Zwei parallele Projekte

Wegen Putins Krieg: Europa forscht nach dem Panzer für alle Fälle

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Was braucht die eigene Truppe, was braucht die Nato? Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) informiert sich über die Leistungsfähigkeit des Kampfpanzer Leopard 2 beim Panzerbataillon 203 in Augustdorf. Durch den Europäischen Verteidigungsfonds gefördert, suchen jetzt zeitgleich zwei internationale Projekte nach dem Panzer der Zukunft (Archivfoto).
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Europa sucht den Superpanzer: Mit viel Geld forschen zwei Konsortien parallel am Kampfpanzer, der allen nützt und auch nationale Interessen schützt.

Brüssel – „Wir schaffen ein neues Schwergewicht im europäischen Panzerbau“, sagte Armin Papperger dem Tagesspiegel. Der Geschäftsführer der deutschen Rüstungsschmiede Rheinmetall hatte sich bezogen auf sein neues Modell Panther KF51, mit dem er auf dem europäischen Markt dem deutsch-französischen Zukunftspanzer MGCS das Wasser abgraben will. Die Drohung durch Wladimir Putins Invasionstruppen, den Ukraine-Krieg auch auf Europa überschwappen zu lassen, versetzt die Entscheider in der westlichen Welt in Aktionismus: Jetzt scheint sich die Europäische Union sogar auf ein drittes Modell für einen europäischen Kampfpanzer einigen zu wollen. Ein Mammutprojekt. Das Magazin Europäische Sicherheit & Technik (ESuT) spricht von einer „europäischen Verzettelung“.

Laut einer Ankündigung von Rheinmetall, habe ein europäisches Konsortium „eine neue Initiative zur Entwicklung eines europäischen Kampfpanzers der nächsten Generation gestartet“, wie das Defense Blog schreibt. Das Entwicklungsprojekt Main Armoured Tank of Europe (MARTE) wird angeschoben über die EU-Kommission mittels 20 Millionen Euro aus dem Europäischen Verteidigungsfonds. „Mit MARTE will ein von der MARTE ARGE geführtes Konsortium mit 51 Akteuren aus elf EU-Mitgliedstaaten und Norwegen Beiträge liefern zur Entwicklung der nächsten Generation des Kampfpanzers der Zukunft“ schreibt ESuT-Autor Gerhard Heiming. Mit dabei KNDS Deutschland GmbH & Co. KG und Rheinmetall Landsysteme GmbH. Ein Ergebnis wird für Ende 2026 erwartet.

Ukraine-Krieg macht deutlich: Die Nato braucht ein Zukunftsfahrzeug

Ziel ist die Entwicklung eines Kampfpanzers der nächsten und damit der fünften Generation – ein Zukunftsfahrzeug. Neben der Entwicklung des deutsch-französischen Main Ground Combat System. Von einer rüstungspolitischen Union beziehungsweise sogar von einer einheitlichen Armee ganz weit entfernt, erscheint Europa aktuell dem Politikwissenschaftler Hans Kundnani: „Trotz des Hypes um ein ‚geopolitisches Europa‘ bleibt die Rolle der EU in Sachen Verteidigung hauptsächlich eine wirtschaftliche, sei es durch die Koordinierung von Sanktionen oder durch die Förderung der Rüstungsindustrie in den EU-Mitgliedstaaten“, schreibt er für den Thinktank Friedrich-Ebert-Stiftung.

„Was als Innovationswettbewerb erscheinen mag, entpuppt sich bei näherem Hinsehen oft als Ausdruck nationaler Eifersüchteleien – der Kampf um Marktanteile überlagert den sicherheitspolitischen Bedarf nach Einheitlichkeit.“

Gerhard Heiming, Europäische Sicherheit & Technik

Tatsächlich mutet das Projekt seltsam an. In Deutschland wird die nächste Generation des Leopard 2A auf die Ketten gestellt, Rheinmetall entwickelt zusammen mit Italien den KF51 Panther – beide Fahrzeuge sollen die Lücke füllen bis zur Indienststellung des Panzers der nächsten Generation; schätzungsweise in den 2040er-Jahren. Polen kauft indes bisweilen südkoreanische Black Panther-Panzer. Frankreich baut auf den leichten Panzer Leclerc. Großbritannien hält fest am Challenger, der als Modell 3 weiter verwendet werden soll. Von einer Struktur innerhalb des europäischen Verteidigungsbündnisses keine Spur.

