VonLarissa Strohbuschschließen
Exotische Früchte aus dem eigenen Garten? Kein Problem. Oft müssen Sie beim Anbau der Gehölze gar nicht viel beachten, um eine leckere Ernte zu erhalten.
Äpfel, Birnen und Pflaumen hat ja jeder im Garten – Sie wollen etwas Besonderes? Tatsächlich gedeihen so manche exotische Früchte im deutschen Anbau. Einige davon sind sogar winterhart. Und etliches Obst können Sie aus Kernen selbst ziehen.
Exotische Früchte anbauen: Mit diesen geht’s im eigenen Garten
Kiwi
Die leckeren grünen Früchte sind exotische Klassiker im Supermarkt. Dabei können Sie sie auch recht einfach selbst ernten. Kiwipflanzen mögen zwar keinen harten Frost, halten einen Winter an einem windgeschützten Platz aber dennoch aus. Der Standort sollte hell sein, muss aber nicht in der vollen Sonne stehen. Sie können zwar versuchen, eine Kiwipflanze aus Kernen zu ziehen – es wird allerdings einige Jahre dauern, bis diese alt genug ist, um zu blühen. Besorgen Sie sich daher lieber eine Jungpflanze aus dem Handel. Diese sollten Sie aber erst in den Garten setzen, wenn die harten Fröste vorüber sind.
Pfirsich
Pfirsiche sind zur Normalität im deutschen Speiseplan geworden. Dabei kommt die Frucht eigentlich aus China und ist erst seit dem 19. Jahrhundert bei uns heimisch. Der Pfirsich-Baum mag es warm, aber er hält auch Frost aus. Idealerweise steht er windgeschützt in Südlage. Haben Sie etwas Geduld, können Sie einen Baum aus einem Kern ziehen. Schützen Sie aber die Wurzeln der jungen Pflanzen vor Kälte. Übrigens gibt es Pfirsich-Bäume auch als Säulenobst für den Balkon.
Physalis (Kapstachelbeere)
Die Physalis kennt man vor allem als Beiwerk auf dem Cocktail. Dabei ist sie so gesund, dass sie viel öfter in unserem Mund landen sollte. Die Kapstachelbeere enthält besonders viel Vitamin C. Was viele nicht wissen: Sie wächst auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon an etwa ein Meter hohen Pflanzen. Am besten ist dafür ein warmer, sonniger Standort. Die meisten Physalis-Sorten sind nicht winterhart und werden einjährig gehalten. Sie ziehen die Pflanzen im Frühjahr an einem sehr warmen Ort vor. Nach den Eisheiligen dürfen sie dann ins Freiland.
Feigen
Der Ficus carica kommt aus dem Mittelmeerraum, doch es gibt auch kälteresistente und selbstbefruchtende Sorten, die bei uns gedeihen. Auch diese sollten erst gepflanzt werden, wenn die harten Fröste vorbei sind und an einem warmen, windgeschützten Ort stehen. Wenn Sie keinen Jungbaum kaufen wollen, brauchen Sie jemanden im Bekanntenkreis, der Ihnen einen Steckling abschneidet. So können Sie sich einen Feigenbaum selbst ziehen.
Kaki
Die Kaki ist eine exotische Frucht, die meist importiert wird – dabei wächst der Baum auch bei uns problemlos an vollsonnigen, geschützten Orten, zum Beispiel in einem Innenhof. Sie unterscheiden dabei zwischen der Amerikanischen Kaki, die auch starken Frost gut aushält, und der Japanischen Kaki, die Sie etwas besser schützen müssen. Sie können Jungpflanzen kaufen oder den Baum selbst aus Samen ziehen. Das dauert allerdings lange.
Pawpaw
Die Indianerbanane ist bei uns recht unbekannt – dabei können Sie sie sogar selbst anbauen. Die cremigen Früchte erinnern an den Geschmack von Mango oder Bananen. Selbst ziehen ist schwierig, da Sie kaum eine Frucht im Markt erwerben werden. Sie können aber junge Pflanzen kaufen. Diese brauchen allerdings die ersten Jahre noch etwas Schutz. Daher sollten sie anfangs im Kübel, vor starker Kälte geschützt, an einem halbschattigen Ort stehen. Ist die Pflanze etwas älter, verträgt sie auch massive Kälte und mag es im Sommer sehr sonnig.
Wassermelone
Melonen werden meist aus Afrika importiert, dabei wachsen sie an einem passenden Standort auch in Mitteleuropa. Die Wassermelone ist durchaus etwas anspruchsvoll und braucht einen Boden, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Außerdem wünscht sie sich einen warmen Platz – optimal ist das Gewächshaus, aber eine Südwand geht auch. Sie können die jungen Pflanzen auch erst ins Freiland setzen, wenn es draußen schon schön warm ist. Alternativ ziehen Sie Wassermelonen selbst aus Samen. Hier gilt allerdings zu beachten: Die Wassermelone ist ein Kürbisgewächs. Wie ihr orange-gelber Verwandter kann es in der Eigenzucht zu Verkreuzungen kommen, die giftige Früchte hervorbringen.
Exotische winterharte Obstgehölze für den heimischen Garten




Granatapfel
Ach, der Granatapfel – die Frucht der Liebe und der Fruchtbarkeit, mit ihrem süßen Saft und ihren störrischen Kernen – wer hätte gedacht, dass er auch in Deutschland wächst? Der Granatapfelbaum lässt sich gut im Kübel an einem warmen, sehr sonnigen Platz halten. Nur im Winter braucht er ein dunkles Quartier, wo er auf den Frühling warten kann. Um ihn anzubauen, müssen Sie nur ein paar Kerne aufsparen, abbrausen und trocknen lassen. Nun können Sie das Pflänzchen ab Februar an einem warmen Ort vorziehen. Bis es Früchte trägt, vergehen einige Jahre. Schneller geht es mit Stecklingen.
Zitrone
Zitronenbäume sind als Kübelpflanzen beliebt und in vielen Gartenabteilungen zu kaufen. Sie gedeihen in sonnigen Gärten, aber auch auf Balkon oder Terrasse. Nur im Winter müssen sie rein ins Warme. DIY-Freunde ziehen sich den Baum selbst aus Kernen. Bedenken Sie allerdings, dass die Pflanze recht langsam wächst. Zitronenbäume aus dem Gartencenter sind häufig mit Pflanzenschutzmittel gespritzt. Hier sollten Sie vorsichtig beim Verzehr der Früchte sein.
Orange
Auch Orangen können Sie im eigenen Garten ernten. Allerdings ist der Orangen- wie der Zitronenbaum nicht winterhart und muss in der kalten Jahreszeit umziehen. Daher eignet er sich nur für die Kübelhaltung. Überwintern geht auch im warmen Wohnzimmer, wo er herrlich duftet. Im Vergleich zur Zitrone wächst er allerdings viel schneller. Sie können einen Orangenbaum aus Kernen ziehen. Früchte trägt er aber erst nach etwa zehn Jahren.
Ob selbst gezogen oder als junge Pflanze gekauft: Achten Sie darauf, dass Ihre Pflanzen mit einem biologischen Obst- und Gemüsedünger (werblicher Link) die jeweils passenden Nährstoffe erhalten.



