Auswertung des GDV

Hohe Reparaturkosten: Versicherer sehen Akzeptanz von Elektroautos in Gefahr

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Unfall-Reparaturen an E-Autos sind im Schnitt bis zu 25 Prozent teurer als bei vergleichbaren Verbrennern. Die Versicherer schlagen Alarm – und fordern Änderungen.

War noch vor nicht allzu langer Zeit die mangelnde Reichweite ein häufig genannter Grund, sich kein Elektroauto zu kaufen, so hat sich dies inzwischen geändert. Momentan schrecken vor allem die hohen Preise für E-Autos potenzielle Käufer ab, nachdem im Dezember 2023 die Förderung durch den Umweltbonus gestrichen wurde. Nun warnen die Autoversicherer: Die Reparaturkosten für Elektroautos seien zu hoch, die Mobilitätswende dadurch in Gefahr.

Nach einem Unfall wird bei Elektroautos oft die komplette Antriebsbatterie getauscht – das führt zu sehr hohen Reparaturkosten. (Symbolbild)

Elektroautos: Reparaturen von Unfallschäden im Schnitt 25 Prozent teurer als bei Verbrennern

Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge würden in der Vollkaskoversicherung zwar bis zu 20 Prozent weniger Schäden gemeldet als bei vergleichbaren Verbrennern, aber: Jeder Schaden bei einem Elektroauto koste im Schnitt bis zu 25 Prozent mehr. Einer der gewaltigsten Kosten-Faktoren: Nach einem Unfall wird oft die komplette Antriebsbatterie getauscht. Da der Akku das teuerste Bauteil eines E-Autos ist, verursacht dies enorme Kosten. Einem überflüssigen Akku-Tausch könnte man künftig durch präzise Analyse-Verfahren vorbeugen, wie es etwa mit einer neuartigen Röntgen-Lösung möglich sein soll.

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Versenken von E-Autos in mit Wasser gefüllten Löschcontainern führt zu Totalschäden

Teils werden die E-Fahrzeuge laut GDV auch sehr lange in Quarantäne gelagert, was die Kosten ebenfalls in die Höhe treibt. Dazu kommt: Werden die Fahrzeuge in Löschcontainern im Wasser versenkt, führt das zu einem Totalschaden. Daher fordert GDV-Chef Jörg Asmussen, „präzise Kriterien für den Umgang mit verunfallten Elektroautos und wirtschaftlich nachhaltige Anleitungen für die Reparatur oder den teilweisen Austausch beschädigter Batterien“. Noch gibt es nicht allzu viele Spezialisten für Batterie-Reparaturen, wie etwa die EV Clinic in Kroatien.

Außerdem wünschen sich die Versicherer, dass die Hersteller die Batterien schon beim Design der Fahrzeuge so gut wie möglich vor Schäden durch Unfälle schützen – und zudem nach einem Unfall aussagekräftige Diagnosedaten zum Zustand der Batterie zur Verfügung zu stellen. Vor nicht allzu langer Zeit hatte auch der ADAC mangelnden Daten-Zugriff in Bezug auf Pannen-Autos kritisiert.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

GDV warnt: Akzeptanz von E-Autos durch die hohen Reparaturkosten in Gefahr.

Zwar sei die Abkehr von fossilen Rohstoffen als Fahrzeug-Treibstoff „der einzig richtige Weg“, so Asmussen. „Aber wenn die Reparaturkosten nicht sinken, gefährden sie langfristig die Akzeptanz der Elektroautos.“ Denn die hohen Kosten geben die Versicherer natürlich an die Versicherten weiter: Jedes Jahr werden die Typklassen für Autos neu berechnet – dafür spielen auch die Reparaturkosten des jeweiligen Modells eine Rolle. Sind diese besonders hoch, steigt die Prämie entsprechend

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Für die GDV-Analyse wurden 38 Fahrzeugpaare von Elektroautos und Verbrennern miteinander verglichen, die möglichst ähnlich sind. Etwa ein Smart mit einem Elektro-Smart, ein Golf VII und ein Elektro-Golf oder ein Dacia Spring und ein Dacia Sandero. Bei den betrachteten Modellreihen wurden Häufigkeit und Höhe der Schäden über einen Zeitraum von drei Jahren ausgewertet.

Rubriklistenbild: © Addictive Stock/Imago

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