fugen. Kreml-Experte Gerhard Mangott bezeichnet Putins Lage „eklatant gefährlich“. Doch ob Prigoschin mit seinem Vorhaben tatsächlich Erfolg haben wird, ist noch völlig ungewiss. Laut einem ehemaligen CIA-Geheimdienstoffizier weiß der Wagner-Chef jedoch ganz genau, was er tut.

Schwere Kämpfe in Russland: Tanklager in Woronesch gerät in Brand

Update vom 24. Juni, 12.50 Uhr: In der Großstadt Woronesch kommt es vermehrt zu Kämpfen zwischen der Wagner-Gruppe und den russischen Streitkräften. „Im Rahmen einer Anti-Terror-Operation führen die Streitkräfte der Russischen Föderation auf dem Gebiet der Region Woronesch notwendige operativ-kämpferische Maßnahmen durch“, schrieb Gouverneur Alexander Gussew am Samstagmittag. „Ich werde weiter über die Entwicklung der Lage informieren.“

Prigoschins Wagner-Söldner fallen in Russland ein – erste Kämpfe mit Putins-Armee entbrannt

Update vom 24. Juni, 11.45 Uhr: Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hat auf die Rede von Präsident Putin geantwortet und erklärt, dass sich keiner seiner Kämpfer stellen wird. „Wir wollen nicht, dass das Land weiterhin in Korruption, Betrug und Bürokratie lebt“, sagte Prigoschin. Daher werde man nicht aufgeben. „Der Präsident irrt sich, was den Verrat am Vaterland angeht. Wir sind Patrioten unseres Vaterlandes, wir haben gekämpft und kämpfen immer noch“, fügte er hinzu.

Erkenntnisse aus London: Prigoschins Wagner-Gruppe auf dem Weg nach Moskau

Update vom 24. Juni, 10.30 Uhr: Nach Erkenntnissen des britischen Verteidigungsministeriums bewegt sich die Wagner-Gruppe aktuell weiter nach Norden. Sie seien höchstwahrscheinlich nach Moskau unterwegs, hieß es. In der südrussischen Stadt Rostow habe Wagner „mit ziemlicher Sicherheit wichtige Sicherheitseinrichtungen besetzt, darunter das Hauptquartier, das die russischen Militäroperationen in der Ukraine leitet“.

Wagner-Rebellion in Russland: Putin spricht von „Stich in den Rücken“

Update vom 24. Juni, 09.20 Uhr: In einer Fernsehansprache hat Wladimir Putin mit Blick auf den Wagner-Einmarsch in Rostow von Verrat und einem „Stich in den Rücken“ gesprochen. Wer an der Meuterei teilgenommen habe, werde bestraft, sagte der russische Präsident. Jeder, der Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin folge und die Waffen gegen die Armee erhoben habe, sei ein Verräter, sagte der russische Präsident. Ein bewaffneter Aufstand sei „eine tödliche Gefahr für unsere Staatlichkeit, für uns als Nation“. „Wir werden siegen und stärker werden“, fügte er hinzu.

Weiter rief der Kreml-Chef nach dem bewaffneten Aufstand zum Vorgehen gegen die Drahtzieher auf. Die Streitkräfte hätten den Befehl erhalten, Maßnahmen zu ergreifen, sagte Putin.

Eskalation in Russland: Moskau ruft Anti-Terror-Notstand nach Wagner-Einmarsch aus

Update vom 24. Juni, 08.40 Uhr: Angesichts des bewaffneten Aufstands des russischen Söldnerchefs Jewgeni Prigoschin und dessen Wagner-Gruppe haben die Behörden in Moskau und Umgebung den Anti-Terror-Notstand ausgerufen. „Um mögliche Terroranschläge in der Stadt und dem Gebiet Moskau zu verhindern, ist ein Regime für Operationen zur Terrorbekämpfung eingeführt worden“, teilte das nationale Anti-Terror-Komitee am Samstag mit. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft.

