Lebensbedrohlicher Zustand

Sepsis umgehend behandeln: Welche Therapie bei einer Blutvergiftung erforderlich ist

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Führt eine Infektion zur Blutvergiftung, muss schnell gehandelt werden. Je früher die Therapie erfolgt, desto eher können Folgeschäden verhindert werden.

Eine Sepsis oder Blutvergiftung stellt die gravierendste Form einer Infektion dar. Reichen die körpereigenen Abwehrmechanismen nicht mehr aus, um eine lokale Infektion zu bekämpfen, kann es zum Ernstfall kommen – wie im Fall von Til Schweiger, der eine Blutvergiftung infolge einer Beinverletzung erlitt.

Grundsätzlich kann jeder eine Sepsis entwickeln – die Folgen einer Blutvergiftung können dramatisch sein. Jedes Jahr versterben sogar rund 85.000 Menschen in Deutschland daran. Um dies zu verhindern, muss bei möglichen Warnzeichen und ersten Symptomen sofort gehandelt werden.

Bei ersten Anzeichen sofort zum Arzt oder Notarzt rufen – Therapie muss schnell erfolgen

Bei einer Blutvergiftung muss es schnell gehen – Patienten sollten umgehend stationär sowie medikamentös behandelt werden.

Gelangen die Erreger als Folge einer Infektion in den Blutkreislauf und das Immun- sowie Gerinnungssystem können sie nicht mehr ausreichend bekämpfen, greifen diese Organe wie Lunge, Herz und Niere an. Eine Sepsis wird durch verschiedene Bakterien ausgelöst, beispielsweise Pneumokokken, Meningokokken, Staphylokokken oder auch Streptokokken.

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Ursache einer Sepsis

Eine Blutvergiftung wird nicht, wie häufig angenommen, ausschließlich durch äußere Verletzungen, beispielsweise rostige Nägel oder infizierte Wunden, verursacht. Die meisten Sepsis-Patienten erleiden diesen mitunter lebensbedrohlichen Zustand als Komplikation eines grippalen Infektes, einer Lungenentzündung, aber in den meisten Fällen aufgrund von Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündung oder einer Nierenbeckenentzündung.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Die Behandlung erfolgt meist stationär – in manchen Fällen auch auf der Intensivstation. Dem Patienten wird dann vornehmlich hoch dosiertes Antibiotikum wie Vancomycin intravenös verabreicht. In einigen Fällen ist es erforderlich, betroffenes Gewebe beziehungsweise Organe teilweise oder vollständig zu entfernen, um die Überlebenschancen zu erhöhen. In schweren Fällen müssen auch Gliedmaßen amputiert werden, die aufgrund eines septischen Schocks und einer verminderten Durchblutung des Gewebes buchstäblich absterben. Je früher die Therapie erfolgt, desto eher können schwerwiegende Folgen verhindert werden. Eine unbehandelte oder verzögert behandelte Sepsis endet oft tödlich.

Risikofaktoren für eine Sepsis kennen – wer ist besonders gefährdet?

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Blutvergiftung nach einer Infektion begünstigen. Auch bestimmte Risikogruppen wie Ältere, Kinder und Schwangere sind eher gefährdet.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Christoph Reichwein (crei)/Imago

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