Debatte zu Verteidigung erwartet

„Wir leben in einer Vorkriegszeit“ – Grüne diskutieren Wehrpflicht-Alternative

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  • Felix Durach
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Wehrpflicht oder nicht? Diese Frage spaltet die Grünen vor dem Parteitag in Hannover. Die Basis lehnte mehrere Anträge zur Dienstpflicht ab.

Update, 30. November, 6.10 Uhr: In der Debatte über einen neuen Wehrdienst wollen die Grünen Musterungen für junge Männer verpflichtend machen. Das beschlossen die Delegierten beim Bundesparteitag in Hannover. „Darüber hinaus setzen wir klar auf Freiwilligkeit“, betont die Partei – will also keinen verpflichtenden Wehrdienst.

Grünen-Parteitag: Olmert und Al-Kidwa werben für Zwei-Staaten-Lösung

Update, 22:35 Uhr: Der frühere israelische Ministerpräsident Ehud Olmert und der palästinensische Politiker Nasser Al-Kidwa haben auf dem Grünen-Bundesparteitag für eine Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt geworben. Dies sei die einzige Möglichkeit, um den historischen Konflikt „ein für allemal zu lösen“, sagte Olmert am Samstagabend in Hannover. Der Krieg im Gazastreifen sei zwar angesichts des Hamas-Überfalls unvermeidlich gewesen, aber jetzt brauche es ein Friedensabkommen und dann zwei Staaten.

Grünen-Parteitag: Deutschlandticket soll wieder neun Euro kosten

Update, 18:52 Uhr: Die Grünen wollen, dass das Deutschlandticket künftig wieder neun Euro im Monat kostet. Bei ihrem Bundesparteitag in Hannover stimmte eine Mehrheit der Delegierten für einen entsprechenden Vorschlag der Grünen Jugend. In einen Antrag zum Klimaschutz wurde daraufhin dieser Satz eingefügt: „Auch beim Deutschlandticket braucht es eine stärkere Beteiligung des Bundes, damit der Preis mit steigendem Ausbau des ÖPNV wieder auf 9 Euro sinken kann - denn das ist unser Ziel.“

Der Bundesvorstand hatte sich ebenfalls für eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der durch die Monatskarte entstehenden Kosten ausgesprochen. Allerdings warb der Parteivorstand für einen Preis von 49 Euro pro Monat. Auch der Bundestagsabgeordnete Anton Hofreiter sprach sich für die 49-Euro-Variante aus. Er sagte, es sei besser, realistische politische Ziele zu formulieren.

Die Kritik von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), kommt prompt. Bernreiter, derzeit Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, sagte, es sei ein Kraftakt gewesen, den Preis für das Deutschlandticket so festzulegen, dass die Interessen von Fahrgästen, Verkehrsunternehmen und Verbünden gewahrt blieben. „Bei der Festsetzung des Preises haben auch die grünen Verkehrsminister in der Verkehrsministerkonferenz zugestimmt“, sagt er. „Wenn man den Menschen jetzt den Floh ins Ohr setzt, dass es sogar wieder zum 9-Euro-Ticket zurückgehen könnte, handelt man gegen jede staatspolitische Verantwortung.“

Grünen-Parteitag: Banaszak mahnt zur Vorsicht bei Konzepten für Klimaschutz

Update, 12:55 Uhr: Die Grünen dürfen nach Aussage von Parteichef Felix Banaszak hart arbeitende Menschen mit ihren Konzepten für den Klimaschutz nicht vor den Kopf stoßen. Den Delegierten beim Bundesparteitag in Hannover erklärte der aus Duisburg stammende Politiker, für diese Menschen bedeute ein eigenes Auto oft „Freiheit“, und sie müssten lange für eine Flugreise in den Süden sparen. 

Er könne etwa verstehen, wenn solche Menschen auf Begriffe wie „Flugscham“ reagierten, indem sie sagen: „Moment mal, ich lebe hier mit meiner Familie auf 65 Quadratmetern, ich spare mir jeden Monat alles ab, was ich mir absparen kann, ich gehe nicht auswärts essen, ich kann nicht einmal die Geschenke kaufen, die sich meine Kinder wünschen zu Weihnachten und zum Geburtstag und Ostern gibt es erst mal gar nichts, damit ich einmal im Jahr die Chance habe, mit ihnen nach Malle zu fliegen, und dafür soll ich mich schämen?“

Update, 8:27 Uhr: Die gesetzlichen Krankenkassen sollen homöopathische Behandlungen nach dem Willen der Grünen künftig nicht mehr erstatten. Das hat der Bundesparteitag in Hannover beschlossen. „Die Solidargemeinschaft soll nicht für Therapien aufkommen, deren Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus wissenschaftlich nicht belegt ist“, heißt es in dem verabschiedeten Antrag.