Update vom 24. Juni, 08.10 Uhr: Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hat Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sowie den Generalstabschef Waleri Gerassimow in einem auf Telegram veröffentlichten Video zu Verhandlungen aufgerufen. Andernfalls würden seine Kämpfer bis nach Moskau ziehen. Prigoschin zufolge sollen seine Truppen mittlerweile alle Militäreinrichtungen in der russischen Stadt Rostow kontrollieren. Weiter veröffentlichte er ein Video auf Telegram, welches die Ankunft seiner Männer in der südrussischen Stadt beweisen soll.

Streit zwischen Prigoschin und Militärführung eskaliert: Gouverneur ruft zur Ruhe auf

Erstmeldung vom 24. Juni: Moskau/Rostow am Don – Seit Monaten spitzt sich ein Streit zwischen Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin, enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putins, und der russischen Militärführung zu. Prigoschin hatte Letzterer schlechte Führung im Ukraine-Krieg vorgeworfen und vor allem Verteidigungsminister Sergei Schoigu wiederholt scharf kritisiert. Am Freitagabend (23. Juni) warf Prigoschin Moskau einen Angriff auf seine Söldner-Einheiten mit Artillerie, Hubschraubern und Raketen vor und drohte mit Gegenmaßnahmen. Dabei sei eine große Anzahl seiner Kämpfer getötet worden.

Nun hat der Gouverneur der russischen Region Rostow die Einwohnerinnen und Einwohner angesichts eines sich zuspitzenden Konflikts zwischen der Armee und der Söldnertruppe Wagner aufgerufen, zu Hause zu bleiben. „Die aktuelle Situation erfordert die maximale Konzentration aller Kräfte, um die Ordnung aufrechtzuerhalten“, schrieb Wassili Golubew in der Nacht zum Samstag (24. Juni) auf Telegram. Die Strafverfolgungsbehörden täten alles Notwendige, um die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner der Region zu gewährleisten. „Ich bitte alle, ruhig zu bleiben und das Haus ohne Notwendigkeit nicht zu verlassen.“

Eskalation in Russland: Wagner-Gruppe will gegen Militärführung vorgehen

Der Grund: Kurz zuvor hatte Prigoschin in einer Sprachnachricht erklärt, den Kampf gegen den Militärapparat vorführen und in die Grenzstadt Rostow am Don einmarschieren zu wollen. Er habe 25.000 Männer unter Befehl, die nun aufklären würden, warum solch eine Willkür im Land herrsche. „Wer versucht, uns Widerstand zu leisten, den werden wir als Bedrohung betrachten und sofort töten“, drohte der 61-Jährige. Daraufhin leiteten die russischen Behörden Ermittlungen wegen versuchten bewaffneten Aufstands ein. Das russische Verteidigungsministerium bestritt einen Angriff. Der russische Geheimdienst FSB rief die Söldner der Wagner-Truppe dazu auf, ihren Chef festzunehmen.

In Rostow am Don befindet sich das Hauptquartier der russischen Armee für den Süden des Landes. Reporterinnen und Reportern von russischen Nachrichtenagenturen zufolge gab es vereinzelt Straßensperren in der Stadt. Prigoschin behauptete in einer weiteren Audionachricht, seine Männer hätten einen Militärhubschrauber abgeschossen, der auf einen zivilen Konvoi geschossen habe. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht. Er warnte erneut, dass die Wagner-Söldner alle, die sich gegen sie stellten, als Bedrohung auffassen würden. „Wir haben ein Ziel, wir sind alle bereit, zu sterben“, sagte er.

In sozialen Medien wurden zudem am frühen Samstagmorgen Videos geteilt, die zeigen sollen, wie Wagner-Kämpfer das Militärhauptquartier in Rostow am Don umstellen sollen und schweres militärisches Gerät darauf richten. Dies konnte bislang nicht unabhängig bestätigt werden. Wie CNN berichtet, werden aktuell auch in der Hauptstadt Moskau „Anti-Terror-Maßnahmen“ durchgeführt werden. Man beobachte die Situation sehr genau. (Mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Elena Kopylova

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