Weder kurz- noch mittelfristig. Wie der Bau des europäischen Kampfjets Eurofighter Typhoon bewiesen hat, scheitern Rüstungsprojekte oft an nationalen Egoismen. „Den europäischen Staaten wird immer wieder vorgeworfen, zu viel unterschiedliche Waffensysteme zu betreiben. Allein im Bereich der Kampfpanzer kursiert eine zweistellige Zahl unterschiedlicher Typen. Und dennoch: Aktuell entwickeln europäische Staaten parallel in mindestens drei voneinander unabhängigen Projekten neue Technologien für moderne Kampfpanzer“, schreibt ESuT-Autor Heiming.

Nato-Ziel: „Den harmonisierten Bedürfnissen der beteiligten europäischen Mitgliedstaaten gerecht werden“

Wie Rheinmetall klarstellt, baut MARTE (noch) keinen Panzer. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist die Realisierung von Studien und Entwürfen für ein Kampfpanzersystem der Zukunft. Dabei muss dieses System einerseits externen Faktoren standhalten, wie einer Bedrohung möglicherweise russischer Panzerdivisionen oder deren Drohnen; andererseits soll der künftige Panzer in der Binnenwirkung „den harmonisierten Bedürfnissen der beteiligten europäischen Mitgliedstaaten gerecht werden“. Der neue Kampfpanzer soll „auf die sich entwickelnden Herausforderungen der modernen Kriegsführung zugeschnitten“ sein und „die Lehren aus aktuellen Konflikten berücksichtigen“, so Rheinmetalls offizielle Mitteilung. Ein übermächtiges Unterfangen, wobei einem klar zu identifizierenden Feind von außen weit besser beizukommen sein wird als den individuellen nationalen Interessen.

Selbst das bilaterale deutsch-französische Kampfpanzer-Projekt ist ein Wackelkandidat. Deutschland und Frankreich können sich wirtschaftlich gegenseitig wenig, der Bau ist eine Zweckgemeinschaft – quasi aus der Not geboren. Genauso wie das aktuelle Forschungsvorhaben. Nichtsdestotrotz spart ein gemeinsames europäisches Rüstungsprojekt Ressourcen – finanzielle wie personelle. Grundsätzlich erlaubt ein einheitliches Panzermodell einen russischen Weg der Kriegsführung: Wenn ein Panzer neutralisiert würde, könnte dessen Besatzung in den nächsten verfügbaren Panzer umsteigen – vom Leopard in einen Challenger, Leclerc oder Black Panther umzusteigen und den Feuerkampf sofort wieder aufzunehmen, ist da schon schwieriger.

Von gemeinsamen Rüstungsgütern ausgehend, wäre der Schritt zu einer Vereinheitlichung der europäischen Streitkräfte deutlich kleiner. Zumindest das Kaliber für ihre Waffen hat die Nato harmonisiert, die Waffen bleiben unterschiedlich; sowohl die Handfeuerwaffen als auch leichte bis schwere Artillerie. Von den Drohnen, die kommen werden, ganz zu schweigen. Die Idee einer einheitlichen europäischen Idee ist uralt und wurde noch nie ernsthaft angegangen. Vor zehn Jahren hatte Armin Papperger gemutmaßt, dass er in den kommenden 20 Jahren weder eine einheitliche Armee noch eine einheitliche Rüstungsindustrie realisiert sehen würde, wie der Vorstandsvorsitzende der deutschen Waffenschmiede Rheinmetall gegenüber dem Bundeswehr Journal geäußert hat. Jetzt, nach der Halbzeit dieser Periode, ist Europa tatsächlich kaum weiter aufeinander zu gekommen.

Warnung der USA: „Kostspielige Duplizierungen“ ergäben „ein noch schwächeres europäisches Militär“

Obwohl der jetzt im vierten Jahr wütende Ukraine-Krieg die Augen öffnen müsste, beziehungsweise auch das Verhalten von US-Präsident Donald Trump dazu zwinge, dass Europa verteidigungspolitisch endlich flügge würde. Und immerhin bestünde die Gefahr, dass eine europäische Armee parallel zu den eigenen nationalen Streitkräften entwickelt würde – zumindest anfangs. Karl-Heinz Kamp hatte bereits vor zehn Jahren für die Bundesakademie für Sicherheitspolitik das Für und Wider einer gesamteuropäischen Streitmacht abgewogen.

Als Direktor Weiterentwicklung an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik hatte er deutlich gemacht, dass auch die USA schon länger gewarnt hätten vor „kostspieligen Duplizierungen“. „Wenn eine Europa-Armee parallel zu den nationalen Streitkräften geschaffen würde, ginge dies zu Lasten der ohnehin unterfinanzierten nationalen Streitkräfte. Das Ergebnis wäre ein noch schwächeres europäisches Militär“, so Kamp über die Haltung der US-Verantwortlichen. Eine „Duplizierung“, die auch jetzt schon läuft, wie Gerhard Heiming feststellt.