Heute können gesetzliche Kassen solche Mittel als Teil ihres Leistungskatalogs anbieten. Wissenschaftlicher Konsens ist, dass für homöopathische Behandlungen keine Wirkung nachgewiesen ist, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Basis für homöopathische Arzneimittel können pflanzliche, mineralische und tierische Substanzen sein. Die extrem verdünnten Stoffe werden zum Beispiel in Form von Kügelchen (Globuli) verabreicht.

Parteitag der Grünen: Entscheidung zu Bodycams der Polizei

Update vom 29. November, 6:55 Uhr: Die Grünen wollen, dass Bundespolizisten ihre Bodycams grundsätzlich auf Verlangen betroffener Bürgerinnen und Bürger einschalten müssen. Ein entsprechender Antrag, der beim Bundesparteitag in Hannover von der Mehrheit der Delegierten unterstützt wurde, sieht außerdem eine automatische Einschaltung der Körperkamera bei Anwendung von Waffen durch die Polizistinnen und Polizisten vor. Zudem sprechen sich die Grünen für die Einführung einer flächendeckenden Kennzeichnungspflicht von Polizisten aus.

Update, 22:24 Uhr: Die Grünen haben eine Reform ihrer Strukturen angestoßen, um neue Beteiligungsformate zu schaffen und die Partei agiler und effizienter zu machen. „Der Bundesvorstand wird im ersten Halbjahr 2026 eine Urabstimmung über eine neue Satzung durchführen“, kündigte die Politische Geschäftsführerin Pegah Edalatian am Freitag auf dem Grünen-Bundesparteitag in Hannover an. Bis dahin soll eine bereits eingesetzte Kommission Vorschläge dafür erarbeiten.

Änderungen soll es demnach bei der Zusammensetzung von Parteigremien und Antragsverfahren geben. Damit wollen die Grünen auch auf das Wachstum der Partei reagieren, der nach zahlreichen Neueintritten inzwischen 185.000 Mitglieder angehören.

Update, 19:48 Uhr: Grünen-Chefin Franziska Brantner hat in ihrer Rede auf dem Parteitag der Grünen in Hannover versucht, den Kampfgeist ihrer Parteifreunde zu wecken. Dabei wählte sie drastische Worten und einen Vergleich zur Nazi-Zeit. Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz zeige „jungen Menschen den Mittelfinger“, rief Brantner den Delegierten zu. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder warf sie „seine Wurst-Obsession“ vor. Über den Kanzler sagte sie: „Merz kann‘s nicht.“ Das habe schon Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) erkannt.

Grünen-Parteitag: Brantner spricht über Trumps Ukraine-Plan und zieht Vergleich zur Nazi-Zeit

Den 28-Punkte-Plan der USA zur Beendigung des Ukraine-Kriegs bezeichnete Brantner in ihrer umjubelten Rede als „Unterwerfungs-Pakt“ – und zieht dann eine historische Parallele zur Nazi-Zeit. „Das ist Verrat, das ist München II.“ Die Grünen-Co-Chefin sprach von einer „Kapitulation des Westens durch die Hintertür“. US-Präsident Donald Trump habe den Westen und die Nato de facto aufgegeben: „Wenn wir uns heute nicht um Europas Sicherheit kümmern, dann kommen morgen die Leichensäcke eben auch in Berlin an.“

Auch die Co-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge wählte beim Parteitag ungewöhnlich derbe Worte. Die zurückliegende Woche im Bundestag sei wieder „eine Woche zum Abgewöhnen“ gewesen. Gerade in einer Zeit wie dieser, „wo ziemlich viel Scheiße läuft“, brauche es Menschen, die zeigten, dass es auch anders geht: „Wir werden in den Widerstand gehen, wenn ihr wirklich vorhabt, vor Borkum Gas zu bohren.“ Der Ausstieg aus den fossilen Energien sei notwendig.

Franziska Brantner (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesvorsitzende, spricht beim Bundesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen.

Update, 15:49 Uhr: Der Parteitag der Grünen hat mit Verspätung begonnen. Grund für die Verzögerung: die Bahn. Viele der rund 2500 Gäste – darunter 832 Delegierte – saßen in der Bahn zwischen Berlin und Hannover fest, wie der Münchner Merkur von Ippen Media erfuhr.

