Schluss mit Prokrastinieren

4 Möglichkeiten, wie du schnell deine Rente berechnest

  • schließen

Die neue digitale Rentenübersicht ist online. Es gibt aber auch noch andere Wege, um dir eine Übersicht zu verschaffen, wie es mit deinen Finanzen im Alter aussieht.

Beim Stichwort Altersvorsorge tropft bei vielen der kalte Angstschweiß von der Stirn, vor allem jüngere Menschen fürchten das Thema. Das Rentensystem scheint kompliziert und nur schwer greifbar. Es hilft aber nur eins: Einfach machen und sich mit dem Thema beschäftigen. Wenn du dich bisher erfolgreich gedrückt hast, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um sich über die Rente zu informieren, denn seit dem 30. Juni ist die neue digitale Rentenübersicht online, ein kostenloses Informationsportal der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Wer die gesetzliche Altersrente über die DRV bezieht oder beziehen wird, kann sich in dem Online-Portal anmelden. Über den persönlichen Login kannst du persönliche Daten einsehen, ändern, Anträge oder Fragen stellen. Zusätzlich kannst du auch alle Informationen über betriebliche und private Renten, die du vielleicht abgeschlossen hast, eintragen.

In der Detailansicht können Versicherte dann auch einsehen, ab wann genau sie die gesetzliche Rente beziehen können und wie hoch die Auszahlung sein wird. So soll transparent gemacht werden, wie viel Geld im Alter zur Verfügung steht – und wo noch privat vorgesorgt werden müsste. Wie viel du privat für deine Rente zurücklegen solltest, hat uns eine Finanzexpertin verraten.

Wie viel muss ich für meine Rente sparen? Das fragen sich viele Menschen. Eine Finanzapp-Gründerin hat die Antwort.

Aber auch ohne das Online-Portal gibt es noch drei weitere Möglichkeiten, wie du das Renteneintrittsalter und die Höhe der Auszahlungen berechnen kannst.

1. Die Renteninformation

Wenn du über 27 Jahre alt bist und mindestens fünf Jahre Pflichtbeiträge oder freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hast, dann bekommst du einmal im Jahr Post von der Deutschen Rentenversicherung: die sogenannte Renteninformation. Darin wird hochgerechnet, wie deine finanzielle Situation im Alter aussehen könnte. Diese Informationen sind aber mit Vorsicht zu genießen, denn es handelt sich nur um eine theoretische Rechnung. Wichtige Parameter können sich bis zum Renteneintrittsalter ändern, vor allem weil Menschen tendenziell immer älter werden und das Rentensystem damit überlasten.

Auch interessant: 3 Wege, wie du mit wenig Geld für deine Rente vorsorgen kannst

2. Online-Rechner

Wenn du nicht auf den nächsten Brief warten willst, findest du online diverse Renten-Rechner. Du kannst zum Beispiel den Rechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge nutzen und dir mit dem Ergebnis auch einen persönlichen Sparplan erstellen.

Egal ob Renteninformation per Post oder digitale Rentenübersicht, wichtig ist: fange besser früher als später an, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

3. Rente selber berechnen

Wenn du gerne selbst rechnest, kannst du mit folgender Formel der DRV auch selbst herausbekommen, wie gut du im Alter finanziell abgesichert bist.:

Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor

  • Entgeldpunkte: Das ist der wichtigste Wert. Dabei wird Jahr für Jahr dein Verdienst mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten verglichen. Entspricht er exakt dem Durchschnittsverdienst in diesem Jahr, ist das 1 Entgeltpunkt wert. Falls du Kinder erziehst oder Angehörige pflegst, wird das so berücksichtigt, als hättest du in diesem Zeitraum einen „hypothetischen“ Verdienst gehabt, der sich voll oder anteilig nach dem jeweiligen Durchschnittsverdienst richtet.
  • Zugangsfaktor: Damit werden Zu- und Abzüge (werden Zu- und Abschläge genannt) bei deiner Rentenberechnung berücksichtigt. Abzüge bekommst du, wenn du vorzeitig in Rente gehen willst. Zuzüge, wenn du beispielsweise nach Erreichen des Rentenalters weiter arbeitest und vorerst auf die Rente verzichtest. Hast du weder Zu- noch Abzüge, beträgt dieser Wert 1,0.
  • Aktueller Rentenwert: Das ist der Gegenwert, der einem Entgeltpunkt entspricht. Dieser wird immer wieder der wirtschaftlichen Situation angepasst. Aktuell (Juni 2023) beträgt er 36,02 Euro für Westdeutschland und 35,52 Euro für Ostdeutschland. Wo der aktuelle Wert liegt, kannst du jederzeit auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung einsehen.
  • Rentenartfaktor: Hier kommt es auf die Art der Rente an. Altersrenten, Renten wegen voller Erwerbsminderung und Erziehungsrenten haben den Wert 1,0. Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung 0,5, Vollwaisenrenten 0,2 und Halbwaisenrenten 0,1. Bei Witwenrenten ist der Faktor 0,55 oder 0,6.

Egal, welchen Weg du nimmst, um dein Eintrittsalter und die Höhe der Rentenauszahlungen zu berechnen, wichtig ist, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Besonders, wenn du jetzt schon weißt, dass du früh in Rente gehen möchtest, lohnt es sich allemal, der Panik vor dem Renten-Thema den Wind aus den Segeln zu nehmen und sich einen Überblick zu verschaffen.

Mehr zum Thema: „Frauen holen bei der Rente auf“, sagt Ökonom und warnt vor finanziellen Einbußen

Rubriklistenbild: © IMAGO/Yuri Arcurs/Bearbeitung: BuzzFeed Germany

Kommentare