Dampf als Kleidungsretter

Pulli beim Waschen eingegangen – Wie Sie ihn noch retten können

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Geht ein Pulli beim Waschen ein, ist das ärgerlich. Viele schreiben ihn dann ab. Mit einem Haushaltsgerät lässt der Schaden sich jedoch oft beheben.

München – Auch wenn wir 2023 vermutlich keine weißen Weihnachten bekommen, ist es dennoch winterlich kalt. Ein mollig-warmer Pulli ist deshalb aktuell fast schon ein Muss. Oft getragen bedeutet allerdings auch oft gewaschen und dabei kann es passieren, dass ein Pullover eingeht. Vor allem dann, wenn man zu heiß wäscht. Doch das heißt nicht, dass das Kleidungsstück dadurch unrettbar geschrumpft ist. Manche Kleidungsstücke können mithilfe eines Dampfbügeleisens gerettet werden.

Ist ein Pulli eingelaufen, muss man ihn deswegen noch nicht gleich abschreiben. Mit einem Trick lässt er sich eventuell noch retten. (Symbolbild)

Dampfbügeleisen kann die Rettung bei eingelaufenen Pullis sein

Bei vielen anderen Materialien funktioniert der Trick mit dem Dampfbügeleisen einwandfrei. Allerdings sollte man darauf achten, nicht mit zu heißem Dampf zu arbeiten. Sonst schadet man dem Pulli am Ende noch mehr. Welche maximale Temperatur beim Bügeln zum Einsatz kommen sollte, lässt sich ganz einfach herausfinden – mit einem Blick auf die Punkte im Bügelsymbol.

Ein PunktNicht mehr als 110 Grad
Zwei PunkteBis zu 150 Grad
Drei PunkteBis zu 200 Grad

Aber wie genau funktioniert der Trick mit dem Dampfbügeleisen nun? Ganz einfach. Das eingegangene Kleidungsstück wird beim Bügeln ordentlich bedampft. Das kann helfen, das Gewebe wieder zu entspannen. Der Pullover kann dann während des bügelns leicht gedehnt werden und erhält so mit etwas Glück wieder seine alte Form und Länge zurück.

Bei eingelaufenen Pullis aus Wolle ist nichts mehr zu retten – bei anderen Materialien schon

Allerdings funktioniert das nicht bei jedem Material. Vor allem bei Wolle ist das Einlaufen ein endgültiges Urteil. Der Reinigungsexperte vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW), Bernd Glassl, rät deshalb sich bei diesem Material besonders an die Hinweise auf dem Textilpflegeetikett zu achten. Auch sollte man Wollwaschmittel sowie den Wollwaschgang der Waschmaschine nutzen. Generell gibt es viele Fehler, wie Sie ihren Klamotten beim Waschen schaden können.

Es kursieren online viele Hausmittel, wie man eingelaufene Wollpullover angeblich wieder in Form bringen kann. So rät etwa die Für Sie dazu, das Kleidungsstück noch einmal mit Conditioner oder Babyshampoo in lauwarmem Wasser einzuweichen. Anschließend soll überschüssiges Wasser vorsichtig ausgewrungen und der Pulli behutsam gedehnt werden.

Pullis richtig waschen: Worauf man achten sollte

Von solchen Hausmitteln hält Glassl jedoch nichts. „Wenn Sie die Wolle schon ruiniert haben, dann hilft ein nochmaliges Waschen auch nicht“, erklärt er. Auch sollten Wollpullis bei einer Handwäsche nicht ausgewrungen werden. Stattdessen sollten sie lediglich leicht ausgedrückt werden.

