VonSophie Klußschließen
Nachdem nicht nur ihr Mann, sondern auch die gemeinsamen Hunde verstorben waren, sehnte sich Johanna Carrington nach einem pelzigen Gefährten – und fand ihn auf überraschende Weise.
Schon ihr ganzes Leben lang war Johanna Carrington eine leidenschaftliche Hundefreundin. Aufgewachsen in einem Waisenhaus in Deutschland, bekam die US-Amerikanerin jedoch nie die Möglichkeit, einen eigenen Hund zu haben. Erst viel später durfte sie sich ihren sehnlichsten Wunsch gemeinsam mit ihrem Ehemann erfüllen. Doch nachdem auch ihr letzter Hund Rocky gestorben war, wurde es ruhig im Hause Carrington – zu ruhig für die damals 100-jährige Johanna.
Johanna Carrington erfüllte sich im hohen Alter erneut den Traum vom Hund
Als Carrington ihrer Tochter Debbie erzählte, dass sie sich wieder einen Hund wünscht, befürchtete diese, ihre Mutter könnte zu alt für einen weiteren Vierbeiner sein und dass ihr Anliegen deshalb von den Tierheimen abgelehnt werden könnte. Doch glücklicherweise arbeitet einer von Debbies Nachbarn ehrenamtlich für die Muttville Senior Dog Rescue in San Francisco – und hatte eine zündende Idee.
Vor einiger Zeit hatte man dort den elfjährigen Chihuahua-Mischlingshund Gnocchi in Obhut genommen, nachdem er aus einem Haushalt mit 22 Hunden gerettet worden war. Nach längerer Zeit im Tierheim hatte es Gnocchi verdient, „mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet“ zu werden, wie Today schreibt. Johanna Carrington bewarb sich schließlich selbstbewusst auf die Adoption des flauschigen Seniors.
„Ein ganz normaler Antrag – bis sie das Alter der Frau bemerkt“
Der Antrag landete in den Händen von Alice Ensor, der Adoptionsberaterin bei Muttville Senior Dog Rescue. Sie dachte zunächst, „es sei ein ganz normaler Antrag – bis sie das Alter der Frau bemerkt“, so The Dodo. „Als ich zum ersten Mal den Adoptionsfragebogen von Johanna erhielt, war ich etwas überrascht“, sagte Ensor gegenüber dem digitalen Verlag. 100 Jahre alt zu werden, sei definitiv ein Meilenstein. Es käme nicht oft vor, „dass ein Hundertjähriger einen neuen Hund mit nach Hause nehmen möchte.“ Ensor habe gewusst, dass Johanna eine ganz besondere Hundeliebhaberin sein musste, die noch vor ihrem 101. Geburtstag nach einem neuen pelzigen Freund suchte.
Die Entscheidung fiel ihr dementsprechend leicht. Bei der Tierschutzorganisation habe man sich gewünscht, „dass sie diese Zeit noch zusammen verbringen und die volle Freude an ihrem Lebensabend erleben können“, erzählte Ensor gegenüber Today. Das Leben sei besser mit einem Hund, egal ob man jung oder alt ist.
Betagte Hundemutter bekam liebevolle Unterstützung beim Adoptionsverfahren
Im Rahmen des Adoptionsverfahrens bot sich Johanna Carringtons Betreuer Eddie Martinez an, Gnocchi täglich spazieren zu führen und Johanna bei seiner Pflege zu unterstützen. Schließlich brachten Gnocchis Pflegeeltern den kleinen Vierbeiner zu Carrington – der fühlte sich gleich wohl: „Er kam zum Haus, als ob er schon einmal hier gewesen wäre. Es war bemerkenswert“, so Carrington im Gespräch mit Today. „Er sah mich auf meinem Stuhl sitzen, sprang auf mich zu und setzte sich auf meinen Schoß. Er machte es sich sehr, sehr bequem. Er war auf Anhieb unser Baby.“ So wurde aus Gnocchi schließlich Gucci, der ganze Stolz der bald 102-jährigen Johanna.
Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.
Gemeinsam wird seitdem gespielt, im Lieblingssessel gekuschelt und im Fernsehen Nachrichten geschaut. Dabei massiert Carrington ihrem kleinen Schatz am liebsten den Rücken. „Ich liebe ihn einfach“, beschreibt sie die besondere Beziehung zu ihrem kleinen Pelzfreund gegenüber Today. „Tiere bringen so viel Glück in unser Haus“, schwärmt sie außerdem. „Es ist unglaublich.“ Carrington ist überzeugt, dass Haustiere der Schlüssel für ein glückliches, langes Leben sind.
Haustiere haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit von Senioren
Und die Wissenschaft gibt ihr Recht. Demnach können sich Haustiere vor allem positiv auf die Psyche von älteren Menschen auswirken. Die flauschigen Begleiter leisten Gesellschaft, verringern Einsamkeit und fördern die Sozialisierung. Außerdem geben sie dem Leben von Senioren einen Sinn. Insbesondere nach einem Verlust, beispielsweise des Ehepartners, können Haustiere eine Unterstützung sein, „indem sie Stress abbauen, körperliche Aktivität fördern und sogar bei der Schmerzbewältigung helfen“, wie Today schreibt. Vor allem ältere Hunde, die zwar ruhiger, aber körperlich noch fit sind, eigenen sich bestens für Senioren.
„Er ist ein sehr gefühlvoller kleiner Kerl“, verrät Alice Ensor. Es sei Balsam für die Seele, die beiden zu beobachten. Nach dem Tod von Rocky habe Gucci endlich wieder Freude ins Haus gebracht, erzählt auch Debbie Carrington: „Wenn sie darüber lacht, wie er herumläuft und lustige Dinge tut, und wenn er dann auch noch auf ihrem Schoß schläft, während sie in ihrem Sessel liegt oder in ihrem Bett schläft, dann macht sie das einfach sehr glücklich.“ Die beiden seien einfach wie Pech und Schwefel.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Bald feiert Johanna ihren 102. Geburtstag – was sie wohl auch ihrem besten Tierfreund zu verdanken hat, wie sie selbst resümiert. Es sei bisher eine tolle Zeit mit Gucci gewesen, sagte sie laut The Dodo zu Muttville Senior Dog Rescue. „Er bringt mir so viel Freude! Ich liebe es, wenn er auf meinem Schoß sitzt und mir Gesellschaft leistet. Mit Gucci habe ich jemanden in meinem Leben, den ich lieben und um den ich mich kümmern kann, und das macht in meinem Alter einen großen Unterschied.“
Rubriklistenbild: © Johanna Carrington/Facebook

