Zwischenwahlen

Midterms in den USA: Donald Trump deutlich auf Siegeskurs

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Die Midterms in den USA könnten für Donald Trump zur großen Comeback-Show werden.

Washington, D. C. - Noch zehn Tage bis zu den Midterms in den USA. Das ganze Land fiebert bereits den Zwischenwahlen entgegen. Demokraten und Republikaner liegen eng beieinander. In vielen Teilen der USA dürfte das Rennen um Sitze im Senat und im Repräsentantenhaus sehr eng werden.

Mittendrin im Wahlkampf zu den Midterms steckt auch Donald Trump. Der ehemalige Präsident der USA hat laut einer Analyse des Nachrichtenportals Newsweek 22 Kandidatinnen und Kandidaten der Republikaner unterstützt. Wie diese abschneiden, dürfte auch als Indiz gewertet werden, welchen Einfluss Trump im politischen Zirkus der USA noch hat und wie er diesen bei der Wählerschaft geltend machen kann. Glaubt man den Umfragen zu den Zwischenwahlen, dann sieht es kurz vor dem Wahltermin sehr gut aus für Trump und sein Team.

Donald Trump, hier beim Golfen in Florida, hat bei den Midterms in den USA einen deutlichen Sieg im Blick.

Midterms in den USA: Trumps Kandidatinnen, die hinten liegen

Gerade mal zwei seiner 22 Protegés liegen in den Umfragen zu den Midterms derzeit hinten: Kelly Tshibaka, die in Alaska antritt, und Leora Levy, die ihr Glück in Connecticut versucht. Von den verbliebenen 20 befinden sich gerade einmal sechs in hart umkämpften Rennen. Diese sind:

Midterms in den USA: Sechs hart umkämpfte Rennen

  • Herschel Walker (Georgia)
  • Adam Laxalt (Nevada)
  • Dr. Mehmet Oz (Pennsylvania)
  • Blake Masters (Arizona)
  • J. D. Vance (Ohio)
  • Ron Johnson (Wisconsin)

Alle diese von Trump unterstützten Kandidaten befinden sich in den aktuellen Umfragen wenige Tage vor dem Wahltermin der Midterms fast gleichauf mit ihren jeweiligen Gegnern der demokratischen Partei.

Das wiederum bedeutet aber auch, dass mehr als 60 Prozent der von Donald Trump unterstützten Kandidatinnen und Kandidaten derzeit auf einen klaren Sieg im Rennen um die Senatssitze zusteuern. Zu diesen gehören folgende Senatoren, die zur Wiederwahl in ihren Bundesstaaten antreten.

Midterms in den USA: Trumps Kandidaten, die deutlich vorne liegen

  • Marco Rubio (Florida)
  • Chuck Grassley (Iowa)
  • Mike Lee (Utah)
  • Jerry Moran (Kansas)
  • Rand Paul (Kentucky)
  • John Boozman (Arkansas)
  • John Hoeven (North Dakota)
  • Mike Crapo (Idaho)
  • James Lankford (Oklahoma)
  • Tim Scott (North Carolina)
  • John Neely Kennedy (Louisiana)

Midterms in den USA: Donald Trump prahlt mit seinem Einfluss

Donald Trump selbst steht bei den Midterms in den USA nicht auf dem Wahlzettel, hat aber angekündigt, bis zum letzten Wahlkampf für seine Kandidaten zu machen. In der Vergangenheit hatte der Ex-Präsident immer wieder damit geprahlt, dass seine Unterstützung für Republikaner der Weg zum Sieg sei.

