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Die Aloe vera ist eine beliebte Zimmerpflanze. Sie möchten sich eine anschaffen? Dann erfahren Sie hier, welche Arten es noch gibt und wie Sie diese pflegen.
Die Echte Aloe (Aloe vera) ist wohl die bekannteste der Sukkulenten und eine vielseitige Heilpflanze. Die ersten Aufzeichnungen über ihre Verwendung gehen bis 400 Jahre v. Chr. zurück. Über die Jahrhunderte ist sie nun in fast allen Ländern der Welt verbreitet. Doch auch als einfache Kübel- oder Zimmerpflanze ist die Aloe vera durchaus beliebt. Sie eignet sich bestens für Anfänger, denn bei ihr können Sie kaum etwas falsch machen.
Aloe vera als Heilpflanze
Im Inneren der Blätter befindet sich ein Milchsaft mit entzündungshemmenden und abführenden Inhaltsstoffen. Genutzt wird dieser vorwiegend bei Hautverletzungen und zur Hautpflege. Das Blattwerk grundsätzlich ist jedoch giftig. Die Blätter sollten Sie deshalb nicht essen.
Achtung: Einige Aloe-Arten sind giftig und dürfen Sie nicht auf die Haut auftragen oder verzehren. Dazu zählen beispielsweise die Grannen-Aloe (Aloe aristata), die Spiral-Aloe (Aloe polyphylla) und die Tiger-Aloe (Aloe variegata).
Diese Aloe-Arten bringen den Dschungel in Ihr Zuhause
Die Vielfalt der Aloe ist grenzenlos: über 500 verschiedene Arten zählen zu dieser Gattung. Unterscheiden lassen sie sich durch äußere Merkmale wie Blattfarbe und -form, Blattzahnung und Wuchshöhe.
Aloe vera
Das Aussehen der Echten Aloe ähnelt eher an Kakteen oder Agaven – sind damit jedoch nicht zu verwechseln, da diese nicht zu den Heilpflanzen zählen. Von den anderen Aloe-Arten unterscheidet sie sich durch einen bitteren Geschmack des Gels im Inneren der Blätter. Dieses ist eine beliebte Naturkosmetik und wirkt entzündungshemmend.
Die Pflanze wächst stammlos oder besitzt einen kurzen Scheinstamm aus alten Blattscheiden. Die fleischig-stacheligen Blätter sind rosettenartig angeordnet und laufen spitz zu. Farblich sind sie grün-grau, manchmal leicht rötlich gefärbt. In der Höhe und im Durchmesser kann die Pflanze bis zu 60 Zentimeter erreichen.
Aloe variegata
Die Aloe variegata wird wegen ihrer gescheckten Blätter auch Tiger-Aloe genannt. Sie wächst recht klein und bildet zehn bis fünfzehn Zentimeter hohe lanzettförmige, zahnlose Blätter aus. Sie zählt zu den giftigen Aloe-Arten.
Aloe arborescens
Weniger verbreitet ist die Aloe arborescens – sie zählt jedoch mit zu den schönsten Arten der Aloe. Ihre Blätter sind am Rand auffällig gezahnt. Weil sie sehr alt und bis zu zwei Meter hoch werden kann, wird sie auch Ewige Aloe genannt.
Aloe aristata
Die Aloe aristata, auch kugelige Aloe genannt, bildet bis zu 15 Zentimeter lange Blätter aus. Diese besitzen eine auffällige, weiße Randzahnung. Sie ist giftig und hat keine gesundheitsfördernde Wirkung.
Aloe polyphylla
Wegen der spiralförmig angeordneten Blätter, nennt man die Aloe polyphylla auch Spiral-Aloe. Besonders auffällig ist die purpurne Farbe der Blattspitzen. Sie zählt zu den giftigen Aloe-Arten.
Aloe mitriformis
Die bis zu 20 Zentimeter langen Blätter der Aloe mitriformis haben eine auffällige Zahnung am Blattrand und können zur Spitze hin rot gefärbt sein.
Der passende Standort für die Aloe vera
Als tropische Pflanze mag die Echte Aloe es warm und vollsonnig. Halten Sie sie als Zimmerpflanze, dann benötigt das Gewächs einen Platz am Südfenster oder im Wintergarten. Sie verträgt auch dunklere Standorte, dort wachsen die Blätter jedoch langsamer. Zu kalt darf es nicht sein: Frostige Temperaturen unter 5 °C verträgt die Aloe vera nicht. Daher müssen Sie die Pflanze im Winter ins Haus bringen. Ein heller Raum mit einer Temperatur von etwa 15 °C ist ideal. Achten Sie darauf, dass Sie die Aloe vera im Frühjahr vom Winterquartier nicht direkt draußen in die pralle Sonne stellen – das kann den Blättern schaden.
