Schonende Hautreinigung

Am Morgen oder am Abend duschen – was ist gesünder?

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Duschen gehört für viele Menschen zum Morgenritual dazu. Doch ist das überhaupt gesund? Oder ist die Dusche am Abend besser für die Haut?

Die einen lieben es, den Tag mit einer entspannenden Dusche zu beenden, die anderen brauchen sie morgens wie den Kaffee, um richtig wach zu werden. Doch wie geht es eigentlich unserer Haut damit? Sollten wir sie abends von Schmutz befreien oder besser am Morgen den Nachtschweiß wegwaschen? Und wie sieht es an warmen Tagen aus – ist dann auch zweimal täglich duschen okay?

Empfindliche Haut verträgt duschen am Abend besser

Duschen macht wach, sollte bei empfindlicher Haut aber eher nicht zum Morgenritual gehören (Symbolbild).

Viele Menschen duschen täglich. Notwendig ist das meist aber nicht. Denn die Haut verfügt über Hornschüppchen, einen Säureschutzmantel und Oberhautfette, mit denen sie sich schützt und quasi selbst reinigt, wie die Dermatologin Dr. Yael Adler im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt. Reinigungssubstanzen stören diesen Schutzmechanismus und spülen nicht nur Schmutz, sondern auch hauteigene Fette und Mineralstoffe herunter. Aus dermatologischer Sicht reicht es deshalb, zweimal die Woche zu duschen, mit Ausnahme der Achselhöhlen, des Gesichts und des Intimbereichs. Diese Stellen sollten häufiger gereinigt werden.

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Wer nicht auf die tägliche Dusche verzichten möchte, kann mit ein paar einfachen Maßnahmen die Haut dabei zumindest schonen: Etwa, indem nur bestimmte Körperstellen mit Seife gewaschen werden und auf die richtige Wassertemperatur geachtet wird. Das gilt auch für die Kopfhaut: Wer die Haare zu oft wäscht, riskiert hier Reizungen.

Doch wie sieht es mit der Tageszeit aus, macht die einen Unterschied? „Morgens oder abends duschen ist beides okay – solange wir uns nicht wie verrückt abschrubben“, sagt Yael Adler gegenüber Deutschlandfunk Nova. Bei empfindlicher Haut empfehle sich aber eher die Dusche am Abend. Denn dann könne sich der Säureschutzmantel über Nacht regenerieren und Pflegecreme vom Abend besser einziehen.

Warme Duschen am Abend wirken entspannend

Ein weiterer Vorteil des abendlichen Duschens: Durch das warme Wasser weiten sich die Hautgefäße, Stress wird abgebaut, wir entspannen uns und können besser einschlafen. Das belegt eine Studie. Fettige Haut kann ebenfalls von der Reinigung am Abend profitieren, da sie überschüssiges Hautfett entfernt und Hautunreinheiten vorbeugen kann. Das gilt auch, wenn die Haut tagsüber mit Sonnencreme eingeschmiert wurde.

Und auch Allergiker sollten in jedem Fall am Abend duschen, denn dadurch werden Allergene wie Pollen, Tierhaare oder Hausstaub aus den Haaren gespült und gelangen nicht ins Bett, rät der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Wer tagsüber Sport getrieben hat oder viel schwitzt, sollte ebenfalls abends duschen, um die Haut von Schweiß zu befreien. An sehr heißen Tagen (und Nächten) dürfen es dann auch mal zwei Dusch-Durchgänge sein. Wer abends geduscht hat, braucht dann am Morgen aber nicht nochmal Duschgel. Denn Schweiß ist, ähnlich wie Urin, wasserlöslich.

Wann die Dusche am Morgen besser ist

Wer weder empfindliche Haut hat, noch an Allergien leidet, kann selbst wählen, wann geduscht wird. Denn auch die Dusche am Morgen hat Vorteile. So kommt der Kreislauf in Schwung, man fühlt sich fitter und frischer. Kalte Duschen und Wechselduschen regen außerdem die Blutzirkulation an und stärken bei regelmäßiger Anwendung das Immunsystem.

