Massive Angriffe auf Ukraine

Trotz Telefonat mit Trump: Putin ist siegessicher – und bereit für langen Ukraine-Krieg

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Das Telefonat von Donald Trump und Wladimir Putin soll die Ukraine dem Frieden näher bringen. Doch dass der russische Präsident Zugeständnisse macht, ist unwahrscheinlich.

Update vom 20. Mai, 11.25 Uhr: Auch nach dem Telefonat mit Donald Trump zeigt sich der russische Präsident Wladimir Putin offenbar nur bedingt an einem Waffenstillstand in der Ukraine interessiert. Verteidigungsminister Boris Pistorius warf dem Kreml-Chef vor, auf Zeit spielen zu wollen. „Das kann man sehr klar erkennen“, sagte Pistorius vor Beratungen der EU-Außen- und Verteidigungsminister in Brüssel. Die andauernden russischen Angriffe gegen die Ukraine „sprechen da eine klare Sprache“. Man müsse Putin an seinen Taten messen und nicht an seinen Worten.

Taten lässt Putin wohl auch auf dem Schlachtfeld folgen. Die ukrainischen Behörden haben in Erwartung einer russischen Offensive nach eigenen Angaben mit der Evakuierung von mehr als 200 Orten in der Region Sumy nahe der Grenze zu Russland begonnen. Die Region ist seit Monaten Ziel heftiger russischer Angriffe. Militärexperten sehen in Sumy eins der Ziele der erwarteten Sommeroffensive Moskaus. Ein weiterer Hinweis darauf, dass Putin den Ukraine-Krieg noch lange fortsetzen will.

Wladimir Putin ist vor dem Telefonat mit Donald Trump sicher, dass Russland den Ukraine-Krieg militärisch gewinnen kann. (Archivbild)

Putin vor Telefonat mit Trump siegessicher – und bereit zu einem langen Ukraine-Krieg

Erstmeldung vom 19. Mai: Moskau – Vor dem geplanten Telefonat mit US-Präsident Donald Trump zeigt sich der russische Präsident Wladimir Putin laut Insidern äußerst zuversichtlich - allerdings nicht bei der Frage nach einem möglichen Frieden im Ukraine-Krieg.

Wie Bloomberg berichtet, glaubt Putin, dass seine Streitkräfte in der Lage seien, die ukrainischen Verteidigungslinien bis Ende des Jahres zu durchbrechen und die vollständige Kontrolle über die vier von Russland beanspruchten Regionen – Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson – zu erlangen. Das berichtet das Nachrichtenportal und bezieht sich dabei auf eine anonyme Quelle aus dem Umfeld des russischen Präsidenten. Dessen Haltung mache es unwahrscheinlich, dass Putin bei den Gesprächen mit Trump bedeutende Zugeständnisse machen wird.

Merz, Macron und Starmer warnen Trump vor Putins Taktik

Gleichzeitig wächst in Europa die Sorge, Trump könnte versuchen, einen schnellen Friedensschluss im Ukraine-Krieg zu erzwingen, der die Interessen der Ukraine gefährden könnte. Europäische Staats- und Regierungschefs, darunter der deutsche Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer, warnten Trump in einem Telefonat am Freitag (16. Mai) davor, sich von Putin „hinhalten“ zu lassen.

Putin bereit für einen langwierigen Konflikt mit Ukraine

Putin zeigt sich laut Quellen aus dem Kreml bereit für einen langwierigen Kampf im Ukraine-Krieg – falls dies nötig sei, um seine Ziele zu erreichen, berichtet Bloomberg. Auch mögliche neue US-Sanktionen gegen Russland scheinen ihn demnach nicht zu beeindrucken. Dennoch könnte er versuchen, die Verhandlungen mit der US-Politik under Trump fortzusetzen, während die militärischen Operationen weiterlaufen.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und europäische Verbündete hatten gehofft, dass Trump bei ausbleibenden Fortschritten in Richtung eines Waffenstillstands neue Sanktionen gegen Russland verhängen würde. Doch bislang blieb eine solche Maßnahme aus, was in Kiew und anderen europäischen Hauptstädten Besorgnis über die weiteren Entwicklungen in den Verhandlungen über den Ukraine-Krieg auslöst.

Russland startet massive Angriffe auf die Ukraine

Währenddessen hat Russland am Wochenende einen der massivsten Drohnenangriffe seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine gestartet. Das gab die ukrainische Luftwaffe bekannt. Eine Frau sei getötet und mindestens drei Personen verletzt worden. Überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Russland habe bei dem Angriff 273 Drohnen eingesetzt.

Trotz der militärischen Offensive Russlands im Ukraine-Krieg sehen westliche Expertinnen und Experten die Erfolgsaussichten des Kreml skeptisch. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland seine Ziele bis Ende des Jahres erreicht, ist sehr gering“, erklärte Ben Barry vom International Institute for Strategic Studies gegenüber Bloomberg.

Keine Fortschritte bei Friedensverhandlungen zwischen Ukraine und Russland in Istanbul

Die Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern in Istanbul am Freitag hatten keine Fortschritte erbracht. Russland forderte den Rückzug ukrainischer Truppen aus den besetzten Gebieten, ohne jedoch die vollständige Kontrolle über diese Regionen zu haben. Sollte Putin jedoch zu weit gehen, könnte Trump gezwungen sein, härtere Maßnahmen zu ergreifen, darunter die Verabschiedung eines Sanktionsgesetzes, das von US-Senator Lindsey Graham vorbereitet wurde. (sot)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press Wire

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