Zwischenwahlen USA: Die zehn spannendsten Duelle im Senat

John Fetterman von den Demokraten
Der linke Demokrat John Fetterman ist amtierender Vizegouverneur von Pennsylvania und tritt dort gegen den republikanischen Trump-Schützling Mehmet Oz an. Kurz vor den demokratischen Vorwahlen im Mai erlitt Fetterman einen Schlaganfall, von dem er sich noch immer erholt.  © Kriston Jae Bethel/afp
Mehemt Oz aus Pennsylvania
Der Republikaner Mehmet Oz wird im Wahlkampf in Pennsylvania um den Sitz im US-Senat von Ex-Präsident Donald Trump unterstützt. Der Kardiologe und ehemalige TV-Arzt geriet in die Kritik, weil er in seiner Sendung, „The Dr. Oz Show“, pseudowissenschaftliche und alternativmedizinische Ansichten verbreitete. © Ed Jones/AFP
Mandela Barnes
Der progressive Demokrat Mandela Barnes ist Vizegouverneur von Wisconsin und will den amtierenden republikanischen Senator, Ron Johnson, ablösen. Barnes setzt sich insbesondere für Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte ein. Seine Kandidatur wird von den prominenten US-Linken Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez und Elizabeth Warren offiziell unterstützt. © Scott Olson/AFP
Ron Johnson von den Republikanern
Der MAGA-Republikaner Ron Johnson ist der amtierende Senator von Wisconsin und rechtsextrem. Er will die staatliche Kranken- und Rentenversicherung privatisieren. Den Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 bezeichnete er als „überwiegend friedlich“, es sei kein bewaffneter Aufstand gewesen. © Mark Hertzberg/Imago
Raphael Warnock von den Demokraten
Raphael Warnock ist Senator des Swing States Georgia. Er wird herausgefordert von dem Trump-Protegé Herschel Walker. Warnock ist Pastor der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, in der einst der bekannte Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King Jr. predigte. Warnock ist der erste Schwarze, der den Südstaat Georgia im US-Senat vertritt. © Anna Moneymaker/AFP
Herschel Walker von den Republikanern
Der Ex-American-Football-Spieler und Republikaner Herschel Walker tritt in Georgia gegen den demokratischen Senator Raphael Warnock an. Seine Kandidatur wird von Donald Trump unterstützt. Walker fällt immer wieder durch vergangene Skandale auf. Der erklärte Abtreibungsgegner soll eine Ex-Freundin zum Schwangerschaftsabbruch gedrängt und dafür bezahlt haben. © Megan Varner/AFP
Catherine Cortez Masto von den Demokraten
In Nevada wackelt der Senatssitz der demokratischen Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto. Ihr Herausforderer ist der von Donald Trump unterstütze Republikaner und Wahlleugner Adam Laxalt. Cortez Masto macht sich im Wahlkampf insbesondere für das Recht auf Abtreibung stark. Bevor sie Senatorin wurde, war sie Navadas Generalstaatsanwältin. © Kevin Dietsch/AFP
Republikaner Adam Laxalt, Kandidat für den Senat
Der Republikaner Adam Laxalt fordert in Nevada die demokratische Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto heraus. Laxalt wird von Donald Trump unterstützt und ist demzufolge Wahlleugner. Der ehemalige Generalstaatsanwalt von Nevada konzentriert sich auf die Themen Inflation und „Law and Order“. © Bridget Bennett/AFP
Tim Ryan aus Ohio
Demokrat Tim Ryan kämpft in Ohio mit dem Republikaner J. D. Vance um den frei werdenden Senatssitz. Ryan ist Abgeordneter im Repräsentantenhaus und war 2019 Präsidentschaftskandidat der Demokraten, doch schied vorzeitig aus dem Rennen aus. © Jerry Mennenga/Imago
JD Vance kandidiert für die Republikaner
J. D. Vance kandidiert auf republikanischer Seite in Ohio gegen den Demokraten Tim Ryan für den Senat. Vance ist Risikokapitalgeber und Autor des autobiografischen Bestsellers „Hillbilly Elegie“. Er sicherte sich die republikanische Nominierung im Vorwahlkampf durch rechtsextreme Positionen und die Unterstützung von Donald Trump. © Jeff Swensen/AFP