Wie der ESuT-Autor im April gemeldet hat, fördert der Europäische Verteidigungsfonds nämlich noch ein zweites europäisches Kampfpanzer-Projekt: „Future Main Battle Tank Technologies“ (FMBTech). Innerhalb von drei Jahren soll ein europäisches Firmenkonsortium in Studien und Konstruktionsentwürfen Technologien erarbeiten, wie Kampfpanzer für die moderne hybride Gefechtsführung fähig werden könnten; federführend ist der französischen Thales Six GTS-Konzern, Teilnehmer sind 26 Unternehmen aus 13 Mitgliedstaaten der EU und Norwegen.

Putin profitiert: Statt Innovationswettbewerb oft ein Ausdruck nationaler Eifersüchteleien

Ausschlaggebend für die Mehrgleisigkeit in der Entwicklung sind die unterschiedlichen Ängste der Nato-Partner und den sich daraus ableitenden Bedürfnissen. Keines der baltischen Länder beispielsweise verfügt über eigene Kampfpanzer; in deren Interesse liegen eher die Luftabwehr sowie die Stärkung der Infanterie. Frankreich fehlt möglicherweise immer noch der Fokus auf einem Landkrieg an der Nato-Ostflanke, weswegen ihnen an einem schweren Kampfpanzer weniger gelegen ist als beispielsweise Deutschland. Polen wiederum fehlt die Zeit für langes Abwägen oder das Geld für möglicherweise teure europäische Produkte.