Zwölf typische Fehler beim Wäsche waschen

Die richtige Vorbereitung ist beim Wäsche waschen das A und O.
1. Wäsche nicht richtig vorsortieren: Die richtige Vorbereitung ist beim Wäsche waschen das A und O. Dazu gehört, die Kleidungsstücke nach Farbe und Textilart zu sortieren. Manche Materialien wie Fleece müssen nämlich schonender gewaschen werden.  © IMAGO
Besonders Menschen mit empfindlicher Haut sollten besser auf Weichspüler verzichten.
2. Weichspüler verwenden: Besonders Menschen mit empfindlicher Haut sollten besser auf Weichspüler verzichten. Dieser kann aufgrund der enthaltenen Chemikalien allergische Reaktionen und Hautreizungen auslösen. Außerdem verlieren Hand- und Geschirrtücher an Saugfähigkeit.  © IMAGO
Sie sollten das Waschmittelfach und den Dichtungsring der Waschmaschine regelmäßig prüfen, um Schmutz und Rückstände zu entfernen.
3. Waschmaschine wird nicht gepflegt: Beim Waschen reinigt sich die Waschmaschine doch von selbst – oder? Tatsächlich ist es nicht so einfach. Sie sollten das Waschmittelfach und den Dichtungsring regelmäßig prüfen, um Schmutz und Rückstände zu entfernen. Ein jährlicher Heißwaschgang mit Essig entkalkt die Maschine effektiv und fördert ihre Langlebigkeit. © IMAGO/ Oleksandr Latkun
Damit Ihr Lieblingsshirt endlich wieder sauber wird, sollten Sie es vor dem Waschen einweichen und den Fleck gezielt behandeln.
4. Flecken werden nicht behandelt: Ein einfacher Waschgang reicht meistens nicht, um hartnäckige Flecken zu entfernen. Damit Ihr Lieblingsshirt endlich wieder sauber wird, sollten Sie es vor dem Waschen einweichen und den Fleck gezielt behandeln.  © IMAGO
Damit keine Kleidung zu Schaden kommt, sollten Sie Unterwäsche in einem praktischen Wäschenetz waschen.
5. Unterwäsche ohne Schutz waschen: Besonders BHs verhaken sich beim Waschen schnell mit anderen Kleidungsstücken. Damit keine Wäsche zu Schaden kommt, sollten Sie die empfindliche Unterwäsche separat oder in einem praktischen Wäschenetz waschen.  © IMAGO
Die Waschmaschine sollte nicht zu vollgestopft mit Kleidung sein.
6. Überladene Waschmaschine: So verlockend es auch ist: Die Waschmaschine sollte nicht zu vollgestopft mit Kleidung sein. Eine überladene Trommel führt nicht nur dazu, dass die Wäsche nicht ausreichend gereinigt wird. Außerdem besteht das Risiko, dass die Maschine beschädigt wird – das gilt es natürlich zu vermeiden. © IMAGO
Um Energie zu sparen, lohnt es sich, mehrere Wäscheladungen hintereinander zu waschen.
7. Waschmaschine ruhen lassen: Um Energie zu sparen, lohnt es sich, mehrere Wäscheladungen hintereinander zu waschen. Dann muss sich die Maschine nicht extra erneut aufheizen, sondern kann die Restwärme nutzen. © IMAGO/ Oleksandr Latkun
Solange Klamotten nicht müffeln oder keine Flecken aufweisen, können sie problemlos erneut angezogen werden.
8. Zu oft waschen: Landen Kleidungsstücke bei Ihnen nach jedem Tragen im Wäschekorb? Dann waschen Sie möglicherweise zu oft. Solange Klamotten nicht müffeln und keine Flecken aufweisen, können sie problemlos erneut angezogen werden.  © IMAGO
Beim Waschen in der Maschine gilt: Weniger ist mehr.
9. Zu viel Waschmittel: Beim Waschen in der Maschine gilt: weniger ist mehr. Wird Waschmittel überdosiert, bilden sich nur lästige Rückstände und weiße Schlieren auf der Kleidung. Die verwendete Produktmenge sollte auch wieder ausgewaschen werden können. © IMAGO
Besonders schwarze oder dunkle Klamotten sollten vor dem Waschen unbedingt auf links gedreht werden.
10. Kleidung nicht auf links drehen: Besonders schwarze oder dunkle Klamotten sollten vor dem Waschen unbedingt auf links gedreht werden. Ansonsten reibt sich die Außenseite während des Waschens an der Maschine und die Fasern werden aufgeraut. Das wiederum führt dazu, dass die Farbe schneller ausbleicht.  © IMAGO
30 oder 40 Grad reichen meist aus, um Wäsche effektiv sauber zu machen.
11. Zu heiß waschen: 30 oder 40 Grad reichen meist aus, um Wäsche effektiv sauber zu machen. Wer bei höheren Temperaturen wäscht, riskiert Gewebeschäden an der Kleidung. Außerdem wird die Umwelt durch den unnötigen Energieverbrauch belastet. © IMAGO
Reißverschlüsse sollten vor dem Waschen geschlossen werden.
12. Reißverschlüsse sind nicht geschlossen: Beim Schleudervorgang wird alles munter in der Maschine durcheinandergeworfen. Dabei können sich schnell Reißverschlüsse an empfindlichen Textilien verfangen und diese beschädigen. Deshalb ist es besser, alle Reißverschlüsse vor dem Waschen zu schließen. © IMAGO

Während ein Wollwaschmittel wichtig für die richtige Pflege von Wollkleidung ist, gilt das nicht für alle Waschmittel. Und wer sich beim Thema Wäsche bestens auskennt, weiß nicht nur, welche Waschmitteln er am besten arbeitet, sondern auch, mit welchen Tricks man Zeit sparen kann. (sp/dpa)

Rubriklistenbild: © DANK0 NN/Zoonar/IMAGO

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