Der „Bogenschütze“

Ukraine wartet sehnsüchtig auf schwedische Haubitze: Sie hat eine einzigartige Fähigkeit

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Die Ukrainer erhalten zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg bald ein einzigartiges Artillerie-System aus Schweden. Diese kann etwas, was die deutsche Panzerhaubitze 2000 nicht kann.

Kiew – Die Waffenlieferungen aus dem Westen halten im Ukraine-Krieg beharrlich an: So bekommt Kiew absehbar F-16-Kampfjets aus den Niederlanden und aus Dänemark, während die ukrainischen Streitkräfte der russischen Schwarzmeerflotte mit selbst entwickelten Wasserdrohnen zusetzen.

Ukraine-Krieg: Kiew bekommt von Schweden acht Artilleriesysteme „Archer“

Bald sollen nun auch die acht „Archer“-Artilleriesysteme in der Ukraine eintreffen, die Schweden dem völkerrechtswidrig durch Russland überfallenen Land Anfang des Jahres in Aussicht gestellt hatte. Im März hatte Stockholm die Lieferung offiziell bestätigt, während sich das skandinavische Land seinerseits unter Hochdruck auf einen Betritt in das transatlantische Verteidigungsbündnis Nato vorbereitet.

Wie die Kyiv Post jetzt berichtet, sollen die FH-77BW L52 Archer - so die technische Bezeichnung - ab September auf dem ukrainischen Schlachtfeld zur Verteidigung gegen die russische Aggression zum Einsatz kommen.

Wuchtig: Die selbstfahrende schwedische Haubitze „Archer“.

Nicht nur, dass die selbstfahrende Haubitze geliefert wird. Die vorgesehenen ukrainischen Soldaten sollen dann auf dem Gerät bereits ausgebildet sein. Schweden mit seinen rund 10,5 Millionen Einwohnern hat laut dem Bericht 48 Stück des hochmodernen Artilleriesystems, das vom Rüstungskonzern BAE Systems nach der Jahrhundertwende entwickelt wurde und 2014 bei der schwedischen Armee in Dienst gestellt wurde.

Haubitze „Archer“ für die Ukraine: Mobiles Artilleriesystem aus Schweden

Es gibt gleich mehrere Vorteile bei dieser Haubitze: Zum einen ist sie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70km/h und mit ihrem Radantrieb sehr mobil. Die wuchtige 155-mm-Glattrohrkanone soll aus hochfestem Stahl bestehen, was die „Archer“ robuster gegen mögliche Angriffe mit Kamikaze-Drohnen macht. Das Fahrerhaus ist gegen Panzerminen und Granatsplitter geschützt. Den einzigartigsten Vorteil bietet dagegen nicht einmal die deutsche Panzerhaubitze 2000.

Name:FH-77BW L52 Archer (Bogenschütze)
Besatzung:4 (Kommandant, Fahrer, Richtkanonier, Ladekanonier)
Länge:14,3 m
Gewicht:33,5 t
Hauptbewaffnung:155-mm-Haubitze L/52
Sekundärbewaffnung:Fernbedienbare Waffenstation mit 12,7-mm-Maschinengewehr
Geschwindigkeit:70 km/h (Dieselmotor mit 340 PS)

Haubitze „Archer“ für die Ukraine: Besatzung kann Schuss aus voller Fahrt vorbereiten

Denn: Die „Archer“ kann auch aus voller Fahrt den jeweiligen Schuss vorbereiten, was laut Hersteller BAE Systems gerade mal 20 Sekunden dauert. Genauso schnell kann die Mannschaft mit der selbstfahrenden Haubitze demnach ihre Schussposition wieder verlassen. Damit ist die „Archer“ anderer Artillerie teils deutlich überlegen, zum Beispiel dem schwerfälligen russischen Mörser „2S4 Tjulpan“ .

Noch ein Vorteil ist, dass der „Archer“ so ausgelegt wurde, dass der „Bogenschütze“ 155-mm-Nato-Standardmunition verschießen kann - weswegen der Nachschub an Granaten gesichert ist. Damit hat die ukrainische Armee bald eine schwere Waffe mehr, um ihr Land (möglichst) von den Besatzern zu befreien. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / TT

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