Kommission hat Prüfung abgeschlossen

Grüne halten Bericht zu Gelbhaar zurück – Fall belastet Partei weiter

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Der frühere Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
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Der Ex-Abgeordnete wehrt sich vor Gericht gegen die Vorwürfe, doch bei den Grünen herrscht Schweigen. Ein Kommissionsbericht wurde bislang nicht veröffentlicht.

Berlin – Ein halbes Jahr lang beschäftigt der Skandal um den ehemaligen grünen Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar die Partei bereits. Mittlerweile sieht es so aus, als hofften die Verantwortlichen, der Fall möge einfach im Sand verlaufen. Im Januar stellten die Parteivorsitzenden Franziska Brantner und Felix Banaszak eine Kommission vor, die eine unvoreingenommene Prüfung der Vorwürfe gegen Gelbhaar vornehmen sollte. Der Bericht der beiden Alt-Grünen Jerzey Montag und Anne Lütkes liegt längst vor, doch von der versprochenen Transparenz im Umgang damit kann keine Rede mehr sein.

Causa Gelbhaar belastet die Grünen weiter – Kommission hat Bericht bereits abgegeben

Erst auf mehrfache Nachfrage bestätigt die Bundesgeschäftsstelle, dass Montag und Lütkes ihre Stellungnahme bereits abgegeben haben. Seit Wochen schon, heißt es aus Parteikreisen. Man werde den Kommissionsbericht zeitnah veröffentlichen, informiert die Bundesgeschäftsstelle lediglich. Wann und wie das der Fall sein wird, bleibt unklar. Auch, ob der Fall Gelbhaar dann auch wirklich abgeschlossen werden kann.

Dem früheren Abgeordneten war von Frauen aus der Partei sexuelle Belästigung vorgeworfen worden, was ihm seine erneute Kandidatur für den Bundestag kostete. Dann jedoch stellte sich heraus, dass wesentliche Teile der Vorwürfe auf eine Intrige der grünen Bezirkspolitikerin Shirin Kreße zurückzuführen waren, welche die Partei mittlerweile verlassen hat. Die Ombudsstelle der Bundespartei, an die der Berliner Landesverband die Verantwortung abgetreten hat, agierte in der Angelegenheit mindestens fragwürdig.

Vorwürfe gegen Grünen-Politiker Gelbhaar vor Bundestagswahl teilweise frei erfunden

Gelbhaar war von den Vorwürfen kurz vor der Listenaufstellung der Partei nur allgemein in Kenntnis gesetzt worden. Gegen die falschen Behauptungen konnte er sich erst wehren, nachdem der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sie aufgegriffen hatte. Genauer gesagt: Der RBB saß einer eidesstattlichen Erklärung auf, die die Fraktionsvorsitzende der Grünen-Fraktion im Bezirk Mitte unter falschem Namen abgegeben hatte – mit frei erfundenen Vorwürfen.

Der Landesverband Berlin, der für die Angelegenheit eigentlich zuständig gewesen wäre, hatte die Verantwortung für den „Fall Gelbhaar“ an die Bundespartei übertragen. Bei der dortigen Ombudsstelle gingen offenbar an einem einzigen Tag gleich mehrere Vorwürfe gegen den Bundestagsabgeordneten ein. Wie viele derzeit noch anhängig sind, ist unklar. Zunächst war die Rede von 18 Anschuldigungen, mittlerweile heißt es, es seien insgesamt sieben.

Gelbhaar geht juristisch gegen Anschuldigungen vor

Gelbhaar geht juristisch konsequent gegen die Anschuldigungen vor. In einem Fall gibt es ein Gerichtsurteil. Das Landgericht Hamburg untersagte der Berliner Grünen-Politikerin Klara Schedlich, bestimmte Aussagen über Gelbhaar zu wiederholen. Die 25-jährige Landesabgeordnete hatte ebenfalls eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, aus welcher der RBB zitiert hatte. Schedlich erklärte vor Gericht, Gelbhaar habe ihr grenzüberschreitende Nachrichten geschickt. Konkret untersagte die Kammer der Grünen-Politikerin die Äußerung, wonach Gelbhaar ihr regelmäßig Nachrichten geschickt habe. Das lasse den Eindruck zu, dass die Kommunikation einseitig gewesen sei, was aber nicht zutraf, so die Richterin.

In einem zweiten Fall steht Aussage gegen Aussage: Schedlich hatte erklärt, Gelbhaar habe sie am Arm gestreichelt, am Rücken angefasst und vorgeschlagen, mit ihm in eine Wohnung zu gehen. Er selbst bestreitet das. Das Gericht untersagte Schedlich die Wiederholung dieser Angaben, weil sie in der Pflicht sei, dies auch zu belegen. Zu der Gerichtsverhandlung waren die Parteivorsitzende Nina Stahr und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch ebenfalls mit nach Hamburg gefahren.

Causa Gelbhaar sorgt weiter für Wirbel – Grünen-Parteispitze schweigt

Weder Stefan Gelbhaar will sich derzeit offiziell äußern, noch die Grünen-Parteispitze. Die Bundesgeschäftsführerin reagiert nicht auf Anfragen. Sonstige Stellungnahmen gibt es nur vertraulich. Daraus lässt sich erkennen, dass es auch innerhalb der Partei scharfe Kritik am Vorgehen gegen Gelbhaar gibt. Es sei damals die Ombudsstelle der Bundeszentrale gewesen, die Gelbhaar den Verzicht auf die Kandidatur nahegelegt habe, heißt es.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Von dort müssten nun ernsthafte Versuche für eine Rehabilitierung des geschassten Abgeordneten kommen, heißt es von Parteimitgliedern. Andere verweisen darauf, dass es ja immer noch Beschwerden von Frauen gegen Gelbhaar gebe. Einig ist man sich darin, dass die Parteiführung tätig werden muss.

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