VonJana Stäbenerschließen
Für die Altersvorsorge in ETFs zu investieren, ist sinnvoll. Doch es gibt drei Dinge, die du im Hinterkopf behalten solltest.
Erst vor kurzem zeigte eine Umfrage, dass Deutschland mit dem Rentensystem unzufrieden ist. Für rund 83 Prozent der Befragten ist die Rente seit Jahren das „mit Abstand dringlichste Thema“, das die Politik durch eine Reform angehen sollte. Neben der Aktienrente, dem Herzensprojekt von Christian Lindner (FDP), die die Beiträge zur Rentenversicherung stabil halten soll, braucht es einen verpflichtenden ETF-Sparplan, findet unsere Autorin. Warum? Weil die gesetzliche Rente bei vielen nicht ausreicht, um den Lebensstandard zu halten.
Rentner:innen mit mindestens 45 Versicherungsjahren haben in Deutschland Ende vergangenen Jahres durchschnittlich 1543 Euro Rente im Monat erhalten. Frauen holen bei der Rente zwar auf und sammeln mehr Versicherungsjahre, sie erhielten im Schnitt jedoch gut 300 Euro weniger (1323 Euro) im Monat. Um im Alter genug Geld zu haben, gibt es mehrere Wege. Du kannst beispielsweise in ETFs (Aktienfonds) investieren. Deren Rendite zahlst du dir im Alter aus. Aber Achtung: Einen Fehler solltest du dabei nicht machen.
Was du bei der Rente mit Aktien-Fonds beachten musst
Mit nur 200 Euro im Monat kannst du deine Rentenlücke schließen, wenn du das Geld clever anlegst. Nehmen wir an, du sparst davon 100 Euro monatlich in ein ETF, das einen breit gestreuten Aktienindex abbildet, und dieser wirft im Schnitt sechs Prozent Rendite ab, so hast du nach 39 Jahren statt 46.800 Euro 186.418 gespart. Doch du musst folgende drei Dinge beachten:
- Depots kosten Gebühren. Rechne dir aus, wie teuer es ist, ein Depot bei einer Bank aufzumachen und vergleiche mit Alternativen wie sogenannten „Neobrokern“ (Trade Republic, Scalable etc.). Sie verlangen meist weniger Gebühren, du zahlst bei ihnen jedoch mehr für Aktien und erhältst beim Verkauf weniger, machst also geringere Gewinne.
- Verkaufe nicht alle Fond-Anteile auf einmal, sondern lasse das Geld, das du nicht auf absehbare Zeit benötigst, im ETF, um es weiterzuvermehren.
- Auf alle ETF-Gewinne zahlst du um die 26 Prozent Steuern. Verkaufst du in mehreren Schritten, so musst du deswegen das Lifo-Prinzip (Last in, first out) nutzen, um Steuern zu sparen. Was steckt dahinter? Normalerweise gilt das Fifo-Prinzip. Fifo steht für „First in first out“ und bedeutet: Die Anteile in deinem Depot, die du zuerst gekauft hast, werden zuerst verkauft. Die haben jedoch im Laufe der Jahre am meisten Rendite erzielt und das Finanzamt berechnet dementsprechend hohe Steuersummen auf deren Gewinne.
Du umgehst das Fifo-Prinzip, indem du entweder alle zehn Jahre das ETF wechselst (das den gleichen Index abbildet) oder indem du ein zweites Depot eröffnest (am besten bei derselben Bank), auf das du einige der Anteile überträgst. Hier werden auch die ältesten Anteile zuerst übertragen. Es bleiben also die jüngsten Anteile auf deinem Erstdepot und du kannst diese zu einem Steuervorteil verkaufen.
ACHTUNG: Die Steuerersparnis ist nur bei den aktuellen Steuerregeln möglich, die sich in Zukunft ändern könnten. Eine Garantie gibt es also nicht. Schaden kann es jedoch nicht, in unterschiedliche ETFs zu investieren.
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