Weltspartag 2023

Wie du eine Million Euro für deine Rente ansparst

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So viel Sparen ist unrealistisch? Nö. Je nachdem, wie viel du verdienst, ist es tatsächlich möglich Rentenmillionär:in zu werden. Und so geht es:

Durchschnittlich bekommen Rentner:innen heute 1600 Euro im Monat, was Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch als eine „beschämenden Bilanz der Rentenpolitik der letzten zwei Jahrzehnte“ bezeichnet. Weil die gesetzliche Rente für viele nicht reichen wird, um ihren Lebensstandard zu halten, müssen sie privat vorsorgen.

Dass das auch dich betrifft, weißt du wahrscheinlich schon, besonders, wenn du in unserem Renten-Sparquiz 8/10 Punkte schaffst. Aber wusstest du auch, dass du durch geschicktes Sparen sogar zum Rentenmillionär oder zur Rentenmillionärin werden kannst? Pünktlich zum Weltspartag verraten wir dir, wie es geht.

Millionen für die Rente sparen: Junge Menschen haben besonders gute Chancen

Schon mit 200 Euro im Monat kannst du deine Rentenlücke schließen, also dafür sorgen, dass du im Alter zusätzlich zur gesetzlichen Rente genug hast, um dir auch mal was zu leisten. Sparst du noch mehr Geld clever an, dann kommst du irgendwann sogar auf die Zahl 1.000.000, also auf starke eine Million Euro.

Was dir dabei hilft, ist Zeit und der Zinseszinseffekt. Junge Menschen sind also einerseits besonders von der tickenden Rentenbombe belastet, haben andererseits aber auch besonders hohe Chancen, zur Rentenmillionär:in zu werden. Wer beispielsweise mit 22 Jahren monatlich 50 Euro spart, bis er oder sie 40 ist, hat mit einer Durchschnittsrendite von vier Prozent am Ende über 15.000 Euro – 4500 Euro davon entstehen durch Zinsen.

Doch wo bekommt man Zinsen in dieser Höhe? Die Antwort auf diese Frage variiert je nach aktueller Inflationslage und Leitzinserhöhung der EZB. Stand September 2023 lässt sich sagen: Auf deutsche Staatsanleihen für ein Jahr gibt es etwa 3,6 Prozent, für zehn Jahre 2,6 Prozent Zinsen. Bei Banken gibt es aktuell wieder relativ viel (um die vier Prozent) auf Festgeld und Tagesgeld. Ersteres kann man meist für maximal zehn Jahre anlegen, letzteres ist meist für noch weniger Jahre befristet.

Renten-Millionär:in werden? BuzzFeed News verrät, wie es geht.

Wie du eine Million Euro für deine Rente ansparst

Aus diesem Grund kommt man an Aktien nicht vorbei, wenn man für die Rente eine Million Euro ansparen will. Und zwar mit möglichst geringem Risiko. Ganz nach dem Motto von Harry Markowitz, dem Vater der modernen Portfoliotheorie solltest du: „nie alle Eier in einem Korb“ tragen, andere Fehler, die du bei der Rente nicht machen solltest, zeigen wir dir hier. Das bedeutet: In möglichst viele, möglichst unterschiedliche Branchen und Unternehmen auf der ganzen Welt zu investieren.

Dafür sind World-ETFs am besten geeignet. Zum Beispiel Indexfonds wie der MSCI World. Weil der die USA enthält und diese so viel stärker ist, als andere Länder, ist er jedoch ein wenig USA-lastig. Wer noch breiter streuen will, kann auf den MSCI All Country World Index (ACWI) oder den FTSE All Country setzen.

Wenn eine 27-jährige Person anfängt, pro Monat 630 Euro in solche Fonds zu sparen, und das 40 Jahre lang durchhält, hat sie bei einer angenommenen Bruttorendite von sieben Prozent (schwankt je nach Wirtschaftslage) pünktlich zum Renteneintritt mit 67 die Million beisammen – nach Kapitalertragsteuer. Das erfordert aber einen gut bezahlten Job und viel Disziplin – nicht jede:r hat diese Dinge.

Mehr Rententhemen: So „ungerecht“ ist es, dass Beamte nicht für ihre Rente zahlen

Mit Aktien für die Rente sparen – darauf musst du achten

Wer nicht so viel Geld hat oder nicht so viel zurücklegen möchte, kann trotzdem mit ETFs für die Rente sparen, denn um das zu tun, braucht es keine riesigen Summen. Du solltest nur auf gewisse Dinge achten, wenn du mit Aktien für deine Rente sparst: Eines davon sind die Depots, in denen du deine Aktienfonds verwaltest.

Die können bei Banken nämlich ganz schön teuer sein und wer nur regelmäßig ETFs bespart, braucht sie nicht unbedingt. Neobroker wie Trade Republic, Scalable oder auch Onlinebanken wie ING, Comdirect oder DKB bieten etwas günstigere Lösungen an, bei denen du für viele ETFs und Fonds keinen Ausgabeaufschlag zahlen musst. Hier lohnt sich ein Preisvergleich vorab.

Zwei weitere Dinge, die du im Kopf behalten solltest, sind 1. die Inflation und 2. die Steuern:

1. Gehe lieber davon aus, dass du etwas weniger Gewinn machst, als sonst. Momentan ist die Inflation besonders gruselig hoch, aber durchschnittlich solltest du mit etwa zwei bis drei Prozent rechnen. Diese ziehst du von deiner geschätzten Rendite ab, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Geld du später tatsächlich hast.

2. Auf alle ETF-Gewinne zahlst du um die 26 Prozent Steuern. Verkaufst du in mehreren Schritten, so musst du deswegen das Lifo-Prinzip (Last in, first out) nutzen, um Steuern zu sparen. Du versuchst, die Anteile in deinem Depot, die du zuletzt gekauft hast, als Erstes zu verkaufen. Denn die älteren haben im Laufe der Jahre am meisten Rendite erzielt und das Finanzamt berechnet dementsprechend hohe Steuersummen auf deren Gewinne.

Wer eine Million für die Rente ansparen will, muss genauso viel sparen wie Frugalisten, die mit 40 in Rente gehen wollen.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/IMAGO, Collage

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