Nur eine Notlösung

Elektroauto und Haushaltssteckdose: Warum das eine problematische Verbindung ist

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Ein Elektroauto lässt sich an der Haushaltssteckdose laden – allerdings sollte man auf diese Lösung nur im Notfall zurückgreifen. (Symbolbild)
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E-Auto-Laden an der Schuko-Steckdose – das sollte man nur im Notfall machen. Experten warnen vor Sicherheitsrisiken und ineffizientem Laden.

Ein hoher Kaufpreis und die „Reichweitenangst“ zählen zu den Hauptgründen, warum der E-Auto-Absatz vor allem im privaten Bereich nicht richtig in Schwung kommt. Es gibt aber auch viele Unsicherheiten bei potenziellen Käufern, beispielsweise rund um die Themen Ladedauer und Ladekosten beim E-Auto. Eine weitere wichtige Frage lautet: Kann man ein Elektroauto auch an der Haushaltssteckdose aufladen? Die kurze Antwort: Ja. Dann folgt jedoch gleich das „aber“. Was auf den ersten Blick praktisch erscheint, ist definitiv nicht beste Lösung. Die unscheinbare Schuko-Dose an der Wand, die sonst Staubsauger und Toaster mit Energie versorgt, gerät beim Laden eines Elektroautos an ihre technischen Grenzen. Die gewöhnliche Steckdose ist für andere Zwecke konzipiert und bei der Dauerbelastung durch ein E-Auto kann es durchaus gefährlich werden.

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Warum man den Ladestrom an der Haushaltssteckdose begrenzen sollte

Unter anderem rät der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) davon ab, Elektroautos regelmäßig an normalen Haushaltssteckdosen (auch Schuko-Steckdosen genannt) zu laden. Falls man es dennoch aus irgendeinem bestimmten Grund tun möchte, empfiehlt der Verband, die jeweilige Steckdose sowie die Elektroinstallation vor der Nutzung mit einem E-Auto von einer Elektrofachkraft überprüfen zu lassen. Erst danach sollte man die Steckdose für das Laden verwenden.

Auch der ADAC betont, dass normale Schuko-Steckdose nur für begrenzte Zeiträume mit dem maximalen Bemessungsstrom von 16 Ampere belastbar sind. Bei stundenlangem Laden eines E-Autos werden die Leitungen jedoch kontinuierlich stark beansprucht: Es kann durch Alterungsprozesse der Kontakte, an Klemmstellen in der Zuleitung oder durch unsachgemäße Installation ein erhöhter Widerstand im Stromkreis entstehen. Schlussendlich kann dies zu übermäßiger Erwärmung und sogar einem Brand führen. Um dieses Risiko zu reduzieren, sollte der Ladestrom laut dem Automobilclub auf 10 Ampere oder weniger begrenzt werden.

Lange Ladezeiten und Energieverluste

Die Nachteile des Ladens an der Haushaltssteckdose gehen aber über die Sicherheitsbedenken hinaus. Mit einer Ladeleistung von mageren 2,3 kW kann das Aufladen eines Elektroautos zur Geduldsprobe werden – ein E-Auto mit 50 kWh Batteriekapazität benötigt mehr als 20 Stunden, um vollständig geladen zu werden. Zum Vergleich: Eine Wallbox mit 11 kW schafft dieselbe Aufgabe im Optimalfall in weniger als fünf Stunden. Hinzu kommt die Ineffizienz: Beim Laden an der Haushaltssteckdose gehen laut einer ADAC-Untersuchung in der Summe zwischen 10 und 30 Prozent der Energie verloren – verschwendete Kilowattstunden, die sich auf der Stromrechnung bemerkbar machen.

Sichere Alternativen für den Alltag

Wallboxen bieten nicht nur mehr Sicherheit durch spezielle Schutzvorrichtungen und Überlastungserkennung, sondern machen das Laden auch deutlich komfortabler. Auch die Ladeverluste sind deutlich geringer als der Haushaltssteckdose. Vor der Installation sollte allerdings ein Fachmann das heimische Stromnetz prüfen, um sicherzustellen, dass es den Anforderungen gewachsen ist. Natürlich ist die Anschaffung einer Wallbox mit Kosten verbunden. Doch die Investition zahlt sich in den meisten Fällen durch mehr Sicherheit, kürzere Ladezeiten und höhere Effizienz schnell aus.

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