Umfrage zeigt „das dringlichste Thema“

Wie unzufrieden wir mit der Rente sind und was Deutsche von der Regierung fordern

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Frankreich ging dafür auf die Barrikaden, Deutschland will sie: eine Rentenreform. Die Zahlen sind eindeutig.

Am 17. Juli machte eine neue Kommission der Bundesregierung Vorschläge, wie die private Rente in Deutschland reformiert werden kann. Dabei sprach sie sich gegen die Einrichtung eines öffentlich verantworteten Fonds aus, weil dieser keinen Vorteil biete, den nicht auch private Vorsorgeprodukte leisten könnten.

Eine neue Umfrage der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zeigt jetzt: Mit diesem ersten gescheitertem Anlauf, ein neues Rentensystem zu entwickleln, geben sich die Bundesbürger:innen nicht zufrieden.

Deutsche erwarten, dass sich nach der Sommerpause etwas tut

Rente ist für die meisten Deutschen das wichtigste Thema

Laut den Umfrageergebnissen erwarten die Menschen von der Bundesregierung nach der Sommerpause konkrete Maßnahmen für eine kostengünstige private Altersvorsorge. Für 83 Prozent der Befragten sei die Rente seit Jahren „mit Abstand das dringlichste Thema“. Bereits vor der Bundestagswahl im September 2021 hätten 88 Prozent der Befragten die Unterstützung bei der privaten Altersvorsorge als sehr oder eher wichtig angesehen.

„Die schwelende Sorge, nicht ausreichend für das Alter vorsorgen zu können, treibt viele Menschen um“, sagt Ramona Pop, Vorständin der Verbraucherzentrale Bundesverband. Vor allem junge Menschen suchen nach unkomplizierten und günstigen Wegen, um für das Alter vorzusorgen. Aber auch Frauen, die besonders von Altersarmut betroffen sind, sorgen sich um die Rente.

Frauen haben seltener Finanzprodukte als Männer, zeigt eine Studie. Dabei müssten sie sich um ihre Rente irgendwann mal am meisten Gedanken machen.

Verbraucherzentrale hat klare Vorstellung, was passieren muss

„Die Bundesregierung muss sich nach der Sommerpause endlich ernsthaft für eine verlässliche und kostengünstige private Altersvorsorge einsetzen“, sagt Vorständin Ramona Pop. Es brauche eine langfristige, breit diversifizierte Anlage am Kapitalmarkt und einen öffentlich organisierten Fonds, der das Geld kostengünstig und renditestark anlegt.

Unsere Autorin geht noch einen Schritt weiter. Sie fordert ihrem Kommentar: Für die Rente in Aktien zu investieren, muss Pflicht werden.

Rente ohne Aktien ist nicht mehr zeitgemäß, findet unsere Autorin.

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(Mit Material der dpa)

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