VonSebastian Oppenheimerschließen
Unfall-Reparaturen an E-Autos sind im Schnitt bis zu 25 Prozent teurer als bei vergleichbaren Verbrennern. Die Versicherer schlagen Alarm – und fordern Änderungen.
War noch vor nicht allzu langer Zeit die mangelnde Reichweite ein häufig genannter Grund, sich kein Elektroauto zu kaufen, so hat sich dies inzwischen geändert. Momentan schrecken vor allem die hohen Preise für E-Autos potenzielle Käufer ab, nachdem im Dezember 2023 die Förderung durch den Umweltbonus gestrichen wurde. Nun warnen die Autoversicherer: Die Reparaturkosten für Elektroautos seien zu hoch, die Mobilitätswende dadurch in Gefahr.
Elektroautos: Reparaturen von Unfallschäden im Schnitt 25 Prozent teurer als bei Verbrennern
Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge würden in der Vollkaskoversicherung zwar bis zu 20 Prozent weniger Schäden gemeldet als bei vergleichbaren Verbrennern, aber: Jeder Schaden bei einem Elektroauto koste im Schnitt bis zu 25 Prozent mehr. Einer der gewaltigsten Kosten-Faktoren: Nach einem Unfall wird oft die komplette Antriebsbatterie getauscht. Da der Akku das teuerste Bauteil eines E-Autos ist, verursacht dies enorme Kosten. Einem überflüssigen Akku-Tausch könnte man künftig durch präzise Analyse-Verfahren vorbeugen, wie es etwa mit einer neuartigen Röntgen-Lösung möglich sein soll.
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Versenken von E-Autos in mit Wasser gefüllten Löschcontainern führt zu Totalschäden
Teils werden die E-Fahrzeuge laut GDV auch sehr lange in Quarantäne gelagert, was die Kosten ebenfalls in die Höhe treibt. Dazu kommt: Werden die Fahrzeuge in Löschcontainern im Wasser versenkt, führt das zu einem Totalschaden. Daher fordert GDV-Chef Jörg Asmussen, „präzise Kriterien für den Umgang mit verunfallten Elektroautos und wirtschaftlich nachhaltige Anleitungen für die Reparatur oder den teilweisen Austausch beschädigter Batterien“. Noch gibt es nicht allzu viele Spezialisten für Batterie-Reparaturen, wie etwa die EV Clinic in Kroatien.
Außerdem wünschen sich die Versicherer, dass die Hersteller die Batterien schon beim Design der Fahrzeuge so gut wie möglich vor Schäden durch Unfälle schützen – und zudem nach einem Unfall aussagekräftige Diagnosedaten zum Zustand der Batterie zur Verfügung zu stellen. Vor nicht allzu langer Zeit hatte auch der ADAC mangelnden Daten-Zugriff in Bezug auf Pannen-Autos kritisiert.
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GDV warnt: Akzeptanz von E-Autos durch die hohen Reparaturkosten in Gefahr.
Zwar sei die Abkehr von fossilen Rohstoffen als Fahrzeug-Treibstoff „der einzig richtige Weg“, so Asmussen. „Aber wenn die Reparaturkosten nicht sinken, gefährden sie langfristig die Akzeptanz der Elektroautos.“ Denn die hohen Kosten geben die Versicherer natürlich an die Versicherten weiter: Jedes Jahr werden die Typklassen für Autos neu berechnet – dafür spielen auch die Reparaturkosten des jeweiligen Modells eine Rolle. Sind diese besonders hoch, steigt die Prämie entsprechend
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Für die GDV-Analyse wurden 38 Fahrzeugpaare von Elektroautos und Verbrennern miteinander verglichen, die möglichst ähnlich sind. Etwa ein Smart mit einem Elektro-Smart, ein Golf VII und ein Elektro-Golf oder ein Dacia Spring und ein Dacia Sandero. Bei den betrachteten Modellreihen wurden Häufigkeit und Höhe der Schäden über einen Zeitraum von drei Jahren ausgewertet.
Rubriklistenbild: © Addictive Stock/Imago

