VonKirsten Lemkeschließen
Im August und September kommen die meisten Igel-Babys zur Welt. Ihr Start ins Leben ist oft alles andere als leicht. Wie Sie dazu beitragen können, die kleinen Stacheltiere zu schützen.
Spätsommer ist Nistzeit bei den Igeln. Doch sie haben es immer schwerer, geeignete Plätze zu finden, an denen sie ihre Babys sicher zur Welt bringen und in Ruhe großziehen können. Denn was wir Menschen schön finden, ist für den Igel meist ein Todesurteil. Gärten sind viel zu sauber und somit unbewohnbar für den kleinen Stachelträger, der übrigens Wildtier des Jahres 2024 geworden ist. Igel finden in vermeintlich gepflegten Gärten weder Futter noch Versteck- und Nistmöglichkeiten.
Igel brauchen Laubhaufen, Sträucher und Hecken
Am liebsten nutzen sie heimische Hecken und Sträucher als Kinderstube. Doch in ihrer Verzweiflung weichen sie auf Blumenerde-Tüten oder Wetterschutzhauben für Grills als Nester aus, wie der Verein Pro Igel e.V. berichtet. Mit fatalen Folgen: Wird ein Igel beim Nisten gestört oder das Nest gar umgesiedelt oder zerstört, kann das tödlich für die Igelkinder enden. Deshalb sollten Gartenbesitzer bei ihren Arbeiten im Grünen jetzt besonders vorsichtig sein, um nicht versehentlich ein Nest zu zerstören. Sollte man doch versehentlich ein Igelnest offenlegen, rät der Verein Pro Igel e.V., dieses sofort wieder zuzudecken, ein bis zwei Tage in Ruhe zu lassen und aus der Entfernung zu beobachten. Wer nicht sicher ist, ob alles in Ordnung ist, sollte sich an die örtliche Igelhilfe wenden.
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Igelfreundlicher Garten: So geht’s
Um den Igel vor dem Aussterben zu schützen, appelliert der Verein an alle Gartenbesitzer, ihre Grünanlage igelfreundlich zu gestalten. Bedeutet: Laubhaufen liegenlassen, einen Totholzhaufen aufschichten, Blühwiesen anlegen und wenn möglich Obstbäume pflanzen. All das bietet den Igeln Unterschlupf und Nahrung in Form von Insekten. Außerdem sollte man seinen Garten nicht hermetisch abriegeln, sondern Igeln die Möglichkeit geben, rein- und dann auch wieder rauszukommen. In einem Zehn-Schritte-Plan gibt der Verein Tipps, was private Gartenbesitzer, aber auch Kommunen und Kleingartenvereine zum Schutz des Igels tun können. Darauf sollten Sie zudem achten, wenn Sie Wildtieren wie Igeln Wasser anbieten wollen.
Besonders warnt der Verein vor Rasenmähern, Laubsaugern, Motorsensen und Mährobotern, vor allem im Nachtbetrieb. Diese Gartengeräte können Igel schwer verletzen oder töten. Igel stehen bereits in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste und gehören laut Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Tieren. Erfahren Sie hier, wie zwei Igel-Expertinnen die dramatische Lage des Igels exklusiv gegenüber IPPEN.MEDIA schildern.
Nicht jeder Igel braucht Hilfe: die wichtigsten Anzeichen für Igel in Not
Wegen seines Schutzstatus darf ein Igel nur dann aus der Natur entnommen werden, wenn er wirklich Hilfe braucht. Ist ein Igel tagsüber unterwegs, ist das meist ein Alarmsignal. Weitere Anzeichen dafür, dass der Igel Hilfe braucht, sind:
- Verletzungen
- Parasitenbefall, insbesondere Befall mit Fliegeneiern
- Untergewicht, erkennbar am sogenannten Hungerknick (sichtbare Einbuchtung am Übergang von Kopf und Körper)
Wer einen hilfsbedürftigen Igel gefunden hat, sollte sich sofort an die örtliche Wildtier- oder Igelstation wenden. Dort kann der Igel fachgerecht betreut und gesundgepflegt werden.
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Igel-Babys sind mit sechs Wochen selbstständig
Die Paarungszeit bei Igeln reicht von Mai bis in den August, wobei die meisten Igelkinder im August und September zur Welt kommen. Igelweibchen sind nur 35 Tage tragend und bekommen im Durchschnitt vier bis fünf Babys. Diese sind zunächst taub und blind und wiegen nur rund 20 Gramm. Sechs Wochen säugt die Igelmutter ihren Nachwuchs. Doch schon im Alter von drei Wochen unternehmen die Jungtiere erste Ausflüge allein.
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