Waffenruhe im Gaza-Krieg

Hamas setzt Freilassung von Geiseln aus – Israel droht mit „heftigen Kämpfen“

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    Felix Durach
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Die islamistische Terrororganisation Hamas hat die für Samstag geplante Freilassung von israelischen Geiseln verschoben. Israel droht mit Konsequenzen.

Update vom 12. Februar, 5.50 Uhr: Die fragile Waffenruhe in Gaza steht auf der Kippe. Nach US-Präsident Donald Trump droht nun auch die israelische Regierung der Hamas: Werden keine weiteren Geiseln freigelassen, geht der Krieg weiter. Bis Samstagmittag (15. Februar) sollen die Islamisten nachgeben, so fordern es Trump und sein Verbündeter Benjamin Netanjahu.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hofft, dass sich die Waffenruhe mit Hilfe arabischer Partnerländer retten lässt. In ihren Gesprächen mit Vertretern Saudi-Arabiens und anderer Staaten gehe es darum, „dass wir diesen Waffenstillstand jetzt erhalten und in eine wirkliche Phase des Friedens führen“, sagte die Grünen-Politikerin gestern Abend in der ARD-Sendung „maischberger“. 

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Israel stellt Hamas Ultimatum: Geiselfreilassung oder Krieg

Update vom 11. Februar, 18.28 Uhr: Trotz der Waffenruhe droht der Konflikt zwischen Israel und der Hamas erneut zu eskalieren. So droht Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu der Terrormiliz im Streit um die Geiselfreilassungen nun mit „heftigen Kämpfen“. Dies berichtet die AFP. Ursprünglich waren für kommenden Samstag weitere Freilassungen vorgesehen, die Hamas sagte das Vorhaben jedoch ab.

„Wenn die Hamas unsere Geiseln nicht bis Samstagmittag zurückgibt, endet die Waffenruhe und die israelischen Streitkräfte nehmen die heftigen Kämpfe wieder auf, bis die Hamas entscheidend besiegt ist“, erklärte Netanjahu am Dienstag nach einer Sitzung seines Sicherheitskabinetts.

Hamas setzt Freilassung von Geiseln aus

Erstmeldung: Gaza/Tel Aviv – Die im Gazastreifen ansässige Hamas hat Israel Verstöße gegen die vereinbarte Waffenruhe vorgeworfen und deshalb die für Samstag vorgesehene Freilassung von israelischen Geiseln abgesagt. Das meldet die dpa mit Verweis auf Hamas-Sprecher Abu Obeida.

Netanjahu droht der Hamas mit erneuten Kämpfen.

Hamas will Freilassung von Geiseln aussetzen und fordert „rückwirkende Entschädigung“

Der Sprecher der Kassam-Brigaden, dem militärischen Arm der Hamas, sagte, Israel verzögere die Rückkehr der aus dem nördlichen Gazastreifen vertriebenen Palästinenser. Darüber hinaus warf er der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor, Hilfslieferungen in den Küstenstreifen zu blockieren. Das berichtet das Portal The Times of Israel.

Weiter fordert die Hamas „rückwirkende Entschädigung“ für die vorgeworfenen Verletzungen der Waffenruhe, sonst werde man bis auf Weiteres keine israelischen Geiseln mehr freilassen.

Israel weist Hamas-Vorwürfe zurück – Militär in „höchster Alarmbereitschaft

Am Samstag wollten die Extremisten eigentlich drei weitere Geiseln freilassen. Dies werde erst möglich, wenn sich Israel wieder an die Vereinbarungen halte, hieß es nun. Die Hamas stehe aber grundsätzlich zu den Vereinbarungen über die seit dem 19. Januar für zunächst sechs Wochen geltende Waffenruhe und den Austausch von Geiseln gegen inhaftierte Palästinenser, bekräftigte Obeida.

Israel hat wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, sie verletzte die Vereinbarungen. Der israelische Regierungssprecher David Mencer wies insbesondere Vorwürfe zurück, Israel blockiere Hilfslieferungen.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz bezeichnete die Ankündigung der Hamas als gravierenden Verstoß gegen das Waffenruheabkommen und die Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln. „Ich habe die IDF angewiesen, sich mit höchster Alarmbereitschaft auf jedes mögliche Szenario in Gaza vorzubereiten und die Ortschaften (am Rande des Gazastreifens) zu schützen“, sagte er. 

Waffenruhe in Gaza: 16 israelische Geiseln bereits freigelassen

Seit Beginn der Waffenruhe im Gaza-Krieg am 19. Januar hat die Hamas bisher bei fünf Freilassungsaktionen 16 von insgesamt 33 israelischen Geiseln freigelassen, die während der ersten Phase der dreistufigen Vereinbarung von der Hamas übergeben werden sollen. Außerdem ließ die Terrororganisation fünf Thailänder frei, dies aber nicht als Teil der Vereinbarung mit Israel. Im Gegenzug entließ Israel 583 inhaftierte Palästinenser von vorgesehenen 1.904 Häftlingen. (fd/dpa)

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/AP/dpa

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