Eklat im Nahen Osten

Weitere Geiseln durch Hamas freigelassen: Tod von Shiri Bibas bestätigt

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Zusätzliche Geiseln sollen zwischen der Hamas und Israel ausgetauscht werden. Derweil ist die Waffenruhe im Gazastreifen äußerst fragil.

Tel Aviv – Die Hamas im Gazastreifen will heute sechs weitere israelische Geiseln im Austausch gegen Hunderte palästinensische Gefangene freilassen. Schon zuvor hat die Terrorgruppe die Leiche der ebenfalls entführten Shiri Bibas übergeben. Die sterblichen Überreste der Frau und ihrer beiden Kleinkinder hätten eigentlich schon am Donnerstag nach Israel zurückkehren sollen. Doch in dem übergebenen Sarg befand sich die Leiche einer unbekannten Frau.

Der Kibbuz Nir Oz hat inzwischen den Tod seiner Bewohnerin Shiri Bibas in Hamas-Geiselhaft bestätigt. „Der Kibbuz teilt mit tiefem Schmerz mit, dass sie in der Geiselhaft in Gaza ermordet wurde“, sagte eine Sprecherin. Die junge Mutter werde „in Israel an der Seite ihrer beiden kleinen Söhne beerdigt“. Zuvor hatte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigt, dass es weitere menschliche Überreste an die israelischen Behörden übergeben habe.

Geiselübergabe zwischen Hamas und Israel – Netanjahu-Regierung entsetzt über Tod einiger Hamas-Geiseln

Die Übergabe der sechs lebenden Geiseln soll laut der radikal-islamischen Terrororganisation um 8.00 Uhr Ortszeit (7.00 Uhr MEZ) in Rafah im Süden des Gazastreifens beginnen und in zwei Phasen erfolgen. Die Männer Omer Schem-Tov, Omer Wenkert, Elija Cohen, Tal Schoham, Hischam al-Sajid und Avera Mengistu sind betroffen. Die Hamas hat diese Namen bestätigt. Im Gegenzug sollen laut palästinensischen Angaben etwa 600 palästinensische Gefangene freikommen, darunter 60 mit langen Haftstrafen.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Israel hat unterdessen erschütternde Details über den Tod der kleinen israelischen Geiseln Ariel und Kfir Bibas veröffentlicht. „Im Gegensatz zu den Lügen der Hamas wurden Ariel und Kfir nicht bei einem Luftangriff getötet, sondern kaltblütig ermordet“, erklärte Armeesprecher Daniel Hagari. „Die Terroristen haben die beiden Jungen nicht erschossen – sie haben sie mit bloßen Händen umgebracht“, fügte er hinzu. Die Kinder und ihre Mutter Shiri Bibas sollen auch die deutsche Staatsbürgerschaft besessen haben. Ariel war vier Jahre alt und Kfir erst zehn Monate, als sie entführt wurden.

Verwechslung einer Hamas-Geisel: Waffenruhe im Gazastreifen auf Messers Schneide

Nach der Entführung hätten die Terroristen „grausame Taten“ begangen, um ihre Verbrechen zu verschleiern, erklärte Hagari weiter. Details dazu nannte er nicht. Diese Einschätzung basiere auf forensischen Ergebnissen und geheimdienstlichen Informationen. Die Hamas beschuldigt hingegen Israel, den Tod der Kinder und ihrer Mutter durch einen Luftangriff im November verursacht zu haben, nachdem sie am 7. Oktober 2023 entführt worden waren.

Die Leiche der Frau soll zusammen mit anderen Opfern unter Trümmern begraben worden sein. Daher sei möglicherweise am Donnerstag irrtümlich eine andere Tote übergeben worden, erklärte die Terrororganisation. Israel wertete dies als Bruch der Vereinbarungen zur Waffenruhe und Geiselfreilassung. Die Angaben beider Seiten konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.

Netanjahu verurteilt falsche Geisel-Übergabe der Hamas scharf

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete die Hamas wegen der falschen Übergabe als „grausam und bösartig“ und sprach von „Hamas-Monstern“. Er warnte, dass diese dafür bezahlen würden, und versprach, sich für die Rückkehr aller Geiseln aus dem Gazastreifen einzusetzen.

IDF-Offiziere der israelischen Armee tragen im Gazastreifen einen der vier Särge, bedeckt mit der israelischen Flagge, die sie vom Internationalen Roten Kreuz erhalten haben, nachdem sie zuvor von der Terrororganisation Hamas in Chan Junis im Gazastreifen an das IKRK übergeben worden sind.

Unter den heute freizulassenden Geiseln sind zwei Männer, die seit etwa zehn Jahren von der Hamas festgehalten werden. Sie hatten die Grenze zum Gazastreifen auf eigene Faust überschritten und leiden laut israelischen Angaben unter psychischen Problemen. Die anderen vier Männer wurden am 7. Oktober 2023 bei einem Massaker im Süden Israels, das 1.200 Todesopfer forderte, in den Gazastreifen verschleppt.

Versorgung des Gazastreifens erneut von Israel stark eingeschränkt

Israel hat inzwischen den Grenzübergang Kerem Shalom, den wichtigsten für Hilfslieferungen in den Gazastreifen, ohne Angabe von Gründen geschlossen. „Der Grenzübergang Kerem Shalom ist heute geschlossen, und seit gestern ist keine Ausrüstung mehr nach Gaza gelangt“, schrieb Netanjahus Sprecher Omer Dostri auf X.

Kurz vor der Schließung sollen noch etwa zehn Containerhäuser in das abgeriegelte Küstengebiet transportiert worden sein, sagte die Hamas. Diese Behelfshäuser sind eine der zentralen Forderungen der Hamas für die Fortsetzung der Waffenruhe und den Austausch von Geiseln gegen inhaftierte Palästinenser. (sischr/dpa)

Rubriklistenbild: © Idf Spokesperson/ZUMA Press Wire/dpa

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