Egal ob am Abend oder am Morgen: Folgende Regeln halten die Haut gesund und helfen sogar, Geld zu sparen:

  • So kurz wie möglich duschen, bei möglichst kühler Wassertemperatur, denn zu heißes Wasser trocknet die Haus aus.
  • Sparsam mit Shampoo und Duschgel umgehen und sich auf Körperstellen beschränken, die Gerüche verursachen. Tipp: Festes Duschgel ist ergiebiger, enthält kein Mikroplastik und steckt meist in der umweltschonenderen Verpackung.
  • Problematische Inhaltsstoffe wie Duftstoffe, Konservierungsmittel und Farbstoffe in Pflegeprodukten meiden. Sie können die Haut reizen und Kontaktallergien auslösen.

Die richtige Pflege je nach Hauttyp: Wie Sie trockene, fettige oder sensible Haut am besten versorgen

Junge Frau am Strand
Vor allem junge Menschen kämpfen oft mit fettiger Haut. Pickel und Mitesser sind bei diesem Hauttyp häufig, weil die Talg-Überproduktion zu einer Verstopfung der Poren führt. „Für Sie ist wichtig, dass Ihre Pflegeprodukte nicht zu reichhaltig sind. Das bedeutet, Ihre Haut benötigt Feuchtigkeit, aber nicht noch mehr Fett“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel. Die morgendliche und abendliche Reinigung sei ebenfalls wichtig, um die Haut vom überschüssigen Talg zu befreien. Waschschaum und eine leichte Creme mit Salizylsäure sowie ein Gesichtswasser würden sich aufgrund der antibakteriellen und entfettenden Wirkung besonders anbieten bei fettiger Haut.  © Stephan Klapszus/Imago
Frau blickt in Spiegel
Sensible Haut erkennen Sie daran, dass Sie besonders empfindlich auf äußere Reize wie heiße und kalte Luft reagiert. Auch Kontakt mit Duft- und Konservierungsstoffen hat häufig Hautirritationen wie Rötung zur Folge. Aggressive Peelings, Seife und andere reizende Waschsubstanzen sollten nicht verwendet werden, informiert das Hautarztzentrum Kiel auf seiner Website. „Ihre Haut braucht eine Pflege, die viel Feuchtigkeit enthält, sie nicht beschwert und bestenfalls frei von Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen ist“, heißt es weiter: „Eine leichte Tages- und Nachtpflege für empfindliche Haut reich völlig aus. Zum Reinigen sollten Sie ein mildes Waschgel ohne Peelingmaterialien verwenden“.  © Imago
Trockene Haut eincremen
In den meisten Fällen ist falsche Pflege die Ursache von zu trockener Haut. Wie die Krankenkasse AOK informiert, sollten Menschen mit trockener Haut auf langes, häufiges und heißes Duschen bzw. Baden verzichten, milde und rückfettende Reinigungsmittel verwenden und zu Feuchtigkeitscreme greifen. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Probleme bestehen? Dann könnte eine Hautkrankheit dahinter stecken, die behandelt werden muss.  © Imago
Frau trägt Lippenstift auf und schaut in den Spiegel
Trockene Wangen und zu Pickeln und Mitessern neigende T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) sind typische Merkmale der Mischhaut. Die Pflege dieser Haut sollte zweigeteilt werden: Die trockenen Stellen sollten nur mit Wasser oder sanften Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Die fettigen Stellen können mit Substanzen gereinigt werden, die entfettend wirken, etwa Salizylsäure. „Sie können zudem zwei verschiedene Cremes verwenden: Eine für fettige Haut und eine für normale oder trockene Haut“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel.  © Aleksei Isachenko/Imago
Wegweiser zu einer Hautärztin in Luxemburg
Ihre Hautprobleme bleiben bestehen, obwohl Sie Ihre Pflegeroutine geändert haben? In dem Fall könnte es sein, dass Sie an einer Hautkrankheit leiden, die behandelt werden muss. Suchen Sie einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf. Diese/r kann die richtige Diagnose stellen und je nach Befund die passende Therapie empfehlen.  © Sascha Steinach/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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