VonSebastian Oppenheimerschließen
Der Markt für Wasserstoffautos entwickelt sich rückläufig, besonders in Europa und den USA. Laut Experten ist dies ein dauerhafter Abwärtstrend.
Immer wieder wird Wasserstoff als Antriebs-Alternative zum Elektroauto gehandelt – doch die Chancen, dass sich die Brennstoffzellen-Technik im Pkw durchsetzt, werden zunehmend geringer. Ein großer Hemmschuh ist dünne Infrastruktur: Erst kürzlich schlossen in Österreich die letzten öffentlichen H2-Tankstellen. Laut dem Beratungsunternehmen SNE Research ist der Absatz an Wasserstoff-Autos im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weltweit um 11,2 Prozent zurückgegangen. Den Experten zufolge handelt es sich hier nicht um einen vorübergehenden Effekt, sondern um einen „strukturellen Wandel“.
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Erstes Quartal 2025: Nur wenig mehr als 2.100 Brennstoffzellenautos weltweit verkauft
Gerade einmal 2.119 Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb wurden in den ersten drei Monaten des Jahres weltweit verkauft. Zwar konnte Hyundai mit seinem Modell Nexo gegen den Trend schwimmen und verzeichnete sogar ein Plus von 11,6 Prozent (772 verkaufte Fahrzeuge). Für den Konkurrenten Toyota sieht es dagegen düster aus: Die Verkäufe der Wasserstoffmodelle Mirai und Crown brachen um rund 83 Prozent ein – nur noch 150 Fahrzeuge wurden verkauft. Vor allem in Europa und den USA stoßen Wasserstoffautos kaum noch auf Interesse: In Europa wurden lediglich 39 Mirai- und Nexo-Modelle verkauft – ein Rückgang von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In den USA sackten die Verkäufe um 86 Prozent auf 31 H2-Fahrzeuge ab.
Warum laut Experten im Pkw-Bereich die Elektroautos das Rennen machen
Der Traum vom Wasserstoffauto als Zukunftslösung scheint aktuell zu verblassen: „Trotz kontinuierlicher Investitionen in die Technologieentwicklung durch große OEMs wie Hyundai und Toyota verlagert sich der Markt stetig in Richtung batterieelektrischer Fahrzeuge (BEVs)“, erklären die Experten von SNE Research in einer Mitteilung. „Während Korea und China die Wasserstoffindustrie weiterhin als strategischen Sektor anerkennen und ihre staatliche Förderung aufrechterhalten, priorisieren die USA und Europa BEVs durch den Inflation Reduction Act (IRA) und die CO₂-Emissionsvorschriften eindeutig.“ In der Folge würden Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf der politischen Agenda in den Hintergrund geraten. In Kombination mit der mangelnden Tankstelleninfrastruktur, hohen Fahrzeugpreisen und hohen Wartungskosten würden Wasserstoff-Fahrzeuge laut dem Beratungsunternehmmen weiter an Attraktivität für die Verbraucher verlieren.
BMW plant Brennstoffzellenauto mit Toyota als Partner
Dennoch halten manche Hersteller an der Brennstoffzelle fest: BMW plant beispielsweise in Zusammenarbeit mit Toyota ein Brennstoffzellenauto in Serie zu bauen. Allerdings traf diese Ankündigung nicht nur auf Zustimmung. Auch Polestar-Chef Michael Lohscheller, erklärte im Interview mit IPPEN.MEDIA, dass sich Wasserstoff im Pkw nicht durchsetzen werde. Lohscheller war vorübergehend auch Chef des inzwischen insolventen Wasserstoff-Lkw-Start-ups Nikola.