Grüne vor Richtungsentscheidung: Parteitag soll Wehrpflicht-Frage klären

Erstmeldung: Hannover – Die Grünen stehen vor einer richtungsweisenden Debatte über die Zukunft der deutschen Sicherheitspolitik. Am Wochenende beginnt in Hannover die 51. Bundesdelegiertenkonferenz der Partei, auf der eine grundsätzliche Neuausrichtung in der Wehrpflicht-Frage diskutiert werden soll.

Franziska Brantner, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, will eine Einigung auf dem Parteitag zum Thema Wehrdienst.

Die sicherheitspolitische Sprecherin Sara Nanni fordert in einem Antragspapier, das der Frankfurter Rundschau vorliegt, einen völlig neuen Ansatz zur Gesamtverteidigung.

Grüne kritisieren das Wehrdienstgesetz von Union und SPD

„Seit Beginn der russischen Vollinvasion auf die Ukraine 2022 spüren auch wir in Deutschland, dass viele Gewissheiten der letzten Jahrzehnte brüchig geworden sind. Vieles deutet darauf hin, dass wir auch hier in Deutschland in einer Vorkriegszeit leben“, heißt es in dem von über 70 Grünen-Mitgliedern unterzeichneten Papier, darunter Ex-Parteichef Omid Nouripour, Konstantin von Notz und Anton Hofreiter.

Die Grünen kritisieren das kürzlich von der schwarz-roten Koalition beschlossene Wehrdienstgesetz als unzureichend, da es „nur junge Menschen in den Blick nimmt und sich auf den militärischen Teil des gesamtstaatlichen Krisenmanagements beschränkt“.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Statt Wehrpflicht: Grüne fordern bundesweite Koordinierungsstelle für gesamtstaatliches Krisenmanagement

Stattdessen fordern die Grünen die Einrichtung einer bundesweiten Koordinierungsstelle für gesamtstaatliches Krisenmanagement, die direkt beim Kanzleramt angesiedelt werden soll. Diese soll dafür sorgen, dass „alle Menschen in Deutschland wissen, was sie selbst tun können, um sich und Andere zu schützen oder zumindest die Folgen für alle abzumildern“. Die Partei strebt ein „neues Verständnis von Wehrhaftigkeit“ an, das auf „Bereitschaft, Überzeugung und Verantwortungsbewusstsein“ gründet.

Hofreiter plädiert für die Freiwilligkeit beim Wehrdienst: „Um den eklatanten Personalmangel in der Bundeswehr zu schließen, sollte zunächst auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Dafür braucht es jedoch die Wiederaufnahme einer verpflichtenden Musterung junger Männer“, sagte er der Frankfurter Rundschau.

Mittelfristig will Hofreiter die gesellschaftliche Resilienz durch ein Gesellschaftsjahr stärken. „Das sollte militärische, zivile und soziale Einsatzfelder umfassen und alle Generationen mit einschließen. Diese Themen werden wir am Wochenende auf unserem Parteitag im Rahmen des außen- und sicherheitspolitischen Antrags ausführlich diskutieren. Ich freue mich auf einen offenen und konstruktiven Austausch.“

Wehrpflicht-Debatte auf dem Grünen-Parteitag

Die Wehrpflicht-Debatte spaltet die Grünen-Basis. Mehrere Anträge zur Dienstpflicht, darunter auch Nannis Vorschlag für einen freiwilligen Dienst, erhielten in einem Mitglieder-Onlinevotum vor dem Parteitag nicht die notwendige Mehrheit. Die Grüne Jugend positioniert sich klar gegen das verpflichtende Gesellschaftsjahr. „Wir sagen ‚Nein‘ zu einem verpflichtenden Gesellschaftsjahr, und wir sagen auch ‚Nein‘ zu verpflichtenden Musterungen für junge Menschen ab Jahrgang 2008.“, so Co-Chef Luis Bobga gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Dennoch soll das Thema durch Änderungsanträge auf dem dreitägigen Parteitag präsent bleiben.

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, betonte gegenüber den Sendern RTL und ntv, es gehe darum sicherzustellen, „dass unser Land auch in Krisenzeiten gut dasteht, dass wir auch wehrhaft sind, wenn es darauf ankommt“. Sie zeigt sich optimistisch, dass die Wehrdienst-Frage auf dem Parteitag in Hannover entschieden werden kann: „Wir werden auf jeden Fall eine Antwort finden, wir werden auf jeden Fall entscheiden.“ Sie sei überzeugt, dass die Partei „eine gute Debatte darüber führen werde, wie in Deutschland alle Menschen bei der Frage der Wehrhaftigkeit beteiligt werden können“. (Quellen: dpa, Süddeutsche Zeitung, RTL/ntv, eigene Recherche) (sot)

Rubriklistenbild: © MICHAEL MATTHEY / AFP

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