Marco Rubio kandidiert für die Republikaner
In Florida sieht sich der amtierende republikanische Senator Marco Rubio seiner demokratischen Herausforderin Val Demings gegenüber. Donald Trump verpasste Rubio, der 2016 als dessen Kontrahent in den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen antrat, den hämischen Spitznamen „little Marco“ (kleiner Marco). © Anna Moneymaker/AFP
Val Demings kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Val Demings fordert in Florida den amtierenden republikanischen Senator Marco Rubio heraus. Sie ist die ehemalige Polizeichefin von Orlando und konnte bereits republikanische Attacken abwehren, die darauf abzielten, sie als zu lax in puncto Strafverfolgung darzustellen. © Joe Readle/AFP
Ted Budd kandidiert für die Republikaner
In North Carolina tritt der Republikaner Ted Budd gegen die Demokratin Cheri Beasley an. Der von Trump unterstützte rechtsextreme Abgeordnete Budd ist Wahlleugner und Inhaber eines Schusswaffengeschäfts. © Seth Herald/AFP
Cheri Beasly kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Cheri Beasley kämpft in North Carolina mit dem Trump-Republikaner Ted Budd um den Sitz im Senat. Beasley ist ehemalige Richterin am Supreme Court des Bundesstaates North Carolina und befürwortet das Recht auf Abtreibung. © Sean Rayford/AFP
Mark Kelly kandidiert für die Demokraten
In Arizona wird der demokratische Amtsinhaber Mark Kelly vom Trump-Schützling und rechtsextremen Republikaner Blake Masters herausgefordert. Kelly ist ehemaliger Astronaut und Ehemann der ehemaligen Abgeordneten Gabby Giffords, der bei einer Veranstaltung in den Kopf geschossen wurde und die überlebte. Demzufolge setzt sich Kelly für strengere Schusswaffengesetze ein. © Kevin Dietsch/AFP
Blake Masters kandidiert für die Republikaner
Der rechtsextreme Republikaner Blake Masters fordert in Arizona den demokratischen Amtsinhaber Mark Kelly heraus. Masters ist ein Schützling Donald Trumps und sprach sich im Vorwahlkampf nicht nur gegen Abtreibungen, sondern auch gegen Empfängnisverhütung aus. Er ist auch Anhänger des rechten, rassistischen Verschwörungsmythos vom „Großen Austausch“. © Brandon Bell/afp
Maggie Hassan kandidiert für die Demokraten
Die Demokratin Maggie Hassan ist die Amtsinhaberin des Senatssitzes für New Hampshire. Sie wird von dem Republikaner Don Bolduc herausgefordert. Hassan konzentriert sich im Wahlkampf auf den Schutz des Rechts auf Abtreibung. Sie war bereits Gouverneurin von New Hampshire. © Scott Eisen/AFP
Don Bolduc kandidiert für die Republikaner
Der Republikaner Don Bolduc fordert in New Hampshire die demokratische Amtsinhaberin Maggie Hassan heraus. Bolduc lobte die höchst umstrittene Anti-Abtreibungsentscheidung des Supreme Courts. Der pensionierte Brigadegeneral ist ein rechtsextremer Kandidat, doch er wird nicht von Donald Trump unterstützt. © Scott Eisen/AFP
Michael Bennet kandidiert für die Demokraten
In Colorado wird der demokratische Amtsinhaber Michael Bennet von dem Republikaner Joe O’Dea herausgefordert. Bennet hat sich während seiner Amtszeit auf die Ausweitung der Steuergutschrift für Kinder konzentriert. Er macht auch Wahlkampf mit den Mitteln aus dem Infrastrukturpaket, die seinem Bundesstaat zuerkannt wurden. © POOL

Sollten die Kandidaten von Donald Trump bei den Zwischenwahlen in den USA mehrheitlich einen Sieg einfahren, wird Trump sich diese Siege mit großer Sicherheit auf die eigene Fahne schreiben. Sein Einfluss auf die Republikanische Partei dürfte sich nach den Midterms also noch erhöhen. Ob er sogar dafür reicht, dass die Partei ihn 2024 erneut zum Präsidentschaftskandidaten kürt, das bleibt abzuwarten. Trump selbst hatte angekündigt, sich nach den Midterms erneut und konkreter zu seinen politischen Karriereplänen zu äußern. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Al Diaz

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