BYD auf dem Weg in Europas Top Fünf: Herausforderungen und Ambitionen
VonSimon Mones
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In China ist BYD längst Marktführer. Weltweit ist man inzwischen an Audi, BMW und Mercedes vorbeigezogen. Doch das ist dem ambitionierten Emporkömmling nicht genug.
In China ist BYD (Build Your Dreams) längst Marktführer und hat Volkswagen damit vom Thron gestoßen. Und auch weltweit wird der Emporkömmling aus Fernost immer erfolgreicher und ist beim Absatz nun an Audi, Mercedes und BMW vorbeigezogen, wie auch Merkur.de schreibt. Im ersten Halbjahr steigerte BYD seinen Absatz um satte 95 Prozent auf 1.255.637 Einheiten. In Deutschland ist man jedoch noch ein Hinterbänkler, mit ambitionierten Zielen.
Im ersten Halbjahr 2023 wurden lediglich 228 Elektroautos von BYD in Deutschland neu zugelassen, wie aus den Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes hervorgeht. Hier liegt man noch deutlich hinter Audi (125.584), BMW (111.635), Mercedes (145.337) oder Volkswagen (260.470).
Fünf Modelle in Deutschland – weitere sollen folgen
Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn wie viele andere Elektromarken aus China ist BYD recht jung. Erst 2003 wurde die Autosparte in Shenzhen gegründet. Und auch auf dem deutschen Markt ist der Hersteller erst seit Kurzem unterwegs. Und auch die Modellpalette ist noch im Aufbau. Zum Markenstart in Deutschland bot BYD den Kunden drei Modelle an: die Premiumlimousine HAN EV, sowie die SUV Atto3 und Tang EV.
Inzwischen sind die Modelle Seal und Dolphin dazugekommen. Weitere Modelle sollen folgen. Bis Anfang 2024 will BYD den deutschen Kunden sechs Modelle anbieten. So könnte es auch der elektrische Kleinstwagen Seagull aus China nach Deutschland schaffen. Weitere Kandidaten sind der Geländewagen U8 und das Hypercar U9.
BYD will in Europa unter die Top 5 kommen
Doch damit nicht genug, die Chinesen haben sich ein hohes Ziel gesteckt: „Ich will in Europa unter die Top fünf kommen“, betonte BYDs Vize-Europachef Brian Yang. Allerdings drängt die Zeit, wie er selbst weiß: „Das Fenster, um erfolgreich zu sein, ist noch zwei Jahre offen.“ Schon 2026 will man in Deutschland rund 125.000 Autos verkaufen und etwa fünf bis zehn Prozent Marktanteil haben.
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Das Problem: Es fehlt an Händlern. Lediglich 13 Händler hat BYD in Deutschland bislang unter Vertrag, allerdings bräuchte man mindestens 100, wie der Konzern betonte. Hier hat man aber mit der deutschen Bürokratie zu kämpfen, wie auch Elektroauto-News berichtet. Die Renovierung von Verkaufsräumen dauere neun bis zwölf Monate, ein Neubau ganze zwei Jahre. In Asien gelingt das binnen weniger Monate.
Stromer von BYD in Europa deutlich teurer als in China
Doch es gibt noch ein weiteres Problem, mit dem aber auch die deutschen Autobauer zu kämpfen haben: die hohen Preise. In China kostet der BYD Atto 3 umgerechnet lediglich 19.000 Euro. In Deutschland werden mindestens 40.000 Euro für das Elektroauto fällig.
Das mag auf den ersten Blick happig wirken, doch es gibt zahlreiche Faktoren, die den Preis so in die Höhe treiben. So gibt es in China einen Produktionskostenvorteil. Etwa, weil Zulieferer vor Ort sitzen und die Produktionskosten niedriger sind. Und auch der Transport nach Deutschland schlägt sich im Preis nieder. Zudem werden die Preise oftmals auch an die Löhne vor Ort angepasst und die sind hierzulande eben deutlich höher.
Auch wenn BYD und Co. in Europa oftmals als günstige Marken angesehen werden, ist das nicht der Anspruch. „Wir wollen nicht die Günstigsten, aber die Besten sein. Bei der Technologie, der Sicherheit, dem Design und vor allem beim Service. Deswegen suchen wir uns die besten Partner in jedem Land“, betont Markenchef Yunfei Li. Dabei soll auch eine eigene Fabrik in Europa helfen. Als Kandidat gilt etwa das Ford-Werk in Saarlouis. Dann könnten auch die Preise der Elektroautos von BYD sinken. Eins ist jedenfalls klar: Die deutschen Premium-Kunden sind offen für einen Umstieg auf chinesische Elektroautos.