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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Gegründet wurde die Nato am 4. April 1949 in Washington, D.C. Zunächst zwölf Staaten unterzeichneten den Nordatlantikvertrag: Belgien, Dänemark, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Sie wurden zu den Gründungsmitgliedern der Nato. Hier präsentiert Gastgeber und US-Präsident Harry S. Truman das Dokument, das die Grundlage für das Verteidigungsbündnis bildet. Der erste Oberkommandeur war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower, der nach seiner Zeit bei der Nato Truman im Amt des US-Präsidenten beerben sollte. © imago
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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung stand die Nato ganz im Dienste der Abwehr der sowjetischen Gefahr. 1952 fanden in Deutschland zahlreiche Manöver der Mitgliedsstaaten statt, unter anderem überwacht vom zweiten Oberkommandeur der Nato, Matthew Ridgway (2.v.l.) und dem damaligen französischen Botschafter in Deutschland, Andre Francois-Poncet (3.v.r.). © imago
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Im Jahr 1952 traten zwei weitere Länder der Nato bei: Griechenland und die Türkei. Die Anzahl der Nato-Mitglieder stieg also auf 14. Noch im selben Jahr fanden die ersten Manöver des Verteidigungsbündnisses statt. Beteiligt waren neben Einheiten Großbritanniens und der USA auch Kampftaucher, sogenannte Froschmänner, der türkischen Marine. © imago
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Im Jahr 1954 beschlossen die Nato-Mitgliedsstaaten auch der Bundesrepublik Deutschland den Beitritt anzubieten. Der britische Außenminister Anthony Eden reiste nach Paris, um im Palais de Chaillot die Vereinbarung zu unterzeichnen. Ein Jahr später, 1955, wurde die BRD als 15. Mitglied der Nato in das Verteidigungsbündnis aufgenommen. © UPI/dpa
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Kurz nach Gründung durchlitt die Nato bereits ihre erste interne Krise. Frankreich entzog bereits 1959 seine Flotte der Nato-Unterstellung. 1966 verabschiedeten sich die Vertreter des Landes aus allen militärischen Organen des Verteidigungsbündnisses. Frankreichs Präsident Charles de Gaulle (l.), hier bei der Beerdigung John F. Kennedys, fürchtete eine Dominanz der USA in der Nato und pochte auf die Unabhängigkeit der französischen Streitkräfte. Das Land kehrte erst im Jahr 2009 wieder als vollwertiges Mitglied in die militärischen Strukturen zurück. © imago
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Im Jahr 1982 fand die nächste Erweiterungsrunde der Nato statt. Spanien wurde das 16. Mitglied des Verteidigungsbündnisses und nahm kurz darauf am Nato-Gipfel in Bonn teil. In der damaligen Bundeshauptstadt kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschefs zusammen (v.l.n.r.): Kare Willoch (Norwegen), Francisco Balsemao (Portugal), Leopoldo Calvo-Sotelo (Spanien), Bülent Ulusu (Türkei), Margaret Thatcher (Großbritannien) und Ronald Reagan (USA). © imago
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Am ersten Kampfseinsatz der Nato war auch Deutschland beteiligt. Die Bundeswehr schickte Tornado-Kampfflugzeuge in den Krieg in Jugoslawien. Ab Juni 1999 übernahm Deutschland die militärische Führung über einen Sektor des Kosovos im Rahmen der so genannten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR). Zu Beginn befanden sich rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Kosovo. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
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Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erweiterte sich die Nato um Länder der ehemaligen Sowjetunion. Am 12. März 1999 wurden die Flaggen von Polen, Tschechien und Ungarn am Nato-Hauptquartier in Brüssel (Belgien) gehisst. Das Verteidigungsbündnis war damit auf 19 Mitgliedsstaaten gewachsen. © ATTILA SEREN/imago
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Nato-Einsatz in Afghanistan
Am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr. Mit gleichzeitig 5.300 stationierten Soldatinnen und Soldaten war es der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Als Teil der International Security Assistance Force (ISAF) waren deutsche Streitkräfte an mindestens zehn Kampfeinsätzen beteiligt. Zwischen 2001 und 2014 wurden 59 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet. © Michael Kappeler/dpa
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen, das einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis Ende April 2021 beinhaltete. Trumps Nachfolger Joe Biden terminierte den Abzug der US-Truppen bis zum symbolischen Stichtag des 11. September. Die verbündeten Nato-Staaten schlossen sich an, und so begann auch die Bundeswehr mit dem Abzug ihrer letzten Streitkräfte aus Afghanistan. © Boris Roessler/dpa
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Im Jahr 2004 fand die bis dato größte Erweiterungsrunde der Nato statt. Der damalige US-Außenminister Colin Powell gab bekannt, dass das Verteidigungsbündnis sieben neue Mitgliedsstaaten auf einen Streich aufnehmen werde: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Die Nato bestand damit aus 26 Mitgliedern. © BENOIT DOPPAGNE/imago
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
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Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2009 nahm die Nato zwei weitere Mitglieder auf: Albanien und Kroatien. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha bei den Feierlichkeiten rund um die Erweiterung sowie zum Jubiläum auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl. © imago
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Am 5. Juni 2017 wird die Nato um ein weiteres Mitglied erweitert. Montenegro tritt dem Verteidigungsbündnis bei. Das Land hatte sich 2006 von Serbien unabhängig erklärt und wurde inklusive Flagge elf Jahre später in Brüssel am Nato-Hauptquartier begrüßt.  © Gong Bing/imago
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Die vorerst letzte Nato-Erweiterung fand im Jahr 2020 statt. Am 27. März trat Nordmazedonien dem Verteidigungsbündnis bei. Griechenland hatte die Aufnahme des Landes wegen eines Streits über dessen Namen jahrelang blockiert. Nachdem sich beide Länder geeinigt hatten, war der Weg frei für gemeinsame Manöver, wie hier zum Beispiel mit Einheiten der US-Armee in der Nähe von Krivolak. © imago
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an.
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an. © JOHN THYS/afp
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Und am Horizont ist bereits die nächste Erweiterung der Nato zu sehen. Zusammen mit Finnland hatte sich auch Schweden um einen Beitritt zum Verteidigungsbündnis beworben. Der Aufnahmeprozess läuft. Im baltischen Meer fanden bereits erste gemeinsame Übungen der US Navy und der schwedischen Marine statt.  © IMAGO/U.S. Navy
Droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato: US-Präsident Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit stellte US-Präsident Donald Trump den Nutzen der Nato für die USA infrage und kritisierte die Verbündeten dafür, zu wenig in ihre Verteidigung zu investieren. Stattdessen würden sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf die militärische Stärke der USA verlassen. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 erneuerte Trump seine Kritik und stellte sogar Artikel 5 des Nordatlantikvertrags infrage. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen Nato-Staat als Angriff auf alle Nato-Staaten gilt. © Anna Ross/Uncredited/dpa/Montage

Je nach Zählweise nutzt die Nato als Verteidigungsallianz mindestens zehn unterschiedliche Typen von Kampfpanzern – wie das Magazin Europäische Sicherheit & Technik veröffentlicht hat. Für eine effektive Verteidigung möglicherweise ein noch immer zu großes Durcheinander; ganz zu schweigen von den diversen Modellen beispielsweise allein des Leopard. Das Nebeneinander von Panzer-Entwicklungsprojekten setze diesen Trend fort, wie ESuT-Autor Gerhard Heiming bedauert: „Was als Innovationswettbewerb erscheinen mag, entpuppt sich bei näherem Hinsehen oft als Ausdruck nationaler Eifersüchteleien – der Kampf um Marktanteile überlagert den sicherheitspolitischen Bedarf nach Einheitlichkeit.“

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