Die richtige Erde für Ihre Aloe vera
Die Aloe vera hat besondere Ansprüche an die Erde: mineralisch, humusarm und nährstoffreich soll diese sein. Am besten eignet sich fertige Kakteen- oder Sukkulentenerden. Der beigemischte Sand sorgt dafür, dass die Erde gut durchlüftet und wasserdurchlässig ist. Achten Sie dennoch darauf, dass Gießwasser über ein Loch am Bode des Topfes abfließen kann. Legen Sie am besten eine Drainageschicht aus Tongranulat oder Blähton über das Abflussloch.
Aloe vera umtopfen
Die Echte Aloe müssen Sie spätestens alle vier Jahre in einen größeren Topf pflanzen. Meistens benötigt das Gewächs hinterher etwas Hilfe, um aufrecht zu stehen. Stützen Sie sie mit zwei Holzstäben, bis sich neue Wurzeln gebildet haben.
Pflege der Aloe vera: gießen und düngen
Die Aloe vera kann Wasser in ihren Blättern speichern und davon eine Zeit lang leben. Gießen Sie die Pflanze erst, wenn die Erde trocken ist. Achten Sie dabei darauf, dass das Innere der Rosette nicht feucht wird. Am besten versorgen Sie die Aloe vera häufiger mit kleinen Wassermengen, anstatt sie seltener mit einer großen Menge zu gießen. Zu nass darf es nicht werden: Schütten Sie Wasser aus dem Übertopf oder Untersetzer aus. Steht die Aloe vera zu lange feucht, führt dies meist zu Wurzelfäule, was der Pflanze schadet.
Düngen Sie die Aloe vera in der Wachstumsphase von April bis September etwa alle sechs Wochen. Die Pflanze verbraucht wenig Nährstoffe – eine Überdüngung kann sie deshalb schädigen. Geben Sie gemäß Herstellerangaben flüssigen Kakteendünger direkt ins Gießwasser. Zusätzlich sollten Sie die Blätter der Pflanze regelmäßig abstauben.
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So vermehren Sie die Aloe vera
Sie können die Echte Aloe ganz einfach vermehren. Neu heranwachsende Pflanzen – sogenannte Kindel –, sind mit der Mutterpflanze verbunden und bilden eigene Wurzeln. Bevor Sie ein Kindel abtrennen, sollte die Pflanze mindestens fünf Zentimeter groß sein. Diese können Sie dann in einen eigenen Topf setzen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein einzelnes Blatt der Aloe vera – einen sogenannten Blattsteckling – zu verwenden:
- Schneiden Sie ein gesundes Blatt von der Mutterpflanze ab.
- Lassen Sie die Schnittstelle einige Tage an der Luft antrocknen.
- Nun können Sie das Blatt in einen Topf mit Erde geben. Graben Sie die Pflanze zu einem Drittel ein.
- Drücken Sie die Erde gut an, damit das Blatt nicht umfällt.
- Damit die Bildung von Wurzeln anregt wird, gießen Sie das Blatt regelmäßig.
Blüht die Aloe vera?
Da die Aloe vera in der freien Natur gute Bedingungen hat, blüht sie dort für etwa drei Monate im Jahr. Im Wohnzimmer wird das nicht so schnell passieren. Die Blüten wachsen an der Spitze von bis zu 90 Zentimeter hohen schlanken Stielen, die aus der Mitte der Pflanze herausragen. Die Farben der Blüten variieren zwischen Gelb, Rot und Orange.
Welche Krankheiten kann die Aloe vera bekommen?
Die Echte Aloe ist sehr robust und nicht dafür bekannt, schnell krank zu werden. Die häufigsten Probleme entstehen durch einfache Pflegefehler.
| Blätter hängen oder knicken ein | zu wenig Licht |
| Weiche, braune Blätter | Staunässe, zu hohe Luftfeuchtigkeit, Nährstoffmangel, Kälte |
| Gelbe Blätter | zu viel Wasser, zu viel direkte Sonne nach der Winterruhe |
| Rote Blätter | zu viel Licht, wenn sie sonst an einen dunklen Standort gewöhnt ist |
| Bleiche Blätter | zu wenig Licht |
| Blätter rollen sich ein | zu wenig Wasser |
Es kann passieren, dass Schildläusen oder Spinnmilben die Pflanze in kühleren Monaten befallen. Behandeln Sie die Aloe vera in diesem Fall mit einem entsprechenden Mittel zur Schädlingsbekämpfung.
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